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Gast
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Hallo Forianer,
Weil jeder Rat und jegliche Hilfe hoch willkommen ist, melde ich mich hier mit einem Thema, das mir sehr große Sorgen macht.
Mein 19-jähriger Sohn hat mich vor wenigen Tagen mit seiner deutlichen und ernstgemeinten Aussage völlig schockiert, dass er 'die Menschen' hasst und am liebsten ganz für sich allein leben würde, ohne irgendetwas bestimmtes tun zu müssen oder irgend ein Ziel zu haben. Das hat mich ziemlich umgehauen.
Hintergrund: Er ist hochbegabt, konnte mit 3J. lesen, mit 4J. schreiben und mit dem PC umgehen, hat schon als 6-jähriger ohne jede fremde Hilfe Englisch verstanden und auf Englisch im Internet kommuniziert - heute spricht und schreibt er Englisch quasi als zweite Muttersprache, und auch die native Sprache seiner Mutter versteht und spricht er fließend. Er programmiert komplexe Softwareapplikationen, macht Musik, komponiert, kommuniziert auch intensiv mit virtuellen Freunden im Netz - aber immer allein. Seine sehr wenigen 'realen' Freundschaften pflegt er eher sporadisch, eine Freundin hatte er bisher nie. Er ist freundlich und friedlich, in keiner Weise aggressiv. In der Schule hat er trotz seiner Begabung immer nur das Allernotwendigste gemacht, sein Abi aber letztendlich immerhin überraschend problemlos absolviert. Das erste Studiensemester ist vorbei - aber jetzt möchte er das Studium hinschmeissen, weil es ihm keinen Spaß macht. Er brauchte immer 'Anschub' um sich zu bewegen, morgens aufzustehen, wenigstens ein Minimum an schulischen Pflichten zu erfüllen (Hausaufgaben...). Seine Lehrer haben ihn immer gemocht und gefördert, sind aber samt und sonders an seiner Passivität verzweifelt. Sein Lehrer im PC-Leistungskurs hat mir mal gesagt, dass er noch nie einen so hoch begabten Schüler hatte und dass er sicher eine große Karriere vor sich haben wird. Klingt ja prima, trotzdem: Ich frage mich noch immer was ich als Vater falsch gemacht habe - weder Druck noch 'lockere Leine' haben irgend etwas bewirkt, in keine Richtung. In Gesprächen der letzten paar Jahre blieb er fast immer eher still, lächelte, sagte aber kaum etwas, war wortkarg und zunehmend unnahbar.
Die erwähnte Aussage ('ich hasse alle Menschen') kam nun urplötzlich, fast überfallartig in einem offenen Gespräch über sein Studium und seine Motive zum gewollten Abbruch. Das war aber auch nicht die einzige erschütternde Aussage. Er erzählte auch dass er im Gymnasium gemobbt wurde, dass alle bisherige Freudschaften immer enttäuschend waren, auch die Annäherungsversuche zum 'weiblichen Geschlecht' - ja sogar dass es ihm inzwischen ziemlich egal wäre wenn seine unmittelbar Nächsten sterben würden.
Das alles klang und klingt bestürzend depressiv, scheint aber seine tatsächlichen Gefühlswelten schonungslos widerzuspiegeln.
Drogen sind ganz sicher nicht bzw. kaum im Spiel - er hat eingeräumt dass er in Gesellschaft seiner wenigen 'Freunde' schn mal Gras raucht, aber für Härteres würde er ja Geld brauchen, und in dieser Beziehung ist er überaus 'überschaubar' weil er sich aus Geld überhaupt nichts macht, nicht einmal sein Taschengeld aufbraucht.
Seit 'diesem' Gespräch sucht er aber erkennbar aktiv den Kontakt zu seiner Mutter, seiner im Haus lebenden Schwester und mir, auch wenn er von sich aus nicht aktiv auf seine Probleme eingeht. Seine Grundeinstellung (ich hasse die Menschen, habe zu nichts wirklich Lust) hat sich aber nicht geändert. Ich glaube, er braucht dringend fachkundige Hilfe und eine Therapie. und befürchte dass er sonst endgültig in seiner eigenen engen Welt versinkt und irgendwann an seinen Depressionen zugrunde geht.
Wohl wissend, dass er schon lange nach dem 'Lustprinzip' lebt (bestätigt durch seine Lehrer), habe ich mich immer innerhalb seiner jeweiligen Schulen engagiert (Elternbeirat, Kommunikation mit Lehrern usw.), um zumindest auch durch Kommunikation und Information aus zweiter Hand auf dem Laufenden zu sein. Gleichwohl - weiter gebracht hat es mich und IHN nicht wirklich. Wir waren zu zweit wiederholt im Kurzurlaub, und das hat ihm auch immer gefallen, uns aber nicht näher gebracht. Dabei war seine Kindheit liebevoll, harmonisch, kommunikativ - bis er sich schon im Vorschulalter schleichend, sukzessive immer mehr in seinen geliebten PC und in die virtuelle Welt vertieft und sich über die Jahre mehr und mehr von Familie und 'realen' Freunden abgenabelt hat.
Wer von Euch hat ähnliche Erfahrungen? Könnt Ihr mir Rat geben, wie ich mit dieser Situation umgehen kann und sollte? Ich möchte mich 'richtig' verhalten, denn jeder falsche oder ungeeignete Versuch, meinen Sohn zu einem Gespräch mit einem Therapeuten oder einer Therapie zu bewegen, könnte verheerend sein und ich möchte nicht durch eigene Fehler dazu beitragen, dass er sich wieder völlig verschließt und am Ende vielleicht in einen Zustand suizidaler Gefährdung abrutscht. Bin deshalb total unsicher und habe große Angst um ihn...
Vielen Dank im Voraus für JEDEN geeigneten und gut gemeinten Rat!
Weil jeder Rat und jegliche Hilfe hoch willkommen ist, melde ich mich hier mit einem Thema, das mir sehr große Sorgen macht.
Mein 19-jähriger Sohn hat mich vor wenigen Tagen mit seiner deutlichen und ernstgemeinten Aussage völlig schockiert, dass er 'die Menschen' hasst und am liebsten ganz für sich allein leben würde, ohne irgendetwas bestimmtes tun zu müssen oder irgend ein Ziel zu haben. Das hat mich ziemlich umgehauen.
Hintergrund: Er ist hochbegabt, konnte mit 3J. lesen, mit 4J. schreiben und mit dem PC umgehen, hat schon als 6-jähriger ohne jede fremde Hilfe Englisch verstanden und auf Englisch im Internet kommuniziert - heute spricht und schreibt er Englisch quasi als zweite Muttersprache, und auch die native Sprache seiner Mutter versteht und spricht er fließend. Er programmiert komplexe Softwareapplikationen, macht Musik, komponiert, kommuniziert auch intensiv mit virtuellen Freunden im Netz - aber immer allein. Seine sehr wenigen 'realen' Freundschaften pflegt er eher sporadisch, eine Freundin hatte er bisher nie. Er ist freundlich und friedlich, in keiner Weise aggressiv. In der Schule hat er trotz seiner Begabung immer nur das Allernotwendigste gemacht, sein Abi aber letztendlich immerhin überraschend problemlos absolviert. Das erste Studiensemester ist vorbei - aber jetzt möchte er das Studium hinschmeissen, weil es ihm keinen Spaß macht. Er brauchte immer 'Anschub' um sich zu bewegen, morgens aufzustehen, wenigstens ein Minimum an schulischen Pflichten zu erfüllen (Hausaufgaben...). Seine Lehrer haben ihn immer gemocht und gefördert, sind aber samt und sonders an seiner Passivität verzweifelt. Sein Lehrer im PC-Leistungskurs hat mir mal gesagt, dass er noch nie einen so hoch begabten Schüler hatte und dass er sicher eine große Karriere vor sich haben wird. Klingt ja prima, trotzdem: Ich frage mich noch immer was ich als Vater falsch gemacht habe - weder Druck noch 'lockere Leine' haben irgend etwas bewirkt, in keine Richtung. In Gesprächen der letzten paar Jahre blieb er fast immer eher still, lächelte, sagte aber kaum etwas, war wortkarg und zunehmend unnahbar.
Die erwähnte Aussage ('ich hasse alle Menschen') kam nun urplötzlich, fast überfallartig in einem offenen Gespräch über sein Studium und seine Motive zum gewollten Abbruch. Das war aber auch nicht die einzige erschütternde Aussage. Er erzählte auch dass er im Gymnasium gemobbt wurde, dass alle bisherige Freudschaften immer enttäuschend waren, auch die Annäherungsversuche zum 'weiblichen Geschlecht' - ja sogar dass es ihm inzwischen ziemlich egal wäre wenn seine unmittelbar Nächsten sterben würden.
Das alles klang und klingt bestürzend depressiv, scheint aber seine tatsächlichen Gefühlswelten schonungslos widerzuspiegeln.
Drogen sind ganz sicher nicht bzw. kaum im Spiel - er hat eingeräumt dass er in Gesellschaft seiner wenigen 'Freunde' schn mal Gras raucht, aber für Härteres würde er ja Geld brauchen, und in dieser Beziehung ist er überaus 'überschaubar' weil er sich aus Geld überhaupt nichts macht, nicht einmal sein Taschengeld aufbraucht.
Seit 'diesem' Gespräch sucht er aber erkennbar aktiv den Kontakt zu seiner Mutter, seiner im Haus lebenden Schwester und mir, auch wenn er von sich aus nicht aktiv auf seine Probleme eingeht. Seine Grundeinstellung (ich hasse die Menschen, habe zu nichts wirklich Lust) hat sich aber nicht geändert. Ich glaube, er braucht dringend fachkundige Hilfe und eine Therapie. und befürchte dass er sonst endgültig in seiner eigenen engen Welt versinkt und irgendwann an seinen Depressionen zugrunde geht.
Wohl wissend, dass er schon lange nach dem 'Lustprinzip' lebt (bestätigt durch seine Lehrer), habe ich mich immer innerhalb seiner jeweiligen Schulen engagiert (Elternbeirat, Kommunikation mit Lehrern usw.), um zumindest auch durch Kommunikation und Information aus zweiter Hand auf dem Laufenden zu sein. Gleichwohl - weiter gebracht hat es mich und IHN nicht wirklich. Wir waren zu zweit wiederholt im Kurzurlaub, und das hat ihm auch immer gefallen, uns aber nicht näher gebracht. Dabei war seine Kindheit liebevoll, harmonisch, kommunikativ - bis er sich schon im Vorschulalter schleichend, sukzessive immer mehr in seinen geliebten PC und in die virtuelle Welt vertieft und sich über die Jahre mehr und mehr von Familie und 'realen' Freunden abgenabelt hat.
Wer von Euch hat ähnliche Erfahrungen? Könnt Ihr mir Rat geben, wie ich mit dieser Situation umgehen kann und sollte? Ich möchte mich 'richtig' verhalten, denn jeder falsche oder ungeeignete Versuch, meinen Sohn zu einem Gespräch mit einem Therapeuten oder einer Therapie zu bewegen, könnte verheerend sein und ich möchte nicht durch eigene Fehler dazu beitragen, dass er sich wieder völlig verschließt und am Ende vielleicht in einen Zustand suizidaler Gefährdung abrutscht. Bin deshalb total unsicher und habe große Angst um ihn...
Vielen Dank im Voraus für JEDEN geeigneten und gut gemeinten Rat!