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Schwierige Großeltern und Sterben

Amythyst

Mitglied
Guten Tag.

Mich treibt was um. Mein Großvater macht es wahrscheinlich nicht mehr lange und ist gerade im Krankenhaus deswegen (wegen Corona gibt es keine Besuche, hieß es). Ich habe ehrlich gesagt keinen engen Draht zu meinen Großeltern und bin dort nur alle paar Wochen mal aus Anstand zu Besuch. Sie sind schwierig geworden mit extremen Stimmungsschwankungen (das Spektrum: von nett Kaffee trinken bis hin zu heftigen Beleidigungen - ich wurde ganz offen dumm genannt, weil sie mit meinem Vegetarismus nicht einverstanden waren). Ich weiß nicht, ob das was mit Demenz zu tun hat, sowas wurde nie diagnostiziert. In der Öffentlichkeit präsentieren sie sich anständig und unterwürfig. Nach diversen Gemeinheiten habe ich mich emotional distanziert und beschränke mich auf Smalltalk. Das war nicht immer so, als Kind mochte ich meine Großeltern und habe auch gerne dort übernachtet.

Soviel dazu. Ich weiß nicht, wie genau ich jetzt damit umgehen soll. Es trifft mich bisher emotional gar nicht. Ich war seit Weihnachten nicht mehr dort. Ich weiß nicht, ob ich meine Großmutter besuchen soll oder wie ich überhaupt reagieren soll oder wie oder was. Dazu muss man sagen, dass man mit ihr nicht über Gefühle oder Probleme reden kann, da explodiert sie und schlägt die Tür hinter sich zu. Das heißt, ich kann sie nicht einfach fragen, was sie sich von mir wünschen würde. Sie ist aus irgendeinem Grund nicht dazu in der Lage, ihre Bedürfnisse auszudrücken. Tod ist noch dazu ein riesen Tabuthema. Mein Vater und sein Bruder haben mal vor ein paar Jahren den Nachlass und Patientenverfügungen vorsorglich regeln wollten, da haben sie komplett dicht gemacht. Keine Chance.

Vor ein paar Jahren ist das Haustier meiner Großeltern im Sterben gelegen, da bin ich damals nochmal vorbei gekommen, um mich zu verabschieden. Ich war entsetzt, weil sie das Tier komplett haben verdrecken lassen (es konnte sich nicht mehr selbst pflegen und hatte Ausscheidungen im Fell). Ich habe dazu nichts gesagt, aber als sie gesehen haben, dass ich es mit einem angefeuchteten Tuch abgewischt habe und es auf eine Wärmeflasche gelegt habe, weil es total ausgekühlt war, wurde ich angegangen als hätte ich sie persönlich beleidigt.

Ja. Und jetzt sitze ich hier und frage mich, was ich tun soll. Ich denke, dass sowieso nichts richtig sein wird, egal was ich mache. Ich weiß aber auch, dass er nicht mehr lange da sein wird. Keine Ahnung einfach. Es wäre schön, wenn ihr einfach mal schreibt, was ihr so darüber denkt.
 
Einfach Fernseher an, Kaffee, Kuchen, heimfahren, möglichst über schöne Erinnerungen von früher reden, nicht über Probleme, Alltagsgedöns und sowas. Einfach Dinge, an denen man sich erfreut. Frag Deine Großeltern, wie es früher war, wann Sie sich kennengelernt haben usw. aus. Dann reden sie stundenlang und sind happy.
 
Eine schwierige Situation.
Ich glaube die entscheidende Frage ist wirklich wie nah du deinen Großeltern bist.

Der Tod ist ist unserer Geschellschaft nunmal ein Tabuthema und keiner redet gerne darüber. Dabei ist es sehr wichtig rechtzeitig alle Dinge zu regeln. Wir werden alle geboren und müssen irgendwann mal sterben, das sind die Regeln. Gerade ältere Menschen (fängt oft schon ab ca. 60 - 70 Jahre an), die mit dieser Tatsache konfrontiert werden, ändern dann oft ihre Persönlichkeit und werden gehäßig oder verbittert.

Nimm dir das nicht so zu Herzen und denk an die schöne Zeit die du mit deinem Großvater verbringen konntest. Besuche ihn und verabschiede dich! Glaub mir, du wirst es später sonst bereuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage ist, ob du es zum Trost deiner Großeltern tun würdest oder weil du selbst das Bedürfnis hast, deinen Opa nochmal zu sehen / sprechen oder für deine Oma da zu sein.

Wenn es ersteres ist, brauchst du denke ich nichts unternehmen, wenn es sich bei deinen Großeltern so verhält, wie du es geschildert hast. Offensichtlich möchten sie sich nicht mit dem Thema Tod auseinandersetzen.

Wenn du selbst den Wunsch hast, einen von beiden zu besuchen, versuch es. Mehr als dass du zu spüren bekommst, dass das nicht gewollt ist, kann nicht passieren. Aber du müsstest dir keinen Vorwurf machen hinterher.
Und wer weiß, vielleicht freuen sie sich ja doch.
 
Ich frag mich, wieso du anders machen solltest, als dir danach ist? Es ist doch okay, wenn du nicht viel sagst, nicht viel redest. Aber liebevoll die Schulter streicheln von Oma, komplett verstehen, dass sie gerade besonders leidet, das hilft ihr sicher. Dieses Mitgefühl kann man auch mit ganz wenigen, einfachen Worten vermitteln. ( arme Oma, armer Opa..mha schlimm..)
Mir kommt übrigens liebevoller vor, wie du es eh machst, ihr ihre Art zu lassen, mit keiner Miene eingreifen, freundlich bleiben und bedächtig ruhig und eben lieb distanziert.
Das machst du schon richtig, vertrau.
 
das habe ich und viele andere auch Erleben müßen und Du mußt diesen Weg auch gehen
meine Großeltern hab ich zu Grabe getragen ,meine Eltern ,Onkel und Tanten ,
und aus ihren Worten spricht und sprach Lebenserfahrung
sind sie nicht mehr da wirst Du daran denken
der Kreis schließt sich bin ich dran
am besten in Erinnerung das Positive festhalten
 
Ich frag mich, wieso du anders machen solltest, als dir danach ist? Es ist doch okay, wenn du nicht viel sagst, nicht viel redest. Aber liebevoll die Schulter streicheln von Oma, komplett verstehen, dass sie gerade besonders leidet, das hilft ihr sicher. Dieses Mitgefühl kann man auch mit ganz wenigen, einfachen Worten vermitteln. ( arme Oma, armer Opa..mha schlimm..)
Mir kommt übrigens liebevoller vor, wie du es eh machst, ihr ihre Art zu lassen, mit keiner Miene eingreifen, freundlich bleiben und bedächtig ruhig und eben lieb distanziert.
Das machst du schon richtig, vertrau.
Danke, das werde ich machen.

Die Frage ist, ob du es zum Trost deiner Großeltern tun würdest oder weil du selbst das Bedürfnis hast, deinen Opa nochmal zu sehen / sprechen oder für deine Oma da zu sein.

Wenn es ersteres ist, brauchst du denke ich nichts unternehmen, wenn es sich bei deinen Großeltern so verhält, wie du es geschildert hast. Offensichtlich möchten sie sich nicht mit dem Thema Tod auseinandersetzen.

Wenn du selbst den Wunsch hast, einen von beiden zu besuchen, versuch es. Mehr als dass du zu spüren bekommst, dass das nicht gewollt ist, kann nicht passieren. Aber du müsstest dir keinen Vorwurf machen hinterher.
Und wer weiß, vielleicht freuen sie sich ja doch.
Ich weiß es nicht, offen gesagt. Es ist schon mal jemand aus der Familie gestorben, mit dem ich nicht so dicke war. Ich habe trotzdem einen Zusammenbruch gehabt, als ich es erfahren habe. Von ihm konnte ich mich nicht verabschieden. Ich weiß nicht, ob mir das helfen würde, nochmal zu reden, aber vermutlich ist es besser, es zu versuchen.
 
Ich verstehe nicht ganz, ob es aktuell um deinen Großvater oder um dich geht.
Möchtest du IHN entlasten? Oder dich?
 
Danke, das werde ich machen.


Ich weiß es nicht, offen gesagt. Es ist schon mal jemand aus der Familie gestorben, mit dem ich nicht so dicke war. Ich habe trotzdem einen Zusammenbruch gehabt, als ich es erfahren habe. Von ihm konnte ich mich nicht verabschieden. Ich weiß nicht, ob mir das helfen würde, nochmal zu reden, aber vermutlich ist es besser, es zu versuchen.

Falls es bei mir so weit wäre, dann hoffe ich sehr, dass man wegen dem nicht zusammenbricht und oder lange nachträglich nachdenkt über mich ( es sei denn, man brauchts so, für sich selbst). Weil das das Ende meiner Geschichte ist als "Hollungerzweig", die gut und schön war und eure geht noch weiter. Es ist doch tröstlich, wenn ihr Teil dieser Geschichte sein durftet, Zubringer wart, das ist doch Beitrag von euch genug!

Ich kann mich erinnern, dass ich auf der Intensiv heftig geträumt habe, nicht in dieser Realität war, ganz wo anders. Es gab auch Ohnmachten, da merkte ich auch nichts mehr, es war , wie wenn man -ohne das mitzukriegen- Bild-aus hätte.
Verabschiedet hast du dich zu dem Zeitpunkt, wo du ihn das letzte Mal gesprochen hast. Ich glaub, bei deinem Opa sind jetzt alle Sinne nach innen gerichtet.

Weißt du eh, wie ich denk? Bei mir macht sich Neugierde breit, wo ich wohl irgendwann wieder seßhaft werde, wenn mein Geist mich von hier herausnimmt, um (ohne dass ich das merke und ahne) mich wo anders, bei einer anderen Frau wieder als ihr Baby neu beginnen zu lassen. Das ist aber meine private Meinung. Man weiß es nicht, aber man sagt nicht umsonst: im nächsten Leben begegnen wir uns wieder...
Mein Bruder hat Ahnenforschung betrieben und zufällig kam seine heutige Ehefrau, in die er vom ersten Moment an besonders schwer verliebt und vertraut war aus dem gleichen Eck vom Stammbaum her.
Es könnte ja sein, dass dein Opa mit all seinem Erbgut irgendwo wieder auftaucht. Tafel gelöscht, neue Geschichte...
Der Tod ist ein Teil des Kreislaufs.
 
mit Sicherheit begegnen wir uns wieder ich hatte eine Nahtoderfahrung und mein Vater auch nach seinem zweiten Herzinfarkt
der dritte war tödlich und plötzlich ,
ich litt danach fast ein Jahr daran
es ist ein großes Geschenk sich Verabschieden zu dürfen sei es durch Worten oder Gesten
darum sollte man diese letzte Gelegenheit nutzen um für beide Seiten Frieden zu schaffen
das gelingt auch einfach mit Hand halten und bedarf keiner Worte
 

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