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sexueller missbrauch? verdrängt?

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verwirrter Gast

Gast
Hallo alle miteinander,

zurzeit bin ich vollkommen verwirrt. Seit mehreren Jahren befinde ich mich in Pychologischer Betreuung. Bei mir wurden unter anderem Borderlinestrukturen, Depressionen und Strukturen von dissoziativen Störungen diagnostiziert. Auf Grund meiner unbegründeten Wut gegen Männer vorallem dominanten, hatte mein Psychologe schon einmal einen missbrauchsverdacht. Im Laufe der Therapie wurde nie ein Auslöser für meine unbegründete Wut gefunden. Allerdings kam immer mehr zum Vorscheinen, dass ich unter gar keinen Umständen wehrlosigkeit ertragen kann oder demütigung und sehr schnell Kleinigkeiten als persönlichen Angriff wahrnehme und darauf aggressiv Reagiere. Gestern habe ich ihm dann von meinen Jahrelangen Alpträumen im Kindesalter erzählt, die selbst nun noch auftreten. Zwar sehr selten aber immer wieder. Es sind immer wieder die gleichen Träume bzw. Traumfiguren die mich verfolgen. Mein Psychologe meinte, dass gerade diese Figuren häufiger bei missbrauchs Opfer auftreten und das ein missbrauch auch meine Störungen hervorrufen kann. Bis heute hatte ich nur hin und wieder über diese Träume gegrübelt und wenn sie aufhörten dann war das Nachdenken darüber auch weg, solange bis sie wieder kamen. Und meine Unfähigkeit zur Sexualität, eine Beziehung einzugehen und sowas hätte ich einfach mit meiner negativen Einstellung Beziehungen gegenüber erklärt. Aber nun bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Kann es wirklich sein, dass ich sowas im Kindesalter erlebt habe? Und vorallem kann ich das so sehr verdrängt haben, dass ich mich an absolut gar nichts mehr erinnern kann und "nur" meine Verhaltenstörungen und Alpträume übergeblieben sind? Das mein Verhalten gegenüber Männern, Beziehungen, Sexualität und wehrlosigkeit nicht normal ist weiß ich ja, habe ich mittlerweile ja auch realisiert. Aber ich ein missbrauchs Opfer? Und ich habe absolut keine Erinnerungen an sowas? Ich bin so durcheinander und fühle mich so eckelhaft. Was soll ich nur tun?
Danke schonmal im vorraus für eure Antworten
 
Kann es wirklich sein, dass ich sowas im Kindesalter erlebt habe? Und vorallem kann ich das so sehr verdrängt haben, dass ich mich an absolut gar nichts mehr erinnern kann und "nur" meine Verhaltenstörungen und Alpträume übergeblieben sind? Das mein Verhalten gegenüber Männern, Beziehungen, Sexualität und wehrlosigkeit nicht normal ist weiß ich ja, habe ich mittlerweile ja auch realisiert. Aber ich ein missbrauchs Opfer? Und ich habe absolut keine Erinnerungen an sowas?
Hallo verwirrter Gast🙂

So wie ich das alles lese, glaube ich schon, dass da was dran liegen kann. Wenn du sehr klein warst, kann es sein, dass du dich an manchen Sachen nicht erinnern kannst.

Auch wenn man sich an etwas dramatisches von unsere Kindheit nicht erinnern kann, reagiert der Körper mit den Jahren trotzdem mit psychosomatische Beschwerden oder es entwickeln sich Verhaltenstörungen und Alpträume, so wie es bei dir ja ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich denke, die gute Nachricht ist, es gibt Symptome, also muss es auch eine Ursache geben. Dass ein Missbrauch welcher Art auch immer stattfand, davon kannst du ausgehen.

Nun ist aber Mensch nicht gleich Mensch und es gibt keine Tabelle, in der man ablesen könnte, dass jenes Symptom jener Ursache entspricht. Jeder reagiert anders.

Ja, man kann Erinnerungen an sexuellen Missbrauch völlig verdrängen. Aber das heißt noch nicht, dass es bei dir auch so sein muss.

Wichtiger als die genaue Ursache zu finden, wäre es für dich im Moment erst einmal anzuerkennen und zu verarbeiten, dass du in deiner Kindheit ein traumatisches Erlebnis hattest.

Dann solltest du dich selbst mal in den Mittelpunkt stellen und dich fragen, was für ein Mensch du bist. Ich zum Beispiel reagiere sehr heftig auf Ungerechtigkeiten. Wenn es mir selbst passiert, fühle ich mich ausgeliefert und hilflos und das kann bei entsprechender Schwere der Situation zu einem Trauma führen. Heute nicht mehr langanhaltend und nachwirkend, und jetzt da ich in der Therapie mal auf den Auslöser meiner Zusammenbrüche gekommen bin, kann ich es besser verkraften, aber als Kind muss das für mich erschreckend gewesen sein.

Ich wurde als Kind isoliert, über Tage und manchmal Wochen in dunklen Räumen weggesperrt. Heute weiß ich, die Isolation war nicht das eigentlich traumatische. Ich hatte psychische Mechanismen, mit denen ich das gut abfangen konnte. Tatsächlich ist das alles so traumatisch für mich gewesen, weil es ungerecht und unfair war. Das kann ich nur schwer verarbeiten.

Ich würde mich an deiner Stelle nicht auf den sexuellen Missbrauch festlegen lassen und auch nicht krampfhaft in der Erinnerung danach suchen. Wenn du soweit bist und die Seele entschieden hat, dass du damit umgehen kannst, wird die Erinnerung von allein kommen. Man hat ein ziemlich gutes Gefühl dafür, was wahr ist und was nicht. Vertrau deinem Herzen.


Meine Meinung zum Thema 🙂.


Tuesday
 
Hallo!

Mich würde interessieren was für Traumbilder das sind, von denen Dein Psychologe meint, dass diese typisch wären, bei sexuellem Missbrauch? Kannst es mir ja per PN schreiben wenn Du es hier nicht sagen willst. Also das wäre für mich sehr wichtig zu erfahren, denn ich habe mal eine Threapie angefangen, aber nach einigen Monaten abgebrochen, eben weil mein Psychologe auch die ganze Zeit immer wieder damit ankam, dass bei mir sehr vieles auf sexuellen Missbrauch in sehr früher Kindheit deutet, den ich absolut verdrängt habe. Ich hatte auch mal eine Situation, wo ich einen Film gesehen habe, in dem eine Szene gezeigt wurde, wo eine Frau missbraucht wurde..und plötzlich hatte ich ein panisches Gefühl und ein Gefühl als würde etwas von mir Besitz ergreifen, so wie eine grosse betäubende Lawine die losgetreten wird und ich hab immer mehr Panik bekommen, aber richtig extrem, hab hyperventiliert, etc.! So als würde mir mit einem Schlag etwas bewusst werden WOLLEN..aber ich hab mich dann ganz doll angestrengt wieder Herr der Lage zu werden und nach ca. 20 Minuten intensiven Kämpfens mit mir selbst ging es wieder. Während das alles passierte hatte ich sowas wie eine zweite Ebene in mir.. die das alles von aussen betrachtet und währenddessen einen Schmerz, bei dem ich dachte, wenn Du diese Lawine rollen lässt wirst Du das nicht überleben/ertragen. Aber ich habe mir dann später gedacht dass ich mir das bestimmt nur eingeredet hab und habe mich auch intensiv an meine Kindheit erinnert, Verhältnisse zu Personen beleuchtet, und da kam nur zum Ergebnis, dass das ABSOLUT nicht sein kann. Aber interessieren würde es mich sehr, welche Traumbilder typisch sind, denn ich hatte auch eine sehr lange Zeit mit ganz verstörenden und verängstigenden Träumen in meiner Kindheit zu tun. Von frühen Kindesbeinen an bis ungefähr zum Beginn meiner Pubertät.
 
Hallo,

vielen Dank erstmal für eure Antworten.

Ich bin jetzt seit 3 Jahren in Therapie und lehnte den missbrauchsverdacht anfangs sehr wiederspenstig ab. Allerdings wurde bei mir nie ein "Auslöser" für mein anders sein gefunden und ich kämpfe ganz schön damit nicht zu wissen, warum ich eigentlich so anders bin und mich so anders Verhalte. Meine Therapie läuft bald aus und das Problem daran ist, dass eigentlich noch so vieles ausgesprochen werden müsste so kamen z.B. meine neurotischen Zwänge erst nach 2 1/2 Jahren Therapie zum Vorscheinen. Mir war sowas Anfangs nie bewusst, dass mein Verhalten in bestimmten Situationen nicht normal war. So unter anderem auch mein Verhalten zu Männern und noch mehreren weiteren Dingen. Ich neige öfters dazu meine Gefühle einfach wegzulassen und mich zu sehr nach dem Suchen auf Antworten festzubeißen, wie man sicherlich bemerkt hat. Wenn ich mittlerweile schon soweit bin missbrauch in erwägung zu ziehen sollten dann nicht auch bald erinnerungen kommen? Sicherlich wird es alles andere als angenehm werden, aber diese Unsicherheit frisst mich einfach auf, nicht zu wissen warum ich mich so Verhalte. Ich denke ich bin soweit solche Erinnerungen auszuhalten, da dann wenigstens dieses große Fragezeichen in meinem Leben verschwindet. Außerdem habe ich ja noch Hilfe mit so etwas umzugehen, nur wenn das auch bald zu Ende ist und ich wieder alleine da stehe und dann erst Errinnerungen hoch kommen sollten.. Das wäre sicherlich wieder etwas wo ich mich in ein tiefes Loch stürzen und nicht mehr klar kommen würde. Zumindest für eine lange Zeit. Ich weiß, dass ich irgendetwas erlebt haben muss was mich traumatisiert hat und vieler prägender Situationen bin ich mir auch bewusst. Aber gerade eine der Grundlegensten Sachen auf die ich immer wieder treffe und was immer noch keine Erklärung vorweist. Ich bin einfach nur besorgt, teilweise bei dem Gedanken an missbrauch fühle ich mich einfach nur eckelig und angewiedert andererseits akzeptiere ich die Tatsache, dass sowas vorgefallen sein kann. Es hat mich schließlich zu der gemacht die ich heute bin. Abgesehen davon könnte ich nun sowieso nichts mehr ändern. Ich denke momentan quält mich einfach die Ungewissheit. Sicherlich hört es sich total bescheuert an, aber da stelle ich leider automatisch meine Gefühle in den Hintergrund. Zum Glück bekomme ich da gute Hilfe von meinem Psychologen, dass ich langsam lerne meine Gefühle nicht immer als Schutzmechanismus wegzusperren und dafür nur den Verstand alles regeln zu lassen.
 
Zitat: Dass ein Missbrauch welcher Art auch immer stattfand, davon kannst du ausgehen.

Und das kannst du übers Internet, ohne weitere Hintergrundinformationen, wissen? Warst du dabei? Hast du die Taschenlampe gehalten, oder woher glaubst du das wissen und beurteilen zu können? Oder verfügst du über hellseherische Fähigkeiten?

Na, dann gibt es doch genügend Zeugen: Der Therapeut war wohl offensichtlich beim "Missbrauch" auch dabei, du warst offensichtlich auch dabei, ... jetzt müsst ihr euch nur noch jemandem suchen, dem ihr einen Missbrauch anhängen könnt. [...]
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo, ich bin selbst ein missbrauchsopfer (ca. 14 jahre mit einer versuchten vergewaltigung und stalking) und kann zu deiner problematik sagen, dass ich meinen missbrauch insofern verdrängt habe, dass ich jahrelang nie irgendwelche psychische beschwerden hatte. gut, ich hatte jahrelang unter beschwerden im unterleib gelitten, diese aber auf grund von nichtwissen als organische beschwerde empfunden und bin daher auch aus angst erst mit 25 zum frauenarzt gegangen, die dann den missbrauch aufdeckte (unterleibsschmerzen waren sogenannte psychosomatische störungen) und ich nach meinem besuch plötzlich selbstmordgedanken bekam.

es soll aber weitere merkmale geben, die auf einen missbrauch hinweisen.
als ich vor kurzem im krankenhaus war und wir rückenschule hatten, meinte die therapeutin, dass wir die luft tief in den rücken pusten sollen. das habe ich auch gemacht, doch plötzlich empfand ich mich innerlich unsauber, es war einfach ein unangenehmes gefühl. dann ist es wohl so, dass phänomene wie zucken der gliedmaßen sowie das gefühl, man denkt, es kommt, beim augenschließen, auf einem etwas zu, hinweis auf einen missbrauch sind.

ich habe auch mal gehört bzw. gelesen, weiß leider nicht mehr wo, dass viele sich an einen missbrauch nicht mehr erinnern können.
 
Hallo,

ich denke, du solltest nicht krampfhaft versuchen, dich daran zu erinnern, obwohl es evtl. nicht einmal stattgefunden hat. Das tut dir vermutlich eher schlecht als gut, ganz abgesehen davon, dass das sicherlich nicht funktioniert.

Wieso nicht heute und jetzt rausgehen, was Schönes erleben, das alles unbedeutend machen kann, was vllt. irgendwann mal gewesen ist oder sein könnte? Neues erleben, heute und in Zukunft, was der Vergangenheit keine Macht mehr gibt?

Ich kann deinen Wunsch, dich an Ursachen für dein Verhalten zu erinnern, um es verstehen und vielleicht ändern zu können, übrigens sehr gut nachvollziehen, weil ich es selbst kenne. Allerdings hab ich damit die Erfahrung gemacht, dass das eher ungesund für mich war, mich nur noch mehr verwirrt hat.

Wie bereits geschrieben wurde, solltest du deine Seele entscheiden lassen, ob und wann sie sich an irgendein Trauma erinnern möchte. Das wird passieren, wenn dein Unterbewusstsein bereit dazu ist, etwas bisher zu Belastendes ins Oberbewusstsein zu holen, um es zu verarbeiten. Es kann, nehme ich an, auch sein, dass viele schöne neue Erlebnisse in der Zukunft und Gegenwart viele schlechte Alte so unbedeutend machen, dass deine Seele gar kein Interesse mehr daran hat, sich nun noch mit irgendwelchen zurückliegenden Traumata zu beschäftigen, weil sie eh keinen Wert mehr haben werden.

Ich wünsche und hoffe alles Gute für dich!

Liebe Grüße
Tristeza
 
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