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Theraupeut auf Suizidgedanken ansprechen-aber wie?

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Gast

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Hallo!
Ich bin schon sein längerem in Therapie, weil ich eine Art soziale Phobie habe und es mir sehr schwer fällt mit meinen Mitmenschen zu reden. Das war, und ist immer noch eine große Belastung für mich. Auch schon sehr lange habe ich das Gefühl wertlos zu sein und einfach nur unnütz auf der Welt. Über Selbstmord denke ich praktisch jeden Tag nach und der einzige Grund warum ich es noch nicht gemacht habe ist der Gedanke an meine Eltern und Freunde. Ich will ihnen nicht weh tun. Nur langsam wird es eben immer schwerer weiter zu machen und deshalb habe ich mich entschieden endlich auch mit meiner Therapeutin darüber zu reden und professionelle Hilfe zu bekommen. Das Problem ist nur: ich habe keine ahnung wie ich anfangen soll. Ich meine sie wird es dann doch sicher meinen Eltern sagen und ich will nicht dass sie sich Sorgen machen. Und ich habe Angst in eine Klinik eingewiesen zu werden. War jemand vielleicht schon mal in so einer Situation? Wie kann ich das Gespräch am besten anfangen?
Schon mal vielen Dank für eure Antworten.
 
Rede mit ihr darüber.Wenn du bereit bist etwas für dich zu tun und Hilfe annimmst sollte sie nicht gegen deinen Willen den Eltern es erzählen oder dich einweisen lassen.
 
Lieber Gast,

ich kann deine Situation sehr gut nachempfinden. Mir ging es ähnlich wie dir und ich konnte meine psychische Erkrankung incl. meiner starken Suizidgedanken mehr als 4 Jahre vor meinen Angehörigen verstecken. Da ich jetzt nämlich weg muss, kann ich dir nicht alles schreiben, nur will ich dir sagen, sage deinem Therapeuten, dass du mit dem Gedanken spielst, dir das Leben zu nehmen, das ist sehr wichtig, sonst bringt dir die Therapie nichts! Und ich weiß, das kostet sehr viel an Überwindung und Kraft! Aber ich bin mir sicher, du bist stärker als du denkst und du schaffst das😉
Ich war selbst 2 mal in der Klinik, wurde mehr oder weniger "zwangseingewiesen", das war am Anfang sehr schrecklich für mich, doch im Nachhinein sehe ich, dass ich alleine das nie geschafft hätte und ich bin froh, dass ich dort war, auch wenn die Erfolge sehr langsam zum Vorschein kommen.

Keine Angst, ein Psychotherapeut kann dich nicht einweisen (zumindest ist bei uns in Österreich so, weiß nicht wie die Rechtslage in anderen Ländern ist), das macht ein Facharzt für Psychiatrie oder auch ein Allgemeinmediziner.

Ich wünsche dir unendlich viel Kraft und zögere bitte nicht, von deinen Selbstmordgedanken zu sprechen!🙂
(Dazu musst du dir auch nichts Spezielles überlegen, wie du dies ansprechen würdest, einfach klipp und klar am Anfang des Gespräches sagen, dass dich deine Selbstmordgedanken so sehr quälen, dass du es nicht mehr
aushälst!)
 
Auch wenn es etwas hart klingt habe ich eine Theorie über so etwas, was mir schon oft passiert ist.

Man erzählt Psychologen, weil man ihnen vertraut, dass man an Suizid denkt und dann gehen alle Alarmglocken an (soweit in Ordnung). Doch mir ist es dann 2-3 mal passiert, dass ich direkt gegen meinen Willen in die Klinik musste. Damit sie ihren "Ruf" retten, meiner Ansicht nach. Sicherlich wollen sie für einen nur das Beste, andererseits wenn ich jemandem das erzähle und auf keinen Fall in die Klinik will, erwarte ich das mir dieser jemand dabei hilft damit umzugehen.

Das nur zu meiner Ansicht, dass soll dich aber nicht abschrecken, daher versuche ich auf deine Situation einzugehen.

Für dich stellt sich hier die Frage, kannst du damit Leben in die Klinik zu kommen bzw. das deine Eltern es erfahren oder nicht.
Denn Suizidgedanken sind ein ernstes Thema und ich vermute das es deine Eltern irgendwann erfahren werden, du musst ihnen ja nicht erzählen das du daran denkst. Sollte dein Therapeut dir Raten in eine Klinik zu gehen, heißt das ja nicht gleich das deine Eltern es erfahren, lediglich das du in einer Klinik bist, aufgrund deiner Problematik.

Falls dir alles zuviel wird, gibt es ja auch eine (nur fällt mir der Begriff nicht ein) Nummer wo du anrufen kannst und anonym deine Probleme erzählst. Diese Raten dir wohl möglich dazu, doch meines Wissens können sie nicht mehr. Somit kannst du darüber reden, warum es dir zu schaffen macht, was du ggf. dagegen tun könntest und wie es weiteren gehen sollte.

Klinik ist nicht so schlimm wie man es denkt, vor allem wenn man das erste mal in eine muss. Denk als darüber nach, kannst du damit Leben in die Klinik zu gehen und deinen Eltern ein Teil deiner Problematik zu "beichten" oder nicht und solange du volljährig bist (so hoffe ich) darf ein Therapeut auch nichts an Eltern weiter geben, selbst wenn du es nicht bist und darum bittest, werden sie es nicht. Doch sicher bin ich mir nicht.

Dir alles gute und hoffe das du das richtige tust.
 
Hallo Gast,
sprich Deine Gedanken bei der nächsten Therapiesitzung bitte einfach an. Du wirst wegen solcher Gedanken nicht immer gleich in eine Klinik eingewiesen.
Es ist aber sehr wichtig das Deine Therapeutin über Deine Gedanken bescheid weiß, so kann sie Dir nur helfen. Du bist nicht der/die Einzigste/r welche/r solche Gedanken hat, auch Deine Therapeutin wird noch andere Klienten haben, mit solchen Gedanken.

Hab Mut

Da will ich noch ergänzend hinzufürgen. Es gibt aktive und passive Suizidgedanken. Aktive, dass sind planende Gedanken. Das ist dann aber schon ziemlich akkut. Dann geht der Schutz des eigenen Lebens und das Anderer vor.

siehe hier

Quelle meinte:
[...]
Man unterscheidet die passive und aktive Suizidalität. Eine passive Suizidalität äußert sich darin, dass ein Mensch seinem eigenen Tod gleichgültig gegenüber steht. Der Tod ist kein Schreckgespenst sondern stellt eine Erlösung dar. Bei einer aktiven Suizidalität macht sich der Betroffene Gedanken darüber, wie er seinen eigenen Tod selbst herbeiführen kann, erstellt eventuell konkrete Pläne. Ein suizidales Verhalten äußert sich entweder darin, dass ein Mensch seinem Körper aktiv selbst schädigt, oder dass er lebenserhaltende Maßnahmen verweigert, wie zum Beispiel Arztbesuche oder die Einnahme von Medikamenten.
[...]

Quelle:
Praxis für Psychotherapie Neumünster: Depression - Suizidalität
 
Betrifft Cassandra1,

hab mich doch wieda hier angemeldet. Hab auch das mit deiner besten Freundin im forum gelesen, wie geht's denn
der Juanita jetzt, bist noch bei ihr im KH?

Du ich kann dir noch keine privaten mails senden, werd dir dann auf die Pinnwand schreiben wegen deiner
neuen Nummer

Lass dich von mir tausend mal umarmen und küssen😉
 
Ich halte es für wichtig, in der Therapie auch diesen Punkt anzusprechen. Du kannst aber auch gleichzeitig deutlich machen, wie viel Überwindung es dich kostet, das zuzugeben und wie wichtig Dir die Vertraulichkeit dieser Information ist.

Daß der Gedanke an Deine Eltern und deine Freunde dich von einem Suizid zurück hält, solltest Du auch genau so deutlich dem Therapeuten sagen. Daß Du ihnen keinen Kummer bereiten möchtest und deshalb zwar tägich den Gedanken hast, aber ihn nicht umsetzen wirst. Denn dann empfindest Du ja ein Hindernis. Etwas, was Dich hält. Das ist gut. Und eine sehr wichtige Information für den Therapeuten.

Ich wünsche Dir, daß Du vor allem Deinen Wert erkennst. Es gibt keine wert- und nutzlosen Menschen. Allein die Tatsache, daß Du Dir Gedanken über die Gefühle anderer Menschen machst und ihnen nicht wehtun willst, zeigt Dich als wertvollen und liebenswerten Menschen. Aber Du bist es auch wert, daß Du auf Deine eigenen Gefühle achtest und Dir selbst nicht länger weh tust durch deine abwertende Haltung.
Du bist ok.
 

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