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Schwere Panikattacken und Angstzustände, weil ich Single bin.....

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Gast

Gast
Schönen guten Tag,

ich möchte mich an euch mit einer Frage wenden, die ich noch nicht mal wage, meiner Therapeutin anzuvertrauen, so unendlich schäme ich mich dafür. Ich habe wegen meinem Singledasein von Zeit zu Zeit regelrechte Panikanfälle, richtige Attacken, die mir die Kehle zuschnüren, mir Magenschmerzen bereiten etc.. Ich würde so gerne wissen, ob es Menschen gibt, denen es ähnlich geht. Ich hatte seit 10 Jahren nur Pech mit Männern, bin Ende 30 und habe wahnsinnige Angst, dass es für den Rest meines Lebens so weiter gehen wird. Ich habe große Angst, immer alleine bleiben zu müssen oder als
höchstes der Gefühle dann und wann immer wieder Beziehungsenttäuschungen hinnehmen zu müssen.
Das macht mir dann in vielen Momenten so unbeschreibliche Angst, dass die oben beschreibenen Symptome auftreten. Ist es möglich, dass ich eine regelrechte Angststörung entwickelt habe?? Die Angst, niemals in einer funktionierenden Partnerschaft zu leben, frißt mich an manchen Tagen schier auf und ich möchte dann lieber sterben als noch eine Minute länger diese Ängste zu durchleben.
Vielleicht ist mein Vertrauenn zu meiner Therapeutin auch nicht ausreichend... Aus Zeitgründen lehnt sie eine umfangreiche Therapie mit mir ab und ich bekomme nur Medikamente. Sie sagt, weil ich vollzeit berufstätig bin, wäre ein komplette Gesprächstherapie zeitlich nicht möglich.
Ich versuche an mir zu arbeiten, bekomme aber meine Angstzustände nicht in der Griff. Ehrlich gesagt habe ich nach 10 Jahren Enttäuschung die Hoffnung auf eine erfüllte Partnerschaft aufgegeben. Und diese Erkenntnis bringt mich schier um den Verstand. Dazu muß ich sagen, dass ich alleinerziehend bin und daher meine Kontakte nur über das Internet knüpfen kann. Ich habe keine Probleme Männer kennenzulernen, aber innerhalb der 10 Jahre hatte ich nun 3 gescheiterte Partnerschaften. Immer nach dem gleichen Muster. Nach ca. einem halben Jahr hat sich jeder Mann gegenüber dem Dnfang so verändert, dass sie kaum mehr wieder zu erkennen waren. Meine Bedürfnisse haben keine Rolle gespielt und um nicht völlig zu verzweifeln habe ich mich schweren Herzens getrennt. Nun bin ich seit 10 Jahren in dieser entsetzlichen Spirale.
Vor allem macht mir die Internetsuche schwer zu schaffen, da sie wegen meiner völligen Verkrampfung und Panik in völligen Streß ausartet. Ich sitze den ganzen Tag beruflich vor dem Computer und mir graut dann schon vor meinem Feierabend, weil ich dann in den Singlebörsen unterwegs sein muss. Ich gerate in Panik, wenn es mal ruhiger zugeht und ich nur wenig Kontakte knüpfen kann, obwohl es natürlich unmöglich ist, mehrere Parralelkontakte zu haben. Wenn ich dann ein date habe und es kommt wieder nichts dabei heraus, breche ich förmlich zusammen und brauche ca. 4 Wochen um mich aus meiner depressiven Phase zu befreien.
Meinem Kind spiele ich natürlich heile Welt vor, daher beschimpft mich bitte jetzt nicht. Ich weiß nur einfach nicht mehr weiter.
Ich schäme mich ja auch so unendlich, vor mir und vor allen anderen. Manchmal glaube ich, dass ich wegen meiner vielen Enttäuschungen und Angst nicht mehr weiter leben kann.
Ich wäre Euch so dankbar, wenn ihr mir vielleicht irgendeinen guten Rat geben könntet. Bitte, bitte keine Beschimpfungen, denn ich schäme mich ja schon genug für alles.


Liebe Grüße
 
Wenn du deiner Therapeutin solche Dinge verschweigst, bringt dich deine Therapie nicht weiter.

Es es bei dir schon zu einer richtigen Besessenheit geworden, unbedingt einen Partner zu finden und das "muss" sich abends in Singelbörsen umzusehen eine Sucht geworden.
Wenn du dich bei deiner Therpeutin nicht gut aufgehoben fühlst, dann fasse eine Wechsel ins Auge.
 
Hallo Gast,

dass du dir eine Partnerschaft wünschst, ist nachvollziehbar. Aber die meisten Beziehungen sind auch nicht perfekt. Auch in Beziehungen kommt es häufig zu Meinungsverschiedenheiten, Unstimmigkeiten und Unzufriedenheit. Natürlich denkt man bei einer Partnerschaft zuerst an Positives wie Zweisamkeit, Verständnis, Loyalität. Aber Schattenseiten hat das Leben in einer Partnerschaft genauso.
Das wird dir jetzt wahrscheinlich nicht so viel bringen, aber vlt. schaffst du es ja, dir vor Augen zu führen, dass eine Partnerschaft kein Muss ist und auch keine Garantie zum Glücklichsein!

Ich denke, du gehst an die meisten Männer mit viel zu hohen Erwartungen. Du sagst ja selber, dass du verkrampft bist usw. Aber gerade, wenn man sich noch nicht so lange kennt, ist es ganz, ganz wichtig, dem anderen Freiraum zu lassen und sich nicht völlig auf ihn zu konzentrieren. Macht man den anderen sofort zum "König" der eigenen Welt, kann eine gescheiterte Beziehung einen völlig aus der Bahn werfen, so wie es bei dir der Fall ist.

Ich glaube auch, in deinem Fall ist es ganz wichtig, dass du erst einmal an DIR arbeitest. Du schleppst da eine Menge Ballast mit dir herum und musst lernen, zu einem gesunden Selbstwertgefühl zu finden. Erst dann hat eine Partnerschaft wirklich eine Chance, weil du es dann schaffst, auch mal zu entspannen und den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen.

Dass du nur Medikamente bekommst, ist ja nun wirklich nicht ideal. Ich würde da noch mal mit deiner Therapeutin darüber reden. Vielleicht findet ihr ja eine bessere Lösung. Manchmal bleibt einem auch nichts anderes übrig, als den Therapeuten zu wechseln...

lg
anythingbutme
 
Vielen, vielen Dank für Eure Antworten.
Der Therapeutenwechsel wäre sicher eine Option, aber die Scham über meine Situation bleibt ja leider. Ich schäme mich in Grund in Boden, dass ich keine Beziehung auf die Reihe bekomme. Und wie gesagt weiß ich nicht, wie ich mein Leben alleine aushalten soll, ohne jemals berührt zu werden und auf all das zu verzichten, was für andere selbstverständlich ist. Es tut weh, die Paare zu sehen und zu wissen, dass ich darauf immer verzichten muss. Dieser gedanke bringt mich schier um den Verstand.
Ja, vielleicht ist es eine Art Bessenheit geworden, aber ich hasse es so sehr, dass die einzige Sache auf die ich mich im Leben verlassen kann, das Alleinsein ist. Ich bin ohne Vater in einem zerrütteten Elternhaus aufgewachsen. Seit meiner Kindheit fühle ich diese Einsamkeit und Leere. Damals hatte ich die Hoffnung, dass es irgendwann anders würde. Mittlerweile muss ich nun aber der Realität ins Auge sehen, dass meine Einsamkeit chronisch ist. Ich wurde immer nur auf schulischen und beruflichen Erfolg getrimmt. Und nun bin ich trotzdem im Leben gescheitert.
Ich weiß, dass viele Beziehungen ihre Probleme haben, aber was ist letztendlich besser? Ich weiß es nicht.Ich habe außer von meinem Kind nie Liebe erfahren. Ein liebvoller Umgang innerhalb der Familie ist mir völlig fremd. Umgekehrt habe auch ich das Gefühl, dass ich außer mein Kind niemanden lieben kann. Das kommt noch erschwerend hinzu. Ich habe das Gefühl emotional völlig tot zu sein, aber ich empfinde durchaus Empathie, wenn ich von schlimmen Schicksalen höre. Ich bin also kein kaltherziger Mensch und durchaus aufgeschlossen und freundlich zu allen, die mir begegnen.
Eventuell ist dieses Absterben der Gefühle auch eine Begleiterscheinung meiner starken Depressionen, unter denen ich seit meiner Jugend leide. ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich jeden Tag durch die Hölle gehe. Genießen kann ich nichts mehr, denn ich weiß ja, ich werde wohl immer ohne Liebe durchs Leben gehen. Und so ein leben ist für mich nicht lebenswert.
 
Hallo Gast,

nur weil du keinen Partner hast, bedeutet das noch lange nicht, dass du im Leben gescheitert bist. Es gibt vielen Menschen, denen die richtige Person nie über den Weg läuft. Manche entscheiden sich, dann eben lieber alleine zu bleiben.

Ich denke, du sehnst dich allgemein nach jemandem, der für dich da ist. Dir zuhört und in schweren Zeiten bei dir ist. Wie sieht es mit einem Freundeskreis aus? Hobbys? Einem Ausgleich zu Beruf und Alltagstrott?

Ich kann dir nur sagen: Du brauchst dich nicht zu schämen. Meine Mutter wurde von meinem Vater auch schwer enttäuscht, jetzt lebt sie alleine. Natürlich gibt es Situationen, in denen sie es gut fände, jemand Zweiten an ihrer Seite zu haben, aber insgesamt ist sie zufrieden und vor allem froh darüber, Freiheit und Unabhängigkeit zu haben.

Je mehr du dich jetzt in diese Sache "hineinsteigerst", desto schlechter wirst du dich deshalb fühlen. Finde doch irgendetwas, das dir gut tut. Vielleich nicht ganz einfach als Alleinerziehende mit einem Kind und Beruf, aber jeder braucht auch mal Zeit für sich. Du könntest bestimmt irgendetwas arrangieren.

Was genau erwartest du dir von einem Partner? Die Probleme, die du mit dir selbst hast, wird er leider nicht für dich lösen können. In deiner momentanen Situation könnte eine Partnerschaft sogar noch eine zusätzliche Belastung sein.

Zu einem Therapiewechsel würde ich dir raten.
 

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