Hi,
Ich, männlich, 19, habe vor einer Stunde einen weiteren wohlbekannten kleinen Nervenzusammenbruch überstanden.
Wie in der Überschrift zu lesen leide ich (meiner Meinung nach) sehr unter sozialen Ängsten, die mich manchmal so sehr im Griff haben, dass ich wenn ich allein bin förmlich zusammenbreche, wie vor einer Stunde.
Schon seit ich ca. 10 Jahre alt bin, habe ich so gut wie keine Freunde oder soziale Kontakte. Kindergarten und Grundschule verliefen bei mir soweit ich mich erinnern kann recht normal. Allerdings fing es an der 6.Klasse an. Allmählich bildeten sich unter meinen Klassenkameraden fest eingeschworene Gruppen die auf die ersten Partys gingen und all das unternahmen was Jugendliche so machen, nur Ich verpasste den Anschluss. Woran das lag kann ich schwer sagen, vielleicht kamen da schon in mir erste Züge sozialer Unsicherheit hervor. In der 7.Klasse wurde meine Schulkasse damals getrennt, da sie groß wurde, und ich hatte viele neue Mitschüler, bei denen ich den Anschluss ebenfalls verpasste. Es hört sich kitschig und dämlich an, aber ich sehe mich oft wie im Film, alle um mich herum haben Spaß und stehen in Gruppen zusammen, ich stehe allein. Dieses Gefühl begleitet mich nun schon wie gesagt seit ich 10 bin und es wird immer schlimmer. Mit 16 bin ich auf ein berufliches Gymnasium gewechselt um mein Abitur zu machen, auch dort war ich drei Jahre lang so ziemlich der einzige Aussenseiter. Die Leute mit denen ich mich in der Schule unterhalten konnte hatten nie privat mit mir zu tun. Ich wurde einmal auf eine Silvesterparty eingeladen, diese habe ich allerdings Recht schnell verlassen da dort nur gesoffen wurde und ich nicht gern trinke.
Danach wurde ich nie wieder eingeladen.
Nach meinem Abitur 2017 bin ich Zuhause ausgezogen um zu studieren, in einer Stadt 2 Stunden von Zuhause entfernt, dachte das wird ein Neuanfang weil mich dort noch niemand kennt, aber Pustekuchen, auf dem Einführungstag habe ich mich sogar ganz gut mit einer Gruppe gleichaltriger unterhalten, in der ersten Vorlesung haben sie mich schon nicht mehr gegrüßt oder beachtet.
Wie es der Zufall will hat es mir dort auch abseits der sozialen Probleme nicht gefallen, auch das studieren ist nichts für mich, was ich zum Glück schnell bemerkt habe. Nun werde ich im Februar wieder nach Hause ziehen, um im September diesen Jahres eine Ausbildung zu beginnen.
Momentan stecke ich sehr in einer Zwickmühle. Einerseits fühle ich eine starke Verbundenheit mit meiner Heimat, wegen der schönen Landschaft und meiner Familie, die zum Großteil hier wohnt, andererseits ist das hier eine ländliche Gegend wo jeder jeden kennt, hier bin so gut wie unten durch, weswegen ich mich sogar auf das Studium freute, weil ich hoffte einen Neuanfang zu starten.
Nun Mal genauer zu meine Symptomen: ich bin momentan zu Hause zu Besuch, und habe gestern Abend und heute Nacht eine Veranstaltung der Fastnachtsgesellschaft hier im Ort besucht, zusammen mit Meiner Mutter. Das ist ein gutes Beispiel, da dieser Abend so voll von Symptomen und Ängsten war, dass mich vorhin der erste Nervenzusammenbruch seit langem ereilte. Es fing schon an, dass ich mich alleine gar nicht hingetraut hätte. Dann hatte ich schon seit gestern Mittag ein flaues Gefühl im Magen, gegen Abend Herzrasen und Atemnot. Das Hemd das ich anhatte saß irgendwie nicht richtig, ich habe immer und überall Angst das ich schlecht aussehe oder meine Klamotten oder Haare nicht richtig sitzen. Außerdem habe ich ein paar Kilo zu viel, weswegen ich ständig übertrieben und unbewusst den Bauch einziehe, wovon ich manchmal abends Schmerzen habe. Auch Rückenschmerzen habe ich oft, weil ich immer das Gefühl habe krumm zu laufen oder zu stehen, und mich ständig kontrolliere wie ich gehe, stehe oder sonstwas mache.
Auf dieser Veranstaltung habe ich viele Leute gesehen die ich von "früher" kenne, meistens nur vom Sehen. Es tut unwahrscheinlich weh, zu sehen wie alle Leute um mich herum fröhlich und ausgelassen lachen, tanzen und feiern können, und in meinem Kopf immer nur die selben Routinen ablaufen: Hemd richten, Bauch einziehen, rücken Durchstrecken, lächeln obwohl du nichts verstanden hast denn alle anderen lachen auch. Als ich vorhin nach Hause kam und die Zimmertür hinter mir schloss brach es dann Lawinenartig über mir zusammen. Alle Anspannung löste sich, unendliche Trauer über mein Unvermögen einfach locker zu sein und wieder Mal eine eigentliche fröhliche Veranstaltung die mich innerlich komplett zerstört hat. Ich würde so gerne richtige Freunde haben, keine saufkumpanen die man nur auf Partys trifft, sondern richtige echte Freunde, mit denen man auch tiefgründige Gespräche führen kann, die einen nicht auslachen wenn man nichts trinken will oder zugibt dass man Gefühle hat. Ich sehe mich auch sehr nach einem Partner, es tut sehr weh dass ich nie weibliche Freunde oder Kontakte hatte. Im Gmynasium war ich zwei Monate lang mit einer Klassenkameradin "zusammen" die ebenfalls sozial eher unterversorgt war, es ist mir bis heute ein Rätsel wie wir überhaupt zusammenkamen. Die Beziehung bestand nur aus Bischen rummachen und Fernsehen, bis ich sie beendete weil ich nicht mit der Situation klarkam, und für die letzten 1,5 Jahre Gymnasium für viel Höhn und Spott in der Klasse sorgte, da die Trennung mehr als hässlich war und irgendwie öffentlich wurde. Mittlerweile bin ich so nervös dem weiblichen Geschlecht gegenüber, dass ich von mir aus nie im Leben ein Gespräch anfangen würde, und mir sobald ein Mädchen mich irgendwie anschaut oder gar Kontakt aufnimmt, und sei es nur im Flur grüßt, automatisch ausmale wie eine Beziehung mit ihr aussähe, und das widert mich mittlerweile an, ich ekele mich vor mir selbst.
Ich habe auch keinerlei Vorstellung wie ich Leute kennenlernen sollte, außer auf Veranstaltungen zu gehen. Einfach auf der Straße ansprechen finde ich irgendwie unpassend, ganz abgesehen davon dass ich höllische Angst davor habe den ersten Schritt zu machen, egal in welcher Situation. Ich werde bald 20, habe nie richtige Freunde gehabt oder Eine Beziehung die diese Bezeichnung verdient hat, und mittlerweile an dem Punkt angelangt, dass ich mich oft dabei ertappe, einfach nicht existieren zu wollen, keine Selbstmordgedanken oder sowas, die hatte ich zum Glück noch nie ernsthaft. Ich schäme mich auch sehr vor meinen Eltern und Familie, da dort solche Probleme gänzlich unbekannt sind, und alle in dem Alter schon Beziehungen hatten.
Ich bin einfach immer allein. (Stimmt natürlich nicht ganz, meine Eltern und Famile sind super und unterstützen mich wo sie nur können)
Musste mir das Mal von der Seele schreiben, der Weinkrampf von vorhin ist langsam abgeklungen, geblieben ist eine gähnende Leere in mir, müsste jetzt eigentlich Mal ins Bett gehen aber mir schwirrte zu sehr der Kopf.
Vielen Dank an alle die sich die Mühe machen das hier durchzulesen und ein paar Worte für mich haben, bin für alles dankbar.
Ich, männlich, 19, habe vor einer Stunde einen weiteren wohlbekannten kleinen Nervenzusammenbruch überstanden.
Wie in der Überschrift zu lesen leide ich (meiner Meinung nach) sehr unter sozialen Ängsten, die mich manchmal so sehr im Griff haben, dass ich wenn ich allein bin förmlich zusammenbreche, wie vor einer Stunde.
Schon seit ich ca. 10 Jahre alt bin, habe ich so gut wie keine Freunde oder soziale Kontakte. Kindergarten und Grundschule verliefen bei mir soweit ich mich erinnern kann recht normal. Allerdings fing es an der 6.Klasse an. Allmählich bildeten sich unter meinen Klassenkameraden fest eingeschworene Gruppen die auf die ersten Partys gingen und all das unternahmen was Jugendliche so machen, nur Ich verpasste den Anschluss. Woran das lag kann ich schwer sagen, vielleicht kamen da schon in mir erste Züge sozialer Unsicherheit hervor. In der 7.Klasse wurde meine Schulkasse damals getrennt, da sie groß wurde, und ich hatte viele neue Mitschüler, bei denen ich den Anschluss ebenfalls verpasste. Es hört sich kitschig und dämlich an, aber ich sehe mich oft wie im Film, alle um mich herum haben Spaß und stehen in Gruppen zusammen, ich stehe allein. Dieses Gefühl begleitet mich nun schon wie gesagt seit ich 10 bin und es wird immer schlimmer. Mit 16 bin ich auf ein berufliches Gymnasium gewechselt um mein Abitur zu machen, auch dort war ich drei Jahre lang so ziemlich der einzige Aussenseiter. Die Leute mit denen ich mich in der Schule unterhalten konnte hatten nie privat mit mir zu tun. Ich wurde einmal auf eine Silvesterparty eingeladen, diese habe ich allerdings Recht schnell verlassen da dort nur gesoffen wurde und ich nicht gern trinke.
Danach wurde ich nie wieder eingeladen.
Nach meinem Abitur 2017 bin ich Zuhause ausgezogen um zu studieren, in einer Stadt 2 Stunden von Zuhause entfernt, dachte das wird ein Neuanfang weil mich dort noch niemand kennt, aber Pustekuchen, auf dem Einführungstag habe ich mich sogar ganz gut mit einer Gruppe gleichaltriger unterhalten, in der ersten Vorlesung haben sie mich schon nicht mehr gegrüßt oder beachtet.
Wie es der Zufall will hat es mir dort auch abseits der sozialen Probleme nicht gefallen, auch das studieren ist nichts für mich, was ich zum Glück schnell bemerkt habe. Nun werde ich im Februar wieder nach Hause ziehen, um im September diesen Jahres eine Ausbildung zu beginnen.
Momentan stecke ich sehr in einer Zwickmühle. Einerseits fühle ich eine starke Verbundenheit mit meiner Heimat, wegen der schönen Landschaft und meiner Familie, die zum Großteil hier wohnt, andererseits ist das hier eine ländliche Gegend wo jeder jeden kennt, hier bin so gut wie unten durch, weswegen ich mich sogar auf das Studium freute, weil ich hoffte einen Neuanfang zu starten.
Nun Mal genauer zu meine Symptomen: ich bin momentan zu Hause zu Besuch, und habe gestern Abend und heute Nacht eine Veranstaltung der Fastnachtsgesellschaft hier im Ort besucht, zusammen mit Meiner Mutter. Das ist ein gutes Beispiel, da dieser Abend so voll von Symptomen und Ängsten war, dass mich vorhin der erste Nervenzusammenbruch seit langem ereilte. Es fing schon an, dass ich mich alleine gar nicht hingetraut hätte. Dann hatte ich schon seit gestern Mittag ein flaues Gefühl im Magen, gegen Abend Herzrasen und Atemnot. Das Hemd das ich anhatte saß irgendwie nicht richtig, ich habe immer und überall Angst das ich schlecht aussehe oder meine Klamotten oder Haare nicht richtig sitzen. Außerdem habe ich ein paar Kilo zu viel, weswegen ich ständig übertrieben und unbewusst den Bauch einziehe, wovon ich manchmal abends Schmerzen habe. Auch Rückenschmerzen habe ich oft, weil ich immer das Gefühl habe krumm zu laufen oder zu stehen, und mich ständig kontrolliere wie ich gehe, stehe oder sonstwas mache.
Auf dieser Veranstaltung habe ich viele Leute gesehen die ich von "früher" kenne, meistens nur vom Sehen. Es tut unwahrscheinlich weh, zu sehen wie alle Leute um mich herum fröhlich und ausgelassen lachen, tanzen und feiern können, und in meinem Kopf immer nur die selben Routinen ablaufen: Hemd richten, Bauch einziehen, rücken Durchstrecken, lächeln obwohl du nichts verstanden hast denn alle anderen lachen auch. Als ich vorhin nach Hause kam und die Zimmertür hinter mir schloss brach es dann Lawinenartig über mir zusammen. Alle Anspannung löste sich, unendliche Trauer über mein Unvermögen einfach locker zu sein und wieder Mal eine eigentliche fröhliche Veranstaltung die mich innerlich komplett zerstört hat. Ich würde so gerne richtige Freunde haben, keine saufkumpanen die man nur auf Partys trifft, sondern richtige echte Freunde, mit denen man auch tiefgründige Gespräche führen kann, die einen nicht auslachen wenn man nichts trinken will oder zugibt dass man Gefühle hat. Ich sehe mich auch sehr nach einem Partner, es tut sehr weh dass ich nie weibliche Freunde oder Kontakte hatte. Im Gmynasium war ich zwei Monate lang mit einer Klassenkameradin "zusammen" die ebenfalls sozial eher unterversorgt war, es ist mir bis heute ein Rätsel wie wir überhaupt zusammenkamen. Die Beziehung bestand nur aus Bischen rummachen und Fernsehen, bis ich sie beendete weil ich nicht mit der Situation klarkam, und für die letzten 1,5 Jahre Gymnasium für viel Höhn und Spott in der Klasse sorgte, da die Trennung mehr als hässlich war und irgendwie öffentlich wurde. Mittlerweile bin ich so nervös dem weiblichen Geschlecht gegenüber, dass ich von mir aus nie im Leben ein Gespräch anfangen würde, und mir sobald ein Mädchen mich irgendwie anschaut oder gar Kontakt aufnimmt, und sei es nur im Flur grüßt, automatisch ausmale wie eine Beziehung mit ihr aussähe, und das widert mich mittlerweile an, ich ekele mich vor mir selbst.
Ich habe auch keinerlei Vorstellung wie ich Leute kennenlernen sollte, außer auf Veranstaltungen zu gehen. Einfach auf der Straße ansprechen finde ich irgendwie unpassend, ganz abgesehen davon dass ich höllische Angst davor habe den ersten Schritt zu machen, egal in welcher Situation. Ich werde bald 20, habe nie richtige Freunde gehabt oder Eine Beziehung die diese Bezeichnung verdient hat, und mittlerweile an dem Punkt angelangt, dass ich mich oft dabei ertappe, einfach nicht existieren zu wollen, keine Selbstmordgedanken oder sowas, die hatte ich zum Glück noch nie ernsthaft. Ich schäme mich auch sehr vor meinen Eltern und Familie, da dort solche Probleme gänzlich unbekannt sind, und alle in dem Alter schon Beziehungen hatten.
Ich bin einfach immer allein. (Stimmt natürlich nicht ganz, meine Eltern und Famile sind super und unterstützen mich wo sie nur können)
Musste mir das Mal von der Seele schreiben, der Weinkrampf von vorhin ist langsam abgeklungen, geblieben ist eine gähnende Leere in mir, müsste jetzt eigentlich Mal ins Bett gehen aber mir schwirrte zu sehr der Kopf.
Vielen Dank an alle die sich die Mühe machen das hier durchzulesen und ein paar Worte für mich haben, bin für alles dankbar.