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Starke Ängste wegen möglicher Nachtodszenarien

97er

Neues Mitglied
Hallo,

mit dem Tod habe ich mich angefreundet.
Wäre ich nie geboren worden, wäre ich ohne Leid geblieben und keiner Freude beraubt worden. Mir wäre nichts Schönes entgangen, denn erst mit meiner Geburt kam das Bedürfnis nach diesem Schönen auf.
Nicht geboren, nicht lebendig, tot, ist alles in Ordnung.
Davor habe ich keine Angst, ehrlich gesagt, ich würde mich darauf freuen.

Würde, weil es eine Hoffnung ist, weil dieses Szenario möglich ist, aber nicht feststeht.

Wir kennen nicht die erste Ursache allen Seins.
Von nichts kommt nichts.
Trotzdem gibt es die Welt.
Und vielleicht brächte eine Antwort, wie das also möglich wurde, trotzdem nichtmals die Erkenntnis, ob wir vor einer Reinkarnation sicher sind.

Ich rede hier nicht von religiösem oder esoterischem Kram, mir geht es um Physik.

Was, wenn irgendwelche Explosionen o. Ä. im Universum oder einem dieses einschließenden Etwas stattfinden, wodurch die Bestandteile unseres Körpers und damit Bewusstseins wieder zusammengesetzt werden, nachdem sie nach unserer Beerdigung zunächst u. a. von Würmern verzehrt wurden?
Möglicherweise ist das Universum bzw. das dieses einschließende/verursacht habende Etwas unendlich. Und wenn Unendlichkeit herrscht, dann auch unendliche Möglichkeiten, in denen das o. g. an für sich vielleicht extrem unwahrscheinliche Ereignis irgendwann zwangsläufig eintritt.
Wir würden dann nie endend unendlich viele verschiedene Leben durchlaufen, die sich auf Dauer gegenseitig in Gutheit u. Schlechtheit ausgleichen. Aber das ist für mich nicht zufriedenstellend. Auch wenn ich in Leben 13383 jeden Tag 10 Gänge im goldenen Palast esse, möchte ich nicht in Leben 47212 in einem KZ gefoltert werden.

Und dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit neben Tod und unendlichen Daseinsvariationen: eine Wiederholung des immergleichen Lebens oder eines Teils davon oder eine Wiederholungskette von nicht unendlich verschiedenen, aber einigen verschiedenen Leben.
Was soll man dann machen, wenn das Leben schlecht verlaufen ist? Oder wenn sich die Lotterie einen schlechten Teil des Lebens herauspickt?

Mir ist klar, dass sich diese Gedanken kaum ein Mensch macht, schon ja nicht in der mich belastenden Intensität.

Ich würde mit dem größten Glück durchs Leben gehen, wenn ich wüsste, dass am Ende der Tod steht - auch das unterscheidet mich sicher von vielen - aber diese Gewissheit habe ich nicht und ich werde sie wohl nie finden.

Mir bleibt die Hoffnung auf den Tod, aber sie bringt mir nichts, solange ich gleichzeitig Angst vor den anderen Szenarien haben muss. Hoffnung ist keine Gewissheit. Aber vielleicht verlange ich auch zu viel, mit diesem Dilemma leben muss ich offenbar so oder so.
Trotzdem hiermit ein Hilferuf.

97er
 
Mir machts nichts aus, wenn ich sterbe- ich hatte ein erfülltes, buntes, spannendes Sein, mit allem drum und dran und werde garantiert frei von Angst den Löffel abgeben mit der Gewissheit und Zuversicht, dass alles okay ist, wie es ist. Der Körper stirbt ab, praktisch das "Löffelchen", das Werkzeug meiner Seele und diese Seele hat mich gelehrt, keine Angst zu haben, alles ist gut..
 
Ich habe mehr Angst vor dem Leben, als von dem Tod selber (wobei Tod ist nicht gleich Tod, am besten schnell und schmerzlos..) Und nicht nur die Angst, auch empfinde ich das Leben als sehr anstrengend mit schon vorgegebenen Regeln, so wie es in der Welt sie gibt.
Bitte schön- sagte meine Mum und plumpste mich heraus in den Dreck!

Ja, ähnliche Gedanken habe ich auch. Mich hat ja keiner gefragt ob ich in diese Welt voller Leid kommen möchte.. Ich hatte auch schöne Phasen in meinem Leben, aber überwiegend eher nicht so tolle.
Ich beneide die Menschen die es verdrängen können, in hier und jetzt leben.
Das versuche ich ebenso zu erlernen. Gelingt mir nur nicht all zu gut.
Ich grübel auch ständig über die Sinnlosigkeit des Lebens (in meinem Fall), so empfinde ich eben.
 
Lieber 97er, es gibt viele Geschichten, wie zum Beispiel die eines Sechsjährigen aus Indien, der mit seiner Mutter in ein unbekanntes Dorf gegangen ist, dort kam ihm alles so bekannt vor, er "wusste" dort drüben hinter einem Haus unter einer Platte ist ein Versteck, tatsächlich, so war es- er lief in ein Gebäude und umarmte eine Frau, die vor etwa sechs Jahren ihren Sohn verloren hatte. Solche Erzählungen und Wahrnehmungen kommen oft vor- früher hab ich mich viel damit befasst, heute nicht mehr, ich habe keine Zeit, mich mit diesen Überlegungen zu beschäftigen, die ja eh nur Spekulationen und Geschichten sind.
Nach meinem Autounfall gabs eine Wiederbelebung, ich war enttäuscht, wollte eine Fortsetzung, es war so unendlich gut, was ich damals fühlte. Mein Ex erzählte das gleiche, auch er war an der Kippe und fühlte da auch extrem schön. Bei meinen Meditationen komme ich diesem Feeling manchmal sehr nahe.
Ich habe das Gefühl, aus und einzutreten können aus meinem Körper, mit dem Geist hin und her zu gehen können, zwischen hier und dort. Hier ist es, wie wenn ich eine Maus wäre, mit anderen Erfahrungen und Sehensweisen, dort komme ich mir vor wie ein Vogel, also ohne Grenzen. Können wir das nicht alle, rein durch Gedanken, Fantasien, Ideen nachhängen, auszutreten aus dem Jetzt und in andere "Welten" zu schauen?
Du siehst Schrecken und Leid? Ich erlebe Extase.
Kennst du das tibetanische Totenbuch? Man beschreibt in diesem Buch die Vorgänge, die Passagen, die man durchmacht, bis man wirklich gestorben ist- man nennt diesen Zustand Bardo.
Bei manchen Erlebnissen, die ich hier auf dieser Erde hatte, da hatte ich das Empfinden, das ist die Hölle. Bardo wird manchmal als höllisch empfunden. Es wird auch in der Bibel so beschrieben- Armageddon und nachher kommts himmlisch, nach diesem Tunnel kommt das Licht. Auch bei Geburten ist es ja so, ein Baby hat sicher großen Stress während es den Mutterleib durch diese Enge verlässt- nachher wirds weit.. es wird von liebenden Armen empfangen. Wie oben so unten heißts ja.
 
Ich habe mehr Angst vor dem Leben, als von dem Tod selber (wobei Tod ist nicht gleich Tod, am besten schnell und schmerzlos..) Und nicht nur die Angst, auch empfinde ich das Leben als sehr anstrengend mit schon vorgegebenen Regeln, so wie es in der Welt sie gibt.
Bitte schön- sagte meine Mum und plumpste mich heraus in den Dreck!

Ja, ähnliche Gedanken habe ich auch. Mich hat ja keiner gefragt ob ich in diese Welt voller Leid kommen möchte.. Ich hatte auch schöne Phasen in meinem Leben, aber überwiegend eher nicht so tolle.
Ich beneide die Menschen die es verdrängen können, in hier und jetzt leben.
Das versuche ich ebenso zu erlernen. Gelingt mir nur nicht all zu gut.
Ich grübel auch ständig über die Sinnlosigkeit des Lebens (in meinem Fall), so empfinde ich eben.

Hallo, ja, ich erkenne mich darin wieder.
Interessant, deinen Beitrag zu lesen, weil man sich mit unserer Ansicht als Exot vorkommt.
 
Ich beneide die Menschen die es verdrängen können, in hier und jetzt leben.
Mir gelingt das durch Dankbarkeit. Immer wieder halte ich inne und bin einfach nur dankbar.
Gestern Nacht passierte mir ein Uuuups... von einer Minute auf die andere rumorte es in meinem Bauch und ich musste rennen. Am Abend vorher habe ich etwas "Bedenkliches" zu mir genommen, es schmeckte komisch, ich aß es trotzdem und die Folge war ein schwerer Durchfall. Danke!! Innerhalb ein, zwei Stunden gabs einen kurzen Prozess, mit einem Schlag wurden meine Gedärme gesäubert.
Grippe- da gehts mir ähnlich, ich sag mir, dieses Fieber, das ist jetzt gut für mich, ich entgifte, ich entschlacke, ich baue ab und neu auf, das ist gesund. Ich bin dankbar, ich danke, weil der Anblick jetzt so harmonisch ist, die Lichter am Tischtuch auf der Terrasse, die violetten Blüten neben dem Farngrün, das schaut so toll aus, ich danke, weil ich das haben darf, ich danke, weil die Vakuummaschine so hilfreich ist beim Verarbeiten meiner Zwetschgen, die mir die liebe Nachbarin gestern vermacht hat, ich danke Gott, ich danke Gott für alles, was ist, was ich erlebe und und was er mir zukommen lässt. Spannendes, Interessantes, Farbiges, Intensives, neben dem anderen- schön, abwechslungreich, seltsam, zum Staunen, zu Wundern und nie wirds gleich, es ergibt sich in jedem Augenblick wieder etwas Neues, oder Altes wird neu betrachtet. Also ich finds schon besonders, was wir so erleben und wie wir so sind alle. Keiner erlebt das Gleiche, mit jedem Leben wird uns ein anderes Sein gezeigt. Facettenreich und nie wie das vorige. ..ewig gehts so dahin... wir tauchen auf und wieder ab...um dann wieder aufzutauchen..
 
Wieso Angst vor andren möglichen Szenarien und Leben? Wie viel Szenarien kennst du denn von vorher? Wenn wir ins nächste Szenarien geboren werden, dann wissen wir ja nichts von den vergangenen...Also brauchen wir uns da keine Gedanken zu machen, denn nachher sind wir genauso dumm wie vorher, was das Ende angeht.
 
Hi!

Ich denke auch, wenn auf ein Leben das nächste folgen würde, weiß man ja nichts davon. denn da du dich ja jetzt gerade an kein anderes Leben davor erinnerst, lässt das darauf schließen, dass du beim nächsten vom jetzigen und deinen jetzigen Gedanken nichts mehr weißt.
Dann fühlt sich jedes Leben wie das einzige an und es ist eigentlich ohne Belang, ob vorher etwas war oder danach etwas sein wird.

Zumal es ja etwas wäre, was man nicht ändern kann. Man kann nur versuchen, aus dem jetzigen Leben das Beste zu machen. Das klappt natürlich nicht immer, das liegt nicht an den Menschen selbst. Man braucht Glück, man braucht gute Zufälle.

Der Tod ist dir ja in jedem Fall sicher. Was danach kommt, ist immer wieder neu für dich und wird sich so anfühlen. Und wenn nichts kommt, hat es sich auch erledigt.

Alles Gute!
 

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