Surrender
Sehr aktives Mitglied
Warum fällt dir das erst nach einer Ausbildung als Fachinformatiker & 3 Semestern Informatik-Studium auf? Ein Informatikstudent der nicht programmieren will, das ist ungefähr so wie ein Mediziner der kein Blut sehen kann oder ein Wirtschaftswissenschaftler der den Kapitalismus ablehnt. 😉
Da muss ich dir aber gehörig widersprechen. Informatik ist ein vielfältiger Bereich und Programmieren ist nur ein gaaaaaaanz kleiner Teil vom Ganzen.
Hier ein bisschen Grundsatzwissen über die Informatik:
Informatik ist eine Wissenschaft. Die Wissenschaft der Informationsverarbeitung. Das bedeutet, die Informatik ist deutlich vielfältiger. Überall wo Informationen vorhanden sind, ist der Informatiker zu Hause. Ein Informatiker kann seinen Job ausüben, ohne auch nur einen PC anzufassen, geschweige denn bedienen zu können. Sicher, das ist wegen der dummen landläufigen Meinung eine absolute Seltenheit.
Informatik ist wohl die zurzeit im Berufsleben die wichtigste Wissenschaft. Du kannst Millionen von Berufen der Informatik zu ordnen.
Informatik entstammt aus der Mathematik und der Physik und hat, wie jede Wissenschaft, sogar einen eigenen philosophischen Teil.
Informatik ist eine Kombination aller Wissenschaften... Die Informationen, die man durch alle anderen Wissenschaften erhält, das ist das Zuhause der Informatik.
Somit stimmt die Aussage, die du gesagt hattest, ganz und gar nicht.
Ich kenne erfolgreiche Informatiker, die haben in ihrem Leben noch nie programmiert.
Nun an den TE: Ich kenne dieses Gefühl.. und will dich fragen: War das schon immer so, dass dir die Informatik keinen Spaß macht?
Versuch dich an die Zeit deiner Ausbildung zu erinnern.
Weißt du, mir ging es sehr ähnlich.
Im 1. Semester wusste ich noch gar nichts von der Informatik. Ja, ich war ein guter Programmierer, hielt mich für einen total coolen "Hacker", aber shcnell hab ich kapiert, dass ich nix von der Informatik an sich weiß.... anfänglich fand ichs toll...
Mit steigender Semesterzahl sank aber diese Begeisterung. Je schwerer es wurde, desto weniger hatte ich Lust auf den ganzen Kram. Ich war noch nie in Mathematik gut und das, was ich bsiher gelernt hatte, war viel zu viel Mathe .... wie erschreckend ähnlich sich doch die Informatik und Mathematik waren... so dachte ich damals.
Im 6. Semester habe ich ein halbjähriges Praktikum gemacht, in einem völlig anderen Teilbereich der Informatik. Hier fing ich an, die Informatik wieder zu mögen, nahezu zu lieben. Das Praktikum selbst war eigentlich total.... naja, darüber will ich nicht reden... aber ich habe angefangen, Zusammenhänge zu begreifen. Die Informatik wurde nicht nur meine Leidenschaft, sie wurde zu meiner Philosophie... Die Mathematik fällt mir nun deutlich leichter, da ich sie aus einem ganz anderen Blickwinkel sehe. Nun bringts mir wieder total Spaß... und kann mir kaum vorstellen, etwas anderes zu tun.
Was will ich dir damit sagen? Überlege erstmal ganz genau, ob es wirklich die Informatik oder die aktuelle Situation ist, die dich belastet. Ob die Ausbildung auch schlecht war usw... Mach eventuell ein Praktikum oder besuche einen Tag der offenen Tür einer anderen FH oder UNI, die ähnliche Fächer anbietet. Gerade in der Informatik gibt es eine Menge Mist und man sollte bereit sein, für ein Informatikstudium auch umzuziehen.
Sprich: Lerne die Informatik außerhalb deines Teilbereiches kennen.
Ich denke, du weißt, was ich meine und ich denke auch, du weißt, wie du erkennen kannst, ob dich wirklich die Informatik an sich stört... Wenn nicht, ist deine FH S**** und ich würde dir raten, auf jedenfall zu wechseln. Denn als Informatiker musst du flexibel sein, gelernt haben zu lernen, schneller als alle anderen. Denn du bist der Wissenschaftler der Information.
Und noch ein Tipp: Suche dir soziale Kontakte... Informatiker benötigen Freunde.... denn sonst packen sies nicht (zu Schwer) oder werden verrückt (verzerrtes Weltbild).
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