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Tipps für: Persönlichkeitsentwicklung, Wachstum, Entfaltung, Selbstverwirklichung

Silent Heaven

Mitglied
Ihr Lieben,

unabhängigig davon, wie die Beziehung mit meinem Partner laufen wird... wir richten gerade unsere neue Wohnung her, alles frisch, ich richte mir endlich wieder ein geregeltes Leben nach vielen Rückschlägen und traumatischen Erfahrungen ein.

Ich bin 31 Jahre alt, habe einen festen Bürojob, der ganz gut ist. Ich habe eine Sozialphobie, bin sehr unsicher, tollpatschig, viele Probleme mit mir selbst.
Ich mag die Natur, schreibe gerne, mag es, kreativ zu sein, auch wenn ich nichts von alledem gut kann. Ich lese normalerweise viel (zur Zeit nicht), habe einen kleinen Hund, koche manchmal ganz gerne. Gehe spazieren.

Jetzt habe ich im Juni drei Wochen Urlaub, weil ich nach all dem Stress der letzten Monate mal wieder zu mir kommen muss. Danach kann ich vielleicht bald für eine gewisse Zeit mal nur 20 Stunden in der Woche arbeiten. Eine befristete Teilzeit sozusagen. Die habe ich beantragt, weil ich denke, ich brauche Zeit für mich.

Ich mache auch eine Therapie, die läuft gerade aus, aber ich wechsle bald in die Verhaltenstherapie, wenn ich mich endlich mal darum kümmere. Und in die Tagesklinik will ich eigentlich auch mal.

Ich will endlich glücklich werden. Ich will meinen Alltag bunt gestalten. Ich möchte meine Komplexe überwinden, nicht gut genug zu sein, möchte aber auch aufgehen in einem abwechslungsreichen und schönen Leben. Die nächste Zeit würde ich gern sinnvoll nutzen.

Was kann ich tun? Eigentlich habe ich ja so viele Ideen. Ich will wieder Joggen gehen, Wandern, lange Spaziergänge machen, lesen, meine Allgemeinbildung verbessern, weil ich immer denke, ich sei dumm. Ich würde auch gerne mehr Rätsel machen, mich geistig ein wenig fordern. Mich immer mal auf ein neues Spiel einlassen, weil ich meine (geistige) Flexibilität fördern will. Natürlich rausgehen , auch mal mit anderen was machen. Es gibt hier so ein Café für psychisch Erkrankte, vllt möchte ich da mal hingehen, um eventuell Gleichgesinnte zu treffen. Ich hab ein paar Projektideen, hab mir hundert Bücher gekauft: Mit Schreibübungen, damit man wieder ins (kreative) Schreiben kommt, weil mich das früher glücklich gemacht hat. Mit einem Wochenprogramm zum "Kreativer werden". Ein Buch übers Spontaner werden. Ein Buch mit 100 Fragen zur eigenen Persönlichkeit, um sich selsbt besser kennenzulernen. Tausend Selbsthilfe- und Trainingsbücher. Die ich natürlich bisher nicht angerührt hatte. Ich hab mir ein Glas mit Losen gemacht, da stehen diverse Dinge drauf, falls ich mal wieder nachmittags versacke. Damit ich was schönes machen kann. ("Geh Schwimmen" / "Male deinen letzen Traum"/ "Recherchiere ein spannendes Thema" etc). Ich schreibe auch unregelmäßig Tagebuch.
Eigentlich würde ich mich auch gern mal trauen, zu unserem Kanuverein zu gehen und da eine Anfänger-Trainingsstunde mitzumachen, auch, wenn ich Angst habe, mich zu blamieren und mich dumm anzustellen. Damals, als ich mal gepaddelt bin, hatte mir das eigentlich Spaß gemacht. Und ich brauche praktische Dinge, die ich ausprobiere, damit ich mehr Selbstvertrauen, Köperbeherrschung, Erfahrungen erlange. Und ich mag die Natur und ich benötige auch Bewegung, da ich sehr faul bin und sehr gerne ungesund esse. Ich weiß aber, dass mir Natur und Bewegung und sowas gut tut (wem nicht).
Wir haben in der neuen Wohnung ienen Balkon, den ich gern bepflanzen will. Bisher sind, auch durch depressive Phasen meinerseits oder aus Unachtsamkeit, auch viele Pflanzen bei mir eingegangen. Aber ich möchte mich diesem Projekt gern widmen.
Ich könnte mir wieder Mäuse halten.
Diverse kreative Projekte ausprobieren.
Mich zum Radfahren zumindest im Park überwinden.
Meditieren, haushalt machen, auf der Wiese herumhängen und träumen, Musik hören, so viele Dinge.

Ich wünsche mir einfach, mein Leben sinnvoll und schön zu gestalten, sodass ich endlich glücklich werden kann, nicht mit irgendwelchen Suchtmitteln versacke (hab da eine dumme psychische Abhängigkeit, die ich aber loslassen möchte, denn das macht auf Dauer nicht glücklich). Ich möchte wachsen und lernen, mich selbst zu lieben, damit ich mein Leben genießen und mein volles Potentiel entfalten kann!

Ja, ich habe viele Ideen... ich weiß, ich setze mich sehr unter Druck. Ich habe auch keine richtigen Hobbies. Ich hätte gern welche, weiß aber nicht, was ich machen soll. Ich bleibe nie an etwas dran.

Und ich merke ja, ob nun mit einer Substanz oder auch mit dem Schreiben hier... mit dem Aufschieben dieser Ideen... ich plane total gern. Was ich gern täte, wie ich mein Leben gestalten würde. Sammle immer mehr und mehr Ideen. Eigentlich habe ich ja schon genug, theoretisch.

Es geht ums Anfangen. Ich muss anfangen. Ich muss mir selbst und dem Leben vertrauen und endlich mal rausgehen, die Schritte einfach tun. Das ist sehr schwer. Ich plane für mein Leben gern und schwelge in irgendwelchen Idealvorstellungen, während ich aber konkret nicht soo viel tue.

Es geht ja schon im Kleinen los. MIch einfach mal aufraffen, öfter spazieren gehen. Meinem Freund helfen, ein Möbelstück aufzubauen, einfach meine Komfortzone ein ganz klein wenig verlassen.

Während ich das schreibe, ahne ich schon: So viele Ideen brauche ich ja nicht mehr. Aber ich liebe es, weiter mich umzusehen und zu sammeln, keine Ahnung, warum. Warum flüchte ich immer vor dem Leben an sich und bleibe lieber in meinem Kopf und meiner Fantasie und meinen Vorstellungen. Ich lebe nie im Hier und Jetzt (Achtsamkeitstraining wäre auch so ein Thema). Ich schwelge IMMER lieber in Eventualitäten, blühe auf, wenn ich mir einen "Plan" für mein künftiges Leben zurechtlege, da fühle ich mich wohl. Weil: Das birgt ja keine Gefahren. Da befinde ich mich in meinem Element.

Vielleicht kann ich in meinem längeren Urlaub auch mal zum Naturschutzbund gehen, mal anfragen, ob ich ein paar Tage dort irgendwas helfen kann, reinschnuppern, einfach mal was jobfremdes machen, was mir neue Erfahrungen vermittelt, all das ist ja nützlich und trägt sicher zu einer guten Entwicklung bei.

Ich möchte mich wieder mehr mit philosophischen Themen und den Kernfragen des Lebens befassen, weil sie mich umtreiben. Mein Partner ist leider nicht der richtige Gesprächspartner dafür. Vielleicht kann ich neue Freundschaften aufbauen, mit denen ich mich darüber austauschen kann... mir fehlt das etwas. Ein Forum täte es sicher auch schon.

All diese Dinge könnten mir Spaß machen.

Natürlich geht es nicht nur um Leistung oder so- ich will mich mit mir selbst einfach wohlfühlen und ich weiß, dass ich dafür an mir selbst arbeiten muss, möchte, weil ich irgendwo hin will. Ich will wieder die kreative, vielseitig interessierte, fröhliche Frau werden (eher Mädel, ich fühle mich nicht erwachsen).... die ich in meinem Leben immer mal für wenige Monate manchmal war.
Ich muss noch so viel verarbeiten.

Ich habe aber auch Angst vor all dem. Angst, weiter unglücklich zu sein in meinem Leben. Angst, es nicht zu schaffen, mich zu entfalten. Angst, wieder zu scheitern.

Angst, nicht die richtigen Dinge zu machen. Ich bremse mich selbst ständig aus.

Dabei müsste ich nur Vertrauen haben und einfach losgehen.

Ich wollte euch das nur mal anvertrauen. Vielleicht hat der ein oder andere noch einen mutstiftenden Spruch oder einen Tipp oder so.

Vermutlich geht es darum, durchzuatmen, langsam wieder zu sich selbst zu finden, ohne strengen Zeitplan einfach alles auf sich zukommen zu lassen, ohne Druck immer mal das ein oder andere aus dieser ellenlangen Liste (mit noch einigen Punkten mehr) auszusuchen und auszuprobieren... und einfach zu leben. Was ist daran so schwer? Was ist mein Problem? Was will ich euch nur mit diesem Text sagen?

Dass ich mich durch mich selbst ausgebremst fühle. Keine Ahnung.

Ich will glücklich werden.
 
Ich habe keine psychischen Erkrankungen und mache auch keine Therapie, aber im großen und ganzen geht es mir genauso. Bin deswegen gespannt, ob und was andere hier noch beizutragen haben.

Für mich scheinen deine Ängste das Hauptproblem zu sein - du redest viel davon, was du alles machen willst und das ist gut, du hast Pläne und das Ziel dich zu ändern. Nur gibt es bei dir immer ein "aber". Da fällt mir leider keine Lösung ein, weil ich davon selber nicht betroffen bin. Aber ja, weniger nachdenken und Sorgen machen wäre eigentlich der Schlüssel.

Vielleicht kommst du voran, wenn du die Verhaltenstherapie beginnst. Am Anfang hast du ja noch aufgezählt,was alles mehr oder weniger gut läuft. Darauf solltest du dich konzentrieren. Hier im Forum gibt es genug Leute, die mit Arbeitslosigkeit oder großen Eheproblemen zu kämpfen haben, die keine Hobbies finden und auch nicht die Kraft besitzen überhaupt eine Therapie anzufangen. Du bist also schon recht weit, auch wenn du dein Ziel nicht erreicht hast.
 
Hallo Silent Heaven,

im Grunde hast Du schon alles in Deinem Eingangsbeitrag geschrieben, auch die möglichen Lösungsansätze. Was also hält Dich WIRKLICH davon ab, es mit einigen zu versuchen? "So zu tun, als ob" fällt so manchen Menschen leicht, sich alles mögliche vorzustellen auch. Erst wenn Du konkret wirst, Dich selbst ernst nimmst und ernst gemeinte Pläne umzusetzen beginnst, zeigt sich, woran es klemmen könnte und was noch fehlt.

Was wäre aus Deiner Sicht ein vernünftiger Plan und was fehlt, damit Du die nächsten Schritte machen kannst? Auch ein Herr Eiffel hat vor seinem Turm kleinere Projekte gestartet. Also: was könnte Dein Einstieg sein?

Und da wäre auch noch die Frage: MUSST Du wirklich so "anders" und "besser" sein? In wessen Augen? In Deinen? Was ist "besser"? Ich habe Jahre damit zugebracht, hinter einem besseren Schein von mir herzujagen. Es waren schlimme und vergeudete Jahre voller Selbstzweifel und innerer Leere. Sich selbst anzunehmen, zu sich selbst zu stehen, ist manchmal ein hartes Stück Arbeit. Seine Schwächen anzunehmen, sie nicht so "dominant" werden zu lassen, ist dann einfacher, wenn man sich auf seine Stärken konzentriert. Tu, was DIR selbst wichtig ist, nicht was einem vermeintlich wichtig sein sollte. Jage keinem Wunschbild hinterher, das womöglich nicht einmal Dein Wunsch ist. So verschwendest Du nur Deine Lebenszeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Silent Heaven, mir wurde ja allein vom Lesen schon total anstrengend und atemlos.

Weißt Du, mit dem Planen, ich sollte dies und ich könnte jenes. Und dem Gedanken, wenn ich...dann. Damit fütterst Du nur den Wolf, der sagt, Du bist nicht gut genug. Der sagt, Du mußt etwas tun, um zu genügen. Und der sagt, Du seist ja selbst schuld an Deinem Unglück, weil Du nicht genug dies oder jenes! Du zählst so vieles auf und die Fallhöhe wird so hoch, das kannst Du ja sowieso nicht alles umsetzen. Die Zeit hat kein Mensch. Aber am Ende hast Du Dir wieder die altbekannte Fälle gebaut, die da lautet, ich hab's nicht geschafft. Ich bin nicht gut genug.

Vielleicht ist es das Wichtigste, Dich damit auseinanderzusetzen und ganz realistisch zu schauen, wo das herkommt. Und dann das Gefühl an die Verantwortlichen zurückzugeben. Wann immer der Zeitpunkt war, als dieses Gefühl des Nichtgutgenuseins einsetzte, schau Dir das Mädchen realistisch an. Ist es etwa nicht gut, so wie es ist?

Es ist ein Irrtum, liebe Silent Heaven, ein kleiner Kinderirrtum, dem so viele von uns aufgesessen sind, weil wir es einfach noch nicht besser wußten und uns das Verhalten unserer Bezugspersonen nicht anders erklären konnten. Aber es war ein Irrtum, der zu einem Glaubenssatz wurde.

Und wenn Du dann spürst, daß Du gut bist, so wie Du bist. Und Du nichts tun mußt. Einfach dasein. Das reicht. Dann geht es nicht mehr darum, etwas zu tun, weil... oder etwas zu tun, damit... dann reicht es da zu sein, um zufrieden zu sein. Und mal dies zu tun und mal jenes. Ohne Druck und ohne Plan.

Von all dem, was Du aufgezählt hast, erscheint mir der Gang in die Natur, das Heilsamste zu sein. Vielleicht verbindest Du Dich mit der Erde, mit einem Baum, einer Blume, einem Stein, mit dem Wasser des Baches. Sie alles sind einfach da. Du bist genau so Natur wie sie.
 
Hey, es tut mir leid, dass ich so lange habe mit meiner Antwort auf mich warten lassen.

Vielen lieben Dank für die lieben Worte. Ich denke mir auch, dass ich zu viel von mir selbst will und dass ich immer alles auf einmal will und andere Dinge vielleicht wichtiger sein sollten: Selbstakzeptanz. Ich dachte immer, sie wird schon kommen, wenn ich mehr das Gefühl habe, dass ich etwas wert bin. Aber dass ich es schon bin, einfach so, das will mir nicht in den Sinn, ich denke immer, ich muss etwas dafür tun. Ich sehe immer nur Defizite.

Zur Zeit geht es mir sehr schlecht. Es war so viel los. So viel Stress. Nun sind wir umgezogen und haben vielleicht noch ein paar Wochen mit den Wohnungen zu tun. Ich will endlich zur Ruhe kommen können, ich bin zur Zeit irgendwie sehr kraft- und energielos und freue mich auf mehr ZEit mit mir selbst und mit den Dingen und den Menschen (und anderen Wesen) die mir wichtig sind.
Es kann vielleicht noch viel Gutes passieren.

Ich hoffe es sehr. Ich bin so innerlich am Straucheln, weil ich kaum noch Kraft habe. Weil bei mir so viel schief gegangen ist.

Gestern habe ich mir seit langem mal wieder ein Stündchen Zeit genommen, um ein neues Buch anzufangen zu lesen. Das tat mir unglaublich gut. Ich hoffe sehr, es klappt mit meiner Stellenverkürzung für eine gewisse Zeit... Ich fühle mich ausgebrannt. Die Pläne, die ich habe, sind nur lose Ideen.. und wenn ich ohne Druck nur einige davon ein wenig umsetzen kann, wird mir das sicher gut tun.
 

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