Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Studienabbruch? innere Unzufriedenheit

Chrossler

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

Ich muss mich jetzt einfach mal bei euch aussprechen. Seit etwas weniger als einem Jahr spüre ich eine innere Anspannung und ein Unwohlsein, welches mich oft lähmt und mit Angstgefühle und depressiven Momenten einhergeht. Zu meiner Situation: Ich habe 2014 Abi gemacht und wusste danach zunächst nicht so richtig was ich machen will, habe mich aber irgendwie auch nicht getraut, für längere Zeit ins Ausland zu fahren, weshalb ich ein Jahr lang immer mal wieder kleinere Reisen machte oder Sprachkurse/Praktika im Ausland. Irgendwie war ich aber nie so richtig zufrieden mit dem, was ich tat und habe mich immer mit anderen verglichen, die gerade die "Welt entdeckten". Ein Jahr verging so relativ schnell und ich musste mich auch relativ schnell für einen Studiengang entscheiden. Aber irgendwie habe ich das damals nicht so richtig ernst genommen, weil ich innerlich immer noch dachte "bevor das richtige leben losgeht" noch etwas erleben zu müssen / zu reisen. Trotzdem entschied ich mich dann mehr oder weniger auf den letzten Drücker zu studieren. Ich habe zwar rin gutes Abi (1,9), entschied mich dann aber doch für ein Medienwirtschaftsstudium an einer privaten Hochschule, weil meine Hobbies teilweise im Medienbereich liegen und ich dachte, dass ein wirtschaftlicher Aspekt ja nicht schlecht wäre. Das ganze tat ich jedoch doch relativ halbherzig und nicht mit voller Überzeugung. Als dann die Erstiwoche losging, hatte ich eigentlich schon innerlich das Gefühl, hier nicht lange zu bleiben. Die Leute gefielen mir irgendwie von der Art her nicht wirklich (faul, eingebildet, reich, oberflächlich, assi) , aber ich habe das trotzdem alles laufenlassen, jedoch innerlich immer mit einem gewissen Konflikt ("ich mache das hier nur halbherzig, meine Eltern zahlen dafür auch noch Geld, ich fühle mich von der FH ausgenutzt (Geld und kein hohes niveau) und auch irgendwie minderwertig (leichtes Studium, Familie, ältere Brüder haben höhere Karriere an Uni gemacht etc.). Die Zeit verging weiter und ich hatte immer weniger Kontakt zu den meisten Kommilitonen und spürte irgendwie ständig eine innere Wut in mir auf die Kommilitonen, die Uni und Dozenten. Ich fühlte mich mit der Zeit immer schlechter und habe auch viel mit meiner Mutter drüber gesprochen, habe mich aber irgendwie immer aufgerafft, weiter zu machen, weil ich ja irgendwie keinen konkreten Alternativplan hatte und immer dieses schlechte Gewissen hochkam, bereits investierte Geld zu verlieren. Nun bin ich im 3. Semester und fühle mich immernoch nicht wohl - ständig die gleichen, frechen, verwöhnten Fratzen vor mir und dann ständig die Minderwertigkeitsgefühle (wenn ich mich mit meinen Freunden oder schon berufstätigen Brüdern vergleiche) und Schuldgefühle , sowie Zukubftsängste. Ich hätte gerne wieder ein klares Ziel vor Augen, ein motivierendes Umfeld, und innere Zufriedenheit, nur weiß ich einfach nicht was ich machen soll. Das Studium mir für den Bachelor beenden? Abbrechen? Was neues aber was? Einstellung ändern? Ich habe einfach das Gefühl, nicht angekommen zu sein, still zu stehen und nichts sinnvolles zu tun... das Studentenleben habe ich mir irgendwie anders vorgestellt. War jemand von euch schon in ähnlicher Situation oder kann mir helfen? Ich bin für jeden Tip dankbar.
LG Chrossler (21)
 
("ich mache das hier nur halbherzig, meine Eltern zahlen dafür auch noch Geld, ich fühle mich von der FH ausgenutzt (Geld und kein hohes niveau) und auch irgendwie minderwertig (leichtes Studium, Familie, ältere Brüder haben höhere Karriere an Uni gemacht etc.).

Hallo,
finanziere Dich selber und lass Dich nicht finanzieren.
Solange Du Dich finanzieren läßt, wird es so bleiben.

Trage ich selber zur Finanzierung und sei es auch nur hälftig bei, ist die gerichtete Zielsetzung
zum Aufbau des beruflichen Werdeganges mit dementsprechenden Abschlüssen anders.

liebe Grüße
 
Hallo Chrossler,

ich kann deine Situation so gut nachvollziehen, denn mir ging es ähnlich. Damals habe ich auch hier einen Thread erstellt und ausnahmslos wurde mir geraten, das Studium nicht abzubrechen, erst mal weiterzuschauen, wie es sich entwickelt, dass das eine Phase sei, die jeder Student mal durchläuft usw. Nach langem Überlegen hab ich weitergemacht, war aber immer noch unglücklich. Im 4. Semester dachte ich mir, es wäre blöd, jetzt noch abzubrechen, so kurz vor dem Ende. Jetzt bin ich im letzten Semester und es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Ich bin mir mehr denn je sicher, dass ich nicht in dem Beruf arbeiten möchte. Im Nachhinein bin ich schlauer. Dadurch, dass ich das Studium abschließen werde, habe ich nicht die Chance, danach noch einmal etwas anderes zu studieren (die Zulassung zu einem Zweitstudium ist fast unmöglich). Bleibt nur noch eine Ausbildung übrig.

Mein Rat an dich: Hör auf deine Signale, die dir dein Körper gibt. Im Nachhinein würde ich das Studium abbrechen und etwas machen, was mir wirklich Spaß macht. Denn sonst hast du in den nächsten Semestern immer die Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Das ist aber sehr unsicher, ob sich wirklich was ändert. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich. Nimm dir nochmal ausreichend Zeit, um dir klar darüber zu werden, was du eigentlich wirklich willst. Schließlich musst du ca. 45 Jahre arbeiten. Was machen da schon ein paar "Umwege" aus?

Ich hoffe, dass du den richtigen Weg findest. Vielleicht hilft dir meine Erfahrung ja weiter. Denn es gibt fast nichts Schlimmeres, als ständig unzufrieden zu sein und sein Leben nicht richtig genießen zu können.

Liebe Grüße
 
@Lonelysoul, sieh dir mal die Möglichkeit eines Doppelstudiums an. So könntest du dich im letzten Semester deines jetzigen Studiums für ein Zeiten Studium bewerben (insgesamt darf nur eins nc begrenzt sein) und würdest ein Semester 2 Studiengänge studieren und wärst somit aus der Zweitstudiummisere raus.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
G Innere Konflikte/ Hirnkrämpfe Ich 38
G Innere Leere & Schuldgefühle nach Kontaktabbruch mit Mutter Ich 25
G Ich fühle nur noch Unzufriedenheit und keine Freude Ich 16

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben