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Seit 2 Jahren vom Pech verfolgt

  • Starter*in Starter*in Katharis
  • Datum Start Datum Start
K

Katharis

Gast
Guten Abend,
so langsam weiß ich einfach nicht wie es weitergehen soll und bin nur noch am verzweifeln. Mir fehlt der Mut und die Motivation Niederlagen weg zustecken und den Stress zu bewältigen. Ich fange einfach mal an:

Los ging es ab dem Jahr 2013. Ich war noch in der Ausbildung und hatte mich langsam umgeschaut, wo es nach der Ausbildung hingeht. So verbrachte ich Stunden auf Jobbörsen und schrieb die für mich perfekte Bewerbung. Es waren 2 Traumjobs dabei die ich unbedingt haben wollte. Ich war so fest überzeugt dass ich mich sogar schon nach einer neuen Wohnung in der Stadt umschaute und alles sozusagen vorab geplant hatte. Ich hatte es nicht mal bis zum Vorstellungsgespräch geschafft und war bitter Enttäuscht. Im Nachhinein war mir klar dass ich gar keine Chance hatte aufgrund der fehlenden Berufspraxis. Die Ausbildung hatte ich trotz Bedenken gut abgeschlossen, musste aber für einige Monate in meinem Betrieb arbeiten. Das war die Hölle! Später erhielt ich eine Zusage für eine Stelle mit der ich gar nicht mehr gerechnet hätte. Ab da ging es dann für einige Wochen bergauf bis das Jahr 2014 anfing.

Meine neue Wohnung stellte sich doch nicht als so toll heraus da mein Vermieter 0 Interesse an der Wohnung hat und Arbeiten nur sehr billig durchführen lässt. Dann machte mein Auto Probleme. Es fing klein an aber über das gesamte Jahr hat die Karre über 2500€ verschlungen. Nicht nur das Geld auch der ganze Stress und die investierte Zeit für die Recherche nach den Fehlern und einer ordentlichen Werkstatt haben an mir genagt. Dazu stellte sich heraus dass mein Job doch nicht so toll ist wie erwartet. Meine Kollegen sind zum Teil einfach nur unsympathisch, ich langweile mich zu tode, werde nicht gefördert und habe hier keinerlei Perspektive. Meine verbleibenden Freundschaften in meiner alten Heimat gingen immer weiter auseinander und in meinem neuen Wohnort finde ich einfach keine Freunde. Das ist nicht alles aber der Rest ist allerdings nicht so erwähnenswert und würde zu viel Platz einnehmen.

Kommen wir zum aktuellen Jahr 2015. Ich habe mir vorgenommen mich beruflich umzuorienten und möchte in eine andere Branche, in der meine bisherigen Erfahrungen und mein Wissen eigentlich sehr begehrt sind. Ich habe mich viel Informiert aber erst einmal umsonst. Ich muss zwingend ein Studium besitzen. Das möchte ich nun in Form eines Fernstudiums machen aber ich ahne irgendwie dass das auch nichts wird.
Weiter ging es mit einem Autounfall an dem ich auch Schuld bin. Am anderen Fahrzeug ist der Schaden recht gering ausgefallen, dafür hatte ich dicke Beulen an den unmöglichsten Stellen. Nun steht das Auto kurz vor einem Motorschaden, unabhängig vom Unfall. Aber das Geld des vergangen Jahres sowie die Reparatur des Unfalls bekomme ich nicht mehr zurück. Neben mir wohnen jetzt auch noch Eigentümer die sehr laut sind und mir so manchen Schlaf rauben mit ihren lauten Organen. Andauernd darf ich irgendwas nachzahlen. Auf eBay versuche ich etwas Geld einzunehmen mit nicht mehr benötigten Dingen und es verschwinden Pakete, ich treffe auf sehr unangenehme Käufer und muss für deren Dummheit auch noch haften.

Übertreibe ich vielleicht und kann mich eigentlich glücklich schätzen, sprich all das passiert nun mal und solchen Stress gibt es immer? Mir fehlt wie gesagt mittlerweile der Mut positiv zu denken und mal wieder sorgenlos eine Woche verbringen zu können.
Ich sehe kein Licht am Horizont. Nach 2 Jahren muss doch endlich mal Schluss sein aber es wird für mein Empfinden immer schlimmer.

Die Frage mag blöd klingen aber lässt sich dem irgendwie entgegen wirken? Ich versuche danach immer positiv zu denken, versuche die Niederlagen herunterzuspielen oder belohne mich selbst in dem ich mir etwas tolles kaufe oder das mache worauf ich spontan Lust habe. Auf Dauer hilft das aber nicht. 🙁
 
Hallo, Katharis,

manche Menschen würden gerne ihre Probleme mit Deinen tauschen. Aber dieser Gedanken alleine wird Dir wenig helfen. Dein Problem ist eine relativ niedrige Frustrationstoleranz.
Menschen mit niedriger Frustrationstoleranz sind empfindlich, wenn nicht alles so läuft, wie sie es gerne hätten. Sie sind dann schnell enttäuscht oder werden wütend. Es ist wie das Tragen einer Last. Der eine Mensch jammert über seine Last, der andere setzt sie mal eben ab, raucht sich eine Zigarette, bevor er sie wieder aufnimmt.

Menschen mit niedriger Frustrationstoleranz sind eher fordernde Menschen: Das muß so laufen, das darf nicht passieren... Wenn es daneben geht - dann bin ich aber sauer, frustriert, enttäuscht, entmutigt, wütend.... Ein Versuch, das Leben zu erpressen. Nur lässt sich das Leben nicht erpressen. Es wäre kindisch, so zu denken und zu handeln. Und tatsächlich ist eine hohe Frustrationstoleranz etwas, was man am besten in der Kindheit lernt. Insofern könnte man auch ein Stück weit von kindlichem Verhalten oder von Unreife reden.

Menschen mit hoher Frustrationstoleranz sind wünschende Menschen: Ich wünsche mir, dass es klappt. Und sollte es nicht klappen, dann überlege ich mir einen Plan B. Diese Menschen sind in gewisser Weise souverän denkende und handelnde Menschen.

LG, Nordrheiner
 
Hallo Nordrheiner,
darauf bin ich noch nicht gekommen aber der Ansatz ist interessant und es steckt auch Wahrheit dahinter. Ich möchte mir nur nicht einreden, dass ich wirklich eine niedrige Frustrationsgrenze besitze. Da würde ich eher Menschen zu zählen, die aggressiv oder ausfallend werden, wenn nicht nach ihrer Nase getanzt wird oder sie heulen und fallen in ein tiefes Loch wenn bspw. eine Bewerbung abgelehnt wurde.

Aus meiner Kindheit kann dieses Verhalten nicht stammen, da ich als Kind und Jugendlicher so gut wie nie das bekam was ich wollte und sich nicht alles nach mir gedreht hat.
Ich rege mich auch nicht über jede Kleinigkeit auf oder bin wegen jedem Bisschen enttäuscht aber gerade da ich dazu neige alles möglichst perfekt zu machen, ist die Enttäuschung bei mir doch etwas größer als bei anderen Menschen, die eine Sache lockerer und ohne große Vorplanung angehen oder das Leben so nehmen wie es kommt. Ich versuche es so gut und organisiert wie nur möglich zu machen.

Wenn ich mal nicht weiterkomme, dann lege ich gerne mal eine Pause ein oder verschiebe zeitlich irrelevante Angelegenheiten auf, bis mir mal wieder danach ist oder es zeitlich knapp wird.

Das positive Denken aus deinem letzten Satz, versuche ich schon seit Jahren umzusetzen. Anfangs mache ich mir Mut, berücksichtige aber auch die realistischen Aussichten und überlege im gleichen Zuge, was ist wenn es nicht klappt wie geplant. Das mag sich bei einer Bewerbung noch gut umsetzen aber nicht wenn das eigene Auto andauernd Schäden hat, die nicht zu Verschleißteilen zählen oder Pakete verschwinden die über 100€ Wert sind und ich muss dafür gerade stehen.
Ich sehe mich nicht als etwas außergewöhnliches und lebe mehr oder weniger nach dem Spruch ,,jeder sei der Schmied seines Glücks".

Aber egal was ich seit 2 Jahren mache. Es geht einfach nicht voran.
 
Hallo Nordrheiner,
darauf bin ich noch nicht gekommen aber der Ansatz ist interessant und es steckt auch Wahrheit dahinter. Ich möchte mir nur nicht einreden, dass ich wirklich eine niedrige Frustrationsgrenze besitze. Da würde ich eher Menschen zu zählen, die aggressiv oder ausfallend werden, wenn nicht nach ihrer Nase getanzt wird oder sie heulen und fallen in ein tiefes Loch wenn bspw. eine Bewerbung abgelehnt wurde.

Aus meiner Kindheit kann dieses Verhalten nicht stammen, da ich als Kind und Jugendlicher so gut wie nie das bekam was ich wollte und sich nicht alles nach mir gedreht hat.
Ich rege mich auch nicht über jede Kleinigkeit auf oder bin wegen jedem Bisschen enttäuscht aber gerade da ich dazu neige alles möglichst perfekt zu machen, ist die Enttäuschung bei mir doch etwas größer als bei anderen Menschen, die eine Sache lockerer und ohne große Vorplanung angehen oder das Leben so nehmen wie es kommt. Ich versuche es so gut und organisiert wie nur möglich zu machen.

Wenn ich mal nicht weiterkomme, dann lege ich gerne mal eine Pause ein oder verschiebe zeitlich irrelevante Angelegenheiten auf, bis mir mal wieder danach ist oder es zeitlich knapp wird.

Das positive Denken aus deinem letzten Satz, versuche ich schon seit Jahren umzusetzen. Anfangs mache ich mir Mut, berücksichtige aber auch die realistischen Aussichten und überlege im gleichen Zuge, was ist wenn es nicht klappt wie geplant. Das mag sich bei einer Bewerbung noch gut umsetzen aber nicht wenn das eigene Auto andauernd Schäden hat, die nicht zu Verschleißteilen zählen oder Pakete verschwinden die über 100€ Wert sind und ich muss dafür gerade stehen.
Ich sehe mich nicht als etwas außergewöhnliches und lebe mehr oder weniger nach dem Spruch ,,jeder sei der Schmied seines Glücks".

Aber egal was ich seit 2 Jahren mache. Es geht einfach nicht voran.

Wenn Du Dir die fett markierten Textstellen ansiehst, dann fällt Dir evt. auf, was mir auffällt.
Du denkst anscheinend nur anfangs positiv. Aber nicht wenn...
Dieser Widerspruch ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. In der Theorie klappt das "sich wünschen" und in der Praxis, wenn es benötigt wird, dann funktioniert es eben nicht.

Auch ist zu überlegen, ob Du umsichtig und realistisch denkst, die Spielregeln "wie funktioniert das Spiel...." gut genug kennst. Damit meine ich, dass sowohl im Umgang mit Computern und anderer Technik (Auto) als auch im Umgang mit Menschen, selbst beim Versenden eines Päckchens es Regel gibt. Damit meine ich jeweils erforderliche Verhaltensweisen, die das Risiko des Schiefgehens verkleinern oder sogar ausschließen. Und bei einem alten Auto kann eben von jetzt auf gleich alles Mögliche kaputt gehen. Das gehört zum Leben. Das ist einfach so. Du darfst Dir wünschen, dass das alte Auto noch lange hält. Aber nicht fordern. Und Dein Ausdruck "aber nicht wenn" ist eine andere Formulierung für eine Forderung, für eine Bedingung. Und Du bist eben nicht in jeder Situation die Person, die Bedingungen stellen kann oder darf. An dem Punkt leuchtet mangelndes Realitätsbewusstsein durch.
Woher auch immer die niedrige Frustrationsgrenze bzw. die unrealistische Einstellung kommt, sie sind es, die Dir im Wege stehen. Jedenfalls sehe ich das so.

LG; Nordrheiner
 

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