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Tagesklinik wegen Depressionen und sozialen Problemen?

sad_girl

Mitglied
Hallo...
Ich habe heute ein Erstgespräch in einer Tagesklinik gehabt und danach geht/ging es mir einfach nur schlecht.
Mir gehts es zwar sowieso schon seit Wochen nicht mehr wirklich gut, sonst hätte ich ja auch nicht die Idee gehabt, dort hinzugehen. Mir war schon verdammt mulmig vor dem Erstgepräch, aber dass es so schlimm wird, hätte ich nicht gedacht. Der Psychologe, mit dem ich gesprochen habe war zwar in Ordnung, aber was er gesagt hat und was er mir für Fragen gestellt hat, war einfach schlimm für mich. Er fragte mich natürlich erstmal nach meiner Vorgeschichte, warum ich dort bin, was ich schon alles unternommen habe usw., soweit so gut. Das war ja schon unangenehm. Doch dann kam die Frage, was ich denn in der Tagesklinik erreichen und wie ich das erreichen möchte. Ich wusste zu erst gar keine Antwort auf diese Frage. Ich hatte gehofft, dort Hilfe zu bekommen, da ich ja selbst grad nicht mehr weiter weiß. Das sagte ich ihm auch, woraufhin er meinte, dass sich das ja alles so anhören würde, als wenn ich erwarte, dass ich dort hingehe, und alles andere kommt von selber. Sie würden mir aber nicht helfen können, ich könnte nur selber etwas ändern und nur wenn ich das will, wäre es das Richtige für mich. Da habe ich mich sehr vor den Kopf gestoßen gefühlt und konnte irgendwie erstmal gar nichts mehr sagen🙁 Dann kamen sogar die Tränen und ich konnte überhaupt nicht mehr aufhören zu weinen...ob er das wohl bewusst gemacht hat? Das ist mir schon klar, dass nur ich selbst an mir arbeiten kann und mich dazu ändern muss, doch ich brauche ja gerade die Hilfe dazu, sonst würde ich doch keine in der Tagesklinik suchen. Ich bin verwirrt. Mein Vater war dabei und meinte, er findet das gut, was er gemacht hat, wollte mich wohl an meine Grenzen bringen, um zu sehen, wie es mir wirklich gerade geht und sich ein besseres Bild von meiner ganzen Situation machen zu können. Ich weiß nun aber gar nicht mehr, ob ich dort hin möchte, weil ich mich so abgelehnt und unverstanden gefühlt habe. Andererseits ist ja auch gerade das mein Problem, dass ich mich dauernd bei anderen Menschen so fühle und dieses Gefühl so stark und schlimm für mich ist, dass ich diese Kontakte meide und deshalb schon so vieles abgebrochen habe und nun nicht schaffe, etwas neues anzufangen. Also Augen zu und durch?
Es macht mich gerade fertig, dass ich mich durch dieses Gespräch so schlecht, schwach und hoffnungslos wie schon lange nicht mehr gefühlt habe, obwohl ich dort ja eigentlich hingegangen bin, um mir zu helfen. Mir war auch vorher gar nicht mehr bewusst, wie schlimm es anscheinend um mich steht, da es sich in letzter Zeit alles gar nicht mehr so dramatisch angefühlt hat. Doch dieser Psychologe hat mir wohl die Augen geöffnet, dass ich verdammt was ändern muss, wenn ich wieder "richtig leben" möchte.
Nun hat mein Vater mich dazu gedrängt, die Therapie dort anzunehmen. Er glaubt, das wäre genau das Richtige für mich, weil man fast die ganze Zeit in Gruppen ist und das ja mein Hauptproblem ist...Ich kann nun in schon 2 Wochen anfangen.
Doch ich habe eine verdammte Angst und gerade keine Ahnung, wie ich das schaffen soll (anscheinend so viel zu ändern und an mir zu arbeiten), wenn ich mir vorstelle, dass ich mich dort dann so fühle wie es heute der Fall war.

Vielleicht war jemand ja schon mal in einer Tagesklinik und kann mir erzählen, wie seine Erfahrungen sind und was ihr überhaupt dazu meint??
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo meine liebe,
zuerst mal glaube ich, daß du vielleicht eine falsche vorstellung von dem konzept einer tagesklinik hast. eine tk ist keine ambulante psychoklinik. du wirst dort auch nicht intensiv therapiert. tk sind eher für leute, die schon in einer klinik oder stationärer therapie waren. so wie du dich anhörst, glaube ich, du wärst z.b. in einer akkutklinik oder psychosomatischen klinik besser aufgehoben. der aufenthalt dort dauert zwischen 4 - 9 wochen. danach geht es ambulant weiter.
in einer tagklinik wirst du hauptsächlich wieder "alltagstauglich" gemacht. du hast zwar therapieangebote, die sind aber nicht sehr intensiv. es geht wesentlich mehr darum, dir eine struktur zu geben, als dich intensiv zu therapieren.

warst du denn schon in ambulanter therapie?

wenn ja, frag deinen therapeuten, ob eine klinik nicht besser und erfolgversprechender wäre. denn dort bist du unter menschen, die deine situation nachvollziehen können, die therapieen sind sehr viel besser auf dich abgestimmt und wesentlich intensiver.

falls nein: sollte ein ambulanter therapeut, vermittelt über den hausartzt dein erster schritt sein.

nach meiner erfahrung bringt dir, da du noch gar keine ziele hast, eine tagesklinik wenig bis gar nichts.

ich wünsche dir alles liebe!
 
Ich war im Januar 2011 für 6 Wochen in einer Tagesklinik. Also, ich weiß nicht genau was ich schreiben soll, ich möchte Dich auch nicht entmutigen. Damals war es für mich das Beste, ich kam gerade aus der Klinik und brauchte Tagesstruktur, die konnte mir die Tagesklinik geben. Es war alles sehr anstrengend, aber trotzdem sehr hilfreich.

Dort gab es Gruppen- und Einzelgespräche, man hatte immer eine Bezugsperson, die man ansprechen konnte, Ergotherapie, Kochen, Einkaufen, Sport, gemeinsames Mittagessen und viel Freizeit, die man mit anderen Patienten verbringen konnte, es ergaben sich daraus auch Freundschaften (nicht für dauer).

Im Moment würde ich da nicht hingehen wollen, weil ich einfach nicht die Energie dafür habe, aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ist es vielleicht gerade das richtige für mich, ach ich weiß es nicht! Ich bin auf jeden Fall positiv eingestellt gegenüber einer Tagesklinik, doch man sollte etwas Stabilität mitbringen.

Liebe Grüße
Merida
 
ICh war zwar noch in keiner TAgesklinik, hab aber schon etliche Sitzungen beim Psychologen hinter mir und kann dir aus der Erfahrung nur sagen daß es ganz natürlich ist daß sie wissen wollen wie, auf welche Art du Hilfe von denen erwartest; Denn um dir helfen zu können müssen sie doch erstmal wissen wo sie ansetzen müssen.
Eine Therapie ist harte Arbeit, oft geht man über seine Grenzen hinaus und die Hände in den Schoß legen ist schonmal gar nicht möglich- aktive Mitarbeit ist gefragt. Aaaber, es lohnt sich, nutz die Chance, öffne dich und dann wirst du auch wieder lernen gut zu leben
 
ok ich habe mir anscheinend zu wenig Gedanken gemacht vorher...hatte falsche Vorstellungen von einer Tagesklinik😕
In einer stationären Therapie war ich schon 2 mal und das war nicht sehr hilfreich...habe mich dort einfach gefangen und unwohl gefühlt. Nur kurz ging es mir danach etwas besser.
Eine ambulante Therapie mache ich auch schon lange, sie bringt nur leider auch nichts ausschlaggebend.

ich weiß nicht, ob ich diese Stabilität zur Zeit mitbringe... Bei meiner heftigen Antriebslosigkeit zur Zeit immer mal wieder, ist das fraglich 🙁
Aber andererseits möchte ich natürlich, dass es besser wird! Ich habe mich ja noch nicht aufgegeben, was ja sonst der Fall wäre!
Ich habe dort einfach das Gefühl bekommen, ich bin selbst Schuld an allem und müsste mir halt mal gefälligst in den Hintern treten. Das verwirrt mich gerade, weil es sonst immer heißt, man kann nichts dafür dass man Depressionen oder Ähnliches hat und sollte verständnisvoll usw sein... Aber langsam denke ich, das bringt einen doch aber nicht weiter😕 Mein Psychotherapeut ist halt immer so einfühlsam und verständnisvoll...ich kenne das nicht anders und dachte auch sonst immer, das ist auch gut in Ordnung so! Das Gespräch heute in der Tagesklinik war eine ganz neue Erfahrung...
 
Hi, auch ich war schon in der Tagesklinik und kann sehr gut nachvollziehen, dass du dich jetzt nach dem ersten Gespräch erstmal nicht so gut fühlst. Trotzdem ist genau das Beschriebene der Weg. Es ist ein ziemliches Stück Arbeit, sich seine Ziele zu formulieren und dann noch zu schauen, wie man sie in der Tagesstruktur umsetzt. Und Tränen gehören leider auch dazu 🙁
Aber letztlich muss sich sagen, hat sich das für mich sehr gelohnt, ich möchte dich daher wirklich ermuntern, das zu machen, nicht mit Augen zu, sondern ganz im Gegenteil immer Augen auf!

ciao marut und viel Kraft!
 
Ich war bis jetzt noch in keiner Tagesklinik, allerdings stationär. Ich habe das als geschütztes Trainingsfeld gesehen und es hat mir einiges gebracht. Ich denke eine Tagesklinik ist da ähnlich, nur weniger intensiv. Gerade für Menschen mit "Kontaktschwierigkeiten" ist sowas ganz gut, weil man "gezwungen" ist, Dinge zu tun, die man draußen aus freien Stücken nicht machen würde. Zum Beispiel mit anderen die Mahlzeiten einnehmen oder vor Gruppen sprechen. Für mich wars ein Gewinn, ich habe allerdings die Herausforderung auch angenommen.
 

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