I
incógnita
Gast
Hallo Ihr,
bevor ich erzähle, worum es mir mit diesem Thread geht, eines vorweg: Mir ist durchaus klar, wie unglaubwürdig das hier erscheinen mag. Wer mir nicht glauben kann oder will, der soll es lassen, sei aber auf die Anonymität dieses Forums hier verwiesen. Anonymität ist genau das, was ich suche, deshalb hätte ich auch nichts davon, mich hier irgendwie zu profilieren. Ich suche einfach nur verschiedene Meinungen, ernst gemeinte Ratschläge, Menschen, die nicht gleich urteilen, sondern zuhören. Es gibt niemanden, mit dem ich über das hier sprechen kann, nur deshalb mache ich das hier…
Nun zu meinem Problem..
Ich bin fast 23 Jahre alt, Studentin und eigentlich eine ganz normale junge Frau. Na ja, was normal ist, das weiß wohl niemand so genau..
Seit nun mehr fast 2 Jahren bin ich verliebt in eine Frau, die älter ist als ich und mit beiden Beinen fest im Leben steht. Auch das sollte einem aus heutiger Sicht ja eigentlich keine Schwierigkeiten mehr bereiten.
Das eigentliche Problem ist, dass niemand von unserer Liebe weiß, bis auf eine Person – eine enge Mitarbeiterin meiner Freundin. Die Geheimnistuerei geht nicht von mir aus, sondern von ihr.
Das liegt daran, dass sie sehr auf ihr „Image“ achtet. Es ist so, dass sie ein wenig bekannter ist als die Otto-Normal-Frau von nebenan. Nicht jeder kennt ihren Namen, aber viele ihr Gesicht, auch wenn sie vielleicht nicht wissen, woher oder zumindest erst einmal darüber nachdenken müssen.
Dazu kommt, dass sie nicht in Deutschland wohnt und wir uns nur alle paar Wochen sehen können, wenn sie in der Nähe ist oder ich die Möglichkeit habe, zu ihr zu reisen. Meistens ist Letzteres der Fall. Da ich als Studentin nicht gerade in Geld schwimme, muss all das immer von ihr organisiert werden. Wir treffen uns außerdem meistens in Hotels, weil sie eine unglaubliche Angst hat, dass alles raus kommt.
Dass die ganze Situation für mich nicht gerade leicht ist, kann man sich vielleicht vorstellen. In den fast zwei Jahren unserer Beziehung war sie gerade zweimal in meiner Wohnung und auch das nur in einer „Nacht und Nebel“-Aktion.
Niemand darf von uns wissen, sie achtet penibel darauf und legt gelegentlich sogar selbst falsche Spuren, damit auch ja niemand dahinter kommt.
Bisher kam ich gut klar, das Wichtigste war, dass ich sie hatte. Mittlerweile komme ich aber in ein Alter, in dem meine Freunde anfangen, sich „richtig“ zu binden, mich andauernd fragen, wann denn mein/e Mr./Mrs. Right endlich auftaucht. Auch meine Eltern haken ständig nach. Ich muss mein ganzes Umfeld immerzu belügen, mir immer neue Ausreden ausdenken, warum ich mitten im Semester „mal eben“ 3-4 Tage verreise oder an dem und dem Wochenende nicht in der Stadt bin oder einfach keine Zeit für Freunde und Familie habe.
Meine engsten Freunde merken mir sowohl meine Verliebtheit als auch meine gelegentlichen Phasen von Liebeskummer an und ich weiß bald nicht mehr, wie ich es weiter verschweigen soll..
Wenn ich SIE darauf anspreche, reagiert sie panisch. Es gab bereits Gerüchte um ihre eventuelle Homosexualität, auf die sie aber schlichtweg nie reagierte. Sie bemüht sich stets, dass von ihrem Privatleben nichts nach außen dringt, hat aber dennoch Angst, dass sich Fotos o.ä. auf Dauer nicht vermeiden lassen, wenn sie offiziell mit mir zusammen ist.
Ich liebe sie sehr und bin mir auch ihrer Gefühle für mich sehr sicher, aber ich leide zunehmend mehr unter der ganzen Situation. Es belastet mich, dass ich meine Sorgen nicht teilen kann. Wir telefonieren und mailen sehr oft, sie hat Verständnis, tröstet mich, versucht mich aufzubauen. Aber trotzdem wird sich so schnell, wenn überhaupt irgendwann, nichts an unserer Situation ändern. Ich habe einfach Angst vor dieser Zukunft, in der doch nichts gewiss ist. So selten kann ich sie sehen und WENN, dann verstecken wir uns. Wie gerne würde ich uns als ganz normales Paar sehen, mit ihr ins Kino oder ins Restaurant gehen, an den See fahren, im Park spazieren gehen, ja einfach nur ein Foto von ihr in meinem Wohnzimmer aufstellen. Mir fehlt „Alltag“.. Sehr sogar..
Ich weiß nicht, wie das alles weitergehen soll und ob ich es aushalte, darauf zu warten und zu hoffen, dass ihre „Karriere“ irgendwann zu Ende geht und sie endlich offen leben kann. Aber ich will sie auch unter keinen Umständen verlieren..
Ich weiß nicht, warum ich das hier jetzt ins Internet stelle.. Wahrscheinlich lockt mich die Anonymität und der Wunsch, meine Probleme mit jemandem teilen zu können. Eben ein kleines Stück Normalität.
Falls es jemand geschafft hat, diesen ellenlangen Post ganz zu lesen und sich irgendwie äußern möchte – bitte tut das.. Ich bin dankbar für jede Meinung, jeden Rat..
Grüße in die Nacht…
incógnita
bevor ich erzähle, worum es mir mit diesem Thread geht, eines vorweg: Mir ist durchaus klar, wie unglaubwürdig das hier erscheinen mag. Wer mir nicht glauben kann oder will, der soll es lassen, sei aber auf die Anonymität dieses Forums hier verwiesen. Anonymität ist genau das, was ich suche, deshalb hätte ich auch nichts davon, mich hier irgendwie zu profilieren. Ich suche einfach nur verschiedene Meinungen, ernst gemeinte Ratschläge, Menschen, die nicht gleich urteilen, sondern zuhören. Es gibt niemanden, mit dem ich über das hier sprechen kann, nur deshalb mache ich das hier…
Nun zu meinem Problem..
Ich bin fast 23 Jahre alt, Studentin und eigentlich eine ganz normale junge Frau. Na ja, was normal ist, das weiß wohl niemand so genau..
Seit nun mehr fast 2 Jahren bin ich verliebt in eine Frau, die älter ist als ich und mit beiden Beinen fest im Leben steht. Auch das sollte einem aus heutiger Sicht ja eigentlich keine Schwierigkeiten mehr bereiten.
Das eigentliche Problem ist, dass niemand von unserer Liebe weiß, bis auf eine Person – eine enge Mitarbeiterin meiner Freundin. Die Geheimnistuerei geht nicht von mir aus, sondern von ihr.
Das liegt daran, dass sie sehr auf ihr „Image“ achtet. Es ist so, dass sie ein wenig bekannter ist als die Otto-Normal-Frau von nebenan. Nicht jeder kennt ihren Namen, aber viele ihr Gesicht, auch wenn sie vielleicht nicht wissen, woher oder zumindest erst einmal darüber nachdenken müssen.
Dazu kommt, dass sie nicht in Deutschland wohnt und wir uns nur alle paar Wochen sehen können, wenn sie in der Nähe ist oder ich die Möglichkeit habe, zu ihr zu reisen. Meistens ist Letzteres der Fall. Da ich als Studentin nicht gerade in Geld schwimme, muss all das immer von ihr organisiert werden. Wir treffen uns außerdem meistens in Hotels, weil sie eine unglaubliche Angst hat, dass alles raus kommt.
Dass die ganze Situation für mich nicht gerade leicht ist, kann man sich vielleicht vorstellen. In den fast zwei Jahren unserer Beziehung war sie gerade zweimal in meiner Wohnung und auch das nur in einer „Nacht und Nebel“-Aktion.
Niemand darf von uns wissen, sie achtet penibel darauf und legt gelegentlich sogar selbst falsche Spuren, damit auch ja niemand dahinter kommt.
Bisher kam ich gut klar, das Wichtigste war, dass ich sie hatte. Mittlerweile komme ich aber in ein Alter, in dem meine Freunde anfangen, sich „richtig“ zu binden, mich andauernd fragen, wann denn mein/e Mr./Mrs. Right endlich auftaucht. Auch meine Eltern haken ständig nach. Ich muss mein ganzes Umfeld immerzu belügen, mir immer neue Ausreden ausdenken, warum ich mitten im Semester „mal eben“ 3-4 Tage verreise oder an dem und dem Wochenende nicht in der Stadt bin oder einfach keine Zeit für Freunde und Familie habe.
Meine engsten Freunde merken mir sowohl meine Verliebtheit als auch meine gelegentlichen Phasen von Liebeskummer an und ich weiß bald nicht mehr, wie ich es weiter verschweigen soll..
Wenn ich SIE darauf anspreche, reagiert sie panisch. Es gab bereits Gerüchte um ihre eventuelle Homosexualität, auf die sie aber schlichtweg nie reagierte. Sie bemüht sich stets, dass von ihrem Privatleben nichts nach außen dringt, hat aber dennoch Angst, dass sich Fotos o.ä. auf Dauer nicht vermeiden lassen, wenn sie offiziell mit mir zusammen ist.
Ich liebe sie sehr und bin mir auch ihrer Gefühle für mich sehr sicher, aber ich leide zunehmend mehr unter der ganzen Situation. Es belastet mich, dass ich meine Sorgen nicht teilen kann. Wir telefonieren und mailen sehr oft, sie hat Verständnis, tröstet mich, versucht mich aufzubauen. Aber trotzdem wird sich so schnell, wenn überhaupt irgendwann, nichts an unserer Situation ändern. Ich habe einfach Angst vor dieser Zukunft, in der doch nichts gewiss ist. So selten kann ich sie sehen und WENN, dann verstecken wir uns. Wie gerne würde ich uns als ganz normales Paar sehen, mit ihr ins Kino oder ins Restaurant gehen, an den See fahren, im Park spazieren gehen, ja einfach nur ein Foto von ihr in meinem Wohnzimmer aufstellen. Mir fehlt „Alltag“.. Sehr sogar..
Ich weiß nicht, wie das alles weitergehen soll und ob ich es aushalte, darauf zu warten und zu hoffen, dass ihre „Karriere“ irgendwann zu Ende geht und sie endlich offen leben kann. Aber ich will sie auch unter keinen Umständen verlieren..
Ich weiß nicht, warum ich das hier jetzt ins Internet stelle.. Wahrscheinlich lockt mich die Anonymität und der Wunsch, meine Probleme mit jemandem teilen zu können. Eben ein kleines Stück Normalität.
Falls es jemand geschafft hat, diesen ellenlangen Post ganz zu lesen und sich irgendwie äußern möchte – bitte tut das.. Ich bin dankbar für jede Meinung, jeden Rat..
Grüße in die Nacht…
incógnita