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Selbstvorwürfe

G

Gastinchen

Gast
Hallo,

ich habe einiges geschafft, was andere nicht von mir gedacht hätten. Man hatte mir abgeraten, aufs Gymnasium zu gehen, weil ich angeblich nicht gut genug dafür wäre. Dann in der 10. Klasse hat man mir gesagt, ich werde das Abitur nicht schaffen... ich hab aber trotzdem ein gutes Fachabitur in der Tasche.

Jetzt fing ich an zu studieren und bin im dritten Fachsemester. Das erste Semester war okay (ich hätte aber bessere Noten haben können!), das zweite dann eher nicht so. Hab die Vorlesungen nicht regelmäßig genug besucht und Zuhause plötzlich viel zu wenig gemacht. Dann noch private Probleme zu Hause und der extrem heiße Sommer... da hab ich irgendwie dicht gemacht und zu viel geschoben.

Jetzt stehen die Fachprofilwahlen an und meine Noten sind nicht sehr gut und dann noch die vielen offenen Prüfungen. Die Fächer, die ich bevorzugt habe, sind überfüllt und da die nach Leistung gehen, were ich höchstwahrscheinlich etwas abbekommen, was ich garnicht mag (z.B. Steuern). Nun denke ich, ich werde abbrechen und eine Ausbildung anfangen.

Aber dann werde ich weniger verdienen und eigentlich hätte ich das Studium ja schaffen können. Vllt. sollte ich auch mit dem zweiten Semester nochmal einsteigen, aber so richtig will ich das auch nicht. Mir fehlt der Antrieb plötzlich, selbst etwas zuhause zu machen geschweige denn, aus dem Bett zu kommen. Das war sonst nie so, ich hab sonst gerne was daheim gemacht und bin auch immer regelmäßig gegangen.

Ich hab nicht wirklich Freunde an der Hochschule, vllt. liegt es daran. Aber ich finde, Freunde motivieren doch irgendwie dazu, was zu tun. Man freut sich auf sie und man will mit ihnen lernen etc. ... aber irgendwie hab ich das nicht.

Ich bin hin und hergerissen. Ich mach mir Vorwürfe, dass ich mich nicht von anfang an mehr angestrengt habe und ich sitz in einem Loch, aus dem ich nicht rauskomme und suche rechtfertigende Gründe, aber die kann ich nicht wirklich finden. Das einzige, was mir in den Kopf kommt ist "man bist du blöd".

Weiß jemand einen Rat, wie ich aus dem Loch wieder rauskomme?
Was anderes studieren kommt nicht wirklich in Frage, da ich erstens in der Region bleiben möchte und ich mir zweitens was anderes nicht zutraue (außer Soziales, aber das gibts in der Region nicht).

Liebe Grüße
 
Erstmal: Ich kenne das gut, in so einem "Loch" zu stecken. Zum Glück ist mein Studium nicht so hart, bzw. studiere ich vielleicht einfach das "richtige", bei dem ich mich nicht allzu sehr ins Zeug legen muss, um halbwegs gute Noten zu bekommen. Sonst hinge ich leistungsmäßig bei meiner Motivation vermutlich auch schon ziemlich hinterher...
Erfahrungsgemäß kann ich jedenfalls sagen, dass sowas vielen Studenten passiert. Also Phasen, in denen man extram unmotiviert ist.

Das Problem ist nur, wenn man aus diesen Phasen nicht mehr rauskommt bzw. wenn man eben doch einen Studiengang hat, der eigentlich sehr arbeitsintensiv ist...

Bei dir klingt das ja schon so, als ob der Antrieb schon seit längerem fehlt und ich weiß nicht, ob es so einfach ist da rauszukommen. Denkst du denn, dass du das richtige Fach studierst? Auch wenn du sagst, dass ein anderes Fach nicht in Frage kommt: Bevor du ein Fach studierst, dass dir überhaupt keinen Spaß macht, solltest du besser abbrechen! Auch wenn das wirklich bedeutet, dass du eine Ausbildung machst und weniger Geld verdienst.

Und warum möchtest du nicht aus der Region weg? Ein Tapetenwechsel kann schon manchmal gut tun.. 🙂
 
Hallo Johlo,

also ja, seit dem Sommersemester ist der Antrieb weg. Da spielt auch, um ehrlich zu sein, so ein dämliches Onlinespiel eine Rolle, dem ich viel zu viel Zeit gewidmet habe.

Ich mag nicht aus der Region, weil ich hier schon mit meinem Freund zusammengezogen bin, der hier grade erst eine Ausbildung gefunden hat und ich sage mir irgendwo, dass mir ein guter Job oder viel Geld nichts nützen, wenn ich am Ende alleine bin - deswegen zieh ich die Partnerschaft quasi der "Karriere" vor.

Ich denke, wenn ich mein Fachprofil doch irgendwie bekommen könnte, dann wäre das wie ein Neuanfang für mich und die Motivation wäre wieder da... allerdings ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering bei meinen schlechten Noten, die ich bisher habe und die filtern ja leider sehr nach Leistungen. Ich habe übermorgen ein Gespräch mit dem Professor, wo er mich testen wird. Darauf bereite ich mich nun richtig vor. Aber ich hab schon irgendwie jetzt alles aufgegeben.

Ich würde am liebsten die Zeit zurückdrehen wollen...
 

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