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Sorge um meine Auszubildende

  • Starter*in Starter*in missbi
  • Datum Start Datum Start
M

missbi

Gast
Hallo,
Ich weiß nicht mehr mehr weiter.

Ich habe im Moment 5 Auszubildende und eine macht mir große Sorgen. Sie ist weiblich, 18Jahre und es geht ihr nicht gut.
Sie hat zum einen familiäre Probleme.
Ihre Eltern haben sich scheiden lassen und so ist sie mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester in unsere Stadt gezogen. Die Mutter ist seitdem auf einem Ego-Tripp und so kümmert sie sich um die Schwester und den Haushalt. Ihr Vater ist bedingt für sie da, da er beruflich viel unterwegs ist und auch so das Verhältnis nicht besonders innig ist. Sie hat noch zwei Brüder. Der Ältere lebt sein Leben in ihrer Heimatstadt und der jüngere ist behindert und lebt in einem Heim. In dem Heim geht es ihm nicht gut und das belastet sie zusätzlich schwer. Ich hab ihr schon Kontakte zu Lebenshilfen und Behinderten WG's hier gegeben, was aber noch nicht gefruchtet hat.

Zum Anderen ist sie ständig krank. Mal hat sie eine Sehnenscheidenentzündung, dann wieder eine Blasenentzündung, einen Magen Darm Infekt, Kopfschmerzen, Erkältung oder ihr ist einfach nur schlecht. Ich glaube ihr ja, dass es ihr nicht gut geht, aber die Anderen sind teilweise genervt, da sie ihre Arbeit übernehmen müssen und das bekommt sie durch Kommentare auch hin und wieder zu spüren, was sie wiederum in Tränen ausbrechen lässt.
Jetzt stehen die Zwischenprüfungen an und durch ihre Fehlzeiten ist sie in ihrer Entwicklung nicht so weit und stresst sich noch viel mehr rein, weil sie ständig Angst hat zu versagen. Ich hab ihr schon angeboten die Prüfung ein halbes Jahr später zu machen, will sie aber nicht.

Ich weiß einfach nicht wie ich ihr helfen kann. Meine Arbeitskolleginnen gehen mit ihr weg oder lassen sie bei sich übernachten, ihnen ist ihre Situation ebensfalls klar aber es ändert nichts.

Ich habe große Angst, dass sie in eine noch größere Depression fällt, oder sich irgendwas antut.
Sie wird schon ganz still und leise und das macht mich fertig.

Ich hoffe ich konnte die Problematik einigermaßen rüberbringen

Lg missbi
 
Hey Du,

ist lieb, daß Du Dir Gedanken machst über Deine Azubi. Das machen bestimmt nicht viele. Die meisten würden sagen: "die ist psychisch krank oder labil".

Ich weiß es nicht, was du tun kannst.

Ich kann Dir nur sagen, daß ich um das 20 Lebensjahr bis zu meinem 30 LJ sehr sehr krank war. Mit 24 Jahren war ich in eine Klinik für mehrere Monate. Retrospektiv kann ich nur sagen, daß das die beste Entscheidung war. Tja und was mir geholfen hat, war meine Selbsthilfegruppe. Ich konnte reden und alle haben mich verstanden ohne mich erklären zu müssen.

Ich bin ein sehr gläubiger Mensch geworden und weiß, egal wie es mir geht oder gegangen ist: Es gibt eine höhere Macht, die an meiner Seite steht und für mich mitkämpft, mir gute Lösungen einflößt. Und ich vertraue darauf, daß das, was ich erlebe mir zum Guten dient. Gerade durch meine Krisen, bin ich zu dem Menschen geworden und durch liebe Menschen.

Es ist aus meiner Sicht wichtig, daß auch das Umfeld begreift, daß jeder Mensch viel Kraft hat und sich für jeden Türen öffnen. Wie wäre es mit einer Beratungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe oder Therapie? Und: Wie sehr ist sie bereit, zu gesunden. Häufig ist eine zu große Hilfestellung auch für die Betroffene eine Bestätigung "krank", "schwach" zu sein.

In meiner Vergangenheit bin ich auch von guten Freunden konfrontiert worden. Auch das war förderlich. Es ist immer das Maß.

Im Grunde genommen ist es wirklich schwer. Sicher ist, daß Deine Azubi ihre Weg findet.

Wünsche ihr viel Erfolg und ich bin sicher, sie schafft sich ihre Möglichkeiten und Wege
 
Danke für deine Antwort,

Das hoffe ich auch sehr, dass sie noch einen Weg findet bevor sie einen Zusammenbruch hat.
Sie hat hier kaum Freunde und mit ihrer Familie kann sie anscheinend auch nicht reden. Sie steht unter enormen Druck, da sie zu Hause die Rolle der Mutter übernommen hat. Ihre Schwester wird öfter von anderen Mädchen attackiert und verprügelt und sie versucht das zu regeln, geht zur Polizei oder zu den andere Mütter. Sie kümmert sich auch um die schulischen Probleme ihrer Schwester. Ihr behinderter kleiner Bruder ist 16 und ist in einem Heim wo er eher Rückschritte macht weil er sich nicht wohlfühlt. Die beiden haben ein sehr inniges Verhältnis z.B. lässt er sich nur von ihr waschen und spricht auch nur mit ihr. Sie würde ihn am liebsten nach Hause holen, geht aber nicht weil die Wohnung zu klein ist, kein Geld und nicht immer jemand da ist. Vor der Scheidung ihrer Eltern lebten alle zusammen in einem großen Haus und die Mutter war da. Jetzt hat sie das Gefühl ihn im Stich zu lassen.

Ihre Probleme wirken sich natürlich auch in der Arbeit aus und sie sieht selber, dass sie im Moment die schlecht Entwickeltste ist, was sie zusätzlich belastet und ihr ein minderwertiges Gefühl gibt.

O Mann da sind soviele Baustellen und für viele hält sie sich verantwortlich. Ich weis nur dass es eine 18jährige überfordert und es kein Wunder ist, dass sie Richtung Burn Out und Deppresion schlittert.
Ich kann ihr im Moment nur praktisch unter die Arme greifen. Ihr Adressen geben und ihr Ratschläge geben, aber mit ihrem Kopf kann ich ihr nicht helfen und das ist nach meiner Sicht im Moment das Wichtigste.

Es ist echt schlimm sie so jeden Tag zu sehen und es ist schlimm mit gebundenen Händen daneben
zu stehen.

Ich weiß selber, dass es schwierig ist mir hier zu antworten aber für mich ist das hier extrem Wichtig, weil es um ein Mädchen geht, das gerade kaputt geht.

Lg missbi
 
Sie will keine Auszeit. Hab ihr ja schon angeboten ein halbes oder ein Jahr auszusetzen und eine Kur o.ä. zu machen, so dass sie mal wieder ganz gesund wird. Sie kann ihre Schwester ja nicht allein lassen und überhaupt geht das nicht, war ihre Antwort. In eine Selbsthilfegruppe würde sie nicht gehen, soweit ist sie noch nicht.

Ich versuche halt für sie da zu sein, sie positiv zu bestärken, extra Übungsabende mit ihr zu machen dass sie ihre Defizite aufholt, Anfeindungen von Kollegen zu entschärfen usw.

Vielleicht kann ich auch einfach nicht mehr machen.

Danke nochmal

Lg missbi
 
Offen gestanden finde ich da auch keine Antwort, Missbi. Bitte gehe Du nicht dabei zugrunde. Mich erstaunt, daß sich eine Ausbilderin so viel Gedanken um ihre Auszubildene macht. Das hätte ich nicht gedacht. Du übst sogar mit ihr, daß sie den Unterrichtsstoff schafft. Wow.

Die Belastung ist sehr hoch, die sie zu tragen hat. Missbi, ich weiß wirklich nicht, was man da raten kann.


🙁 möglicherweise kann man wirklich nur den Zusammenbruch abwarten bis sich etwas ändert.

Winnie
 
Sorge um meine Auszubildende -kann ich nachfühlen!!!

Die Familie bräuchte sowas wie eine "Ersatz-Oma".

Jemanden,der Zeit übrig hat und gelassen ist und eben EINFACH DA IST--real.
Einen Erwachseren,der Fahrerlaubnis hat z.B.(oft hilft das ungemein,wenn jemand Wege übernehmen kann) ,der NICHT reinredet sondern sieht,was anliegt. Tolerant ist.

Hier gibt es solche Vereine ,die Leute vermitteln (warum nicht auch für ÄLTERE KINDER?!)
--aber-- leider gibt es das weder in jeder Stadt ,noch "paßt" das immer--und--
es sollten ja auch keine "gierigen Menschen " sein.

Im Prinzip bräuchte ich das seit Jahren auch dringend bzw.meine Kinder 🙁
Weil ich wg.Krankheit zu oft "ausfalle"--- naja... soweit die Theorie....

Vielleicht begleitest Du sie zu paar Anlaufstellen?
Oder--sie macht 'ne Anzeige?

Es hülfe ja schon,wenn ab und zu für die Geschwister ein "Zusatzerwachsener" als Ansprechpartner direkt in "Rufnähe" ist ?!

Bei der Ausbildungsberatung (IHK?) gibt es evl.auch Hilfe--das Mädel sollte einen "Sonderausbildungsplan wegen psychischer Akutbelastung" oder so bekommen.
Müssen die anderen ja nicht wissen!

Ach...menno...bei sowas erkennt man immer, wie mies es um die REALE HILFE bestellt ist,wenn sie gebraucht wird.

Stell doch mal die PLZ rein,vielleicht meldet sich jemand konkreter?!

Viel Glück !

Micky
 

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