Du beschreibst etwas, das ich, du und sehr viele andere Menschen kennen, auch wenn kaum jemand offen darüber spricht.
Manche ausgeprägter, manche weniger.
Das Nachspielen von Szenen, Tagträumen zu Musik, sich Geschichten auszumalen oder innerlich oder leise mit sich selbst zu sprechen, ist kein Anzeichen für psychische Krankheit.
Gerade sensible, kreative und introvertierte Menschen nutzen ihre Vorstellungskraft oft sehr intensiv. Das ist eher eine Ressource als ein Problem.
Es ist so, dass Selbstgespräche eine ganz normale Form der Selbstregulation sind.
Viele Menschen nutzen sie, um Gefühle zu sortieren, Stress abzubauen oder Erlebtes zu verarbeiten, und das oft völlig unbewusst. Dass du das für dich machst und nicht nach außen verlagerst, spricht eher für eine gute Selbstwahrnehmung.
Dass du jetzt anfängst, dir Sorgen zu machen, ist nachvollziehbar. Manchmal kippt etwas Harmloses emotional, sobald man beginnt, es zu bewerten oder zu pathologisieren.
Sei weiterhin freundlich zu dir selbst, dein inneres Erleben darf Platz haben, alles ist gut so wie es ist.