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Sexuelle Gewalt und Masochismus

  • Starter*in Starter*in Nya
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Nya

Gast
Ich suche durch meinen Beitrag den Rat von Leuten, die allenfalls selber ähnliches wie ich erlebt haben und mir vielleicht Auskunft darüber geben können, wie sie mit dieser "Problematik" umgehen.

Abgesehen von der Frage, ob meine Tendenz zu Masochismus von der erlebten sexuellen Gewalt rührt, oder eine "natürliche" ist, beschäftigt mich zurzeit die Frage, ob es überhaupt "möglich" ist, SM zu praktizieren, wenn man Opfer von sexuellen Übergriffen wurde.
Was sind die Bedingungen dafür, soll man einfach sagen: Es spielt nur eine bedingte Rolle, was die genauen Ursachen für diese Fantasien sind, sie sind da und es ist dies, was mich sexuell erregt?
Oder sollte man versuchen, diese Fantasien mit aller Macht zu verdrängen, sich gänzlich davon zu entfernen versuchen, weil es ein rein selbstzerstörerisches Verhalten ist?
Kann es allenfalls sogar "heilsam" sein, wenn man nach einem sexuellen Trauma SM in einem sicheren Umfeld praktiziert, eine Möglichkeit, damit umzugehen?
Ich weiss, dass diese Verhaltensweise keine gänzlich seltene ist, dass es sogar Menschen gibt, die beim Sex nur zum Orgasmus kommen können, wenn sie die Umstände ihres real erlebten Übergriffes "nachstellen".
Meine real erlebte Vergewaltigung und der sexuelle Missbrauch in meiner Kindheit empfand ich als komplett un-erregend, von Schmerzen und Todesangst geprägt, auch rückblickend noch mit ausschliesslich negativen Gefühlen verbunden.
Wirklich verarbeitet habe ich wohl beides nicht - wäre dies die Bedingung, um diese masochistischen Fantasien allenfalls einmal in der Realität auszuleben? (Was ich bis heute noch nie getan habe.)
Dass das Trauma wirklich aufgearbeitet ist?
"Kann", bzw. "darf" ich als Opfer sexueller Gewalt SM in der Realität leben - oder sollte ich versuchen, mich so stark wie möglich davon zu entfernen und muss es als "krankhafte Verhaltensweise", bzw. als eine Folge der erlebten sexuellen Gewalt betrachten, die dringend therapiebedürftig ist?
 
beschäftigt mich zurzeit die Frage, ob es überhaupt "möglich" ist, SM zu praktizieren, wenn man Opfer von sexuellen Übergriffen wurde.
Was für Dich möglich ist und was nicht, das kannst nur Du selber beantworten. Zum einen als Fachmann/frau in eigener Sache und zum anderen als eigenständige verantwortungsvolle Person.
 
Wärest Du weib. Geschlechtes😉, würde sich die Frage so nicht stellen! Es gäb genügend Situationen im realen Leben, welche als Surrogatbefriedigung vollends ausreichen!
Also masochistischer Mann ist es vermutlich schwieriger.
Mußt schon gesell. anerkannte Vorausleistung erbringen, vorerst, um halbwegs kultivierte Form solcher Fantasien überhaupt erst ausleben zu können.
Hätt ich, bei ner durchschnittlichen Leistung von ein mal wöchendlich meinen Neigungen "gefröhnt" in den, sagen wir letzten zehn Jahren, wäre ich auf die kapitale Summe von ungefähr 560 koitalen Begegnungen gekommen.
Und Dies ist nun die gerings angesetzte Berechnung.
Welch unglaublicher Einsatz!
Bei einer wöchendlichen Leistung von drei mal, wären schon 1680 bei rausgekommen.
Wenn ich nun den täglichen körperlichen Verschleiß berechnen möchte, gänzlich undenkbar!
Also, immer Glück auf!
 
Es gäb genügend Situationen im realen Leben
Genau den gleichen Gedanken hatte ich auch. Das Leben ist doch schon SM genug. Besonders jetzt, bei Schnee & Matsch und klirrenden Minustemperaturen.

Nochwas: Was manche Scheffs veranstalten und der vorauseilende Gehorsam mancher Untergebenen legt auch manchmal den Verdacht nahe, dass diese heimlich still und leise (oder auch nicht still und leise) irgendwelchen therapeutischen Bedürfnisse ausleben.
 
Enttraumatisierung wünscht sich jeder Traumatisierte.....

Ich weiß nicht, ob es heilsam ist einen Alleingang zu starten...die Gefahr besteht, daß sich die Negativität noch verstärkt und tiefer sitzt als bisher....

Wie wäre es wenn Dich an einen Sexualtherapeut/in mit diesen Fragen leicht herantastest? Vielleicht kann er dir einen professionellen Rat geben!?!

Liebe Grüsse.
 
meiner Erfahrung nach führt gewaltvoller Sex bei PTBS (posttraumatischer Belastungsstörung eher zur Manifestation des Traumas und ist ggf reine Autoaggression.

Du solltest dich hier nicht an Laien mit dieser Frage wenden sondern besser einen Psychiater und einen Psychologen aufsuchen die dich mal genauer angucken und dir somit besser einen Rat geben können, bevor du Dinge praktiztierst die dir ggf körperlich und seelisch schaden.

Therapie wäre ohnehin sinnvoll und dort kannst du ja auch alles genau mit einem Therapeuten durchsprechen, also jemandem der dich persönlich kennt und die STabilität deiner Psyche, deine Lebenslage realistischer einschätzen kann.

Ich halte nichts davon hier rum zu spekulieren ohne dich genauer zu kennen. Somit kann man dir an sich nur pauschal raten: hol dir fachärztlichen Rat ein und vermeide es selbst Therapeutin mit zweifelhaften Therapiepraktiken an dir selbst zu spielen. Der Schuss könnte derbe nach hinten los gehen.

Tyra

wie sieht deine Lebenssituation sonst aus? Bist du psychisch stabil und lebst du in stabilen Verhältnissen? Bist du arbeitsfähig und hast nen Job, lebst du in einer festen Beziehung?
Das wären alles Zielpunkte für dich auf die du hinarbeiten solltest.
Traumatisierte Menschen neigen manchmal zu Suchtverhalten und eine Sexsucht, promiskuitives Verhalten gekoppelt an Drogenkonsum bis hin zur Prostitution etc sind oft Folgen von Missbrauchstraumata

Pass also auf auf dich und besprich deine Frage mal mit Leuten vom Fach sprich Psychologen....allet andere bringt wenig.
 
Hallo,

in diesem Forum bist du an der falschen Stelle mit deinen Fragen. Hier tummeln sich jede Menge Möchtegern rum, die zwar nicht die geringste Ahnung von SM haben, aber kräftig mitreden müssen, um es zu verdammen.

Lass dich nicht einschüchtern.

Was Psychologen angeht 🙄. Mir ist über die ganze Zeit, die ich in der Szene war, nicht einmal zu Ohren gekommen, dass jemand dieses Thema gut mit einem Psychologen oder Psychiater besprechen konnte. Die meisten wissen eh nichts über die Neigung und halten sie im besten Fall für krank.

Mit einem Psychologen kannst du den Missbrauch und die Vergewaltigung aufarbeiten. Über den Rest würde ich den Mund halten bzw. das erst ansprechen, wenn du dir wirklich sicher bist, dass du dem Psychologen vertrauen kannst.

Ich kenne einige Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben und trotzdem aber die Neigung hatten. Es ist wohl auch eher so, dass die Neigung angeboren ist. Es gibt viele, die erzählen, dass sie schon in ihrer Kindheit wussten, dass sie anders sind.

Mir persönlich hat das Ausleben meiner Neigung sehr viel geholfen, gerade auch, weil ich selbst Gewaltopfer war. Ich konnte sehr viel des Traumas aufarbeiten. Wohl weil ich in diesen Momenten trotz allem Abgeben von Macht die Kontrolle über die Situation hatte und ich konnte ganz viel Wut und Schmerz in den Sessions loslassen.

Wenn du wirklich wissen willst, wie und ob du das Trauma innerhalb einer BDSM Beziehung welcher Art auch immer aufarbeiten kannst, würde ich dir raten mit Leuten aus der Szene zu sprechen.

Du kannst in Foren gehen oder dich auf der Mailingliste von Lustschmerz anmelden. Dort triffst du auf Menschen, denen es ähnlich geht wie dir und die damit bereits Erfahrungen gesammelt haben. Vielleicht traust du dich später ja auch mal auf Stammtisch zu gehen.


Lass dir von niemandem was reinreden. Höre auf dein Herz und tu das, von dem du das Gefühl hast, dass es dir gut geht.

Und was die Partnerwahl angeht, so ist es eh das Beste, wenn du jemanden aus Szene findest, da die Leute aufeinander aufpassen und dich davor bewahren können an den falschen Top zu geraten.


Tuesday
 
Erstmal muss ich dir echt danken für deinen Beitrag. Ich bin froh das hier jemand das gleiche wie ich hat.

Lass dir nichts einreden.Therapeuten haben auch nicht auf alles eine Antwort.
Ich selber lebe meine Vorlieben mit meinen Mann aus.
Ich bin selber Opfer.
Ich habe meinen Mann auch damals erzählt was in meiner Vergangenheit war.
Es war für mich aber sehr schwierig am Anfang ihn von meiner Vorliebe zu erzählen.
Nicht mein Mann war der Täter also kann ich auch meine sexuellen Wünsche mit ihm ausleben.
Ich bin froh, dass ich es nicht verdrängt habe und meinen Mann letztendlich doch davon erzählt habe.
Es ist befreiender für mich und bestimmt auch für dich.
Ich kann mir schon vorstellen das du denkst, ich habe schreckliches erlebt und dann habe ich auch noch solche vorlieben.
Aber das ist nicht schlimm.

Lass dir ganz liebe Grüße da
 
naja verallgemeinern kann man nichts...es gibt solche und solche Fälle, einige verarbeiten es gut und haben halt spezielle Vorlieben beim Sex, andere haben nicht genug verarbeitet und reißen sich und andere mit speziellen Vorlieben runter....

Daher rate ich erneut auf jeden Einzelfall bezogen einfach lieber nen Fachmann, sprich Psychologen vor Ort fragen der einen genauer kennt und die jeweilige Situation besser beurteilen kann.

Ich finde es auch wie diaries es beschrieb vorteilhaft auf jeden Fall mit dem Sexualpartner offen über die persönliche Vorgeschichte zu reden...das ist an sich normal und nur fair sich selbst und auch dem Partner gegenüber.

Tyra
 
Ich danke euch für eure Antworten.

Insbesondere Tuesday und Diaries (Tyra - deine Antworten sind grundsätzlich und zu jeder Frage immer sorgfältig und konstruktiv) - was man ja mit einer Fragestellung in einem solchen Forum sucht, ist sicherlich meist zu einem grossen Teil mal verstanden zu werden und dass ihr euch hier "offenbart" habt, war für mich sehr hilfreich.

Ich denke, eine sehr starke Ursache für meine masochistische Neigung ist jene, dass ich im Grunde genommen keine Verantwortung übernehmen möchte für meine "Perversität", auch nur meine Sexualität.
Und wenn ich sozusagen einfach die Verantwortung abgebe und das mache, was der Mann will - oder er es sich einfach nimmt, dann bin ich sozusagen nicht "Schuld" an meiner Perversität.
Denn ja - ich fühle mich abnormal, ich finde mich in gewisser Weise auch krank.
In meinem Kopf bestehen zu einem Teil weit so Vorstellungen, Überzeugungen, wie eine "anständige" Frau zu sein hat und wie sie ihre Sexualität zu handhaben hat: Eine anständige Frau hat keusch zu sein, sie soll eigentlich überhaupt keinen sexuellen Trieb haben - und falls sie diesen doch hat, so soll sie ihn definitiv unter Verschluss halten, sich darum bemühen, diesen zu kontrollieren.
Eine anständige Frau sollte eigentlich gänzlich asexuell sein, sie hat, wenn dann überhaupt, nur völlig "harmlosen" Sex und schon wenn sie ihrem festen Lebenspartner in den eigenen vier Wänden einen bläst, ist das eigentlich "fragwürdig".
Wenn ich mich selber so lese, kann ich im Grunde genommen kaum fassen, was ich da rauslasse und frage mich, woher diese Vorstellungen kommen - ich bin gegen aussen hin sehr aufgeschlossen, rede auch gerne und ohne Hemmungen über Sex und ich wurde von meinen Eltern sehr liberal und offen erzogen, früh aufgeklärt.
Aber schon wenn ich den Penis eines Mannes anfassen soll, überfordert mich das eigentlich und ich komme mir fast augenblicklich pervers vor.
Cunnilingus verabscheue ich fast schon, es löst beinahe eine Art Aggression in mir aus, wenn ein Mann dies tut.

Ich war sechs Jahre alt, als ich einen sexuellen Übergriff erlebt habe.
Er war ein Jugendlicher, selber noch ein halbes Kind, vielleicht vierzehn Jahre alt.
Er hat sich mit meiner Hand befriedigt und danach versucht, den Geschlechtsakt zu vollziehen - was ihm letztendlich nicht gelang.
Als ich nach Hause lief, mit schmutzigen Kleidern und voll von grosser Angst, was ich meiner Mutter sagen sollte wegen meinem verspäteten nach Hause kommen, manifestierte sich in meinem Kopf diese Gedanken: Du weisst, weshalb er das mit dir gemacht hat. Warum er gerade dich gefragt hat, ob du mit ihm spielen willst. Weil er es gesehen hat, weil er gewusst hat, dass du böse bist, dass du schmutzig bist. Verdorben. Er hat es gewusst, das war der Grund.
Ich sagte meiner Mutter nichts.
Zum einen hatte er mir gedroht, dass er, falls ich irgendjemandem etwas erzähle "immer wieder komme und es noch viel schlimmer mache, mir noch viel mehr weh tue" - und zum anderen, weil ich wie erwähnt glaubte, das Ganze sei eben doch meine Schuld gewesen. Ich hätte etwas Böses getan - und ich hätte ja auch mitgemacht bei dem Ganzen. Ich hatte mich nicht gewehrt, ich glaube, auch nicht geweint - ich war wie erstarrt aus Angst und Scham.
Ich hab währenddessen immer wieder gedacht: Warum sagst DU nicht, dass du es allen erzählen wirst, wenn er nicht aufhört?
Aber ich sagte nichts.
Ich habe mich im Stich gelassen.

Von diesem Zeitpunkt an spaltete sich ein Teil meines Inneren ab - der "böse" Teil.
Eine Seite voller Dunkel, Chaos, Verwirrung, Wut.
Ich wurde ein sehr verstörtes Kind, ich verdrängte das Erlebte gänzlich und die Erinnerung kam erst zurück, als ich Dreizehn war und mich das erste Mal ein Junge berührte, bzw. wohl eher bedrängte.
Ich entwickelte eine überdurchschnittlich starkes Interesse an Sex, ich war ein frühreifes Kind, ich kann mich erinnern, dass ich teilweise fast zwanghaft masturbierte - und dabei fast ausnahmslos Fantasien hatte von Schmerz, seltsamerweise von Würmern, die gequält und aufgespiesst wurden.
Ach Gott, ist das krank.

Später war es dann so, vor allem auch nach der Vergewaltigung, als ich Achtzehn war, dass ich einen regelrechten Hass auf Männer entwickelte, die "schwach" und "erbärmlich" wirkten.
Dies vielleicht schon auch aus dem Grund, weil mein V*** im Grunde genommen so durch und durch erbärmlich war.
Und dies im Nachhinein einen riesigen Hass in mir drinnen erzeugt hat, dass jemand, der so viel "dümmer" ist als ich, so viel ungebildeter, ein asozialer Komplett-Versager einfach nur durch seine körperliche Überlegenheit die Möglichkeit hatte, mir dies anzutun.
Es ist halt extrem schwierig, mit diesem Hass umzugehen, diesem Selbsthass, bestehend aus dem Gefühl, sich dem V*** letztendlich dann doch "unterworfen" zu haben.
Ich weiss nicht, ob es Frauen gibt, die sich wirklich wehren bis zum Schluss des Ganzen - aber bei mir kam dann einfach irgendwann der Punkt, wo ich halt aufgegeben habe, wo ich einfach nicht mehr konnte, keine Kraft mehr hatte, keine Schläge mehr wollte, meinen Kopf nicht mehr ins Kissen gedrückt kriegen wollte und dabei glauben zu müssen, ich ersticke jetzt, nicht noch mehr Schmerzen, weil ich mich "unten" versucht habe zu verwehren.
Vielleicht war es die richtige Entscheidung - ich denke, er hätte so lange nicht aufgehört, bis er das, was er wollte, halt gekriegt hat.
Aber da bleiben diese Zweifel, diese Schuldgefühle: Du hättest nicht aufgeben dürfen, du hättest dich einfach NOCH MEHR wehren müssen, VIELLEICHT hätte er ja doch aufgehört.
Dieses: "Ich würde lieber sterben, als mich vergewaltigen zu lassen!"

Jedenfalls ist es doch eigentlich seltsam, dass ich mich jetzt eben genau nach Männern sehne, oder von ihnen sexuell angezogen werde, die irgendwie eine sehr dominante, aggressive Ausstrahlung haben - es müsste doch eher so sein, dass ich nach dem Erlebten nach ganz "weichen", "sensiblen" Männern suche.
Mein langjähriger Partner ist ein durch und durch rücksichtsvoller, zärtlicher, einfühlsamer Liebhaber - frei von jeder Dominanz oder gar Aggressivität.
Der Sex mit ihm ist schön und nicht unbefriedigend - doch die Fantasien bleiben.
Dass ich sie jemals mit ihm ausleben könnte, ist ausgeschlossen.
Ich habe mehrmals den Versuch gemacht, das Gespräch in diese Richtung zu lenken... Und jedes Mal schnell abgebrochen.
Er findet das alles "krank" und völlig primitiv und ich habe dann jedes Mal solche Angst, dass er von mir denkt ich sei völlig abnormal, dass ich aufhöre.
Er ist der einzige Mensch, der vollumfassend Bescheid weiss über meine Geschichte.
Es hat sehr lange gedauert, bis wir überhaupt "normal" miteinander schlafen konnten, ohne, dass ich mich dabei völlig verkrampft habe, Schmerzen hatte.
Und somit ist es eigentlich auch logisch, dass er das gar nicht "kann" - er kann mir nicht weh tun, er hat sich immer so sehr bemüht, mir nach all dem Erlebtem eben keinesfalls irgendwie aggressiv gegenüber zu treten, er würde mich noch nicht mal anschreien, mich auch niemals beschimpfen oder so.
Das allein ist dann ja also schon das andere grosse Problem: Ich lebe in einer festen Beziehung und habe einen Partner, der mich über alles liebt, umsorgt, auf mich eingeht - und das soll ich alles über den Haufen werfen, nur um mal meine - "kranken", oder allenfalls schädlichen - Fantasien auszuleben?

Natürlich kann ich irgendwie "so" leben - halt einfach mit diesen Fantasien im Kopf, die ich vielleicht mal bei der Selbstbefriedigung auslebe, oder wenn ich mit meinem Freund schlafe, mir halt gewisse Dinge vorstelle.
Aber gleichzeitig leide ich darunter, diesen Teil meines Ichs ständig so unterdrücken zu müssen - und es ist wie eine Art gestauter Energie, Energie, die sozusagen in die falsche Richtung läuft, mich blockiert, behindert und wo ich denke, dass sie, in der richtigen Weise frei gesetzt, eben auch sehr positiv und konstruktiv sein könnte!

Aber zum einen kann ich mir das halt einfach so überhaupt nicht vorstellen, dass es wirklich solche "Doms" gibt, die einem dann auch wirklich auffangen, schauen, dass sie einem nicht wirklich verletzen und sorgfältig mit einem umgehen - und zum anderen habe ich einfach solche Angst, dass ich mich dann vielleicht auf so etwas einlassen würde und dass ich, wenn ich dann dabei Lust empfinden würde, mich im Nachhinein eben abgrundtief dafür hassen und verachten würde!

Ich habe schon einige Mal in solche BDSM Foren geschaut... Und mich auch schon über diesen Stammtisch informiert...
Aber um da wirklich hinzugehen - auch noch alleine - fehlt mir letztendlich dann doch der Mut...
Therapien hab ich viele gemacht, keine davon war erfolgreich, leider eher im Gegenteil.
Dennoch habe ich mir nun einen Ruck gegeben und suche zurzeit wieder nach Jemandem, mit dem ich allenfalls doch zumindest mal einen Teil meiner Schwierigkeiten besprechen könnte - vor allem gerade im Bezug auf die erlebte sexuelle Gewalt.
Vielleicht würde sich durch die wirkliche Aufarbeitung des Traumas ja auch schon viel verändern, diese Fantasien auch weniger selbstzerstörerisch werden.
Denn jetzt hat es meines Empfindens nach schon auch sehr viel damit zu tun: Es ist wie eine Art Selbstverletzung, ich will, dass man mir weh tut, ich will, dass man mich bestraft.
Und falls sie danach dennoch weiterhin vorhanden wären, könnte ich wohl die Entscheidung, sie allenfalls doch einmal auszuleben, zumindest irgendwie "leichter", unbelasteter, angehen...
 
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