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So allein...was soll ich nur tun?

Kannja

Aktives Mitglied
Hallo!

Am 28.8. - also vor gut 5 Wochen ist mein Vater ganz plötzlich gestorben. Das war immer meine größte Angst denn er hat mir einfach alles bedeutet, war mir der mit Abstand nahestehendste Mensch und der einzige der mir in meinem bisherigen Leben Halt und das Gefühl geliebt zu werden gegeben hat... ein bisschen war er also einfach auch mein bester Freund und der "Fels in der Brandung" Jetzt ist er weg... für immer. Ich kann es noch immer nicht richtig begreifen und habe - obwohl ich rational so sicher weiß dass es unmöglich ist - noch immer das Gefühl er müsse jeden Moment wieder kommen...

Neben der Trauer um meinen Vater kommt nun noch dazu dass ich eigentlich ganz allein bin ohne ihn. Der einzige Mensch der mir sonst noch wirklich nahe steht ist mein Bruder. - Doch der lebt am anderen Ende Deutschlands und ist beruflich extrem eingespannt. Meine Freunde haben sich zum Großteil mit keinem Wort gemeldet, seit das mit meinem Vater passiert ist. Und die wenigen von denen ich seit dem gehört habe scheinen mir weitestgehend aus dem Weg gehen zu wollen. Da kommt mal alle 2 Wochen ein Anruf und ansonsten haben sie angäblich keine Zeit... Ich will mich auch nicht aufdrängen oder jemandem zur Last fallen. Natürlich weiß ich ja auch, dass es schwer ist als Außenstehender mit Trauer eines anderen umzugehen und dass viele einfach Angst davor haben, - aber so verdammt allein mit all dem zu sein, macht es leider doppelt schlimm für mich. Wenn da mal wenigstens einer wäre der einfach sagen würde "Komm, wir gehen ins Kino" oder jemand der einfach mal ein paar Stunden vorbei kommt auf einen Kaffee o.ä. Aber nichts... Meine Verwanten waren bis zur Trauerfeier da - nun scheint es für sie erledigt zu sein und das Leben geht eben weiter.... Doch für mich wird es eigentlich jetzt erst richtig schlimm. Alles ist so leer und einsam... In der ersten Phase nach dem Tod meines Vaters war ja noch so viel organisatorisches zu tun, dass mich das über Wasser gehalten hat. Ablenkung eben. Und wenn ich unter Leuten bin, dann geht es meist auch ganz gut. Doch wie gesagt: Im Moment bin ich größtenteils unfreiwillig allein.

Mein Leben war vorher auch schon nicht einfach - ich hab viel viel Mist erlebt... und nun da mein Vater der mir als einziger immer das Gefühl gegeben hat wirklich wichtig für jemanden und etwas wert zu sein gegangen ist, habe ich das Gefühl völlig ohne Platz auf dieser Welt zu sein. Ganz ehrlich: Würde ich jetzt beschließen auch zu sterben - es fiele wohl erstmal ziemlich lange nichtmal jemandem auf. Da wäre niemand der sich Sorgen macht, niemand der mich vermisst... Und beim Gedanken daran und was das bedeutet habe ich grade solche Angst vor meinem nun folgenden "Leben", dass ich mich frage wozu ich überhaupt noch weiter machen soll. Was soll ein Leben in dem man nur noch nutzlos am Rande steht? Mir war immer das wichtigste gebraucht zu werden, für jemanden etwas tun, da sein zu können... Nun gibt es niemanden mehr für den ich das sein kann - und zudem bräuchte ich nun auch einmal jemanden der für mich da ist. Und da ist niemand...

Was soll ich nur machen? Ich gehe seit dem Tod meines Vaters bereits zu einer Psychologin. Aber diese eine Stunde, bestenfalls 1x wöchentlich löst es nicht... Nach Selbsthilfegruppen habe ich auch geschaut. In meiner Stadt gibt es nur 2 Stück - die treffen sich grade mal einmal im Monat. Das nächste Mal fällt zudem wegen der Herbstferien aus. Akut ist also für mich keine Anlaufstelle, keine helfende Hand in Sicht...

Ich danke Euch fürs Lesen und wäre Euch wahnsinnig dankbar wenn Ihr mir etwas schreiben könntet oder Rat hättet...
 
Jetzt wollte ich grad den Comp. schließen, hab ne Pause nötig, da las ich deinen Beitrag. Möchte dir zumindest rüberbringen, dass ich alles gelesen habe, auch wenn mir momentan wegen diesem un jenem die rechten Worte fehlen.

Du gehst ja geade in Therapie, um zu lernen, mit der Situation fertig zu werden, nicht um jeden Tag damit zu füllen, so dass du gar nichts mehr von der Not spürst. Versuch es halt mal so zu sehen. Und du bist einen guten Schritt gegangen, dahin zu gehen.

Und wenigstens hast du eine gute Erinnerung, auch wenn es viel Trauer bedeutet. Ich kenne viele, und gehöre selbst dazu, die den Vater verloren haben, als keine guten Erinnerungen da waren, als noch viel aufzuarbeiten war, mit wenig Trauer, aber ich denke, die Lücke ist MINDESTENS genauso groß, und so eine Lücke hast du glücklicherweise nicht. Ja, es ist billig, dich mit dem Leid anderer zu trösten, aber ich konnte den traurigen Kommentar auch nicht einfach so stehen lassen 🙂

Schönen Gruß

Sigi
 
Hallo,

Vielleicht kannst Du ja dem einen oder anderen Freund oder Bekannten selbst ein Treffen vorschlagen? Ich verstehe, dass Dir das schwer fällt und du es lieber hättest, wenn die Anderen auf dich zukommen. Aber die denken vielleicht, eine Einladung ins Kino wäre grad jetzt eher unpassend...Vielleicht meinen sie eher, du brauchst jetzt Ruhe und hast keinen Nerv für irgendwelche Freizeitaktivitäten. Du hast es ja selbst geschrieben: oft sind Außenstehende einfach unsicher und bevor sie was falsch machen, machen sie gar nix😉

Ansonsten finde ich es gut, dass du psychologische Hilfe bekommst und aktiv nach Selbsthilfegruppen suchst. Du lässt dich selbst nicht hängen - das ist die Voraussetzung für alles andere. Wenn es Dir ganz akut schlecht geht, wäre vielleicht die Telefonseelsorge einen Anruf wert. Da solltest Du zumindest jemanden zum Zuhören finden, wenn sonst keiner greifbar ist.
 
Liebe Kannja,

zunächst möchte ich dir mein Beileid aussprechen. Es tut mir leid, dass dein Papa nicht mehr da ist und du dich so einsam fühlst. Ich kann mir etwas vorstellen, wie du dich fühlst, weil mein Vater krank ist, zur Zeit auch im K`haus ist und ich oft Angst um ihn habe.
Du musst dir Zeit für deine Trauer lassen. Der Schmerz ist doch noch sehr frisch. Und wenn du spürst, dass es weitergehen kann- weil auch dein Vater will, dass es mit dir weitergeht und du trotz allem ein glücklicher Mensch wirst- dann wirst du wieder für andere da sein können. Wie du es dir wünschst. Und wie du es für deinen Vater warst.
Du erlebst einen großen Schmerz und wirst deshalb Menschen, die ähnlich leiden, wirklich verstehen können und ihnen eine Hilfe sein.
Du wirst deinen Sinn finden. Und erkennen, dass dein Papa lebt, solange du in Liebe an ihn denkst.

Ganz lieben Gruß

Mona
 
Hallo kannja.ich kann alles was du schreibst nachvollziehen,weil ich meine geliebte Mutter nach 16 Jahre pflege verlohren habe.es ist so schwer es zu begreifen das der Mensch der immer neben einen gesessen hat aufeinmal nicht mehr da ist.was bleibt ist die Erinnerung an die schöne Zeit ,die gemeinsamen Stunden ,das gemeinsame lachen,und sich freuen über kleine Dinge ,wie wenn es was schönes zu esssen gab oder man gemeinsam einfach nur über die Vergangenheit geplaudert hat.diese Erinnerungen kann uns keiner nehmen,sie sind für immer in unseren Herzen eingebrannt!ich habe auch einen Bruder der sich nicht mehr meldet,aber ich glaube es ist einfach Angst und Unverständnis damit umzugehen,die meisten Menschen verdrängen soetwas einfach aus Angst.aber uns muss auch immer klar sein das es nicht zu ändern ist,das der Tod ein untrenbahrer Bestandteil des Lebens ist und jeder Mensch dies durchmachen muss früher oder später wird sich jeder darüber klar,das unser leben begrenzt ist für eine bestimmte Zeit.dein Vater wird in dir weiterleben denn du bist dein Vater du bist von seinem Fleisch und seinem Blut sein Geist lebt in dir weiter!wenn dir etwas gefält wird es auch deinem Vater gefallen,egal wo du bist ihr seid immer zusammen ihr macht alles gemeinsam.wahre liebe ist unsterblich und unzertrennlich.vergis das nie!lies mal das buch von elisabeth kübler Ross der Tod und das leben danach,dann wird dir klar werden das es keinen Tod gibt sondern nur eine zustandsänderung und wir uns alle Wiedersehen werden!ich wünsche dir alles gute.bis bald hier im Forum!
 

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