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Technische Ausstattung von Flugzeugen

Das_Auge

Mitglied
Guten Tag,

nach dem Flugzeugunglück, welches seit Tagen durch die Nachrichten geht, stelle ich mir erneut die Frage, warum Flugzeuge im Sinne der Überwachung so altmodisch daherkommen. Warum muss nach einem Absturz erst stundenlang nach einer verkohlten Black-Box gesucht werden, anstatt dass die Daten direkt an einen zentralen Computer gesendet werden? Heutzutage hat jeder Heino ein GPS-fähiges Mobiltelefon und telefoniert auf der Straße über Skype um die ganze Welt, jeder x-te Bergsteiger und Wanderer mietet sich ein Satellitentelefon und in der Luftfahrt ist es nicht möglich, dass alle 5 Sek. ein Bild aus Kabine, Cockpit und in Blickrichtung der Flugrichtung irgendwie (z.B. per Satellit) an eine Schaltzentrale gesendet werden? Sonach könne man sich die ganze Diskussion, was genau passiert sei, sehr vereinfachen oder nicht? Und selbst wenn es nicht gesendet wird, warum gibt es keine Videoaufnahmen in dieser Blackbox? So ein riesen Kasten, ausgestattet mit modernsten SSD-Festplatten und Flashspeichern und da passt kein Bild mit drauf?
Manchmal habe ich das Gefühl, man kann zwar, will aber nicht... 😕

Wenn ich im Rahmen des technisch Möglichen falsch liege, würde ich gerne hier aufgeklärt werden.
Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt ein GPS, welches z.b. für die Unterwasserortung benutzt wird.

Zur Videoüberwachung: Der Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder ist so ausgelegt, dass er möglichst schwere Aufprälle, einen hohen Wasserdruck und große Hitze übersteht. Ich denke, dass es zur Zeit einfach nicht möglich ist, eine funktionsfähige Kamera so herzurichten, dass sie genau das alles überstehen würde. Zudem glaube ich, dass es die Blackbox nur unnötig größer machen würde und die Stimmenaufzeichnung, bzw. der Flugdatenschreiber völlig ausreicht.
 
Die aktuellen Meldungen zum Absturz der Lufthansa-Maschine sprengen alle Vorstellungen.
Der Co-Pilot hat die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht.
Da helfen dann wohl auch technische Vorkehrungen nichts, wenn ein Mensch so etwas plant und umsetzt.

Burbacher
 
Zum zweiten Beitrag:
Ich wollte damit gar nicht meinen, dass so etwas damit verhindert werden kann. Mir geht es um die Aufklärung.

Zum ersten Beitrag:
Das verstehe ich jetzt nicht ganz?! Warum muss die Kamera den Absturz "überleben"? Das Mikrofon, welches die Audioaufzeichnungen macht, wird doch auch zerstört. Die Aufnahmen werden trotzdem durch das ganze Flugzeug, bis ins Heck zur Blackbox gesendet. Demnach müsste eine Kamera doch durchaus möglich sein. Die Blackbox hat ja selbst gar keine Aufnahmegeräte an Bord. Und größer dürfte das ganze auch nicht werden, wenn man sich vorstellt, dass heute auf eine Fingernagelgröße mehrere 100 GB an Daten passen. 😕

Ergänzung
"Vor allem die Idee, eine Kamera im Cockpit zu installieren, ist bei vielen Piloten nicht beliebt. Der ehemalige Testpilot und Unfall-Ermittler Doug Moss befürchtet, Piloten könnten sich unter Druck gesetzt fühlen, was ihre Leistungen beeinträchtigen würde. «Es würde sie zwingen, jede einzelne Regel akribisch zu befolgen und das ist nicht immer ideal», so der Pilot zum Magazin Wired. Fliegen könne man nur, wenn man manchmal auch der Intuition folge. [...] Außenkameras sind bereits bei einigen Airlines Teil des Unterhaltungsprogramms." - aero telegraph 17.08.2014

"If search teams ever find the wreckage of Malaysia Flight 370, a significant shortcoming of the plane’s black boxes system could revive a proposal that’s been kicked around for 14 years: Putting cameras in cockpits. [...] A camera in the cockpit would augment data from the cockpit voice and flight data recorders, providing additional insights for investigators. The idea was first proposed in 2000 by the National Transportation Safety Board, which said video cameras “would provide critical information to investigators about the actions inside the cockpit immediately before and during an accident.” Did smoke fill the cockpit? Did a violent passenger break in? Did the pilot pass out? Video could answer such questions. A visual recording would have been helpful in determining what brought down EgyptAir Flight 990 in 1999, for example: The NTSB and Egyptian government disagreed on whether the plane was brought down by mechanical failure or pilot suicide. But pilots opposed the NTSB proposal as an invasion of privacy. Airlines, which must pay for new safety technologies, didn’t jump to support it. And so the FAA shelved the idea in 2009, saying the evidence wasn’t compelling enough to mandate cockpit image recorders. The agency’s position has not changed in the years since. Pilots don’t see the disappearance of Flight 370 as a reason to embrace cameras." - wired 07.10.2014

Fazit
Also scheint es diese Diskussion schon sehr lange zu geben. Komischerweise hab ich davon niemals etwas in einer Zeitung oder in den anderen Medien gelesen bzw. gehört. Nichtsdesominder verstehe ich die Befürchtung im Sinne der Kontrolle durch den Arbeitgeber nicht ganz. Fast jeder Busfahrer hat eine Kamera auf sich gerichtet. Außerdem sollte jemand, der Verantwortung für so viele Menschen trägt, eine Videoaufzeichnung vertragen. Diese geht ja dann von mir aus in die Blackbox, die wird ja nicht täglich vom Personalchef zuhause ausgelesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer möchte denn am Arbeitsplatz beobachtet werden?

Ich kenne keinen Fall, in dem ein Video wirklich geholfen hätte, da Ton UND Flugdaten bereits aufgezeichnet werden. Man weiß also auch wenn welcher Schalter umgelegt wird, auch ohne Video. Sogar eine Bewusstlosigkeit kann man allein mit den bisherigen Daten erkennen. Wenn die bisher vorliegenden Informationen stimmen, dürfte auch kein Video mehr nötig sein um zu beweisen, dass der Copilot absichtlich gehandelt hat. Was bringt ein Video?

Ich glaube zudem, dass man unsere 08/15 Computer- und Smartphone Technologie nicht damit vergleichen darf. Soweit ich weiß ist in einer Blackbox ein Magnetband. Das hat nicht ansatzweise die Speicherkapazität eines modernen Speichermediums, ist aber um einiges robuster. Auch wenn die Ummantelung den Speicherkern schützt, dürften auf das Magnetband im Extremfall auch Umwelteinflüsse einwirken, die nen USB Stick schädigen würden.

Gut, man könnte eine sekundäre Video-Blackbox einbauen. Geht die kaputt, hat man immer noch die Ton- und Datenbox. Aber wie gesagt, den Nutzen sehe ich nicht.
 
Zum zweiten Beitrag:
Ich wollte damit gar nicht meinen, dass so etwas damit verhindert werden kann. Mir geht es um die Aufklärung.

Zum ersten Beitrag:
Das verstehe ich jetzt nicht ganz?! Warum muss die Kamera den Absturz "überleben"? Das Mikrofon, welches die Audioaufzeichnungen macht, wird doch auch zerstört. Die Aufnahmen werden trotzdem durch das ganze Flugzeug, bis ins Heck zur Blackbox gesendet. Demnach müsste eine Kamera doch durchaus möglich sein. Die Blackbox hat ja selbst gar keine Aufnahmegeräte an Bord. Und größer dürfte das ganze auch nicht werden, wenn man sich vorstellt, dass heute auf eine Fingernagelgröße mehrere 100 GB an Daten passen. 😕
Du hast völlig Recht, das war mein Denkfehler, sorry. 😀
 
Der Absturz wirft in mir Fragen auf:

Ist es zutreffend, dass der Co alleine im Cockpit war? Warum war er alleine? Es gibt Fluggesellschaften, da ist es Vorschrift, dass ein Flugbegleiter ins Cockpit muss, wenn einer der Piloten aufs Klo geht. Warum wird das nicht generell so gemacht? Hätte der Absturz verhindert werden können, wenn der Co nicht alleine gewesen wäre? Werden im Zuge medizinischer Check-Ups der Piloten (Stichwort Flugtauglichkeit) auch psychologische Untersuchungen durchgeführt? Wenn ja, hätte man merken können, dass der Co diese Absicht hatte?
 
Dieser Vorschlag über min. zwei Personen, welche sich immer im Cockpit aufhalten müssen klingt zwar vernünftig, bietet aber selbst keine absolute Sicherheit. Ein Pilot der 150 Menschen bewusst tötet wird wenig Skrupel kennen, in einem geeigneten Moment auch dem Kollegen eins über die Rübe zu hauen. Solche Maßnahmen erschweren nur seine/ihre Absicht.
 
Mir scheint das Hauptproblem die abgeschlossene Tür zu sein. Als man noch eine Papp-Tür zum Cockpit hatte, wäre dieser Fall nicht möglich gewesen. Der Pilot hätte ein paar kräftige Insassen zur Hilfe gerufen und vermutlich hätte der Absturz so verhindert werden können. Es ist eben die Frage des Risikos und der Sicherheit. Ich weiß aber auch nicht, was man am Zugang zum Cockpit ändern könnte, um sowas zu verhindern.
 
Es gibt keine 100% Sicherheit.

Fernsteuerung vom Boden aus wäre u.U. von Hackern angreifbar.
Überwindbare Tür könnten Terroristen einschlagen.
Sichere Tür kann wie im vorliegenden Fall die "guten" ausschließen.
Ein Autopilot, der bestimmte gefährliche Manöver verhindert, kann durch Fehlfunktionen zum Absturz führen.
Psychologische Tests finden auch nicht immer alles raus und wann ist denn jemand instabil? Wenn deine Frau fremd gegangen ist, darfst du heute nicht fliegen?

Was ist wenn demnächst ein Flugbegleiter, der "zur Sicherheit" im Cockpit ist, den Piloten überwältigt, die Tür schließt und das Flugzeug abstürzen lässt?

Germanwings hat normal gehandelt und hatte normale europäische Sicherheitsstandards. Sicherlich kann/sollte man diese optimieren, aber 100% Sicherheit wird es nie geben.
 

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