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Gast
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Hallo, ich bin 15 Jahre alt und gehe momentan in die neunte Klasse einer Realschule in Berlin.
Das, worüber ich hier schreiben werde, wird wohl etwas lang, aber ich hoffe, dass mir jemand antwortet.
Alles fing in etwa mit dem Tod meiner Großmutter im Herbst 2001 an. Ich war ein sehr aufgewecktes, fröhliches Kind, dass in der Schule gut zurecht kam und dort auch sehr gut war. Doch als sie starb, brach für mich natürlich eine Welt zusammen. Im Februar des darauf folgenden Jahres hatte ich dann ein Vorstellungstermin an einem Gymansium für eine Schnellläuferklasse (fangen mit der fünften Klasse am Gymnasium an, überspringen die achte Klasse, in dem der Stoff auf die anderen Stufen verteilt wird und machen dann das Abitur). Es verlief alles ganz gut und als 10-jährige sollte ich dann also auf die Schule wechseln, eine Mitschülerin aus der Grundschule hatte dies ebenso vor. Mit ihr freundete ich mich weiterhin in der vierten Klasse an, doch die Freundschaft zerbrach in den Sommerferien 2002 an den verschiedensten Sachen. Nach einem Streit sagte mein Bruder aus einer Kurzschlussreaktion zu mir, dass er sich wünschte, ich sei tot. Für mich war einfach nur schwer zu verstehen, wie man sowas zu mir sagen konnte. Ich heulte deswegen und er entschuldigte sich. Doch bis heute hab ich das nie vergessen. Wahrscheinlich dachte ich damals, dass er das meinte, was mit meiner Oma geschehen war: Weg sein. Für Immer. Und mit dem ihrem Tod kam ich immer noch nicht klar.
Danach kam ich also auf das Gymi mit dieser Mitschülerin. Ich ignorierte sie konsequent (ich weiß nicht, ob das heute als Fehler zu betrachten ist) und versuchte dann, mich an der neuen Schule zurecht zu finden, was sich jedoch für mich nicht als sonderlich einfach erwies. Der Stoff wurde auf einmal fiel schneller gelehrt, ich hatte das Gefühl, nicht damit klar zu kommen. Meine Noten waren etwas abgefallen (von 1-2 auf 3-4) und ich redete mir ein, unbedingt besser werden zu müssen. Ich wollte niemanden enttäuschen - am wenigsten mich selbst. Bisher war ich ja auch allen Anforderungen gerecht geworden. In der neuen Klasse fand ich mich damals nicht wirklich zurecht. Ich konnte mit keiner der Personens sprechen, meine Mitschülerin aus der Grundschule dagegen konnte sich sehr gut mit einigen Mädchen damals anfreunden, was mich irgendwie irriterte und weshalb ich mich selbst zurücksetzte. Dauernd beschlich mich das Gefühl, falsch an Ort und Stelle zu sein. Die Pausen verbrachte ich allein. Zunehmend wurde ich stiller und stieß auf Ablehnung, weil ich "anders" war: Schweigsam und zurückgezogen. Am Anfang versuchte ich noch, mit anderen viel zu sprechen etc., doch es half nichts. Immer mehr und mehr wurde ich zu einer Art Einzelgängerin. Ich fühlte mich scheinbar grundlos total verschüchtert, denn ich hatte das Gefühl, dem nicht gewachsen zu sein und dort nicht reinzupassen. Außerschulisch baute ich eine Fassade auf. Meine Eltern bekamen von meinem Verhalten nichts mit. Es kam soweit, dass ich nach den ersten zwei Monaten der fünften Klasse mit niemanden mehr ein Wort redete. Im zweiten Halbjahr wurde meine Mitarbeit in den Fächerin schlechter und ich bekam meine ersten Probleme in Mathematik. Dieser Druck - den mir eigentlich niemand machte - machte mich absolut fertig. Dazu kam, dass ich mit dem Tod meiner Oma immer noch nicht klar kam. Ich konnte einfach nicht begreifen, dass ein Mensch von heute auf morgen verschwindet und einfach nicht mehr zurückkehrt. Darüber wollte ich mit niemanden reden. Anfang 2003 bekam ich meinen ersten Traum des Tods bezüglich, der mich bis vor kurzer Zeit immer noch verfolgte: Ich renne durch einen langen, schlammigen, glitschigen aus dunklen Steinen bestehender endlosen langen Tunnel, an dessen Ende kein Licht ist. Ich werde von jemanden ohne Gesicht, dem Tod, verfolgt und entkomme ihm nur, in dem ich mich in einem Schrank versteckte. Diesen Traum hatte ich seitdem immer wieder. Das Thema Tod beschäftigte mich unweigerlich und ich bekam jedes Mal ein schreckliches, flaues Gefühl im Magen, wenn ich an meine Oma denken musste.
In der Schule stieß ich immer mehr auf Zurückweisung, die ich wohl selbst ausgelöst hatte. Ich saß nun immer allein und versuchte mich auf die Schule konzentrieren, aber ich wurde immer schlechter, besonders in Mathe. Das war das Fach, in dem ich einfach nicht mehr klar kam.
Als einmal eine damalige Mitschülerin neben mir gesetzt wurde, meinte sie, dass ich seltsam sei. Ich sagte: "Danke."
Warum, weiß ich auch nicht. Ich nahm mir also vor, mein Leben einfach so anzunehmen, wie es ist. Dass ich keine Freunde hatte, belastete mich mehr, als ich es dachte. Dazu kam, dass mir die Schule nur noch als grauer Ort vorkam. Ich ging allein dorthin, sprach mit niemanden, war in den Pausen allein und verließ die Schule dementsprechend auch allein.
Jeden Nachmittag fand für mich nach der Schule eine Erlösung ab. Ich wollte einfach nur noch weg. Ständig fing ich dann zu Hause an zu weinen und entwickelte ein Ablehnungsgefühl gegen meinen Vater, der mir sagte, wie stolz alle auf mich sein könnten. Mit ihm sollte ich auch die darauf folgenden Jahre nicht mehr klar kommen. Zwei Jahre lang redeten wir so gut wir gar nicht miteinander. Wenn ich meine Probleme mit meinem Vater meiner Mutter schilderte, versuchte sie, zu vermitteln, was nichts half. Mein Vater hat einen Zeit beanspruchenden Beruf, weshalb er meistens nicht da war/ist, wenn ich da war/bin.
Ich begann, an mir selbst zu verzweifeln und mich selbst runter zu machen. Ich sagte mir, dass ich nichts wert sei und dass ich einfach nicht gut genug sei. Ich schieb die Schuld allein auf mich. Mein Selbstbewusstsein war nicht ganz am Ende, dafür aber mein Selbstwertgefühl.
Ende der fünften Klasse stand eine Klassenfahrt an. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Freunde und hatte mich auch keinem anvertraut, dass ich mich in dieser Schule nicht wohlfühlte. Meine schulischen Leistungen hatten sich weiterhin verschlechtert.
Als sich nun die Schüler, die zusammen in einem Raum schlafen sollten, sich zusammen taten, sprach ich niemanden an. Außerdem sprach ich weiter mit niemanden darüber, dass ich mittlerweiler ein kompletter Außenseiter geworden war. Im Sportunterricht wurde ich immer als letztes in ein Team geholt, weil mich niemand wählte.
Das ganze Leben war nur noch ein schwarzes Loch für mich und ich machte alles, voran mich selbst, nur noch schlecht. Ach zu Hause wurde ich immer schweigsamer.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, diese Leere, und vertraute mich meiner Mutter an.
Ich sah also jeden Tag mit an, wie viel Spaß alle mit ihren Freunden hatten. Auf der Klassenfahrt kam ich dann Not gedrungen allein in ein Zimmer. Die Fahrt dorthin musste ich in dem Bus der Jungen verbringen, da in dem Bus der Mädchen nur eine bestimmte Anzahl Leute passten, und eines deshalb bei den Jungs mitfahren musste.
Jeden Tag auf der Klassenfahrt weinte ich. Das Mädchen, dass mir im Unterricht mal sagte, dass ich seltsam sei, fragte mich, ob ich denn überhaupt keine Freunde hätte, worauf ich bejahen musste. So wurden andere Mädchen „gezwungen“, mich in ihr Zimmer aufzunehmen. Meine Mutter hatte das alles vollbracht, in dem sie mit meiner Klassenlehrern gesprochen hatte.
In den Sommerferien darauf vergrub ich mich vier Wochen nur in meinem Zimmer, konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, dachte nur noch negativ. Mittlerweile war ich 11 und meine Mutter meinte, ich sollte doch einmal zu einer psychologischen Beratung gehen.
An einem Tag in den Ferien, an dem ich nur noch geweint hatte, beschloss ich, dass das alles keinen Sinn mehr für mich hatte. Ich nahm also ein Küchenmesser und war drauf und dran, mich in meinem Selbstmitleid umzubringen. Allerdings erhielt ich nur ein paar Wunden, da zu diesem Zeitpunkt mein Bruder in das Zimmer kam und mir das Messer wegnahm. Mit einem erschütternden Gesicht ging er. Von da an stempelte er mich wohl endgültig als Psycho ab. Er ist eher der Typ Mensch, der Schwierigkeiten mit sich selbst ausmacht.
Er wusste von den Problemen mit meinen Vater, die sich nur noch verschlimmert hatten. Mit diesem Menschen konnte ich einfach nicht reden. Immer, wenn ich meiner Mutter davon berichtet, wusste sie nicht, was sie tun sollte. Ich übersah wohl zu oft, dass er der Mann war, den sie liebte.
Weiterhin dachte ich jeden Tag an den Tod. Meine Eltern wissen bis heute nichts von meinem „Versuch“. Mein Bruder sprach mich nie wieder darauf an.
Nach den Sommerferien versucht ich also neuen Mut zu fassen, ging zu einer Beratungsstelle und versuchte, aus meinem selbst gebauten Loch herauszukommen. Nach einiger Zeit machte ich sogar Fortschritte, wurde offener und gewann ein zwei „Freunde“ in der Schule. Zu den anderen Mitschülern konnte ich nie wieder Kontakt fassen. Als nach etwa einem halben Jahr meine Beraterin diese Stelle verließ, mit der ich über den Tod meiner Oma, der mich immer noch traf, und ich eine neue kriegen sollte, nahm ich diese erst an, doch später verließ ich dann diese Stelle, da ich mit ihr einfach nicht sprechen konnte. In der Schule wurden meine Leistungen immer schwächer. Mein Traum verfolgte mich immer noch. Endlich drang ich dazu durch, mit meiner Mutter über das Thema Tod zu reden. Noch sehr viele Male brach ich aus heiterem Himmel in Tränen aus.
Ich festigte die Freundschaft mit diesen zwei Mädchen in meiner Klasse, doch zum Schluss wurden wir eine Art Dreiergespann und dies funktionierte nicht. Gegenüber den anderen Klassenkameraden verhielt ich mich zickig. Erst später suchte ich Gespräche mit ihnen.
Trotzdem behelligte mich das Gefühl, dass ich dort einfach nicht hinein gehörte sowie passte. Seit Anfang der fünften Klasse hatte ich dann auch jeden Tag starke Kopfschmerzen. Ich steigerte mich so enorm in dieses Thema Klasse, Schule, Tod etc. hinein, dass ich Anfang/Mitte der sechsten Klasse richtige Angst vor der Schule hatte. Mich beschäftigte dauernd die Frage, ob ich denn wirklich anders sei. Ich wollte einfach nur, dass ich „normal“ sei. Aber was bedeutet das schon?
Meine Panik wurde immer schlimmer, so dass ich Ende der sechsten Klasse einmal pro Woche fehlte, weil ich einfach nicht an diesen Ort wollte. Meine Mutter wusste mittlerweile von meiner Angst. Ich begann aus heiterem Himmel zu zittern oder zu weinen/wütend zu werden.
Ich fühlte mich nur noch müde, traurig und erschöpft. Also beschlossen meine Eltern – meine Mutter hatte meinen Vater über meinen Zustand informiert – mich in eine andere Klasse zu nehmen. Ich fieberte diesen Tag entgegen.
Ich brach jeglichen Kontakt zu meiner Klasse ab und wollte einen Neuanfang starten. Ich fühlte mich nur noch von meinen eigenen Gefühlen „aufgefressen“. Ein Ventil zum Wutabbau (Wut auf mich selbst, meinen Vater, mit dem ich nichts gemeinsam hatte, die Schule), Kampfsport, hatte ich in der fünften Klasse aufgrund der vielen Schulaufgaben aufgegeben.
In der siebten Klasse, einer „normalen“ Klasse auf einem Gymnasium, versuchte ich alles, was ich während meiner „Therapie“ gelernt hatte, anzuwenden. Es waren neue Leute, also auch eine neue Chance. Meine dröhnenden Kopfschmerzen verschwande. Leider freundete ich mich erst mit Leuten an, denen man eigentlich nicht vertrauen sollte. Die Freundschaft war doch auch nach dem ersten halben Jahr beendet. Einem einzigen Mädchen erzählte ich von meinem Verhalten in meiner früheren Klasse. Sie plauderte manches an einige Leute weiter. Doch nicht alle aus meinen Klassen erfuhren davon.
Ich war frustriert und enttäuscht, dass mir jemand sowas antat. Ich gab die Mesnchen auf und probierte mich mit anderen Menschen anzufreuden, was funktionierte. Ich verdrängte meine Angst vor dem Tod, wurde allerdings trotzdem weiterhin in meinen Träumen verfolgt. Langsam schloss ich mit meiner alten Klasse ab, ich versuchte es zumindest. Ich wollte verhindern, auf erneute Ablehnung zu stoßen. Ich machte mir immer noch selbst Vorwürfe und mich selbst teilweise fertig.
Doch in Mathe war ich endgültig abgesunken. Seit der sechsten Klasse nahm ich an verschiedesten Nachhilfemöglichkeiten teil.
Endlich war ich ein wenig zufrieden und kam langsam mit dem Thema Tod zurecht. Ich sah es nun als einen notwendigen Teil des Lebens. Meine Selbstsicherheit wurde wieder etwas gestärkt.
Doch nach der achten Klasse musste ich wieder wechseln, dieses Mal auf eine Realschule, da meine Mathematiklehrerin drohte, mich durchfallen zu lassen und mir meinen Abschluss zu verbauen. Mittlerweile beherrschte ich es, mich nach außen hin anders zu geben, als ich fühlte, was in meiner Klasse, in der ich von der siebten bis zur achten Klasse war, allerdings nicht nötig war.
Auf der Realschule in der neuten Klasse wurden meine Leistungen schnell besser, doch ich vermisste und vermisse meine alte gewohnte Umgebung. Ich war vier Jahre auf dieser Schule gewesen, mit der ich viele Erfahrungen verbinde, und hatte auf mein Abi hingearbeitet, was ich nun alles in den Wind blaßen konnte.
Mit meiner jetztigen Klasse komme ich zurecht. Auch wenn ich am Anfang sehr eingeschüchtert war und immer noch etwas still im Umgang mit den anderen Leuten bin, habe ich wenigsten ein paar Freunde. Ohne meine Parallelklasse hätte ich auch gar keine scherwiegenden Schwierigkeiten mehr, denke ich.
Kurz gesagt: Wir haben mit ihnen Sport, sie lachen uns aus, mobben uns. Uns dass die ganzen Mädchen aus meiner Klasse. Ich fand es unfassbar, dass niemand etwas gegen die Mädchen aus der Nachbarklasse macht. Alle meckern zwar geheim und so, aber das bringt ja nichts.
Mich erinnern diese Schickanen immer an meine „alte Zeit“.
Irgendwann schrieb ich eine anonyme E-Mail an die Schule und auf einmal war die Schulleitern zur Stelle. Als meine Klassenlehrerin uns Mädchen darauf Die zwei „Haupt-Mobberinnen“ der Parallelklasse machen uns Mädchen auch außerhalb der Schule dumm an etc.
Mir schlug das echt auf die nerven. Wegen dieser Mail hatte ich extreme Schuldgefühle, denn alle fragten ja immer andere, wer die wohl geschrieben hatte (keiner tippte auf mich). Es gab ein Gespräch der Sportlehrerin (die nichts gegen dieses Mobbing ausgerichtet hat und immer nur meinte, wir sollen uns an die Sportkurs-Mädchen, die Parallelklasse, wenden, wenn wir was zu regeln haben) mit dem Sportkurs. Die beiden Haupt-Moberinnen haben sich nur aufgeregt und das würde ja alles nicht stimmen...
einige Mädchen aus meiner Klasse vergessen jede Stunde absichtlich das Sportzeug oder simulieren, dass ihnen schlecht sei, nur, dass sie nicht am Unterricht teilnehmen müssen.
Die Mädchen redeten noch einmal allein mit der Sportlehrern und mit meiner Klassenleiterin, doch da gab es kein wirkliches Ergebnis. Allerdings reden die Mädchen aus meiner Klasse endlich über dieses Thema, dass alles stört.
Ich habe zwar immer noch Angst vor Sport und mache mir Vorwürfe wegen dieser Feigheit, eine E-Mail geschrieben zu haben. Und ich fühle mich immer noch so anders als andere.
Bis zu dieser Mail, die ich im März geschrieben hatten, wusste meine Mutter nichts von diesem Problem, dass auch auf die Sportnoten meiner Klasse zurück fällt. Ich wollte sie/meine Eltern nicht mehr belasten. Mein Vater, mit dem ich seit einigen Jahren ernstere Auseiandersetzungen hatte, führt nur noch Smalltalk mit mir, weil er ja wenigstens etwas mit mir sprechen will, wie er es sagt.
Ich wollte andere Menschen noch nie belasten, erst recht nicht meine Mutter. Ich konnte immer nicht sehen, wie sie früher manchmal ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte und meinte, dass sie die Entscheidung getroffen hätte, mich mit 10 auf das Gym zu schicken und dass alles falsch wahr etc. Mit Mathe hab ich immer noch extreme Schwierigkeiten. Ich hatte in der achten Klasse extreme Prüfungsangst (die ich immer noch habe) und besuche jetzt eine spezielle Nachhilfe.Die Leute da meinen, dass ich immer noch Probleme mit meinem Selbstbewusst sein habe und dass ich mit fremden Menschen nicht gut umgehen kann.
Mittlerweile habe ich auch noch anderen Blödsinn angefangen. Seit etwa einem Jahr übergebe ich mich ab und zu nach dem Essen oder esse Tage gar nix über. Meine positive Einstellung, die ich noch mit 12/13 habe, ist verflogen. Ich hatte „gelernt“, meine Trauer und Wut zu unterdrücken und zu verdrängen, doch es kommt immer wieder hoch. Das geht sogar soweit, dass ich dauernd Hemmungen habe, irgendwas zu sagen, manchmal immer noch total verschlossen bin und in mein altes Muster zurückfalle.In dieser Beratung vor vier Jahren wurde mir klar, dass sich in meiner Welt und meinem Leben immer nur alles um mich gedreht hatte, damit versuche ich auch, aufzuhören. Ich bin immer unsicher und denke zu viel an die Vergangenheit.
Ich weiß, dass es nichtnötig war, das alles jetzt zu schildern, aber, was tut kann ich tun, um endlich das Leben so zu nehmen, wie es ist? Gibt es da nicht vielleicht irgendwelche Tipps?
Was kann ich dagegen tun, mich nicht immer so anders zu fühlen? Und vor allem wie kann ich versuchen, keine Angst vor fremden Leuten zu haben?
Danke an alle, die das hier lesen und versuchen, mir vielleicht zu helfen.
Vanessa
Das, worüber ich hier schreiben werde, wird wohl etwas lang, aber ich hoffe, dass mir jemand antwortet.
Alles fing in etwa mit dem Tod meiner Großmutter im Herbst 2001 an. Ich war ein sehr aufgewecktes, fröhliches Kind, dass in der Schule gut zurecht kam und dort auch sehr gut war. Doch als sie starb, brach für mich natürlich eine Welt zusammen. Im Februar des darauf folgenden Jahres hatte ich dann ein Vorstellungstermin an einem Gymansium für eine Schnellläuferklasse (fangen mit der fünften Klasse am Gymnasium an, überspringen die achte Klasse, in dem der Stoff auf die anderen Stufen verteilt wird und machen dann das Abitur). Es verlief alles ganz gut und als 10-jährige sollte ich dann also auf die Schule wechseln, eine Mitschülerin aus der Grundschule hatte dies ebenso vor. Mit ihr freundete ich mich weiterhin in der vierten Klasse an, doch die Freundschaft zerbrach in den Sommerferien 2002 an den verschiedensten Sachen. Nach einem Streit sagte mein Bruder aus einer Kurzschlussreaktion zu mir, dass er sich wünschte, ich sei tot. Für mich war einfach nur schwer zu verstehen, wie man sowas zu mir sagen konnte. Ich heulte deswegen und er entschuldigte sich. Doch bis heute hab ich das nie vergessen. Wahrscheinlich dachte ich damals, dass er das meinte, was mit meiner Oma geschehen war: Weg sein. Für Immer. Und mit dem ihrem Tod kam ich immer noch nicht klar.
Danach kam ich also auf das Gymi mit dieser Mitschülerin. Ich ignorierte sie konsequent (ich weiß nicht, ob das heute als Fehler zu betrachten ist) und versuchte dann, mich an der neuen Schule zurecht zu finden, was sich jedoch für mich nicht als sonderlich einfach erwies. Der Stoff wurde auf einmal fiel schneller gelehrt, ich hatte das Gefühl, nicht damit klar zu kommen. Meine Noten waren etwas abgefallen (von 1-2 auf 3-4) und ich redete mir ein, unbedingt besser werden zu müssen. Ich wollte niemanden enttäuschen - am wenigsten mich selbst. Bisher war ich ja auch allen Anforderungen gerecht geworden. In der neuen Klasse fand ich mich damals nicht wirklich zurecht. Ich konnte mit keiner der Personens sprechen, meine Mitschülerin aus der Grundschule dagegen konnte sich sehr gut mit einigen Mädchen damals anfreunden, was mich irgendwie irriterte und weshalb ich mich selbst zurücksetzte. Dauernd beschlich mich das Gefühl, falsch an Ort und Stelle zu sein. Die Pausen verbrachte ich allein. Zunehmend wurde ich stiller und stieß auf Ablehnung, weil ich "anders" war: Schweigsam und zurückgezogen. Am Anfang versuchte ich noch, mit anderen viel zu sprechen etc., doch es half nichts. Immer mehr und mehr wurde ich zu einer Art Einzelgängerin. Ich fühlte mich scheinbar grundlos total verschüchtert, denn ich hatte das Gefühl, dem nicht gewachsen zu sein und dort nicht reinzupassen. Außerschulisch baute ich eine Fassade auf. Meine Eltern bekamen von meinem Verhalten nichts mit. Es kam soweit, dass ich nach den ersten zwei Monaten der fünften Klasse mit niemanden mehr ein Wort redete. Im zweiten Halbjahr wurde meine Mitarbeit in den Fächerin schlechter und ich bekam meine ersten Probleme in Mathematik. Dieser Druck - den mir eigentlich niemand machte - machte mich absolut fertig. Dazu kam, dass ich mit dem Tod meiner Oma immer noch nicht klar kam. Ich konnte einfach nicht begreifen, dass ein Mensch von heute auf morgen verschwindet und einfach nicht mehr zurückkehrt. Darüber wollte ich mit niemanden reden. Anfang 2003 bekam ich meinen ersten Traum des Tods bezüglich, der mich bis vor kurzer Zeit immer noch verfolgte: Ich renne durch einen langen, schlammigen, glitschigen aus dunklen Steinen bestehender endlosen langen Tunnel, an dessen Ende kein Licht ist. Ich werde von jemanden ohne Gesicht, dem Tod, verfolgt und entkomme ihm nur, in dem ich mich in einem Schrank versteckte. Diesen Traum hatte ich seitdem immer wieder. Das Thema Tod beschäftigte mich unweigerlich und ich bekam jedes Mal ein schreckliches, flaues Gefühl im Magen, wenn ich an meine Oma denken musste.
In der Schule stieß ich immer mehr auf Zurückweisung, die ich wohl selbst ausgelöst hatte. Ich saß nun immer allein und versuchte mich auf die Schule konzentrieren, aber ich wurde immer schlechter, besonders in Mathe. Das war das Fach, in dem ich einfach nicht mehr klar kam.
Als einmal eine damalige Mitschülerin neben mir gesetzt wurde, meinte sie, dass ich seltsam sei. Ich sagte: "Danke."
Warum, weiß ich auch nicht. Ich nahm mir also vor, mein Leben einfach so anzunehmen, wie es ist. Dass ich keine Freunde hatte, belastete mich mehr, als ich es dachte. Dazu kam, dass mir die Schule nur noch als grauer Ort vorkam. Ich ging allein dorthin, sprach mit niemanden, war in den Pausen allein und verließ die Schule dementsprechend auch allein.
Jeden Nachmittag fand für mich nach der Schule eine Erlösung ab. Ich wollte einfach nur noch weg. Ständig fing ich dann zu Hause an zu weinen und entwickelte ein Ablehnungsgefühl gegen meinen Vater, der mir sagte, wie stolz alle auf mich sein könnten. Mit ihm sollte ich auch die darauf folgenden Jahre nicht mehr klar kommen. Zwei Jahre lang redeten wir so gut wir gar nicht miteinander. Wenn ich meine Probleme mit meinem Vater meiner Mutter schilderte, versuchte sie, zu vermitteln, was nichts half. Mein Vater hat einen Zeit beanspruchenden Beruf, weshalb er meistens nicht da war/ist, wenn ich da war/bin.
Ich begann, an mir selbst zu verzweifeln und mich selbst runter zu machen. Ich sagte mir, dass ich nichts wert sei und dass ich einfach nicht gut genug sei. Ich schieb die Schuld allein auf mich. Mein Selbstbewusstsein war nicht ganz am Ende, dafür aber mein Selbstwertgefühl.
Ende der fünften Klasse stand eine Klassenfahrt an. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Freunde und hatte mich auch keinem anvertraut, dass ich mich in dieser Schule nicht wohlfühlte. Meine schulischen Leistungen hatten sich weiterhin verschlechtert.
Als sich nun die Schüler, die zusammen in einem Raum schlafen sollten, sich zusammen taten, sprach ich niemanden an. Außerdem sprach ich weiter mit niemanden darüber, dass ich mittlerweiler ein kompletter Außenseiter geworden war. Im Sportunterricht wurde ich immer als letztes in ein Team geholt, weil mich niemand wählte.
Das ganze Leben war nur noch ein schwarzes Loch für mich und ich machte alles, voran mich selbst, nur noch schlecht. Ach zu Hause wurde ich immer schweigsamer.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, diese Leere, und vertraute mich meiner Mutter an.
Ich sah also jeden Tag mit an, wie viel Spaß alle mit ihren Freunden hatten. Auf der Klassenfahrt kam ich dann Not gedrungen allein in ein Zimmer. Die Fahrt dorthin musste ich in dem Bus der Jungen verbringen, da in dem Bus der Mädchen nur eine bestimmte Anzahl Leute passten, und eines deshalb bei den Jungs mitfahren musste.
Jeden Tag auf der Klassenfahrt weinte ich. Das Mädchen, dass mir im Unterricht mal sagte, dass ich seltsam sei, fragte mich, ob ich denn überhaupt keine Freunde hätte, worauf ich bejahen musste. So wurden andere Mädchen „gezwungen“, mich in ihr Zimmer aufzunehmen. Meine Mutter hatte das alles vollbracht, in dem sie mit meiner Klassenlehrern gesprochen hatte.
In den Sommerferien darauf vergrub ich mich vier Wochen nur in meinem Zimmer, konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, dachte nur noch negativ. Mittlerweile war ich 11 und meine Mutter meinte, ich sollte doch einmal zu einer psychologischen Beratung gehen.
An einem Tag in den Ferien, an dem ich nur noch geweint hatte, beschloss ich, dass das alles keinen Sinn mehr für mich hatte. Ich nahm also ein Küchenmesser und war drauf und dran, mich in meinem Selbstmitleid umzubringen. Allerdings erhielt ich nur ein paar Wunden, da zu diesem Zeitpunkt mein Bruder in das Zimmer kam und mir das Messer wegnahm. Mit einem erschütternden Gesicht ging er. Von da an stempelte er mich wohl endgültig als Psycho ab. Er ist eher der Typ Mensch, der Schwierigkeiten mit sich selbst ausmacht.
Er wusste von den Problemen mit meinen Vater, die sich nur noch verschlimmert hatten. Mit diesem Menschen konnte ich einfach nicht reden. Immer, wenn ich meiner Mutter davon berichtet, wusste sie nicht, was sie tun sollte. Ich übersah wohl zu oft, dass er der Mann war, den sie liebte.
Weiterhin dachte ich jeden Tag an den Tod. Meine Eltern wissen bis heute nichts von meinem „Versuch“. Mein Bruder sprach mich nie wieder darauf an.
Nach den Sommerferien versucht ich also neuen Mut zu fassen, ging zu einer Beratungsstelle und versuchte, aus meinem selbst gebauten Loch herauszukommen. Nach einiger Zeit machte ich sogar Fortschritte, wurde offener und gewann ein zwei „Freunde“ in der Schule. Zu den anderen Mitschülern konnte ich nie wieder Kontakt fassen. Als nach etwa einem halben Jahr meine Beraterin diese Stelle verließ, mit der ich über den Tod meiner Oma, der mich immer noch traf, und ich eine neue kriegen sollte, nahm ich diese erst an, doch später verließ ich dann diese Stelle, da ich mit ihr einfach nicht sprechen konnte. In der Schule wurden meine Leistungen immer schwächer. Mein Traum verfolgte mich immer noch. Endlich drang ich dazu durch, mit meiner Mutter über das Thema Tod zu reden. Noch sehr viele Male brach ich aus heiterem Himmel in Tränen aus.
Ich festigte die Freundschaft mit diesen zwei Mädchen in meiner Klasse, doch zum Schluss wurden wir eine Art Dreiergespann und dies funktionierte nicht. Gegenüber den anderen Klassenkameraden verhielt ich mich zickig. Erst später suchte ich Gespräche mit ihnen.
Trotzdem behelligte mich das Gefühl, dass ich dort einfach nicht hinein gehörte sowie passte. Seit Anfang der fünften Klasse hatte ich dann auch jeden Tag starke Kopfschmerzen. Ich steigerte mich so enorm in dieses Thema Klasse, Schule, Tod etc. hinein, dass ich Anfang/Mitte der sechsten Klasse richtige Angst vor der Schule hatte. Mich beschäftigte dauernd die Frage, ob ich denn wirklich anders sei. Ich wollte einfach nur, dass ich „normal“ sei. Aber was bedeutet das schon?
Meine Panik wurde immer schlimmer, so dass ich Ende der sechsten Klasse einmal pro Woche fehlte, weil ich einfach nicht an diesen Ort wollte. Meine Mutter wusste mittlerweile von meiner Angst. Ich begann aus heiterem Himmel zu zittern oder zu weinen/wütend zu werden.
Ich fühlte mich nur noch müde, traurig und erschöpft. Also beschlossen meine Eltern – meine Mutter hatte meinen Vater über meinen Zustand informiert – mich in eine andere Klasse zu nehmen. Ich fieberte diesen Tag entgegen.
Ich brach jeglichen Kontakt zu meiner Klasse ab und wollte einen Neuanfang starten. Ich fühlte mich nur noch von meinen eigenen Gefühlen „aufgefressen“. Ein Ventil zum Wutabbau (Wut auf mich selbst, meinen Vater, mit dem ich nichts gemeinsam hatte, die Schule), Kampfsport, hatte ich in der fünften Klasse aufgrund der vielen Schulaufgaben aufgegeben.
In der siebten Klasse, einer „normalen“ Klasse auf einem Gymnasium, versuchte ich alles, was ich während meiner „Therapie“ gelernt hatte, anzuwenden. Es waren neue Leute, also auch eine neue Chance. Meine dröhnenden Kopfschmerzen verschwande. Leider freundete ich mich erst mit Leuten an, denen man eigentlich nicht vertrauen sollte. Die Freundschaft war doch auch nach dem ersten halben Jahr beendet. Einem einzigen Mädchen erzählte ich von meinem Verhalten in meiner früheren Klasse. Sie plauderte manches an einige Leute weiter. Doch nicht alle aus meinen Klassen erfuhren davon.
Ich war frustriert und enttäuscht, dass mir jemand sowas antat. Ich gab die Mesnchen auf und probierte mich mit anderen Menschen anzufreuden, was funktionierte. Ich verdrängte meine Angst vor dem Tod, wurde allerdings trotzdem weiterhin in meinen Träumen verfolgt. Langsam schloss ich mit meiner alten Klasse ab, ich versuchte es zumindest. Ich wollte verhindern, auf erneute Ablehnung zu stoßen. Ich machte mir immer noch selbst Vorwürfe und mich selbst teilweise fertig.
Doch in Mathe war ich endgültig abgesunken. Seit der sechsten Klasse nahm ich an verschiedesten Nachhilfemöglichkeiten teil.
Endlich war ich ein wenig zufrieden und kam langsam mit dem Thema Tod zurecht. Ich sah es nun als einen notwendigen Teil des Lebens. Meine Selbstsicherheit wurde wieder etwas gestärkt.
Doch nach der achten Klasse musste ich wieder wechseln, dieses Mal auf eine Realschule, da meine Mathematiklehrerin drohte, mich durchfallen zu lassen und mir meinen Abschluss zu verbauen. Mittlerweile beherrschte ich es, mich nach außen hin anders zu geben, als ich fühlte, was in meiner Klasse, in der ich von der siebten bis zur achten Klasse war, allerdings nicht nötig war.
Auf der Realschule in der neuten Klasse wurden meine Leistungen schnell besser, doch ich vermisste und vermisse meine alte gewohnte Umgebung. Ich war vier Jahre auf dieser Schule gewesen, mit der ich viele Erfahrungen verbinde, und hatte auf mein Abi hingearbeitet, was ich nun alles in den Wind blaßen konnte.
Mit meiner jetztigen Klasse komme ich zurecht. Auch wenn ich am Anfang sehr eingeschüchtert war und immer noch etwas still im Umgang mit den anderen Leuten bin, habe ich wenigsten ein paar Freunde. Ohne meine Parallelklasse hätte ich auch gar keine scherwiegenden Schwierigkeiten mehr, denke ich.
Kurz gesagt: Wir haben mit ihnen Sport, sie lachen uns aus, mobben uns. Uns dass die ganzen Mädchen aus meiner Klasse. Ich fand es unfassbar, dass niemand etwas gegen die Mädchen aus der Nachbarklasse macht. Alle meckern zwar geheim und so, aber das bringt ja nichts.
Mich erinnern diese Schickanen immer an meine „alte Zeit“.
Irgendwann schrieb ich eine anonyme E-Mail an die Schule und auf einmal war die Schulleitern zur Stelle. Als meine Klassenlehrerin uns Mädchen darauf Die zwei „Haupt-Mobberinnen“ der Parallelklasse machen uns Mädchen auch außerhalb der Schule dumm an etc.
Mir schlug das echt auf die nerven. Wegen dieser Mail hatte ich extreme Schuldgefühle, denn alle fragten ja immer andere, wer die wohl geschrieben hatte (keiner tippte auf mich). Es gab ein Gespräch der Sportlehrerin (die nichts gegen dieses Mobbing ausgerichtet hat und immer nur meinte, wir sollen uns an die Sportkurs-Mädchen, die Parallelklasse, wenden, wenn wir was zu regeln haben) mit dem Sportkurs. Die beiden Haupt-Moberinnen haben sich nur aufgeregt und das würde ja alles nicht stimmen...
einige Mädchen aus meiner Klasse vergessen jede Stunde absichtlich das Sportzeug oder simulieren, dass ihnen schlecht sei, nur, dass sie nicht am Unterricht teilnehmen müssen.
Die Mädchen redeten noch einmal allein mit der Sportlehrern und mit meiner Klassenleiterin, doch da gab es kein wirkliches Ergebnis. Allerdings reden die Mädchen aus meiner Klasse endlich über dieses Thema, dass alles stört.
Ich habe zwar immer noch Angst vor Sport und mache mir Vorwürfe wegen dieser Feigheit, eine E-Mail geschrieben zu haben. Und ich fühle mich immer noch so anders als andere.
Bis zu dieser Mail, die ich im März geschrieben hatten, wusste meine Mutter nichts von diesem Problem, dass auch auf die Sportnoten meiner Klasse zurück fällt. Ich wollte sie/meine Eltern nicht mehr belasten. Mein Vater, mit dem ich seit einigen Jahren ernstere Auseiandersetzungen hatte, führt nur noch Smalltalk mit mir, weil er ja wenigstens etwas mit mir sprechen will, wie er es sagt.
Ich wollte andere Menschen noch nie belasten, erst recht nicht meine Mutter. Ich konnte immer nicht sehen, wie sie früher manchmal ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte und meinte, dass sie die Entscheidung getroffen hätte, mich mit 10 auf das Gym zu schicken und dass alles falsch wahr etc. Mit Mathe hab ich immer noch extreme Schwierigkeiten. Ich hatte in der achten Klasse extreme Prüfungsangst (die ich immer noch habe) und besuche jetzt eine spezielle Nachhilfe.Die Leute da meinen, dass ich immer noch Probleme mit meinem Selbstbewusst sein habe und dass ich mit fremden Menschen nicht gut umgehen kann.
Mittlerweile habe ich auch noch anderen Blödsinn angefangen. Seit etwa einem Jahr übergebe ich mich ab und zu nach dem Essen oder esse Tage gar nix über. Meine positive Einstellung, die ich noch mit 12/13 habe, ist verflogen. Ich hatte „gelernt“, meine Trauer und Wut zu unterdrücken und zu verdrängen, doch es kommt immer wieder hoch. Das geht sogar soweit, dass ich dauernd Hemmungen habe, irgendwas zu sagen, manchmal immer noch total verschlossen bin und in mein altes Muster zurückfalle.In dieser Beratung vor vier Jahren wurde mir klar, dass sich in meiner Welt und meinem Leben immer nur alles um mich gedreht hatte, damit versuche ich auch, aufzuhören. Ich bin immer unsicher und denke zu viel an die Vergangenheit.
Ich weiß, dass es nichtnötig war, das alles jetzt zu schildern, aber, was tut kann ich tun, um endlich das Leben so zu nehmen, wie es ist? Gibt es da nicht vielleicht irgendwelche Tipps?
Was kann ich dagegen tun, mich nicht immer so anders zu fühlen? Und vor allem wie kann ich versuchen, keine Angst vor fremden Leuten zu haben?
Danke an alle, die das hier lesen und versuchen, mir vielleicht zu helfen.
Vanessa