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Tier zur Therapieunterstützung?

G

Gast

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Hallo,
ich bin weiblich, 22 Jahre alt und depressiv.

Ich versuche euch ein möglichst gutes Bild meiner Situation zu geben.
Dafür hole ich ein wenig aus, doch hoffentlich nicht zu weit.

Depressiv bin ich mal mehr mal weniger seit etwa 9 Jahren.
Vor 6-7 Jahren hatte ich einen dsungarischen Zwerghamster. Während einer schweren Depressionsphase starb er. Besser gesagt, er verhungerte.
Dieses Ereignis hat mich damals wie heute schwer erschüttert. Ich war für ihn verantwortlich und er war von mir abhängig. Ich habe versagt.
Ich weiß heute allerdings, dass meine Mutter damals hätte eingreifen müssen.
Danach hatte ich kein Tier mehr.

Heute bin ich in Therapie mit Medikamentenunterstützung.
Unter der Woche lebe ich in einer kleinen Wohnung alleine an meinem Studiumsort. Am Wochenende lebe ich mit meinen Partnern(mehrere, tut jedoch hier nichts zur Sache) auf einem Bauernhof, den wir herrichten, mit 4 Hühnern und einer Katze.
Unter der Woche allein zu sein macht mir schwer zu schaffen und auch der Winter tut sein übliches.

So kam mir wieder die Idee, mir einen kleinen Hamster anzuschaffen und in meiner Studentenbude zu halten.
Ich kann das geschehene nie wieder gut machen, möchte es trotzdem noch weiter verarbeiten und mir vor allem beweisen, dass ich kein schlechter Mensch bin.

Doch was ist, wenn es wieder schief geht?
Ich gehe seit 2-3 Wochen wieder kaum aus dem Haus. Schaffe es nur selten einzukaufen, esse selten und wenn dann oft Süßkram, hänge mit meinem Studium 2 Monate hinterher. Aber ich liebe Tiere über alles.
Ist ein kleiner 30-50g schwerer Hamster zu viel Verantwortung für mich?

Ich weiß, dass ihr mir keine Antworten auf meine Fragen geben könnt.
Ich werde mit meiner Therapeutin reden, bevor ich mich endgültig entscheide.

Was ich gerne hören würde, wären Erfahrungsberichte.
Wie hat euer Tier eure Krankheit und euer Leben beeinflusst(gerne neg wie pos).
Vielleicht hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht mit hoffentlich nicht ganz so schlimmen Ende.

Liebe vorweihnachtliche Grüße,
Claudia
 
Vielleicht wäre ein Hund, der dich aktiviert, weil er raus muss und dir auf die Nerven geht, wenn er nicht raus kann, gut für dich. Eben weil du kaum aus dem Haus gehst. Dann müsstest du. Und die Bewegung würde dir guttun. Sprich das mal mit deiner Therapeutin durch, was sie davon hält.
 
Hey... Ich hatte vor 3 monaten ein Burn out und bin auch depressiv.
Ich habe mir vor kurzem dann ein Pferd gekauft. Und ich muss sagen das war die beste Entscheidung meines Lebens. Es ist ein Fohlen, dass noch ausgebildet werden muss...

Ich lernen dadurch zu Entscheiden, mich Durchzusetzen... und hab wieder eine Aufgabe...
Und ich merke von Tag zu Tag mehr... das sich mein Selbstbewusstsein aufbaut.
 
Kommt auch auf die Schwere der Depression an.
Wenn die innere Antriebsbslosigkeit stark ist oder wird... . Mensch, dann kann es sein, es wird übersehen, wenn das Tier kein Wasser hat oder zu wenig Futter bekommt und und und.
Klar, dann kommen auch Schuldgefühle.
Geht es Dir heute wesentlich besser und sorgst Du vor Anschaffung eines Tieres dafür, dass sich noch ein Mensch wirklich zuverlässig im Notfall darum kümmert.... . Was spricht dann gegen die Aufnahme eines Tieres?🙂 (Keine rhetorische Frage. Kannst Du ein Tier halten und weisst Du was für ein Tier zu Dir passt?)
Wenn Du Dich von anderen Menschen zurückziehst, ist es so zu empfehlen, ein Tier zu nehmen, das Dich nicht ans Haus bindet.

Liebe Grüsse!
Landkaffee

Ich vermisse meinen Hund sehr. Er ist tod. Du solltest Dir auch klar machen, dass Tiere sowieso sterben können und Du auch dann damit leben musst.
Manchmal werden Tier auch absichtlich zu Therapiezwecken eingesetzt. Dann muss aber gewährleistet sein, dass sie wirklich gut versorgt sind!
Andernfalls wäre das für das Tier schädlich und für den Menschen. Überlege es Dir gut! Kann Chance sein und auch Risiko.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
ich selbst habe auch einen halben Zoo zu Hause und kann dich darum in dieser Hinsicht gut verstehen... Tiere können eine sehr positive Wirkung auf den Menschen haben, vermitteln Wärme, Zuneigung, Geborgenheit und sind vor allem fähig ihr Gegenüber bedingungslos anzunehmen, einfach da zu sein...
Nun war ich aber auch selbst stark depressiv und kann dir sagen, dass ich in dieser Zeit eindeutig nicht in der Lage war, mich verantwortungsbewusst um meine Tiere zu kümmern, ich hatte aber das Glück, dass meine Familie und Bekannte mich hier unterstützt haben, so dass die Tiere nicht darunter zu leiden hatten... trotzdem hat mich natürlich ein schlechtes Gewissen gequält und so habe ich die Tiere in dieser Zeit eher als zusätzliche Belastung, als eine Aufgabe gesehen, die mich in dieser Zeit eindeutig überfordert hat... jetzt kann ich aber natürlich nicht beurteilen wie das bei dir ist, wie sehr dich deine Depressionen einschränken... ob du im Moment in der Lage wärst, die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Aus der therapeutischen Seite betrachtet (ich schreibe gerade meine Diplomarbeit über tiergestützte Therapie und Pädagogik 😉), wäre ein Hund wohl genau das richtige für dich... er aktiviert zur Bewegung, motiviert raus zu gehen, knüpft vor allem auch soziale Kontakte zu anderen Hundehaltern und kann im Gegensatz zu einem im Käfig gehaltenen Kleintier auch aktiv seine Bedürfnisse einfordern... abgesehen davon, dass du aber wahrscheinlich in einer kleinen Studentenwohnung haust und die Haltung für einen Hund nicht besonders artgerecht und vielleicht vom Vermieter auch verboten wäre, bestände natürlich die Gefahr, sollten sich deine Depressionen verschlimmern, dass du den Hund trotzdem vernachlässigst... und das Risiko würde ich persönlich nicht eingehen wollen.
Ein Nager braucht wahrscheinlich nicht ganz so viel Aufmerkamkeit wie ein Hund, aber auch er muss natürlich versorgt werden... vielleicht wäre es aber auch eine Möglichkeit, zum Beispiel einem Tierheim in der Nähe deine Hilfe anzubieten, dort evt. mit Hunden spazieren zu gehen, oder andere Tiere zu versorgen... wenn du die Energie hast, dich dazu aufzuraffen, wäre das vielleicht eine Option?!
Sprich vielleicht mal mit deinem Therapeuten darüber.
Ich wünsch dir alles Gute!
 
Hallo,

ich dachte auch spontan an eine Reitbeteiligung.

Meine Partnerin hat zwei Pferde. Die sind wie eine Droge für sie 🙂

Gruß Hajooo
 
Hallo und danke an euch vier.

Tatsächlich hatte auch mein Freund die Idee, dass ein Tier welches mich aktiv "anmault", wenn ich mich nicht kümmere, das Beste für mich wäre.
Tierhaltung ist jedoch (verbotener Weise)allgemein in meinem Wohnkomplex nicht gestattet, weshalb ich hoffe, meinen Vermieter zu einem Kleintier durchringen zu können.
Außerdem kann ich für einen Hund auch finanziell nicht sorgen und da ich in ca. einem Jahr anfangen werde zu arbeiten, wäre zu schnell nicht sicher, ob ich genügend Zeit habe.
Ich gehe 1-2 mal in der Woche zu einem Reitbetrieb, wo ich bisher auch geritten bin, mich aber hauptsächlich um die Ausbildung eines Shetty-Ponys kümmere.
Das Reiten an sich liebe ich auch, jedoch bin ich mit der neuen Lehrerin nicht zufrieden. Diese Tage sind meist auch die, bei denen ich dann einkaufe(weil ich sowieso draußen bin).
Den Traum eines Hundes und Pferdes habe ich vor, mir später zu erfüllen, wenn ich mit meinen Partnern zusammenlebe und finanziell wie zeitlich die Möglichkeit besteht.
Bei meinen Partnern geht es mir sehr gut, jedoch das alleinsein zieht mich richtig runter.

Rein wissensmäßig bin ich in der Lage mich um ein Tier zu kümmern. Ich lese sehr viel über Tiere und deren Haltungsbedingungen.
Ein Tierheim liegt leider nicht in meiner näheren Umgebung und ich bin meist nur mit Fahrrad unterwegs. Eine Reitbeteiligung hat leider auch nicht geklappt.

Ich liebe Tiere mehr als alles andere auf der Welt.

Wärend ich den ersten Forenbeitrag schrieb, habe ich nochmal alles genau durchdacht und bemerkt, dass ich mich schon entschieden habe.
Ich werde jetzt langsam alles für die Anschaffung eines Hamsters vorbereiten, mich mit meiner Therapeutin besprechen und Ende Dezember/Anfang Januar mit dem Einzug eines Hamsters rechnen.

Vielen Dank für eure Beiträge.
Über weitere Erfahrungensberichte würde ich mich freuen.

Liebe Grüße
Claudia
 
Hallo Claudia!

Ich würd mir eine kleine Katze holen!
Katzen sind n bißchen schmusiger als Hamster und man kann mehr mit ihnen anfangen...

Grüße
schimmi
 
Ich werde jetzt langsam alles für die Anschaffung eines Hamsters vorbereiten, mich mit meiner Therapeutin besprechen und Ende Dezember/Anfang Januar mit dem Einzug eines Hamsters rechnen.

Vielen Dank für eure Beiträge.
Über weitere Erfahrungensberichte würde ich mich freuen.

Hallo Claudia,

wenn es bei dir ein Kleintier sein soll, dann würde ich dir Ratten sehr empfehlen. Hamster sind krasse Einzelgänger, und obendrein sind sie auch nicht besonders dem Menschen zugeneigt. Das ist bei Ratten gänzlich anders, diese Tiere haben sogar ein den Menschen sehr ähnliches Sozialverhalten, so dass mit ihnen eine sehr enge Beziehung möglich ist. Ich würde aber empfehlen, diese Tiere nicht alleine zu halten, mindestens zwei gleichen Geschlechts. Gerade weil diese Tiere ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten haben, brauchen sie unbedingt Gesellschaft.

Ich habe von diesen schlauen Tieren sehr sehr viel gelernt, und sie haben durchaus auch eine therapeutische Unterstützung mit sich gebracht. 🙂 Und die Kosten sind obendrein ja auch sehr gering und überschaubar.

Viele Grüße
Traumatisierter
 
Guten Abend,

so bevor ich gleich ins Bett zum kuscheln geh, schreib ich noch einen kleinen Beitrag.

Danke erstmal für eure Beiträge.

Eine Katze darf ich auf keinen Fall in meiner Wohnung halten, außerdem würde das später sicher Probleme geben bei der Vergesellschaftung mit unserer Kitzekatze(Wochenend-Daheim) geben. So ne kleine Wohnung würd ich auch keiner Katze antun...

Ratten wären allerdings eine Überlegung wert. Mein Bruder hält auch welche, aber meiner Freundin dürfte ich mit denen absolut nicht kommen. Ratten ham wir öfter tot im Hof... Bei dem kleinen Hamster hält sie sich neutral(hab ihr bilder und Videos gezeigt).
Da ich insgesamt schon 4 Hamster hatte(die ersten 3 lebten übrigens sehr lange), kann ich die Art der Tiere denke ich gut einschätzen. Und ich hab viel mit ihnen gekuschelt😉

Mit dem natürlichen Tod eines Tieres kann ich, denke ich, umgehen.
Hab früher für unsere Hamster oder auch Wellensittiche kleine Karton-Särge gebastelt und sie bemalt und beklebt. Die wurden dann auch im Garten vergraben und das hab ich auch verarbeitet.
Was ich mir allerdings zu Gute halte ist, dass der letzte Hamster auch 1,5 Jahre alt wurde(normales Alter 2,5 Jahre) und ich mich heute sehr viel besser einschätze.

Gute Nacht 🙂

Claudia
 

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