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Tagesklinik

  • Starter*in Starter*in ewige Verlierer
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E

ewige Verlierer

Gast
War heute beim Arzt. Er sagte ich soll für 3-4 Wochen in die Tagesklinik. Nun sitze ich zwischen 2 Stühle. Auf der eine Seite möchte ich das meine Depression in griff bekomme und auf der anderen ist mein Job. Den mache ich zwar nicht gerne und habe einigen Streß mit einen Kollegen aber es ist zur Zeit mein einziger Grund aus den Haus zu kommen. Was ist wenn dies auch noch wegfällt(Kündigung). Worüber ich mir an meisten den Kopf zerbreche ist,was die Kollgen von mir denken werden. In der zeit wo wir am meisten zu tun haben mache ich mich davon und lasse sie in Stich. So sehe ich das. Ich bin einer der an sich immer zu letzt denkt. Und da noch die viele fremde Leute in der Klinik. Keine Ahnung was da auf mich zu kommt. Habe richtige Angst davor was mich da erwartet. Nicht die geringste Vorstellung was richtig oder falsch ist.
 

Hallo ewige Verlierer,

schau mal hier: Tagesklinik. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Wenn du in eine Therapie-Klinik gehst, wirst du krank geschrieben - ganz normal, als hättest du ein Bein gebrochen. Weshalb du krank bist, geht keinen was an.

Dass du deine eigenen Angelegenheiten hintendran stellst, und dass du Angst vor der Begegnung mit anderen hast, und dass du davon ausgehst, dass in deinem Leben alles schief geht (siehe deinen Nick!) - das sind vermutlich alles Ursachen deiner Depression.
Die anderen Patienten in der Klinik sind übrigens auch wegen Problemen da, die sie alleine nicht lösen können, die sind nicht besser (dran) als du.

Ich finde es gut, dass deine Depression jetzt so stark geworden ist, dass du es nicht mehr aushältst! Sonst würdest du ja noch ewig mit diesen schrecklichen Gefühlen herumlaufen...dafür ist doch dein Leben zu schade! (Und du hast nur eins davon, verdorri!!)

Eine Therapie wird dir helfen, zu sehen, dass es Licht gibt,
dass du ein liebenswerter Mensch bist, wertvoll wie jeder! Dass du das Recht hast, ein frohes Leben zu führen!
Freu Dich, in einem Land zu leben, in dem die Kassen das Gesundwerden bezahlen! Ab jetzt kann alles nur besser werden.

Und: einem Job zuliebe KRANK UND UNGLÜCKLICH bleiben? Wenn du erst besser drauf bist, findest du leicht einen neuen (falls du diesen verlierst)!

Ich möchte dir gerne Mut machen! CupCoffie
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo ewige Verlierer,

besser wie CupCoffie es umschreibt kann man es gar nicht sagen.
🙂

Gehe dort hin.

Abgesehen vom Job, habe keinen, lese ich mich in Deinen Zeilen.
Im Moment bin ich in der gleichen Lage wie Du, nur daß ich jetzt "endlich" stationär gehen werde.
War/bin immer noch am zweifeln, aber jetzt bin ich an der Reihe.

Deinen Job wirst Du nicht verlieren, denn du bekommst eine Krankmeldung.

Kenne Dich zwar nicht, aber denkst Du in Deiner jetzigen Verfasung, steht Deine Anstellung auf sicheren Beinen?

Nur Mut, Du kannst nur gewinnen 🙂

@CupCoffie,
schade, daß Du so weit weg wohnst, würde gerne mit Dir ne Tasse Kaffee trinken 😉

Gruß Hajooo
 
Hallo "ewiger Verlierer",

ich denke du solltest definitiv die Therapie in der Klinik annehmen. Sie ist nur zu deinem Besten und soll dir helfen, deine Schmerzen und Depressionen zu überwinden, damit du endlich einen Sorgenfreieres Leben führen kannst.

Es ist wichtig für dich, für deine Seele, so wie für deinen Körper.
Nur wenn du gesund bist, kannst du deine Aufgaben vernünftig erledigen.

Es ist nett das du soviel Sorge um deine Kollegen trägst, dabei darfst dich aber nicht an letzter Stelle stellen.

Ich hoffe du triffst die richtige Entscheidung und wirst viel Erfolg haben. Ich wünsche dir ganz viel Glück, das du es schaffst !!!! 🙂

lg weinendes_herz
 
Hey... finde auch, dass die Tagesklinik eine gute Idee ist.
Abgesehen davon, dass du mal aus deinem Job rauskommst (der dich ja zu gewissen Teilen belastet), wird es dir wahrscheinlich guttun, zu Menschen Kontakt zu haben, die deine Zustände und Gefühle ebenfalls kennen.
Eine Depression, also "geistige Erkrankung", scheint für dich ja noch etwas tabubehaftet zu sein (du machst dir Sorgen, was deine Kollegen davon halten könnten).
Dabei bekommt jeder 5. Deutsche im Lauf seines Lebens mindestens einmal eine Depression; und diese Zahlen steigen. Grade für Krankschreibungen sind sie in hohem Maße verantwortlich -absolut nichts, wofür man sich schämen müsste also.
Natürlich "funktioniert" man nicht mehr so, wie es die Leitungsgesellschafft erwartet - aber du bist ja nicht die Leistungsgesellschaft. Viel wichtiger ist ein Leben, in dem du dich in deinem Körper wohlfühlst.. dann kannst du nämlich auch besser arbeiten und mit der Außenwelt umgehen.

Ein Zitat von der Seite www.depression.de :
"Viele depressive Patienten konzentrieren sich auf ihre körperlichen Symptome und vermuten in ihren Beschwerden eine organische Ursache. Häufig halten sich Depressive auch nicht für krank, was sie tatsächlich sind, sondern für Versager."... Daraus kannst du auch ableiten, dass viel von deinem Zustand zur Krankheit gehört, und nicht zu deiner Persönlichkeit.
Also kannst du auch wieder zurückfinden! Und das funktioniert (weiß ich aus eigener Erfahrung) am besten mit der Hilfe von Fachleuten.

Wenn du aus dem gröbsten Sumpf heraus bist, kannst du in einer weiterführenden Therapie sogar dafür sorgen, dass du nicht mehr so leicht hineingerätst... weil dir bestimmte Prozesse klargewerden, die das begünstigen. Es wird ein bisschen Arbeit sein, aber es geht dir auch Schritt für Schritt besser: Erleichterung, Genesung, Stabilität. 🙂
Klingst doch nicht schlecht, oder?
Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute.. und nicht aufgeben.
~
orbbl
 
Ich möchte mich für eure antworten danken. War leichter als ich dachte unter einer gewissen Anonymität meine Befürchtungen und Ängste fremden Menschen mitzuteilen.Habe immer noch ein flaues gefühl vor der Tagesklinik. Wer weiß was mich da erwartet. Werde mich ab Montag selbst sehen ob es das richtige für mich ist. Nochmals an alle meinen besten Dank. Die Einladung zum Kaffee hätte ich sehr gern angenommen.
 
tageskliniken haben meisten ein recht ähnliches konzept. besteht aus :

beschäftigung ( ergotherapie ), gesprächen ( einzel und gruppe ) und bewegung ( und das nicht zu knapp ).

du wirst von ca. 8 uhr bis 16 uhr dort sein. gemeinsames frühstück, mittag und kaffee. ( aber keine angst, es gibt reichlich leerlauf zwischendurch )

du hast immer einen ansprechpartner vor ort, denn du bekommst einen bezugspfleger, jemand, der sich mit deiner geschichte genau auseinander setzt.

viel erfolg dort! und keine angst vor den mitpatienten, da lernt man leute kennen, die wissen, wie du dich fühlst, denen es ähnlich geht.
 
Hallo,

ein Arbeitskollege von mir ist auch depressiv, bzw war es. Er hat jahrelang Therapien gemacht..anfangs nur Klinik...Anfangs Verweigerung Krankheit als Bestandteil seines Lebens anzusehen und daher mehrfache Therapieabbrüche und infolge erneute Totalzusammenbrüche...dann endlich Einsicht, Mustertherapie...Klinik, teilstationär, für mehrere Jahre ambulant und mittlerweile hat er die Krankheit gut in den Griff bekommen.
Ich denke ein wesentlicher Faktor dafür ist auch, dass er unter Kollegen und Freunden sehr offen mit der Krankheit umgeht, selber Wissensexperte ist und Interessantes zu berichten weiss, mittlerweile sehr locker und auch selbstironisch mit der Sache umgeht. Je mehr man von sich selber und der krankheit weiss desto besser bekommt man die Sache auch in den Griff...so sagt mein Arbeitskollege..oft hat man selber erst Ressentiments..grad Männer fühlen sich als Versager (vgl. Beitrag v. onrange-blaue-blume) was totaler Unsinn ist...Depressionen haben immer sehr viele Ursachen, sind meist genetisch mitbedingt..es liegt da aber auch am Umfeld..Stress und ungünstiger Stressbewältigung, zu wenig Sport und tausend andere Gründe...liegt bei jedem etwas anders. Wichtig ist hier seine privaten Auslöser und Ursachen genau zu kennen...was man in Psychotherapie herausarbeiten sollte....Stichwort Arbeit...ja Therapie ist Arbeit aber im Falle von Depression überlebensnotwendige Arbeit an sich selber, die man nicht scheuen sollte. Wichtig ist auch zur weiteren Prävention so einiges in seinem Leben zu ändern. Mein Arbeitskollege hatte damals seinen Alkoholkonsum auf null reduziert und mit Leistungssport angefangen. Macht Langlauf..auch ein gutes natürliches Antidepressivum.

Hauptmitursache von Depression sind Schamgefühle oder Isolation und sowas...dagegen muss man schon aktiv angehen...an sich so habe ich gelernt ist ne Depression an sich nix Weltbewegendes...und jeder Mensch hat in Sachen psychischer Gesundheit innerhalt seines Lebens irgendwie mal nen Hau weg. Grad Depressionen kommen total häufig vor.

Natürlich darf man dich aufgrund Depression nicht kündigen..wichtig ist für dich dass du dich ausreichend bemühst auch wieder fit zu werden und die Krankheit in den Griff zu kriegen. Mein Arbeitskollege ist nach Therapien und einigen Umstellungen im Leben mittlerweile seit rd. 6 jahren nicht mehr akut geworden und somit beruflich auch wieder voll fit. Ist allerdings von 40-Stundenwoche auf 30-Stundenwoche runtergegangen..,was halt sein Maß ist mit dem er gut zurecht kommt.

Meine Schwester ist übrigens vor einigen Jahren ebenfalls psychisch erkrankt gewesen: Angstpsychose..echt krass mit Wahnvorstellungen und dem vollen Programm. Ich habe sie in der akuten Zeit, Klinik etc. begleitet und ihr zu offenem Umgang mit Freunden geraten, habe Aufklärungsarbeit geleistet (nachdem ich mich selber erstmal fachkundig machen musste...per Gesprächen mit behandelnden Fachärzten etc. oder mit Bekannten, die sich auskennen oder per Lesen im Internet etc.) und somit war das Ganze kein Problem. Zunächst müssen erstmal ein wenig die vollkommen ungerechtfertigten Berührungsängste mit psychischen Krankheiten ein wenig ausgeräumt werden..dann geht es sehr gut. Drüber reden hilft also.
Depression ist keine Seuche und nicht ansteckend! Also alles halb so wild...😀

Gut ist es bei dieser Erkrankung "anzudocen" also langfristig in fachärztlicher Behandlung zu bleiben, seine Therapien engagiert und professionell durchzuziehen...grad was Medikamentation angeht kann man da sehr vieles falsch machen! Wichtig ist hierbei die Medikamentation über längeren Zeitraum auszuschleichen etc..das müsste dir an sich ein Begriff sein. Und ggf. muss man auch einen WEg finden mit Negativsymptomatik klarzukommen...deswegen die Therapie nicht einfach abbrechen etc.

Ich wünsche dir somit viel Erfolg in der Tagesklinik und schliesse mich lexis Rat an keine Angst davor oder vor Mitpatienten zu haben. Sind -bis auf zwischenzeitliche Erkrankung- ansonsten ganz normale people!

Tyra
 
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