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Schwanger im Studium: Kind oder Karriere?

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Gast

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Hallo liebe Forenmitglieder,

Ich bin ziemlich weit im Studium (6. Semester) und das Ende war mal in Sicht. Doch nun steh ich vor einem Dilemma!
Ich muss während meines letzten Semesters ein Pflichtpraktikum absolvieren mit Anschluss an eine Thesis. Das Praktikum muss min. 11 Wochen sein und eine Arbeitszeit von 40h/Woche beinhalten.
Das Praktikum wollte ich eigentlich im Herbst 2013 machen, da ich noch einiege Prüfungsleistungen offen habe und an einer Übung teilnehmen muss, inder ich mehrere Stunden in der FH anwesend sein muss. Mein Plan war es diese im Frühling/Sommer 2013 zu machen (Wird nur jedes 2. Semester angeboten und gibt eine Anwesenheitspflicht). Dann hätte ich im März 2014 meinen Abschluss. Aber nun kann ich den Plan in die Tonne werfen, ich habe vor kurzem erfahren, dass ich schwanger bin. Zwar war das so nicht geplant, aber ich freu mich darüber! Aber noch mehr mache ich mir Sorgen um die Zukunft und mein Studium.

Nun bin ich grade am hin- und herüberlegen, wann ich denn mein Praktikum machen kann. Ich wollte mit dem Prüfungsamt reden, ob ich das Praktikum nicht im Frühling 2013 machen kann. Aber da habe ich ja schon die Übung. Und ich kann nicht 40h/Woche arbeiten und nebenbei ca. 6h/Woche in der FH anwesend sein. Zudem kommt noch die Fahrzeit Prakikumsstelle - FH von einer Stunde pro Richtung hinzu. Es würde theoretisch gehen, aber auch in einer Schwangerschaft?
Ich könnte zwar die Übung um ein Jahr verschieben (halbes Jahr geht ja nicht), dann würde ich mit meiner Thesis erst im Herbst 2014 beginnen können wenn alles gut geht! Und das Praktikum verschieben kann ich auch nicht, da ich mir mit einem Kleinkind eine 40h/Woche nicht vorstellen kann.

Mein Freund (wir wohnen noch nicht zusammen, er ist auch Student) rät mir, tatsächlich ein Jahr auszusetzen und erst im Herbst 2014 mein Praktikum zu machen, wenn das Kind in die Kita kann. Das Kind wäre dann ein Jahr und müsste den ganzen Tag in der Kita bleiben, das finde ich auch nicht gut. Aber selbst dann hätte ich meinen Abschluss erst im Frühling 2015 und wäre 30 Jahre, quasi ohne Berufserfahrung und mit einem Kleinkind. Keine Idealen Bedingungen für den Berufsstart. :/

Nun weis ich nicht, ob ich mich tatsächlich nur noch auf mein Studium konzentrieren soll um es möglichst schnell abzuschließen, oder mir doch mehr Zeit lassen soll und mir späte mehr Zeit für mein Kind nehmen soll? Hinzukommt: Ich bekomme noch einen Bafögantel (keinen vollen Satz) und Arbeite zusätlich um mein Studium zu finanzieren - und es ist jetzt schon finanziell sehr schwierig. Da ich hohe Studiengebühren zahle, will ich eigentlich nicht länger Studieren als es sein muss. Und was ich so im Internet gelesen habe, hat mal als Student mit Kind finanziell keine guten Karten, Bafög-Anspruch werde ich nach dem 7. Sebester nicht mehr haben und Arbeitslosengeld bekommt man ja als Student auch nicht. Da ich ja keinen richtigen Job hatte, reduzieren sich alle anderen Leistungen (Elterngeld??) auf ein Minimum. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es zum Leben reicht.

War schon irgendjemand in einer ähnlichen Situation und kann mir einen Rat geben? Ich möchte später mein Kind nicht abschieben, aber ich möchte auch meinen Abschluss machen und finanziell unabhängig sein. Es scheint mir im Moment so, als ob beides gleichzeitig nicht möglich ist.
 
Hey du,

was die Finanzielle Seite angeht: Wende dich an deine zentrale Studienberatung vor Ort. Die sollte dich gut informieren können, was für Fördermöglichkeiten deine Uni für Studenten mit Kindern bieten bzw. was für Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.
Es kann sein, dass du keine Studiengebühren mehr zahlen musst, wenn du ein Kind hast (Stichwort Härtefallregelungen).

Es gibt auch mehr Bafög und die Förderungshöchstdauer kann überschritten werden, wenn du schwanger bist (http://www.das-neue-bafoeg.de/de/235.php):
(3) Über die Förderungshöchstdauer hinaus wird für eine angemessene Zeit Ausbildungsförderung geleistet, wenn sie

  1. infolge einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu zehn Jahren
überschritten worden ist.

Was das Praktikum anbelangt:
Das Praktikum muss min. 11 Wochen sein und eine Arbeitszeit von 40h/Woche beinhalten.
Frag mal bei deiner Fachschaft an, und/oder schau in die Prüfungsordnung und/oder sprech mit dem Vorsitz des Prüfungsausschusses und frag, ob es auch möglich wäre, ein Praktikum Semesterbegleitend / auf Teilzeit zu machen, solange die Stundenzahl äquivalent ist. Sprich statt 440H in 11 Woche, 440H in z.B. 22 Wochen... dann hättest du "nur" noch 20 Stunden die Woche und würdest auch über einen längeren Zeitraum etwas im Praktikumsbetrieb lernen. Wichtig: Je nach Uni hat das Prüfungsamt wenig Entscheidungsspielraum, mit dem Prüfungsvorsitzenden bist du vll besser beraten. Hängt von der Uni und der Personalbesetzung ab.
Gibt es an der Uni auch eine Frauenbeauftragte oder ein Gleichstellungsbeauftragter bei dir am Institut / an der Uni? Sollte es Schwierigkeiten mit solchen unsinnigen Hürden geben, wäre das eine weitere gute Anlaufstelle.

Mein Freund (wir wohnen noch nicht zusammen, er ist auch Student) rät mir, tatsächlich ein Jahr auszusetzen und erst im Herbst 2014 mein Praktikum zu machen, wenn das Kind in die Kita kann.
Statt dir könnte auch dein Freund ein Jahr aussetzen, habt ihr diese Möglichkeit schonmal in Betracht gezogen? Das ist heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr, dass Männer sich Vaterschaftsurlaub nehmen =)
Was die Idee betrifft, das Kind mit 1 Jahr in die Kita zu schicken: Verheerender Plan der Familienministerin mit nicht absehbaren Folgen! | erziehungstrends.de
Kinder brauchen ihre Eltern gerade in den ersten paar Jahren und ich glaube gerade diese Zeit, wo Kinder so viel lernen, die Welt entdecken und jeden Tag was Neues passiert - das ist auch eine wertvolle menschliche Erfahrung für die Eltern.

Liebe Grüße,
Sila
 
Ich würde es so machen wie es für EUCH am besten ist. Mit Kleinkind bist du am Arbeitsmarkt eh nicht gerade willkommen, ob du nun mit 30 oder mit 35 einsteigen willst ist wurstegal.
Mach das Praktikum schon vor der Geburt, dann hast du einen Riesenbatzen weg. Du kannst dann nach der Geburt 1-2 Urlaubssemester nehmen und bekommst da auch Alg2!
Studiengebühren zahlen mußt du dann auch nicht.
Baföganspruch bleibt bestehen, wurde ja schon gesagt, selbst dann wenn du kein Urlaubssemester nimmst aber dann hast du ja wieder die Studiengebühren.
Das Praktikum kannst du begründeterweise sicher auch in Teilzeit machen, geht bei uns auch. Ich bin erwerbsunfähig und kann auch keine 8 Stunden am Tag mehr arbeiten, geschweige denn noch außerdem 5 Stunden Fahrerei, da ich in einer Stadt studiere die 30 km entfernt ist.
Frag einfach das Prüfungsamt, es wird sicher nicht alles so schwierig wie du jetzt denkst, für Schwangere und junge Eltern gibts Vielfach Entlastungsmöglichkeiten (in den Prüfungsordnungen etc).
 
Du kannst beides haben. Ist mehr Stress, aber schaffbar. Man muss viel planen, diszipliniert sein, wenn möglich ein stabiles soziales Netz haben, dann geht das.
Du kannst deinem Kind auch Nähe und Wärme vermitteln obwohl es in eine KITA geht und du Vollzeit arbeitest. Andere Mütter vor dir haben das geschafft, ohne ihre Kinder zu traumatisieren, warum du also nicht auch. Man sollte sich da von den psychologischen Studien, die derzeit kursieren, nicht so verrückt machen lassen.

Man ist nicht nur mit Kleinkind am Arbeitsmarkt nicht gern gesehen, sondern auch als 29 Jährige ohne Kind, denn der Arbeitgeber kann davon ausgehen, dass du innerhalb von wenigen Jahren deiner biologischen Uhr und deren Ticken nachgeben wirst. Frauen Ende 20 bis Ende 30 mit oder ohne Kind sind Arbeitsmarktmäßig heutzutage leider oft noch "am A****", also schmeiss auch diese Bedenken über Bord.

Schön, dass du dich trotz aller Widrigkeiten auf dein Kind freust und dass dein Freund neben dir steht.
 

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