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selbsthass?warum..

  • Starter*in Starter*in BeatYourHeartOut
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B

BeatYourHeartOut

Gast
hallo!
ich bin ganz neu hier und hoffe, dass ich euch nicht irgendwie hier mit meinem scheiß belästige..aber irgendwie muss ich das alles mal niederschreiben, meine gedanken und so..ich verletze mich seit ca.2 jahren selbst und gestern habe ich mich erneut geschnitten, allerdings war ich davor mindestens 10 tage clean. ich weiß einfach nicht warum.dieser druck, das verlangen nach einem oder mehreren schnitten entsteht einfach.manchmal sitze ich einfach nur vor dem fernseher, gar nichts war und plötzlich kommt dieses gefühl...oder auch eine stimme, welche mir sagt:ritz dich doch, danach geht es dir bestimmt besser.der druck entsteht auch, wenn ich traurig,wütend, angespannt oder allein bin, aber ich versteh einfach nicht wieso er auftaucht, wenn doch gar nichts ist...wenn ich dem druck nicht mehr standhalten kann, mache ich mir hinterher meistens diese vorwürfe..du bist ein solch großer fake, du bist so ein mieser mensch, es gibt leute die haben viel größere probleme als du und du hast überhaupt gar keine probleme und ritzt dich..und die andere seite in meinem kopf sagt, du schaukelst dich viel zu hoch, du bemitleidest dich doch nur selbst..jetzt wo ich diese gedanken aufschreibe, würd ich mir am liebsten eine klinge nehmen und mich schneiden, weil ich jetzt hier rumheule wegen gar nichts..und es macht mich so fertig, dass ich nicht weiß warum dieser druck entsteht und wieso ich ritze und dafür hasse ich mich..
wenn ich eine längere zeit mal clean war, dann bin ich glücklich und sogar zufrieden mit mir selbst,aber ganz tief unten schwebt etwas, welches sagt:so schlimm ist es doch gar nicht sich zu verletzen und wie du merkst geht es dir hinterher doch immer besser,außerdem machen es viele leute..warum nicht auch du??...es ist so schrecklich und es erschreckt mich selbst, dass ich so etwas denke..aber ich denke es;oder es ist dieser unterton, welcher hinter dem aufhören steckt und dies mir indirekt mitteilt. so krank und verrückt dies alles doch klingt...und ich verstehe einfach nicht warum und wieso..es tut mir leid, ich habe mich bestimmt ziemlich oft wiederholt und der eintrag hier ist wahrscheinlich auch viel zu lang, aber ich musste mir das alles mal von der seele schreiben...
ich weiß nicht, ob das hier das richtige unterforum ist, aber ich hoff mal..
 
Hallo Beatyourheartout!

Erstmal ist es schön,dass du hierher gefunden hast.
Wenn du das Gefühl hast,dich wieder ritzen zu müssen,dann schreibe einfach,das hilft den meisten,schreib alles auf,was du denkst und unterhalte dich vor allem mit anderen Menschen,die das verstehen oder selber an so etwas leiden.Versuche dich abzulenken,womit es dir dann auch gut geht.Sicher,du fühlst dich gut,wenn du mal ein par Tage clean bist,aber damit das auch so bleibt,kannst du dir vielleicht etwas anderes finden,was dich beschäftigt und dir auch noch Spaß macht!?
Ich denke es kommen noch bessere Antworten,aber wenn dich wieder dieses Gefühl überkommt...du kannst mich gerne anschreiben okay?
Und dass du jetzt weinst,ist völlig normal,weil du dich eigentlich garnicht ritzen willst und du verstehst nicht wieso und weshalb und das macht dich fertig.

Grützchen
Sabr!na
 
Hallo;

Ich bin sicher kein Spezialist für Selbstverletzungen, aber ich möchte Dir trotzdem meine Gedanken zu dem Problem „Selbsthass“ darstellen.

Sich selbst zu hassen ist etwas, dass man erst „lernen“ muß. Ein Kind würde sich selbst niemals hassen, wenn es das nicht von außen eingetrichtert bekommt.

Das heißt, ich gehe davon aus, dass jemand in Deiner Familie, vielleicht ein Elternteil oder ältere Geschwister Dein Selbstvertrauen, was sich während der Kindheit aufbauen sollte und durch Erziehungsberechtigte gefördert werden sollte, kaputt gemacht hat.

Also lieblose Behandlung, ständiges Nörgeln oder Nichtachtung Deiner Leistungen, Dich bestrafen, obwohl Du nichts schlimmes gemacht hast, Erniedrigungen verschiedenster Art; irgend so was hast Du mit Sicherheit erleben müssen.
Und wenn man das eine Weile durchmachen muß, glaubt man am Ende selbst, dass man wertlos ist, dumm, unfähig usw.

Somit entwickelst Du eine negative Einstellung zu Dir selbst, Du kannst Dein Spiegelbild nicht leiden, findest vieles an Dir, was angeblich nicht in Ordnung ist.
Das passiert aber nur deshalb, weil sich diese schlechten Erfahrungen praktisch wie ein Programm in Dein Unterbewusstsein eingeprägt haben, und, wann immer sie wollen, wieder zum Vorschein kommen und Dich plötzlich überfallen.
Diese „Informationen“ aus Deinem Unterbewusstsein sind aber meist keine deutlichen Worte, sonder diffuse Regungen oder Gefühle, die schwer zu deuten sind.

Sich dann selbst weh zu tun müsste demnach eine Art Ventil sein, diesen inneren Druck loszuwerden. Man befriedigt praktisch seinen Wunsch nach Selbstwertgefühl durch diese Handlung, weil man in dem Moment eine gewisse Macht verspürt.

Ich denke, man will nicht SICH sondern das schlechte Gefühl verletzen.

Das bedeutet, man müsste den Ursachen für das Problem auf den Grund gehen, um diese zu korrigieren, wie das mit wohl allen psychischen Verzerrungen gemacht werden sollte.

Wenn diese Ursachen erkannt werden können sie auch behoben werden. Und somit kannst Du beginnen, eine liebevolle ( also natürliche ) Einstellung zu Dir selbst zu erlernen, die notwendig für ein einigermaßen schönes Lebensgefühl ist.

Deine Worte zeigen schon deutlich, was Dein Problem ist.
Du bezeichnest es als „Scheiß“, wenn Du etwas schreibst.
Aber es ist kein Scheiß; es sind Deine Gedanken und Gefühle.

Du entschuldigst Dich für die Länge des Textes.
Aber niemandem ist der Text zu lang!

Du fürchtest, Dich zu wiederholen;-- und wenn schon??!

Es ist ein Teufelskreis: Du tust etwas, zweifelst das dann an, findest es nicht ok, klagst Dich dafür wieder an, verurteilst Dich und fühlst Dich schlecht, beschimpfst Dich, haßt Dich und die nächste Gelegenheit hat das selbe Programm.

Du kannst da raus kommen, aber Du musst es wollen!
Wir können Dich dabei nur begleiten, wenn Du das möchtest.

Viele Grüße

Marcus
 
@marcus...man merkt dass du dir darüber sehr viele Gedanken gemacht hast und dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Deine Worte kommen von Herzen klingen gelebt und bedacht daher hoff ich dass Beatyourheartout deinem Rat nachgeht. Wirklich klasse geschrieben, marcus
 
hallo!
erstmal vielen, lieben dank das ihr euch soviel mühe gemacht habt mir zu antworten!!
ich weiß nur nicht woher dieser selbsthass kommt und wieseo mein selbstvertrauen gleich null ist. eigentlich habe ich gar kein schlechtes verhältnis zu meinen eltern, ich sprech zwar nicht mit ihnen über meine probleme, aber sie akzeptieren mich eigentlich so wie ich bin. ich kann mich an meine frühe kindheit auch nicht mehr wirklich erinnern, ich weiß nur, dass ich manchmal( wenn wir bei der familie von meinem vater waren) das gefühl hatte, er hätte lieber einen sohn gehabt..ach,wenn er das lesen würde, würde er mir sagen, dass das gar nicht stimt..naja..das waren auch nur so momente und ich weiß, dass ich mir dann gesagt habe, dass das halt so ist und er mich trotzdem mag oder so..weiß auch nicht..und im moment komm ich echt gut mit ihnen aus.manchmal glaube ich, dass ich es alleine bin die mein selbstvertrauen löscht. aber natürlich hast du recht marcus, wenn du sagst, dass ein kind sich nicht einfach so anfängt zu hassen. ich versteh es selbst nicht...wenn ich so zurück denke, dann hatte ich eigentlich auch schon in früherer kindheit zwei gute freunde, allerdings kamen wir zu dritt meistens nicht klar und haben uns gegenseitig ausgeschlossen oder fertiggemacht, zwei gegen einen. ich weiß, das hat mich immer sehr mitgenommen, aber die anderen beiden bestimmt auch..ach, jetzt versuche ich hier irgendwelche gründe zu finden, weshalb mein selbstvertrauen so angeknackst ist..aber vielleicht sind diese dinge auch nur schwachsinn?...
also noch mal ganz vielen dank für die antworten und marcus du hast das problem echt gut erkannt, das war mir gar nicht so klar.
 
Danke euch für die lieben Worte!

Es ist eben bei psychischen Problemen meistens so, dass man nicht richtig weiß, woher sie kommen.
Man ist irgendwelchen Symptomen ausgesetzt und die Ursache liegt ganz wo anders.

Man müsste praktisch das ganze Leben auseinandernehmen und nach und nach versteht man dann, wie es zu dem einen oder anderen Problem gekommen ist.

Glücklich sein, sich frei fühlen, eine positive, liebevolle Einstellung zum Leben haben; sich morgens auf den Tag freuen und gerne schlafen gehen, das ist eigentlich unsere NATÜRLICHKEIT.

Was davon abweicht würde ich schon als Krankheit bezeichnen.

Ich hoffe, dass Du Dein Problem bald verstehen und aus Deinem Leben verbannen kannst. Vielleicht solltest Du den Rat eines Psychiaters in Anspruch nehmen. Davor brauchst Du wirklich keine Angst zu haben, die kennen sich mit so was aus. Versuch einen guten zu finden.

Alles Liebe

Marcus
 
Hi,
keine Angst, du belästigst uns nicht 😱) Ich finde es ungeheuer gut das du dir Hilfe und Rat suchst. Die Leute die hier vertreten sind stehen dir gern mit Rat und tröstenden Worten bei 😱) Meiner: Lass dich von deinem Hausarzt an einen Psychotherapeuten überweisen, vielleicht einen mit dem Spezialgebiet kognitive Verhaltenstherapie.

LG
 
hi!
sag mal gibts dich noch hier im forum?! ich würd dir auch gern was sagen und so, aber ich möcht nicht schreiben wenn das dann eh keiner liest. also falls du nochmal hier rein guckst meld dich
 
hallo!!
ja, es gibt mich noch🙂 bin zwar nicht registriert, aber ich kuck öfters mal rein und lese auch die anderen postings.
einen psychotherapeuten aufzusuchen, davor habe ich sehr viel angst und das würde ja auch bedeuten, dass ich mit meinen eltern darüber sprechen müsste und ich habe nicht sehr viel vertrauen zu ihnen..aber vielleicht wäre es die beste lösung..ich danke euch nochmals für eure antworten!!!🙂
 

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