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Studienarbeit vermasselt durch Nichtstun

Troi

Aktives Mitglied
Hallo Forum,

ich bin total am ende. ich hab eine studienarbeit mit der ich seit zwei monaten keine zeile weiterkomme. das ist nicht nur so gesagt sondern wörtlich so. ich habe aus lauter angst und weil ich nicht weiß was ich antworten sollte seit jetzt über vier wochen keine emails mehr von dem betreuer der studienarbeit gelesen und je länger ich nicht antworte desto weniger trau ich mich überhaupt noch emails zu checken, das hat sogar körperliche auswirkungen auf mich, ich bekomme davon extremes herzklopfen, das ist nicht normal... bis jetzt hat er ja nur zwei geschrieben, eine ist von anfang oder mitte august, die andere von letztem freitag. und ich weiß wie lächerlich feige es ist wenn man angst davor hat eine email zu lesen aber es geht einfach nicht. Ich habe fast schon albträume davon was da alles drinn stehen könnte und was der von mir denkt. das thema der studienarbeit sah am anfang interessant aus aber irgendwie bin ich dann nach den ersten paar wochen komplett stecken geblieben und mir verging komplett die lust und motivation. und seit ende juni bzw. anfang juli ging nichts mehr. das fiel auch zuerst garnicht auf weil der betreuer doktorand ist und oft auf dienstreise, konferenzen oder zuletzt einfach im urlaub war. ich habe immer mehr das gefühl dass ich daran garnicht mehr weitermachen sollte sondern direkt eine neue suchen und mich da dann nicht so blöd anzustellen. aber ich trau mich fast nicht mehr an die uni weil ich dem betreuer nicht über den weg laufen will. am liebsten würde ich garnicht mehr auf die emails antworten und ohne sie zu lesen alle direkt löschen, aber dafür würde ich mich schämen. vorher denke ich mir lieber eine ganz billige ausrede aus warum es mit der studienarbeit nichts mehr wird. und selbst das fällt mir schwer weil ich mir immmer einbilde das käme irgendwie raus und man würde dann über mich reden etc. ich bin ja schon froh dass mir das nicht bei der diplomarbeit passiert ist sondern jetzt schon... dann denke ich wieder dass ich es vielleicht doch noch schaffen könnte, aber es ist eben einfach ein risiko und wenn es dann doch nichts wird habe ich nur noch mehr zeit damit verschwendet. an dem institut werde ich danach keine diplomarbeit mehr schreiben können wenn ich jetzt weglauf... manchmal hab ich deswegen sogar schon daran gedacht ganz aufzuhören aber das wäre dann doch zu heftig, davor schrecke ich dann doch noch mehr zurück als vor allem anderen und sage mir dass es schon irgendwo noch ein thema für mich geben wird. (das kommt ja noch dazu, dass oft garkeine studien- oder diplomarbeiten mehr ausgeschrieben werden sondern nurnoch bachelor- und masterarbeiten)

und ich hab sowiso schon zu lange gebraucht... 15 semseter sind selbst in meine studiengang lang...

Entschuldigung für die Rechtschreibung bzw. Groß-/Kleinschreibung und Zeichensetzung. Kann es besser, aber wenn man sich das alles von der Seele schreiben will achtet man nicht auf solche Sachen.
Auch wenn mir niemand meine Entscheidung abnehmen kann wäre ich froh über ein paar Meinungen.
Gruß
T.
 
Hallo Troi!

Ich schlage vor, dass Sie sich Hilfe suchen. Als erstes sollte mal diese Mail (oder waren es zwei?) gelesen werden. Das könnte auch Ihre neue Hilfe übernehmen. Vielleicht reicht schon ein Freund oder Verwandter oder Nachbar etc. Ansonsten muss es ein Professioneller sein. Auch an Unis gibt es Beratungsstellen (für psychisch Labile etc.).

Als nächstes sollte man der Frage nachgehen, ob mehr hinter Ihrer Demotivation steckt. Möglicherweise könnte man das Ganze sogar - und das ohne Lügen! - als psychische Erkrankung einstufen und Sie krank schreiben lassen etc. Damit wäre indirekt eventuell auch das Problem mit dem Betreuer und der Arbeit (teilweise) "gelöst".

Geraten Sie nicht in Panik! Das macht die Sache nur noch schlimmer. Die Sache ist dumm gelaufen, aber sie muss nicht lebensbeherrschend sein.
 
Du solltest erstmal vor dir selbst und vor deinem Betreuer eingestehen, dass du überfordert bist und Probleme hast mit der Situation umzugehen. Ehrlichkeit wirkt in diesem Punkt echt wahre Wunder, außerdem nimmt es den Druck von dir. Wenn dir das Thema nicht liegt würde ich an deiner Stelle die Studienarbeit eher abbrechen, als dich da mit der Brechstange durchzukämpfen. Wozu soll das gut sein? Und selbst wenn du bei denen dann keine Diplomarbeit machen kannst, dann ist das eben so. Es gibt Schlimmeres. Kopf hoch.

Troi meinte:
und ich hab sowiso schon zu lange gebraucht... 15 semseter sind selbst in meine studiengang lang...

Da das Kind aber nun in den Brunnen gefallen ist, spielt deine Studienzeit keine Rolle mehr. Zieh es einfach durch so gut und so schnell du eben kannst. Alles Andere soll dich erstmal nicht interessieren. Wenn du irgendwann fertig bist und aufgrund der Studienzeit keinen Job finden solltest, gibt es immer noch Photoshop 😉

Troi meinte:
das kommt ja noch dazu, dass oft garkeine studien- oder diplomarbeiten mehr ausgeschrieben werden sondern nurnoch bachelor- und masterarbeiten

Richtig. Aber das ist doch nur Bürokratie. Wenn du hingehst und mit den Mitarbeitern redest, wandeln sie ein Master-Projekt auch gern in eine Diplomarbeit um. Sie haben doch keinen Nachteil dadurch, die eigentliche Leistung wird ja trotzdem erbracht. Es steht nur nen anderer Titel auf dem Deckblatt und sie müssen nen anderen Wisch vom Prüfungsamt unterschreiben.

Viel Erfolg.

LG, J.
 
Geh Montag früh zur Psychosoziale Beratungsstelle der Uni. Und zieh es durch, dir dort helfen zu lassen.

Und dann mach dir klar, daß du nicht der einzige mit Schreibblockaden bist. Der Doktorand wird es natürlich nicht toll finden, aber wenn du ihm Montag Nachmittag sagst, hey hör mal es tut mir wirklich sehr leid, ich hatte arge persönliche Probleme und mir ist die SA schwer gefallen, wird er schon eine Lösung für dich finden. Je nachdem wie er drauf ist und wofür die SA war, wirst du sie sicher zuende bringen können - hey meistens habe die SAs ja auch ein Ziel worauf der Doktorand wartet, und wenn du es jetzt zuende bringst ist es immer noch schneller als wenn ein neuer Student sich einarbeiten soll.

Oder du fragst, wenn es nicht so wichtig war, ob du ein neues Thema kriegen kannst. Das ist natürlich ungeschickt wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, aber du kannst ja anmerken daß du weißt wie blöd das vielleicht rüberkommt... du kannst mit dem Thema aber nix anfangen.

Ist der Diplomstudiengang bei dir schon ausgelaufen? Dann werden die Master- auch als DAs ausführbar sein. Und auch darüber hinaus - hier an der Uni gibts auch so einige die meinen Studiengang immernoch auf Diplom studieren obwohl die Frist seit nem Jahr "weg" ist.

So und nun schreib die Mail an die Beratungsstelle. Mach dir ne Erinnerung für Montag um 8:30, dort zusätzlich anzurufen und wenn möglich gleich hinzugehen. Und dann mach Wochenende und tanke Kraft. Guck mal, die Sonne scheint. Mach mal ne Wanderung um den Kopf frei zu kriegen.
Alles Gute
 
Also die Antworten haben mich jetzt schon ein wenig schockiert. Als labile Person würde ich mich nicht gerade beschreiben. Das klingt schon ziemlich krass. Ich finde es ja wie gesagt selbst total eschreckend dass es mir dabei so geht, bin aber mehr beschämt als verzweifelt. (Es war vor allem die zweite Mail diesen Freitag die mich so aus der Bahn gehauen hat; davor hab ich mir immer gesagt "Jetzt schaust du noch 3-4 Tage was du hinbekommst und schreibst dann eine Antwort")

Es ist nicht so, dass ich in den letzten Semestern nicht öfters das Gefühl gehabt hätte dass mir langsam die Puste ausgeht - ich möchte mir ja selbst in den Allerwertesten beißen, weil ich es so weit habe kommen lassen. Ob ich jetzt gleich zur (psychologischen) Studienberatung renn weiß ich echt nicht... eine Email werde ich aber auf jeden Fall schreiben, etwas ausführlicher und detailierter als hier im Forum (auch in schönerer Form 🙂 Mal sehen was deren Meinung dazu ist; ich mach mir jetzt sogar noch etwas mehr Sorgen als zuvor, nachdem was mir hier geschrieben wurde.

MfG
T.
 
Hallo Toby,
ich hab schon über die Hälfte der Zeit vertrödelt, Abgabetermin ist Mitte November, Verlängerung bei Studienarbeiten prinzipiell nicht möglich. Und ich hab nach letzter Meinung des Betreuers noch nichtmal die theoretischen Grundlagen komplett zusammengehabt; da fehlt danach also noch die ganze praktische Demo...
Es ist eben die "ganz normale" Studienarbeit; sie dient als Vorbereitung auf die Diplomarbeit, nach Prüfungsordnung soll der Prüfling dabei zeigen, dass er eine wissenschaftliche Arbeitsweise beherrscht. Also nicht wirklich eine normale Hausarbeit. (wissenschaftliches Arbeiten mit Quellen zitieren etc hab ich davor ja auch schon gemacht, aber da war die Quellenlage sehr viel übersichtlicher - hier gab bzw. gibt es 3 oder 4 mögliche fachliche Bereiche als Quellen, aus denen ich das richtige auswählen musste bzw. auch selbst neue Ideen einarbeiten sollte; war eben ein Teil der Doktorarbeit des Betreuers "outgesourced" ...)
Eine Schreibstörung wars ja nichtmal, es war zwanghafte Tatenlosigkeit, sehenden Auges ins Verderben. Wie ich so blöd sein konnte weiß ich nicht. Hab alles einfach immer mehr verdrängt als es nicht weiterging. 🙁
 
leidest du an aufschieberitis (auch prokrastination genannt)? du glaubst gar nicht, wieviele studenten damit probleme haben. wende dich an die psychologische beratungsstelle der uni, das ist mit sicherheit eines der häufigsten probleme, mit dem die da zu tun haben!
ansonsten: mails lesen und antworten! so schnell wie möglich. du merkst ja selbst, dass es sonst nur schlimemr wird.

der doktorand war selbst auch mal in deiner situation und hat ähnliches sicher auch mal erlebt. der wird dir schon nicht den kopf abreißen. warum auch, er ist dein betreuer, ja, aber letztendlich ist es ihm persönlich wahrscheinlich relativ wurscht, ob er deine arbeit irgendwann auf den tisch bekommt oder nicht. du steigerst dich in deine angst viel zu sehr hinein. das klingt jetzt härter als es gemeint ist, aber im prinzip ist den anderen am institut auch egal, ob du die arbeit nun schreibst oder nicht. DIR ist es peinlich, ja, weil es für dich im moment ein existenzielles problem ist. aber du bist nicht der nabel der welt bzw. des instituts, alle anderen sind mit völlig anderen dingen beschäftigt als mit der tatsache, dass deine arbeit noch nicht so weit ist, wie sie sein sollte.

wie ist denn dein draht zu deinem betreuer? meinst du nicht, dass er verständnis hat, wenn du jetzt einfach ehrlich bist?
 
15 Semester und diese Vermeidungshaltung deuten tatsächlich darauf hin, dass du dich deinem Betreuer anvertrauen solltest. Bei der Länge deines Studiums wird es ihn vermutlich auch nicht völlig schockieren.
Was hast du zu verlieren?
 
Danke für eure Antworten.

Ob man mit dem Betreuer reden kann kann ich mir nicht vorstellen. Der hat sein Studium erst letztes oder vorletztes Jahr beendet - in Regelstudienzeit - und macht jetzt seine Doktorarbeit (ist "eigentlich" fachfremd, kommt aus der BWL-Ecke). Beim ersten Treffen war er auch normal angezogen, danach nur noch in Anzug+Krawatte, und das ist in meiner Fachrichtung recht unüblich (außer ihm vielleicht noch 3 Profs und 3 Dozenten die hier so rumlaufen); ich glaube nicht dass der mich irgendwie versteht und hätte ich das eher gewusst wär ich wahrscheinlich auch zu einem anderen Betreuer.

Aufschieberitis könnte sein; wobei wenn ich etwas anfange bring ich es normalerweise zu ende (egal ob gut oder schlecht); ich schiebe wenn dann eher den anfang als das ende vor mir her...
 

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