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Lynn25
Gast
Hallo ihr Lieben,
ich habe mich angemeldet, weil ich hoffe, dass ihr mir einen Tipp in Bezug auf meine Therapie geben könnt.
Kurz zu meiner "Theapie-Geschichte":
Ich habe vor ca. 2-3 Monaten mit einer psychoanalytischen Therapie begonnen, weil ich depressiv war und Panikattacken hatte. Eine zeitlang war es so schlimm, dass ich kurz davor war, mich in eine Klinik einweisen zu lassen.
Ich habe auch zwischenzeitlich Medikamente gegen die Angststörungen genommen.
Was die genauen Ursachen für meine Angststörungen waren, weiss ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass es mit meiner enormen Zukunftsangst zusammen hing. Ich war unglücklich mit meinem Studium und wusste nicht, was ich in einem Jahr, wenn ich fertig bin, damit machen soll. Hinzu kommt, dass ich Probleme habe, mich auf eine feste Beziehung einzulassen.
Inzwischen mache ich täglich Sport, habe keine Panikattacken mehr und nehme keine Medikamente mehr. Ich weiss plötzlich, was ich mit meinem Leben (Beruf) anfangen will, und habe keine Angst mehr vor der Zukunft. Das kam alles wie von selbst und sicher auch mithilfe der Therapie. Es hat mir einfach geholfen, so viel über mich selbst zu erzählen und ich habe einiges über mich gelernt, was auch z.T. mit meiner Bindungsangst in Beziehung steht.
Jetzt gehe ich trotzdem noch 2x pro Woche zur Therapie
Seit ca. einem Monat geht es mir wie von selbst wieder sehr gut. Ich weiss einfach nicht, was ich meiner Therapeutin noch erzählen soll. Ich überlege immer schon vor der Stunde, was ich ihr erzählen könnte. Meistens erzähle ich ca. eine Viertelstunde lang Belanglosigkeiten ("Mir geht es so gut. Heute war ich eine Stunde joggen. Ich fühle gar nichts mehr von der Panik. Und wenn sie kommt ist es mir auch egal. ich fühle mich super") und dann schweige ich eine halbe Stunde lang, weil ich einfach nicht weiss, was ich erzählen soll. Der Leidensdruck ist komplett weg.
Trotzdem mache ich ja die Therapie noch nicht lange und denke mir, falls ich doch irgendwelche tiefergehenden Probleme habe, die mit meiner Bindungsangst im Zusammenhang stehen, kann ich dem vielleicht in der Therapie noch auf den Grund gehen.
Hinzu kommt allerdings, dass ich meine Therapeutin zwar mag, sie aber nicht für allzu kompetent einschätze. Ich bin zwar offen für ihre Deutungen und nehme alles ernst, was sie so deutet, aber ich muss wirklich sagen, dass sie fast nur Theorien aufstellt bzw. Schlussfolgerungen zieht, die völlig absurd sind. Nur ein Beispiel: Als ich angefangen habe, die Medis zu nehmen, hatte das damit zu tun, dass meine Panikattacken sehr schlimm geworden sind. Sie hat das so gedeutet, dass ich nur damit angefangen habe, weil sie 4 Wochen lang in den Urlaub gehen sollte, und weil ich mir durch den Kontakt zum Psychiater sozusagen in der Zeit ihrer Abwesenheit eine Anlaufstelle sichern wollte. Ich habe mir auch überlegt, ob das wohl so ist, aber ich glaube es eher nicht, weil ich mich einfach nur gefreut habe, dass sie in den Urlaub geht, und es in der Zeit, in der sie weg war so gut ging wie nie.
Jetzt ist sie wieder da und ich quäle mich jede Woche zu den Sitzungen. Ich habe jetzt auch einfach nicht mehr so viel Zeit, da ich mitten in der Abschlussphase meines Studium stecke. Klar kann ich 2 Stunden pro Woche frei machen, aber ich bin so voller Energie und Lebensfreude, dass ich die Zeit lieber für andere Dinge nutzen würde. In einem Jahr ziehe ich weg und könnte die Therapie sowieso nicht zu Ende machen. Viel lieber würde ich die Zeit dafür aufwenden, meinem neuen Hobby, dem Sport nachzugehen, oder mich ehrenamtlich zu engagieren, anstatt bei ihr eine halbe Stunde lang Löcher in die Wand zu starren.
Aber ich traue mich einfach nicht, ihr zu sagen, dass ich nicht mehr will. ich habe in der Beziehung noch nicht mal was angedeutet, weil ihrer Meinung nach natürlich Therapiebedarf besteht. Aber ich glaube, wenn ich 5 Jahre bei ihr in Therapie gehen würde und es mir blendend ginge, würde sie mir trotzdem sagen, dass ich Therapie machen soll. Nicht zuletzt denkt sie bestimmt auch an ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Schliesslich kassiert sie € 80,-- pro Stunde dafür, dass ich schweigend bei ihr auf der Couch rumliege.
Jetzt weiss ich einfach nicht, was ich machen soll. Mir geht es so gut und das einzige Negative in meinem Leben ist, dass ich mich über sie und ihre abstrusen Theorien ärgere, trotz meinem Respekt für Psychotherapie und obwohl ich weiss, dass sie mir schon nur durch's zuhören helfen kann. Andererseits denke ich mir...jetzt habe ich schon damit angefangen und sollte es vielleicht durchziehen.
Man sagt ja immer, dass die Indikation für eine Therapie der Leidensdruck ist. Auf gut deutsch gesagt: wenn es einem scheiße geht, hat man ein gutes Recht darauf, eine Therapie zu machen. Jetzt habe ich keinen Leidensdruck mehr. Ist es dann nicht legitim, dass ich aufhören möchte? Mir geht es noch nicht so lange so gut...vor wenigen Wochen lag ich wegen meiner Panikattacken noch heulend bei ihr auf der Couch. Aber jetzt weiss ich, was ich mit meinem Leben anfangen will und deshalb spüre ich nichts mehr von der Panik. Ich würde gerne abwarten, wie es weitergeht (Noch ein paar Wochen) und dann Ende September/Oktober mit der Therapie aufhören. Aber wie soll ich ihr das nur sagen? Sie wird aus allen Wolken fallen.
Was meint ihr dazu? Wie klingt das so für die Ohren eines Aussenstehenden? Sollte man trotzdem Therapie machen, auch wenn man rundum zufrieden und glücklich ist und es einem einfach nur gut geht? Das einzige Problem ist echt noch meine Bindungsangst, aber da ich noch relativ jung bin denke ich, dass sich das von selbst geben wird und falls nicht, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie mir dabei helfen kann. Denn erstens könnte ich sowieso nur noch ein paar Monate bei ihr Therapie machen, weil ich dann ins Ausland ziehe und zweitens zweifle ich an ihrer Kompetenz und ärgere mich nur noch über sie.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Vielen Dank schon mal für's Lesen und für Euren Rat🙂
Liebe Grüße,
Lynn
ich habe mich angemeldet, weil ich hoffe, dass ihr mir einen Tipp in Bezug auf meine Therapie geben könnt.
Kurz zu meiner "Theapie-Geschichte":
Ich habe vor ca. 2-3 Monaten mit einer psychoanalytischen Therapie begonnen, weil ich depressiv war und Panikattacken hatte. Eine zeitlang war es so schlimm, dass ich kurz davor war, mich in eine Klinik einweisen zu lassen.
Ich habe auch zwischenzeitlich Medikamente gegen die Angststörungen genommen.
Was die genauen Ursachen für meine Angststörungen waren, weiss ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass es mit meiner enormen Zukunftsangst zusammen hing. Ich war unglücklich mit meinem Studium und wusste nicht, was ich in einem Jahr, wenn ich fertig bin, damit machen soll. Hinzu kommt, dass ich Probleme habe, mich auf eine feste Beziehung einzulassen.
Inzwischen mache ich täglich Sport, habe keine Panikattacken mehr und nehme keine Medikamente mehr. Ich weiss plötzlich, was ich mit meinem Leben (Beruf) anfangen will, und habe keine Angst mehr vor der Zukunft. Das kam alles wie von selbst und sicher auch mithilfe der Therapie. Es hat mir einfach geholfen, so viel über mich selbst zu erzählen und ich habe einiges über mich gelernt, was auch z.T. mit meiner Bindungsangst in Beziehung steht.
Jetzt gehe ich trotzdem noch 2x pro Woche zur Therapie
Seit ca. einem Monat geht es mir wie von selbst wieder sehr gut. Ich weiss einfach nicht, was ich meiner Therapeutin noch erzählen soll. Ich überlege immer schon vor der Stunde, was ich ihr erzählen könnte. Meistens erzähle ich ca. eine Viertelstunde lang Belanglosigkeiten ("Mir geht es so gut. Heute war ich eine Stunde joggen. Ich fühle gar nichts mehr von der Panik. Und wenn sie kommt ist es mir auch egal. ich fühle mich super") und dann schweige ich eine halbe Stunde lang, weil ich einfach nicht weiss, was ich erzählen soll. Der Leidensdruck ist komplett weg.
Trotzdem mache ich ja die Therapie noch nicht lange und denke mir, falls ich doch irgendwelche tiefergehenden Probleme habe, die mit meiner Bindungsangst im Zusammenhang stehen, kann ich dem vielleicht in der Therapie noch auf den Grund gehen.
Hinzu kommt allerdings, dass ich meine Therapeutin zwar mag, sie aber nicht für allzu kompetent einschätze. Ich bin zwar offen für ihre Deutungen und nehme alles ernst, was sie so deutet, aber ich muss wirklich sagen, dass sie fast nur Theorien aufstellt bzw. Schlussfolgerungen zieht, die völlig absurd sind. Nur ein Beispiel: Als ich angefangen habe, die Medis zu nehmen, hatte das damit zu tun, dass meine Panikattacken sehr schlimm geworden sind. Sie hat das so gedeutet, dass ich nur damit angefangen habe, weil sie 4 Wochen lang in den Urlaub gehen sollte, und weil ich mir durch den Kontakt zum Psychiater sozusagen in der Zeit ihrer Abwesenheit eine Anlaufstelle sichern wollte. Ich habe mir auch überlegt, ob das wohl so ist, aber ich glaube es eher nicht, weil ich mich einfach nur gefreut habe, dass sie in den Urlaub geht, und es in der Zeit, in der sie weg war so gut ging wie nie.
Jetzt ist sie wieder da und ich quäle mich jede Woche zu den Sitzungen. Ich habe jetzt auch einfach nicht mehr so viel Zeit, da ich mitten in der Abschlussphase meines Studium stecke. Klar kann ich 2 Stunden pro Woche frei machen, aber ich bin so voller Energie und Lebensfreude, dass ich die Zeit lieber für andere Dinge nutzen würde. In einem Jahr ziehe ich weg und könnte die Therapie sowieso nicht zu Ende machen. Viel lieber würde ich die Zeit dafür aufwenden, meinem neuen Hobby, dem Sport nachzugehen, oder mich ehrenamtlich zu engagieren, anstatt bei ihr eine halbe Stunde lang Löcher in die Wand zu starren.
Aber ich traue mich einfach nicht, ihr zu sagen, dass ich nicht mehr will. ich habe in der Beziehung noch nicht mal was angedeutet, weil ihrer Meinung nach natürlich Therapiebedarf besteht. Aber ich glaube, wenn ich 5 Jahre bei ihr in Therapie gehen würde und es mir blendend ginge, würde sie mir trotzdem sagen, dass ich Therapie machen soll. Nicht zuletzt denkt sie bestimmt auch an ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Schliesslich kassiert sie € 80,-- pro Stunde dafür, dass ich schweigend bei ihr auf der Couch rumliege.
Jetzt weiss ich einfach nicht, was ich machen soll. Mir geht es so gut und das einzige Negative in meinem Leben ist, dass ich mich über sie und ihre abstrusen Theorien ärgere, trotz meinem Respekt für Psychotherapie und obwohl ich weiss, dass sie mir schon nur durch's zuhören helfen kann. Andererseits denke ich mir...jetzt habe ich schon damit angefangen und sollte es vielleicht durchziehen.
Man sagt ja immer, dass die Indikation für eine Therapie der Leidensdruck ist. Auf gut deutsch gesagt: wenn es einem scheiße geht, hat man ein gutes Recht darauf, eine Therapie zu machen. Jetzt habe ich keinen Leidensdruck mehr. Ist es dann nicht legitim, dass ich aufhören möchte? Mir geht es noch nicht so lange so gut...vor wenigen Wochen lag ich wegen meiner Panikattacken noch heulend bei ihr auf der Couch. Aber jetzt weiss ich, was ich mit meinem Leben anfangen will und deshalb spüre ich nichts mehr von der Panik. Ich würde gerne abwarten, wie es weitergeht (Noch ein paar Wochen) und dann Ende September/Oktober mit der Therapie aufhören. Aber wie soll ich ihr das nur sagen? Sie wird aus allen Wolken fallen.
Was meint ihr dazu? Wie klingt das so für die Ohren eines Aussenstehenden? Sollte man trotzdem Therapie machen, auch wenn man rundum zufrieden und glücklich ist und es einem einfach nur gut geht? Das einzige Problem ist echt noch meine Bindungsangst, aber da ich noch relativ jung bin denke ich, dass sich das von selbst geben wird und falls nicht, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie mir dabei helfen kann. Denn erstens könnte ich sowieso nur noch ein paar Monate bei ihr Therapie machen, weil ich dann ins Ausland ziehe und zweitens zweifle ich an ihrer Kompetenz und ärgere mich nur noch über sie.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Vielen Dank schon mal für's Lesen und für Euren Rat🙂
Liebe Grüße,
Lynn