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Soldat-kein Bock mehr!!!

G

Gast

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Hallo,

mir brennt etwas auf der Seele.
Bin Ende 20, habe mit 18 mein Fachabitur gemacht und danach erst mal gejobbt statt ne Lehre oder ein Studium zu beginnen. Mit 22 bin ich dann zur Bundeswehr, weil ich dachte, ich müsste das machen, es war schon als Kind ein Traum von mir!
Also habe ich mich verpflichtet, für mehrere Jahre.Berufssoldat werde ich nicht mehr, die Chancen sind zu gering für einen Offizier ohne Studium, mit Fachabitur kriege ich nicht mein Wunschstudium beim Bund, ausserdem möchte ich das jetzt auch sowieso nicht mehr.
Mittlerweile hasse ich meine Arbeit!!! Alles ist so bürokratisch-und dazu chaotisch, keiner kommuniziert mit dem anderen, ich habe alles das bekommen was ich nicht wollte. Getrennt von meiner lieben Frau, unter der Woche sitze ich in ner gammelnden Kaserne, so hab ich mit meine jungen Jahre nicht vorgestellt. Ich bin nur noch am grübeln, ob ich das richtige gemacht hab und zerfresse mich selbst, ich muss mir ständig anhören, "das hättest du dir vorher überlegen sollen"-ja, aber hat denn ein Mensch nicht die Freiheit, sich sein Leben so zu gestalten wie er es will!? So als stünde mir keine 2 te Chance zu, mir mein Leben neu zu ordnen! Vorwürfe wo man hinsieht.Natürlich hab ich es mir gut überlegt, ich wollte Soldat sein-jetzt aber nicht mehr! Ganz einfach!

Ich sehe darin einfach keine Perpektive, und in den Einsatz will ich sowieso nicht- davor hab ich solche panische Angst, das es mir die Luft nimmt! Ich habe mich in den Jahren beim Bund so verändert, das ich nie gedacht hätte, ich würde je so denken. Ich komme mir manchmal so blöd vor, das ich nicht einfach ne Ausbildung gemacht hab, was vernüntiges, anstatt hier mein Dasein zu fristen.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Kriegsdienstverweigerung? Brauche echt Rat von neutralen Menschen, viele Soldaten haben kein Verständnis für solche Probleme, weil sie ja so harte Kerle sind. Will nicht wissen was in denen vorgeht und was die in sich reinfressen.

Danke schon mal im Voraus!!!!
 
Warum kann man denn mit Ende 20 keine Ausbildung mehr machen?
Leider leider kenne ich mich damit überhaupt nicht aus, mit Bund und so...ich habe damit nie etwas zu tun gehabt.

Ich kann Dir nur Recht geben: Vorwürfe machen helfen niemals weiter. Ich würde meine Ausbildung auch nicht mehr machen und frage mal die Leute, viele sind unzufrieden mit ihrem Beruf. Man hat ja meistens ganz anderes Vorstellungen und da kann man niemanden einen Vorwurf machen - also Blick nach vorne.

Gibt es Stellen, an denen du Dich wenden kannst? Arbeitsamt? Was würde Dich interessieren? Was möchtest Du gerne machen wollen.

Ich würde mich wirklich um einen Ausbildungsplatz kümmern und ich wüßte jetzt nicht warum nicht. Es gibt viele Frauen die früh ihre Kinder bekommen haben und auch eine Ausbildung machen "müssen", wenn sie wollen.

Bei uns im Krankenhaus war auch eine über 30!, die bei uns eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht hat.

Dein Leben ist nicht vorbei und hat Dir viel zu bieten. Versuche alles in Bewegung zu setzen um an richtungsweisende Informationen zu kommen und laß Dich nciht entmutigen, okay?

Alles Gute und Liebe
Winnie
 
Ich verstehe nicht so viel davon. Wenn man sich verpflichtet hat, kann man dann gar nicht mehr weg? Welchen Sinn hätte es, dich dazubehalten, wenn dir die Motivation fehlt?
 
das was du jetzt spürst sind Konsequenzen.
Du hast dich damals so entschieden jetzt musst du damit leben ...klar bis zu einem gewissen Grad kann ich dich vesrtehen..Entschieden in jungen jahren ..jetzt kommt alles anders ..das ist schon blöd.
Aber das man als Soldat der heutigen zeit ggf in den Einsatz muss DAS KONNTEST DU WISSEN und jder der sich verpflichtet muss damit rechnen.
Wer A sagt muss eben auch B sagen ....

Allersdings sprichst du so als wenn du 30 bist noch noch 20 Jahre musst ....selbst wenn du z12 bist ist dein leben noch nicht vorbei wenn du fertig bist ...
 
Hallo,

erst mal vielen Dank das ihr geantwortet habt!!
@ baron:

ja, sicherlich.und wenn man mich richtig verstanden hat, war mir das mit den Auslandseinsätzen sehr wohl bewusst, und zu einem früheren Zeitpunkt wäre ich auch gegangen, nur hat sich eben meine Einstellung zum Ganzen verändert, und jetzt würde ich es niemals freiwillig mehr machen! Das meinte ich eben damit, eine 2 te Chance zu bekommen, ohne das man mir vorwirft, ich hätte es besser wissen müssen. Als Soldat hab ich als Mensch eben so das Recht auf freie Meinungsäußerung wie jeder andere Bürger auch, das lasse ich mir nicht nehmen, und ich stehe nun mal nicht hinter dem Afghanistan - Einsatz. Du hast Recht, das sind die Konsequenzen, und das quält mich. Das ich so dämlich sein konnte mich von der BW blenden zu lassen mit dem guten Gehalt etc. Wenn man nämlich erst dort anfängt, merkt man allmählich wie unstrukturiert es hier zugehen kann, was man als externer niemals denken würde. Grad beim Militär erwartet man Ordnung, aber glaubt mir, hier herrscht das Chaos, und es macht mich fertig!

Ich würde mir wünschen, ich könnte das Rad zurückdrehen und nochmal in der 12.Klasse sein - dann sich zusammenreissen, das Abitur fertigmachen, nicht wie ich in der 13.1 abzischen- und danach Geschichte studieren. Wäre jetzt wahrscheinlich an meiner Doktorarbeit und dürfte mich Historiker nennen.Aber nein, ich wollte ja den schweren Weg und Abenteuer.

Ich habe mich bei einer Fernschule angemeldet, um mich so nach Dienst auf mein Abitur vorzubereiten. Das dauert wieder mind.2-3 Jahre.Danach strebe ich an, über den Berufsförderungsdienst der BW, an einer Uni meiner Wahl zu studieren und zu promovieren. Das Ding ist halt eben, das ich dann schon 40 bin - wer nimmt mich denn dann?! Das ist auch so eine Sache.

Raus kommen würde ich auf dem normalen Wege erst frühstens in 7 Jahren- wenn ich keine Verkürzung durchkriege-ich habe halt eben Angst, das ich im Einsatz falle und für eine Sache, die ich nicht vertrete!! Das ist der Kasus Knacktus! Leider habe ich keine Garantie das ich nie gehen werde. Wieso auch, es ist eine Einsatzarmee geworden. Ich habe Angst, wenn ich wiederkomme, verkrüppelt oder auch heil, das meine Mutter daheim sich zu Tode geängstigt hat um mich, meine Frau abhaut, ( man kann nie wissen:-( und wenn ich das überstehe, ich nochmal weg muss!

Ich weiss ich klinge wie ein Jammerlappen, aber ich habe eben meine Ansichten geändert, und wenn man interne Berichte liest oder Kameraden spricht, die das ganze durch haben, dann zu Recht. Einzelheiten erspare ich euch.

Danke fürs Lesen!
 
Hallo lieber Gast,

Du hast Recht, es hat kein Sinn, daß Du Dir oder andere Dir Vorwürfe machen und niemand hat das Recht dazu.

Als Teenager ist man dieser und jener Ansicht und diese Ansicht ändert sich eben.

Sich etwas wünschen und vorstellen und die Realität kennenlernen sind zweierlei Schuhe. Ich hatte auch mit 20 Flausen im Kopf.

Es ist einfach nur lieblos wegen einer Entscheidung vor 10 Jahren jmd einen Vorwurf zu machen.

Jeder Mensch entwickelt sich und ändert sich.

Toll daß Du aktiv bist und etwas machst...

Ich habe auch studiert und bin mit 24 Jahren angefangen. Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber in meinem Fachbereich ist es wirklich schwierig mit 40 als "dr rerum nat oder so" einen Job zu finden.

Idealisiere nicht die Uni. Auch diese ist fernab der Realität. Trotzdem finde ich es gut, daß Du studieren möchtest. Empfehlen würde ich Dir allerdings etwas Handfestes. Lehrer, Mediziner...Bist Du als Wissenschaftler erstmal ausgebildet, wird es in der Tat schwierig, gerade im fortgeschrittenen Alters einen Job zu finden - gerade wenn man Promoviert kann der Dr.-Titel eher hinderlich als förderlich sein. Uni und Beruf sind "zwei" Welten.

Wie gesagt, wenn es dein Traum ist das Abitur nachzumachen dann tue es....Aber bitte informiere Dich doch noch mal irgendwo.

Ich kann Deine Angst vor einem Auslandsaufenthalt gut verstehen und Du bist auch KEIN Jammerlappen oder dergleichen, sondern ein gereifter Mann.

Sehe Deine Biografie als Erfahrung an.

Alles Gute

Winnie
 
Ich leiste gerade meinen Grundwehrdienst - habe meinen Wehrdienst um ein paar Monate verlängert. Und ich bereue es schon.

Bin dort im Gezi eingesetzt und habe es dort jeden tag mit einem Haufen Bürokratie zutun. Die "Arbeit" erscheint mir von Tag zu Tag sinnfreier. Die einzigen die wirklich was tun, und tun müssen, sind die Grundwehrdienstleistenden. Die Zeitsoldaten (SAZ) usw arbeiten eh nur, wenn sie dazu gerade Lust haben.
Wenn ich mal eben in der Zeitung lese, kommt der Unteroffizier her, ob ich denn nix zutun habe, gibt mir Aufgaben und verschwindet dann wieder, um mit seinen Kameraden Kicker zu zocken.
Freue mich schon wenn der Wehrdienst abgeschafft wird. Denn dann wird plötzlich viel mehr zutun sein, und die einigen SAZ, die beinahe das Arbeitspensum eines Harz4 Empfängers bewältigen müssen, können sehen wie sie zurechtkommen.
Ich spreche hier sicher nicht für jeden SAZ. Aber der durchschnittliche Soldat ist Arbeitsfaul. Und völlig überbezahlt.
Bestes Beispiel aus meiner Stube, SAZ 8, keine Aufgabe. Pennt den ganzen Tag auf Stube. Und bekommt dafür über 1800 € (NETTO) im Monat.

Es stimmt, dass ein Auslandseinsatz sehr hohe Psychische Anforderungen stellt - weil man meist sehr wenig zutun hat und das Feldlager nur selten verlässt - nicht für jeden in Frage kommt. Nachvollziehbar.
Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, wie man sich über Jahre vom Bund gut bezahlen zu lassen kann, und dann dafür, wofür man eigentlich ausgebildet wurde nicht zur Verfügung steht.

zu deinem Problem:
KDV wäre warscheinlich nicht erfolgreich, weil nicht glaubwürdig, da du ja schon zu lange dabei bist.
Mir sind jetzt auch keine SAZ bekannt, die vorzeitig ausgeschieden sind...
Aber du könntest es mal bei einem Psychologen probieren. Im Grundwehrdienst zumindest hat das bei einigen zur Entlassung geführt.

Wenn du eine höhere Schulbildung anstrebst, würde ich das auf jeden Fall umsetzen.
Viel Erfolg auf deinem weiteren Weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey.

also ich möchte Dir auch gerne irgendwie helfen und bei mir ist es so...

Mein Freund ist auch Soldat. Er ist jetzt seit Januar 2008 dabei und will nächstes
Jahr aufhören! Bei ihm ist es so Ähnlich wie bei Dir! Er sieht auch den Sinn nicht
mehr und möchte sich andersweitig ausbilden lassen! Eine normale Ausbildung
machen und nicht 200 km. weit weg sein 5 tage die Woche. Ich kann Dich
wirklich sehr gut verstehen und ich an deiner Stelle würde aufjedenfall damit
rechnen, dass du in einen Auslandseinsatz geschickt wirst! Sogar bei meinem
Freund wurde es schon erwähnt und er ist noch lange nicht so weit wie du!
Ein anderer Freund von mir war auch schon mal in Afghanistan. Und zwar mittendrin! bei ihm war es mehr oder weniger freiwillig. Das alles hat allerdings dazu geführt,
dass seine damalige freundin ihn verlassen hat und vorher sogar Frau mit kind.
Ich will dir jetzt damit keine Angst machen, aber versuche dich von der BW irgendwie zu lösen! Vereinbare einen Termin mit eurem Psychater und versuche
erst einmal damit iwas in bewegung zu setzen! Ich hoffe nur, dass deine Frau
voll und ganz hinter dir steht! Denn es ist genauso wie mit anderen leuten, denen
es nach 10 jahren in ihrem beruf nicht mehr gefällt und die keinen Spaß mehr daran
haben und sich eben neu erfinden wollen und andere sachen ausprobieren möchten,
wo überhaupt nichst gegen einzuwenden ist! Ganz im gegenteil! Im leben geht es doch nicht darum, etwas zu tun, was man überhaupt nicht möchte, wenn man sogar die Chancen hat, es zu ändern! Und wenn du wirklich den Willen, die Kraft und den Mut dazu hast, dann schaffst du es auch!

Also kopf hoch und lass dich beraten, wie du dein Leben so leben kannst, wie du es willst!
 

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