Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Seit Kehlkopfkrampf dauernd Angst um meinen Vater

Acromantula74

Sehr aktives Mitglied
Hallo!
Ich bin ja - schon seit ich denken kann - ein absolutes "Vaterkind" gewesen und hänge unheimlich an meinem Vater. Er hat in meiner Kindheit viele tolle Sachen mit mir unternommen, mich als Kleinkind stundenlang auf seinen Schultern durch den Wald getragen, ist später mit mir schwimmen und Schlittschuhlaufen gegangen usw.

Noch heute ist er bei den meisten Alltagsfragen meine erste Anlaufstelle.

Ich erinnere mich auch, dass ich in meiner Kindheit sehr oft Angst hatte, dass er schwer krank werden und sterben könnte...

Inzwischen ist er 66 Jahre alt.

Im Frühjahr hatte er - aus heiterem Himmel - einen Kehlkopfkrampf.
Er wollte abends noch mal mit den Hunden raus gehen und als er sich dafür angezogen hat, hat er auf einmal erst einen heftigen Hustenanfall und dann einen Erstickungsanfall bekommen und dabei ganz grauenvoll geröchelt. 😱 Meine Mutter und ich haben sofort einen Krankenwagen gerufen, weil wir an einen Herzinfarkt dachten (er ist da erblich von seinem Vater vorbelastet) und er kam über Nacht ins Krankenhaus.
Dort haben sie ihn gründlich untersucht, nichts organisches gefunden und er wurde nach einem Tag wieder entlassen. Sein Hausarzt hat ihn dann auch noch mal beruhigt und ihm gesagt, dass ein Kehlkopfkrampf nichts gefährliches sei, das Schlimmste, was passieren könnte, wäre, dass er in Ohnmacht fällt und dann löst sich der Krampf sofort wieder.

Er hat die Geschichte auch super weggesteckt, für ihn ist sie kein Thema mehr und er denkt auch gar nicht mehr dran, geschweige denn, dass er Angst hat vor einem neuen Anfall.

Nur ich kann es irgendwie leider nicht so gut wegstecken. 🙁 Ich wohne ja ein Stockwerk über meinen Eltern und wenn da ein ungewöhnliches Geräusch kommt (mein Vater etwa einen Hustenanfall bekommt oder die Hunde mal ungewöhnlich jaulen) dann steh ich oben senkrecht auf dem Sofa, krieg die Panik und renn sofort runter.

Wie kann ich für mich diese Angst loswerden? Mir rational zu sagen, dass es nichts schlimmes ist und er daran nicht sterben kann, hilft irgendwie nicht.
Und dauernd mit ihm darüber reden will ich nicht, ich bin froh, dass er da so locker mit umgeht...
 
Hm schwierig...
Ihr solltet euch irgendetwas überlegen, das Dir das Gefühl von Sicherheit gibt.
Beispielsweise ein Handy, das er immer dabei hat, wenn er allein unterwegs ist.
Es gibt doch bestimmt so ne Art Notfallpiper, vielleicht auch fürs Handy als App, bei dem man per Knopfdruck Hilfe rufen kann.
Informier Dich doch darüber mal.
Ganz so ungefährlich ist das auch nicht, wenn man dabei ohnmächtig wird, beim Sturz kann man sich verletzen.
 
Ich denke, wenn ich ihm das vorschlage, lacht er mich aus. 🙁

Für ihn ist das Ganze schon lang "Geschichte" und auch unwichtig.

Ein Handy hat er immer dabei, aber eben kein Smartphone, will er auch nicht..
 
Dein Vater wird sterben. Genau wie Du. Und ich. Und wir alle.

Wie die Ärzte sagen nicht an dieser Kehlkopfgeschichte. Aber an irgendeiner anderen Ursache.

Keiner weiß wann. Es ist jederzeit möglich.

Der Tod ist eine Tatsache, die es sich nicht lohnt zu negieren oder auszublenden.

Wenn Du Dir dieser Endlichkeit und der begrenzten gemeinsamen Zeit bewußt wirst und der Tatsache, daß Du das Schicksal nicht aufhalten wirst, dann ist Dir das Leben und die gemeinsame Zeit zu kostbar, um sie mit solchen Sorgen, wie sie Dich gerade quälen, zu verbringen.

Dein Vater tut gut daran, die Sache als Lebenserfahrung abzuhaken, zu lachen und sich dem Leben zuzuwenden. Er macht das genau richtig.

Genieße die gemeinsame Zeit, anstatt ängstlich auf der Lauer zu liegen, ob sich etwas schreckliches ereignen wird.

Aber vielleicht schaust Du mal bei Dir, warum Du an dieser Geschichte viel mehr festhälst als Dein Vater, der ja eigentlich betroffen ist. Festigt Deine Sorge Deine Bindung an Deinen Vater? Versuchst Du ihn dadurch fetzuhalten? Glaubst Du ohne ihn nicht lebensfähig zu sein?
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben