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I

Igel

Gast
Hallo,

ich habe gerade ziemliche Probleme in der Schule. Ich bin deutlich der älteste in der Klasse, da ich schon eine abgeschloßene Berufsausbildung habe und nun noch Fachhochschulreife erreichen möchte.

Leider bin ich sehr ruhig und für die anderen uninteressant. Daher möchte im Grunde niemand etwas mit mir zu tun haben. Gemobbt werde ich ebenfalls ab und zu, aber eher im kleineren Maße. Ich habe aber Probleme damit, dass ich so ziemlich alleine bin. Mir ist es nämlich immer wichtig was andere über mich denken.

Ich gehöre zu den besten in der Klasse, trotz meiner sehr schlechten mündlichen Beteiligung und würde die Schule sehr gern erfolgreich beenden. Ich bin aber so ziemlich am Ende. Ich bin oft nach der Schule richtig schlecht drauf und bin angespannt, da ich den nächsten Tag wieder zur Schule gehen muss. Selbst am Wochenende kann ich mich kaum beruhigen, da der Montag schon ganz nahe liegt. Einzig in den Ferien bin ich einigermaßen ausgeglichen. Nun habe ich noch über ein Jahr Schule. Ich zähle teilweise schon die Tage und gucke mir oft die Ferienzeiten an. Das ist richtig mies.

Was soll ich machen? Ich würde die Schule wirklich gern erfolgreich abschließen. Aber irgendwie gehe ich daran auch kaputt.

Gruß
Igel
 
Hallo Igel,
da du die geschilderten Probleme ja nicht erst seit gestern hast, hast du bestimmt auch schon einige Tricks herausgefunden, wie du dich selbst überlistest und trotz alldem an deinem Ziel festhältst oder dich nach der Schule/am WE entspannst. In den Ferien klappt es ja auch. Gibt es noch weitere Ausnahmen unter der Woche oder "Ausnahmewochenenden"?
Gruß, Werner

P.S. Vielleicht ernährst du dich auch zinkarm, das führt häufig zu solchem "Kaputtgehen". Mach mal den Test unter www.zinktest.de - und wenn die Punktezahl hoch ist: Mehr Rindfleisch und Cashewnüsse essen, das freut dein schlaues Hirn 🙂

Noch was: Zu deiner Ich-Bezogenheit und den Schwierigkeiten, dich in eine Gruppe einzufügen kannst du was Psychologisches lesen, wenns dich interessiert: www.psychographie.de/0200.htm
 
Lieber Igel,
ich kann dich absolut verstehen.Mir geht es genauso.Ich bin die zweitälteste in meiner Klasse.Habe genau wie Du bereits eine abgeschloßene Berufsausbildung und mache jetzt innerhalb von einem Jahr das Fachabi.Im Mai sind die Prüfungen!Mich mobbt keiner, aber besonders interessant bin ich für meine Mitschüler auch nicht.Ich bin 23 und der Klassendurchschnitt liegt bei 18 Jahren.Alle haben ganz andere Interessen als ich (Klassenfahrten, Jungs, Disco usw.).Ich dagegen finde Klassenfahrten schlimm, auf Männersuche bin ich auch nicht mehr, da ich bereits seit 6 Jahren in einer fessten Beziehung bin und Disco ist auch nicht meine Welt.Bin mit 18 Jahren von Zuhause ausgezogen und bin somit die einzige, die nicht mehr bei den Eltern wohnt.In meinem Freundeskreis sind alle älter als ich und in der Schule fühle ich mich unter den vielen Jüngeren total fehl am Platz.Es gibt einfach kaum gemeinsame Interessen.
Nach der Schule fühle ich mich wie erschlagen.Ich habe Kopfschmerzen von dem Lärm dort und zu allem Überfluss bin ich keine besonders gute Schülerin und fühle mich dauernt überfordert( habe die 11. Klasse damals übersprungen).
Ich zähle auch die Tage.Habe dafür sogar einen Kalender gemacht, der die Tage rückwärts zählt.Keine Ahnung ob ich deshalb ein Ich-bezogener Mensch bin.
Aber dennnoch weiss ich, dass das Problem bei mir liegt und nicht bei den anderen.Ich halte Abstand zu ihnen und fühle mich nur in meinem nähren Umfeld wohl.Mit mir kommt man nur klar,wenn man mich lange kennt.Wegen diesem Problem habe ich schon einmal eine Ausbildung abgebrochen.Jetzt gehe ich auch nicht gern zur Schule.Um ehrlich zu sein, ich hasse es.Aber ich will mein Fachabi durchziehen.Wenn Du die Schule jetzt abbrichst wirst Du es bereuen.Vielleicht suchst Du Dir dann einen Job und dass gleiche Passiert Dir wieder.Du fühlst Dich vollkommen fehl am Platz.Versuche bitte mal etwas auf Deine Mitschüler zuzugehen.Du bist ein guter Schüler, biete den schwächeren Deine Hilfe an.Ich weiss es ist super schwer, aber eine andere Lösung gibt es in meinen Augen nicht.Ich führ meinen Teil habe mir überlegt, zu einer Therapeutin zu gehen, um besser zurecht zu kommen.
Bitte melde Dich
 
Hallo Werner,
hallo einsames Engelchen,

erst einmal vielen Dank für die Antworten.

Ich ernähre ich zumindest nicht fleischarm. Ich will es jetzt nich ausschließen, aber denke eher, dass es wirklich an dem äußeren Druck liegt.

Ausnahmewochende gibt es eigentlich kaum, ich versuche nie an die Schule zu denken, aber es gelingt mir nicht allzu oft die Tatsache zu ignorieren, dass der nächste Schultag immer näher rückt.

Einsames Engelchen, du hast mein vollstes Mitgefühl. Schließlich leide ich ja ebenfalls wie du an dem täglichen Schulhorror. Vom Typ her bin ich auch sehr ruhig und eher introvertiert. Die meisten aus meiner Klasse sind auch eher jünger. Alle Jungs sind irgendwie nur, wie von dir geschildert, auf Party und Alkohol aus. Viele Schüler nehmen die Schule nicht mal richtig ernst und sitzen die Zeit einfach nur ab. Das nervt mich natürlich auch, ich fühle mich daher eher unwohl. Trotzdem finde ich auch mein Dasein als Außenseiter schrecklich. Man fühlt sich wie Luft, wird aber trotzdem als ein Nichts wahrgenommen. Wie gern wäre ich Luft, die nicht wahrgenommen wird, als wenn ich nicht da wäre. Oft wird man auch belächelt oder ausgelacht. Oder noch schlimmer ist es, wenn man gerade so mit dem halben Ohr mitbekommt, wie über mich hergezogen wird.

Lass dich nicht einkriegen, schließlich ist es nicht mehr lange bis zum Mai. Was würde ich mich freuen, wenn es bei mir so wäre. Ich muss noch bis Mai 2009 durchhalten. Das ist wirklich schlimm, so habe ich nicht mal einen Lichtblick, da das Ende so fern ist.

Ist schon witzig wie man sich ähnelt. Besonders das mit dem Kalender ist schon sehr bezeichnend. Ein Countdown wäre für mich lächerlich, da ich noch sehr laaaaaaaaaaaange auf der Schule sein werde. Mittlerweile schaue ich mir schon die Ferientage für das Jahr 2009 an und plane zwischen den Ferien immer, wie lange ich noch Schule bis zu den nächsten Ferien sind.

Natürlich würde ich es sehr bereuen. Schließlich möchte die Schule erfolgreich mit der Fachhochschulreife verlassen. Im Endeffekt ist es aber eher ein Kampf mit mir selbst. Die Frage ist nur, wer gewinnen wird. Die Disziplin oder meine Seele.

Liebe Grüße
Igel
 
Hallo, Du,

an deiner Seele kannst du genauso arbeiten, wie an deiner Disziplin. Fühl dich doch einfach mal rein in die anderen. Denen geht es oft genauso wie dir, bloss würden sie Bauklötze staunen, wenn sie wüssten, dass es dir genauso geht wie ihnen.

Wir Menschenkinder denken immer, wir sind ganz allein auf Gottes Welt, dabei haben so viele genau dieselben Gedankengänge, Probleme, Ärgernisse, wie wir selber.

Ich sag jetzt mal etwas ungewöhnliches: versuch es doch mal damit, dankbar zu sein, für das was du hast.

Sag:
danke, dass ich jeden Tag in die Schule gehen darf und somit eine Aufgabe habe.
danke, dass ich meine Gefühle spüre, auch wenn ich gerne positivere Gefühle hätte.
danke, dass ich mich besser fühle.

Und fühl dich da rein, erlebe in deinem Inneren, wie das sich wohl anfühlen würde, wenn das wirklich da wäre, dieses warme dankbare Gefühl.

Und wenn du ganz mutig bist sag
Danke, dass ich mit Freude jeden Tag in diese Schule gehe.

Denn ob du glücklich bist oder nicht bestimmst allein du selber. Es hat keiner für einen anderen Menschen die Fernbedienung in der Hand.
 
Hallo Igel!
Verhälst Du Dich in der Schule so wie Du wirklich bist, oder verstellst Du Dich?
Versuche Du selbst zu sein.Nur so haben die Anderen die Chance Dich kennenzulernen!Einen Veruch ist es doch wert, oder meinst Du nicht?
 
Bist du momentan in der 11. Klasse? Hat man da nicht normalerweise Praktikum? (weiß nicht, aus welchem Bundesland du kommst).

Letztes Jahr ging es auch in unserer FO Klasse ziemlich 'laut' und disziplinlos zu. Das lag vor allem an den Schülern, die ohnehin keine Lust auf Schule hatten und andere (evtl. lernwillige) abgelenkt hatten. Dementsprechend niedrig war das Niveau! Nun, in der 12. Klasse - um die hälfte (!) der Schüler geschrumpft, läuft es prima! Vor allem das Verhältnis untereinander hat sich verändert, also würde ich dem nächsten Jahr (an deiner Stelle) noch mit genügend Neugier entgegenkommen. Natürlich sind das nur die Erfahrungen, die ich gemacht hatte.

Weisst du, dir sollte es egal sein was andere Menschen von dir denken, du wirst ihren Ansprüchen selten gerecht werden, also konzentriere dich auf deine Leistungen und versuche Selbstbewusstsein auszustrahlen. Ich weiß, das ich leicht gesagt, aber ich war in einer ähnlichen Situation wie du, ziemlich ruhig oder mich interessierten die anderen (aufgrund ihrer Bescheidenheit) nicht, doch die Einstellung gegenüber der Welt und den Menschen hat sich nach und nach verändern.
Sicher - hin und wieder habe ich noch ein wenig Probleme mit der Kommunikation, aber ich kann es akzeptieren, denn auch das gehört zu meiner Persönlichkeit. Schüler, welche andere erniedrigt oder gemobbt hatten...deren Freundin hätte ich nie sein wollen! Im Gegenteil, ich konnte ihnen selbstbewusst und vernünftig entgegengewirken, denn gerade solche Leute werden immer weitermachen, wenn du ihnen nicht deutlich machst, dass ihr Verhalten nicht okay ist (außer sie sind einfach unfähig, dumm etc.) Ich selbst wollte nicht mehr der Schwächere sein, den Gefallen tat ich ihnen dann doch nicht. =)

Wenn dir gewisse Sachen nicht mehr so wichtig sind, denkst du weniger darüber nach und zeigst dich vielleicht ganz natürlich und 'frei'. Und womöglich hast du auch einen vollkommen falschen Eindruck von deinen Klassenkameraden, denn einem
selbst ist vieles gar nicht bewusst, aber dein Gegenüber spürt vielleicht sogar, dass du unglücklich bist und eher weniger von dir erzählst. "Andersdenkende sind oft ganz anders als wir denken."- (Ernst Ferstl)
Wenn du mit Menschen im Kontakt bist, gibst du und dein Gegenüber etwas von dir preis, das sollte in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen, sonst fühlt sich der andere vllt. unwohl.
Ich glaube nicht, dass es an dem Alter oder den verschiedenen Interessen liegt. Es kommt auf den Menschen an und wie dieser sich verhält. In unserer Klasse ist eine 23 Jährige, die ebenfalls andere Interessen hat und mit ihrem Freund in einer eigenen Wohnung lebt, aber sie ist vollkommen in die Klasse integriert, da sie sich realtiv offen mit einer gewissen Reife zeigt.
LG Jana
 
Hallo Schwarz-Weiss,

ich wünschte ich könnte es, aber wie soll ich dankbar sein, wenn diese Schule täglich der pure Horror ist. Dazu ist meine seelische Belastung zu groß. Ich hatte damals ja schon viele negative Erfahrungen gesammelt, da hätte das funktioniert, aber jetzt bin ich ehrlich gesagt für gar nichts dankbar. Es ist zur Zeit meine persönliche Hölle.

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Hallo einsamer Engel,

kommt immer drauf an. Mittlerweile mach ich gar nichts, da ich auch keinen Kontakt mit meinen Mitschülern habe. Wieso auch, warum sollte ich den Kontakt zu meinen Mobbern suchen.

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Hallo Jana,

ja ich bin in der 11. Klasse und beide Schuljahre sind Vollzeit-Unterricht. Ich glaube aber nicht, dass in den neuen Schuljahr viele gehen werden. So schwer ist der Unterricht gar nicht. Selbst im Probehalbjahr sind nur wenige ausgestiegen und da gab es einen Mindestschnitt von 3,5.

Natürlich sollte mir egal sein was andere über mich denken, aber das kann man leider nicht abschalten.
 
Hallo,

ich habe mir noch mal genau die Schulferien angesehen und für das erste entschieden, dass ich noch weitermachen machen werde, sofern nicht irgendetwas schlimmes dazwischen kommt und ich mich psychisch nicht mehr im Stande fühle zur Schule zu gehen.

In diesem Schuljahr habe ich noch 18 Wochen Schule. Im nächsten Schuljahr sind es 30 Wochen. Das sind exakt 12 Monate. In dieser Zeit dürften wohl auch einige abgehen, auch wenn es wohl nicht viele sein werden, könnte sich mein Zustand geringfügig verbessern.

Außerdem müsste ich nach einem Abbruch der Schule sowieso meinen Wehrdienst antreten und ich denke, dass dies nicht unbedingt meine Situation verbessern würde.

Ich hoffe nur, dass ich diese schwere Zeit durchhalten werde, da nahezu jeder Tag Horror ist. Mir ist auch heute klar geworden, dass ich oft unter Herzrasen, Adrenalinstößen, sowie Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen leide. Das klingt für mich sehr stark nach Depressionen. Vielleicht sollte ich doch lieber professionelle Hilfe aufsuchen.

Heute ist wieder Sonntag und mein Herz schlägt wieder schneller, da mir der nächste Schultag wieder im Nacken sitzt.

Gruß
Igel
 

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