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Studienabbruch, Ausbildungsabbruch, Neuanfang, Etwas wagen

Paul97

Neues Mitglied
Guten Abend zusammen,

Um Euch einen Gesamteindruck zu vermitteln, fasse ich kurz die Geschehnisse seit meinem Abi ´15 bis heute zusammen:

- 2015 habe ich mein Abi mit einem guten Durchschnitt gemeistert.
- auf Druck meiner Mutter hatte ich mich zwischen Maschinenbau und Architektur für den Maschinebau entschieden
- nach nicht einmal einem Semester geschmissen, mangendes Interesse und Überforderung waren der Grund

- es folgt eine Zeit mit sehr viel Reflexion: Ich bin frei, ich will nicht von meinen Eltern abhängig sein, ich will mir etwas aufbauen, niemand muss mir vorschreiben was ich beruflich noch privat zu tun habe und ich will LEBEN und nicht Marionette irgendeiner Karriere sein. Vor allem ist mir dabei klar geworden, dass es nach dem Abitur doch nicht unbedingt ein Studium sein muss. Eine Ausbildung ist viel eher mein Ding. Du hast doch eine Leidenschaft: die Feuerwehr - lebe doch diesen Traum als Beruf aus und werde damit ein glücklicher und ausgeglichener Mensch.

-nach dem Studienabbruch und auch schon zuvor war mein großes Berufsziel die Berufsfeuerwehr
-diese setzt fast in jeder Stadt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus weshalb ich mich zeitnah für den Industriemechaniker und den mittleren Dienst bei der Berufsfeuerwehr bewarb.
- eine einzige Berufsfeuerwehr lud mich zum EInstellungsverfahren ein
- eine Zusage für den Industriemechaniker erfolgte im Unternehmen in dem 2 meiner Freunde in meiner Heimat arbeiten. Große Begeisterung brach bei der Zusage nicht bei mir aus. (Das sollte das erste Anzeichen sein, wenn etwas nichts für einen ist) Allerdings sah ich durch diesen Beruf auf lange Sicht einen Weg doch dem Berufsziel Feuerwehr näher zukommen.

- in meinem Jahr bis zum Ausbildungsbeginn habe ich dann das gesamte Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr durchgemacht. Ich hatte schon lange nicht mehr dieses beflügelnde Gefühl verspürt eine Herausforderung gemeistert zu haben: Theorietest sowie sportlichen Eignungstest bestand ich als durchschnittlicher Mensch mit anderen, die beispielsweise als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr waren. Ein Gefühl, das mir in meiner aktuellen Ausbildung zum Industiemechaniker völlig fremd ist: ist eine Aufgabe abgearbeitet, dann ist diese erfüllt und der nächste Auftrag darf angegangen werden - befriedigend ist das nicht.

- da ich im September immer noch nur die Zusage für den Industriemechaniker hatte begann ich dort meine Ausbildung
- viele nette Menschen in der Ausbildung aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, das niemand so tickt wie ich. Niemand meiner Kollegen machte den Eindruck, dass er hier in der Industrie Glück anstrebt sondern einfach hier ist um zu arbeiten und das einfach so hinnimmt.
- in der Lehrwerkstatt gibt es wenig Arbeit, viele gelangweilte und müde Gesichter, niemand brennt wirklich für seine Ausbildung. Großes Ziel einer jden Woche scheint das Wochenende mit dem entsprechenden Besäufnis zu sein...

- während der Arbeitszeit erhielt ich die Zusage der Berufsfeuerwehr und die Frage kam auf: Ausbildung zu Ende machen oder abbrechen und eine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr zu starten. Hier sei gesagt, das die AUsbildung bei der Berufsfeuerwehr kein richtiger Ausbildungsberuf ist!!!

- sobald ich nach Hause komme, ist mein Leben derzeit in der Industrie ohne großen Inhalt: Ich gehe spatzieren um den Kopf frei zu bekommen, betreue einmal in der Woche die Jugendfeuerwehr (ein Termin auf den ich mich jede Woche freue), ansonsten verbringe ich viel Zeit im Haus und warte auf den nächsten Arbeitstag, die Wochenden sind leer, ich kenne bald niemanden mehr, den ich fragen kann und will, was er am Wochenende unternimmt

- es hat schlichtweg niemand mehr Interesse an mir und meinem Leben. Kein Mädchen, kein Freund, der sich nach einem erkundigt obwohl ich immer wieder viele Schulfreunde frage, was am Wochenende ansteht oder ich nach Ihrer Stimmung und Ihren Zielen frage. Ich versuche selbst andere, welchle in meiner Situation sind aufzubauen und Ihnen meine Erfahrung mitzuteilen, das trifft aber bei allen auf eine Wand. Langjährige Schulfreunde belächeln mich als gescheiterten Studienabbrecher, der jetzt mit seinem Ausbildungsgehalt so vor sich hin lebt.

So langsam beginnt sich in mir etwas zusammenzubrauen: seit langem Unglücklichsein, seit einigen Tagen auch leichtes Kopfweh. Habe auch den Eindruck meine Kollegen und alte Freunde denken,dass ich doch längst andere Freunde kennengelernt habe und jeden Abend mit ganz vielen netten Mädchen schreibe und mich jedes Wochenende mit Ihnen treffe- so ist meine aktuelle Situation aber nicht.

Mit der Zusage der Berufsfeuerwehr werde ich morgen meine ach so tolle Stelle im deutschen Maschinenbau kündigen und einen großen Schritt wagen: Ausziehen, eine körperlich fordernde Ausbildung beginnen und hoffentlich zu mein Glück in einer anderen Stadt finden.

Ich frage mich nur ob ich in einer anderen Stadt dieses Glück finden werde Auch wenn es hier in meiner Heimat nichts neben meiner Arbeit in der Freiwlligen Feuerwehr gibt, was mich hält. Ich will aus diesem einschläfernden System ausbrechen und als Sieger hervorgehen: meinen Beruf leben, ein tolles Mädchen finden und wahre Freunde finden, mit dem Auto einfach während der Urlaubstage spontan losfahren, Abenteuer erleben.

Es gab Zeiten in denen ich sehr glücklich und ausgeglichen war. Da war ein Mädchen das mich liebte und viel Freiheit. Ich bin mir sicher, dass ich jemand bin, der nich viel zum leben braucht. Ich halte nicht viel von Luxus und bin beiegstert von Minimalismus und der Natur. Manchmal will ich diese Zeit zurück in der solch ein geführtes System wie die Schule sowie eine alternative und verrückte Freundin mein Leben schön machten.

Zusammenfassend stelle ich mir die Frage, ob ich den richtigen Weg gehe oder ob es mal wieder ein erneuter Holzweg ist, auf dem ich gehe. Falls auch die Berufsfeuerwehr auch nichts für mich sein wird, habe ich mir vorgenommen eine Auszeit von allem zu nehmen und für eine Zeit auf Reisen zu gehen.

Nun, was erwarte ich von Euch? Mut, Rat, Ideen - einen Freund. Ich freue mich jedenfalls über eure Reaktionen!

Kommt gut durch die Nacht.

Paul
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Paul,

ich bin inzwischen Ende 20 und hatte nach dem Abitur ähnliche Ziele, musste mich allerdings ebenfalls umorientieren, nachdem mein erstes Studium mir nicht zugesagt hat. Die Ungewissheit in dieser Zeit war groß und ich hatte das Gefühl, dass meine ehemaligen Mitschüler und Freunde an mir vorbeizogen. Was ich dir eigentlich nur schreiben möchte: du scheinst dir viele Gedanken gemacht zu haben, du hast Ideen und Vorstellungen, über deren Vor- und Nachteile du nachgedacht hast und du hast auch viel Einsatz während deiner Vorbereitung auf die Berufsfeuerwehr gezeigt. Am Ende wird dir niemand sagen können, ob deine Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, allerdings ist es kein Zeichen von Schwäche, dass du dieses Wagnis jetzt eingehst. Immerhin arbeitest du auf ein konkretes Ziel hin und mit einer solchen Widmung und Leidenschaft wirst du auch in neuer Umgebung und mit dem richtigen Umständen Erfüllung finden.

Viel Glück und alles Gute!
 

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