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Schule abbrechen um Leidenschaft nachzugehen?

  • Starter*in Starter*in WTBI
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W

WTBI

Gast
Ein langer Text, ich hoffe ich habe ihn mehr oder weniger gut niedergeschrieben, frei heraus.
Danke an alle die ihn vollständig lesen und mir Rat geben.

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Hallo,

wie man an der Uhrzeit sehen kann ist es gerade mitten in der Nacht und ich denke wieder seit Stunden nach..
Es geht wieder um folgendes:

Ich, derzeit (noch) 18 Jahre alt, besuche zur Zeit ein Gymansium. Ich habe gerade die 12. Klasse aufgrund von sehr schlechten Noten wiederholt, dieses Jahr ist es noch schlechter gewesen. Ich wurde nach einem Gespräch mit dem zuständigen Lehrer jedoch versetzt, mit der "Lüge" ich würde versuchen mein Fachabitur zu machen. Tatsächlich aber habe wollte ich nur versetzt werden, da ich sonst nix in Aussicht hatte für das nächste Schuljahr. Das es eine Lüge war merkte ich eigentlich erst so richtig jetzt in den Sommerferien.

Ich beschäftige mich seit ca. 2-3 Jahren mal mehr mal weniger mit den Themen Online-Marketing und Persönlichkeitsentwicklung, anfangs halt etwas weniger, und in den letzen 6 Monaten steigt es exponentiell.
Ich habe mich bis kurz vor den Ferien sehr viel damit befasst, mich selbstständig im Internet zu machen, da ich großes Bestreben nach finanzieller Freiheit habe. Für mich steht fest, dass ich kein Angesteller sein möchte, ich möchte mein eigener Chef sein.

Voller Motivation begann ich mit dem Beginn der Ferien an dem Aufbau meiner ersten Website, die mich in nächster Zeit von meinem 450€-Job befreien sollte, damit ich neben der Schule mehr Zeit haben sollte, um mein Portfolio weiter auszubauen.
Der Plan anfangs war: In den Ferien die erste Website aufbauen, um meine Kosten zu decken und meinen Nebenjob kündigen, um diese und mehr freie Zeit in den Aufbau weiterer Seiten zu investieren. Ich wollte bis Ende des Schuljahres soweit sein, dass ich mein Fachabi in der Tasche habe und bis dahin genug verdiene, um theoretisch alleine wohnen zu können.

Der Plan wurde leider nach ca. 10 Tagen von einem 1-wöchigen Krankenhausaufenthalt gekreuzt, und mein bis dahin gut aufgebauter Tagesablauf war hinüber. Ich stand normalerweise früh auf, ging Montag-Freitag morgens zum Sport und arbeitete ca. 6-10h täglich in einem guten Rhytmus an meinem Projekt. Nach dem Krankenhaus und einer OP hieß es " 3 Wochen kein Sport ". Für mich ein Schock, da ich darauf viel Wert legte. Nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, habe ich exakt noch 2 Tage aktiv und produktiv gearbeitet, die letzten 3 Wochen hat sich leider nix getan... mein Tagesablauf war eine Katastrophe.

Ich habe mich während dieser Zeit jedoch weiterhin allgemein über die o.g. Themen gebildet, täglich vielleicht nur 10 Minuten, oder mal bis zu 4 Stunden. Motivation, am Projekt zu arbeiten, hatte ich leider keine.

Nun, ab nächster Woche Montag darf ich wieder zum Sport gehen, und bin voller Motivation was das betrifft. Ich hoffe und bin mir eigentlich auch sicher, dass damit auch die Motivation wieder kommt, an der Website weiter zu arbeiten. Es gibt nur leider ein Problem: Die Schule hat wieder begonnen, ich habe nicht mehr soviel Zeit wie ich sie gerne hätte.

Das Problem war mir schon länger klar, dass ich während der Schule nicht soviel Zeit haben werde wie ich sie gerne hätte, und ich habe es mir fast täglich während der insgesamt 4 Wochen "Pause" vor Augen geführt. Ich habe viel darüber nach gedacht, und es kam mir schnell der Gedanke, die Schule abzubrechen, um einfach meine volle Aufmerksamkeit in mein Herzensprojekt zu stecken. Ich bin einfach davon überzeugt, dass ich mir was aufbauen muss, da mir einfach immer mehr und mehr klar wird, dass ich mich selbstständig machen muss, um dauerhaft glücklich zu werden. Wieso also weiter in die Schule gehen, wenn mir auf meinem gewünschten Werdegang mein Abschluss, den ich evtl. bis wahrscheinlich garnicht kriege, nichts bringen wird. Meine Eltern können mich schon verstehen, da sie merken wie ich für die Sache brenne, aber natürlich haben sie Sorgen dass ich damit auch hinfallen kann. Finanziell bin ich ja erstmal "abgesichert", da ich bei meinen Eltern wohne und bis jetzt noch meinen Nebenjob ausübe, der wöchentlich nur ca. 15h in Anspruch nimmt.

Wie ist mein Plan jetzt?
Ich würde gerne die Schule beenden, rechtlich bin ich auf der "sicheren Seite", ich bin volljährig und bin seit nun 13 Jahren in der Schule. Ich habe im übrigen einen erweiterten Sek. I, also quasi den besseren Realschulabschluss (nur nebenbei erwähnt).
Mein Tagesablauf wäre durchstrukturiert, ich könnte arbeiten wie ich es mir eigentlich schon immer wünsche und es wäre das produktivste für mein Projekt. Ich bin von mir selber überzeugt, dass ich es schaffe..

__________________________________

Ich wollte damit meine Gedanken niederschreiben, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was für Antworten ich gerne hätte..
Ermutigung, Motivation? Soll ich es tuhen, oder nicht? Obwohl ich mir sicher bin, oder auch nicht?
Falls Fragen sein sollten, werde ich diese beantworten.

Ich hoffe meine Gedanken werden ruhiger und jemand kann mir Mut machen 🙂
 
Erst einmal: ich bin u. a. mit dem von dir angestrebten Arbeitsbereich selbständig und auch davor habe ich das schon eine ganze Weile gemacht.

Ich hoffe übrigens, dass du deine Versuche, eine Homepage für jemanden zu bauen, ordentlich versteuerst und nicht schwarz machst und das Geld so einstecken willst. Wenn ja: Schande über dich. Leute wie du machen die Preise kaputt und ich finde es ganz fies, schwarz zu arbeiten.

Wenn du für 450 Euro eine Homepage anbietest, dann machst du trotzdem die Preise kaputt, verkaufst dich unter dem Wert und/oder scheinst keine Ahnung von Kalkulation und Preisgestaltung zu haben.

Interessant wäre auch die Frage, ob bei welchselnden Kunden monatlich 450 Euro noch als Minijob gelten, auch wenn die Beträge nicht über 450 Euro sind, oder ob wir dann schon beim Thema "Gewerbe" sind. Und dann musst du ein Gewerbe anmelden und alles versteuern, mit offizieller Rechnung.

Kunden, die ohne Rechnung das schwarz bezahlen wollen unter der Hand, sind keine guten Kunden. Solche Kunden will man nicht haben. Und man will eigentlich auch nicht jemand sein, der sein Geld nur schwarz unter der Hand verdient und das Finanzamt bescheißt, die Preise kaputt macht und sich selbst unter dem Wert verkauft.

Und wenn du super-günstig bist, dich dann irgendwann offiziell mit Gewerbe selbständig machst - was dann? Weiterhin günstig bleiben oder mit dem Preis raufgehen? Was machst du, wenn deine Kundenkreise sich untereinander kennen und offen ansprechen, dass sie von dir eine komplette Homepage für 450 Euro bekommen haben? Oder wenn ein neuer Kunde über Empfehlung eines früheren Kunden zu dir kommt und sagt "Also, Sie machen mir das bestimmt auch für 450 Euro?"

Unterschätz das nicht, wie Kunden sich oft untereinander kennen oder zusammenhängen können. Und gerade die Welt der Selbständigen und Unternehmer kann manchmal wie ein Dorf sein. Alleine durch Netzwerke, wo man sich trifft und austauscht. Und da sehe ich deine Zielgruppe. Ein Großunternehmer, eine größere Firma wird wohl nicht für 450 Euro von jemand ungelernten die Homepage machen lassen oder sollte es nicht, wenn die suchmaschinenoptimiert sein wollen und ein gutes CI haben möchten.

Du bist in der "Billiganbieter"-Schublade häufig schneller drin, als dir lieb ist. Und dauerhaft macht man das nicht mit, jeden Monat mindestens drei Homepages für 450 Euro gestalten zu müssen. Diese drei Homepages als Auftrag pro Monat musst du ja auch erstmal bekommen.

Übrigens kann der Kunde DICH für Fehler haftbar machen, oder wenn rechtlich etwas falsch ist und nicht offiziellen Standards und Anforderungen entspricht. Auch alleine deswegen finde ich es etwas gewagt, ungelernt Homepages zu machen.

Was ich mich die ganze Zeit beim Durchlesen deines Beitrages gefragt habe: was hindert dich daran, erstmal eine Ausbildung oder Studium in dem von dir angestrebten Arbeitsbereich zu machen? Mediengestalter z. B. oder den Studiengang audiovisuelle Medien?

Ich habe so das Gefühl, du willst bei den Großen mitspielen und das möglichst schnell, ohne offiziell etwas dafür zu leisten in Form einer Ausbildung und Studium.

Und NEIN, man kann sich in diesem Bereich nicht alles selbst beibringen. Nur weil du gerne privat vielleicht mit Gimp oder Photoshop herumspielst, dich Social Media-Marketing fasziniert und du einen eigenen Blog betreibst oder was auch immer, macht dich das noch lange nicht zu einer Fachkraft, die wirklich etwas von ihrem Handwerk versteht.

Leute, wann begreift ihr endlich, dass beim Marketing- und Medienbereich genau die selben Regeln herrschen, wie bei allen anderen Berufen? Und diese nicht automatisch außer Kraft gesetzt sind, nur weil jeder daran rumprobieren kann?

Ich denke auch, dass du das Thema Selbständigkeit unterschätzt. Klar, du bist dein eigener Boss, aber es ist auch sehr hart. Du musst dich komplett selbst versichern. Informier dich mal, was alleine im Monat so eine Krankenversicherung kostet. Der Markt hat nicht auf dich gewartet. Und wer die Wahl hat zwischen einem ungelernten 18-jährigen, "der sich das selbst beibringen will" und jemanden gelernten, mit Berufserfahrung und offiziellen Abschlüssen, der wird wohl zweiteres nehmen. Außer, deine günstigen Preise locken, aber dann kann ich dir versprechen, wenn du für 450 Euro eine Homepage machst und sonst nichts, kannst du das nicht lange so durchhalten.

Und ja, auch wenn du in einer Selbständigkeit dein eigener Chef bist: deine Kunden sind es. Die können mitunter schwierig sein, denen musst du manchmal auch hinten reinkriechen, denn Geld ist Geld. Und wenn es dann darum geht, ob du über die Runden kommst oder nicht, um die Frage "Geld von diesem Auftrag haben oder nicht haben", dann sieht das schonmal ganz anders aus. Und nochmal, der Markt hat nicht auf dich gewartet. Und wenn man sich ständig nur die gut zahlenden, superfreundlichen Kunden rauspicken will, steht man irgendwann leer da. Bis man in die Lage kommt, sich seine Kunden wirklich voll und ganz aussuchen zu können, muss man lange hart dafür arbeiten.

Du musst deinen Kunden gegenüber auch Rechenschaft ablegen. Dich erklären. Die überzeugen. Und das ist meistens nicht so, dass die einfach nur dankbar sind und dich komplett machen lassen, ohne dass du dich rechtfertigen musst.

Dazu kommt noch, dass man heute nicht mehr viel damit reißen kann, wenn man "nur" Homepages machen kann. Du musst Ahnung haben von SEO, Keyword-Marketing, SEO-Texting, Keyword-Strategien, PR, Erstellung und Entwicklung eines CIs, PR, Social Media-Marketing, klassisches Marketing, Werbepsychologie, Urheberrecht, Lizenzrecht, Internetrecht, Layouten etc., etc., etc. ... Und nochmal: NEIN, du kannst dir das nicht alles selbst beibringen und nur weil du vielleicht hobbymäßßig gerne Layouts mit Gimp oder Photoshop bastelst, bist du noch lange kein gelernter Fachmann.

Ich denke, du willst ausbrechen, hast genug vom Schulleben und ich verstehe das, aber mal so eben macht man sich nicht als ungelernter Mensch selbständig.

Viele denken, dass in einer Selbständigkeit andere Regeln herrschen und ja, das stimmt auch zum Teil. Aber das befreit einen trotzdem nicht vor der Qualifikation, offizielle Ausbildungen und Abschlüsse haben zu müssen. Oder man sollte sie haben, wenn man keine unzufriedenen Kunden haben möchte. Ich hätte da auch ehrlich gesagt ziemlich Schiss, nichts offizielles zu haben. Z. B. wenn es nicht mit der Selbständigkeit klappt. Dann stehst du da. Und die heutigen Agenturen klatschen nicht erfreut in die Hände, wenn du sagst "Habe ich mir alles selbst beigebracht". Auch die wollen etwas auf dem Papier sehen, bzw. es gibt Leute wie dich zu Haufen, die sagen, sie brauchen keine Ausbildungen, sie sind so talentiert oder was auch immer, dass sie das selbst hinbekommen.

Ein paar Jahre Ausbildung und/oder Studium werden dich nicht umbringen. Ganz im Gegenteil, sie machen dich nur qualifizierter und kompetenter. Und dann arbeite mal ein paar Jahre in der Marketingabteilung eines Unternehmens oder bei einer Agentur. Und dann kannst du Selbständigkeit mal anpeilen.

So gehst du viel durchdachter mit Qualifikationen und mit anderen Werkzeugen in die Selbständigkeit. Und hast notfalls noch einen "Plan B", falls es nicht mit der Selbständigkeit klappt.

Ansonsten hat das ganze für mich den Touch von einem trotzigen Jugendlichen, der wütend mit dem Fuß aufstampft und so schnell wie möglich ausbrechen und weg möchte vom öden und anstrengenden Schulalltag, sorry.
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles was Findefuchs sagt, stimmt: Um Selbständig zu werden braucht es weit mehr, als einfach nur gerne etwas zu machen. Auch wenn Du es gerne und vielleicht sogar gut machst: Das reicht nicht!
Mache erstmal Dein Abi. Ich würde sagen: Wer nicht genügend drive hat, sein Abi durchzuziehen wird auch keine Selbständigkeit dauerhaft durchziehen können: Dafür braucht man nämlich ordentlich Sitzfleisch und man muss auch mal Phasen aushalten, in denen es nicht so geil läuft! Und man braucht natürlich IMMER einen Plan B!
Also Abi machen und dann entweder eine Ausbildung in Deinem Bereich, oder ein Studium.
Ganz ohne Berufsausbildung wirst Du baden gehen!
Ich will Dich nicht entmutigen, aber leider sind das die Fakten, mit denen Du Dich auseinandersetzen musst.
Neben den fachlichen Qualifikationen wirst Du Dich auch noch mit einigen anderen Themen befassen müssen: Altersvorsorge, Steuer, Gewerbeanmeldung, Urheberrechtsfragen, Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung usw.
All das solltest Du vorher tun, bevor Du ein Unternehmen gründen kannst. Gib Dir dazu mindestens ein Jahr! Du kannst nicht einfach so drauflos wurschteln, ohne all diese Fragen geklärt zu haben. Denn Versäumnisse in diesem Bereich können böse Folgen haben (zB massiv Ärger mit dem Finanzamt, Probleme mit der Krankenkasse, da Du ja nicht von irgend einem Arbeitgeber versichert bist, Steuernachzahlungen, Urheberrechtsverletzung...)
Klar, es ist OK, wenn Du für Dich jetzt experimentierst und Erfahrungen sammelst, aber daneben muss eine Berufsausbildung her und du musst Dich über all diesen Verwaltungskram informieren.
Aber wenn Du es wirklich willst, dann solltest Du diese wichtigen Schritte auch leicht nehmen können.
 
Menschenskind, hast du die Zeit verpasst??? Das hättst du dir in meiner Generation leisten können, aber doch nicht mehr heute!
Mach dein Abi - leg eine Pause ein, wenns grad nimmer geht, aber mach es. Denn heute hast du ohne kaum mehr eine Chance, erst recht nicht, wenn du abgebrochen hast!
 
Alles was Findefuchs sagt, stimmt: Um Selbständig zu werden braucht es weit mehr, als einfach nur gerne etwas zu machen. Auch wenn Du es gerne und vielleicht sogar gut machst: Das reicht nicht!
Mache erstmal Dein Abi. Ich würde sagen: Wer nicht genügend drive hat, sein Abi durchzuziehen wird auch keine Selbständigkeit dauerhaft durchziehen können: Dafür braucht man nämlich ordentlich Sitzfleisch und man muss auch mal Phasen aushalten, in denen es nicht so geil läuft! Und man braucht natürlich IMMER einen Plan B!
Also Abi machen und dann entweder eine Ausbildung in Deinem Bereich, oder ein Studium.
Ganz ohne Berufsausbildung wirst Du baden gehen!

Ganz genau! Ich finde den Gedanken gerade in schwierigen Zeiten sehr beruhigend, dass man durch offizielle Abschlüsse, Studium und/oder Ausbildung jederzeit einen sicheren Plan B hat, wenn es mit der Selbständigkeit nicht klappen sollte.

Ich kenne einige Selbständige, die sind die Schiene gefahren "Ich bin talentiert und gut, ich brauche kein Studium oder eine Ausbildung. Die Kunden wollen nur meine Endergebnisse sehen, die interessiert das nicht".

Und dann war es entweder schon so, dass gefragt wurde "Wo haben Sie denn gelernt und vorher gearbeitet?" oder "Wie nennt sich Ihr Beruf, den Sie gelernt haben?".

Einige dieser Selbständigen sind gescheitert. Und standen dann mit NICHTS da: kein Studium, keine Ausbildung, keine Berufserfahrung bei Firmen ... einfach nichts außer einem Schulabschluss. Und das ist natürlich kacke. Vor allem, wenn man dann schon ein gewisses Alter erreicht hat.

Bei größeren/wichtigeren Kunden und großen Projekten werden Arbeitsproben verlangt. Und diese werden dann auch gerne anderen Anbietern und Konkurrenten vorgelegt, um eine zweite Meinung einzuholen. Oder der Marketing-Abteilung, die man ergänzend unterstützen soll. Und da sitzen auch Fachleute drin. Ich wurde auch letztens von einem Kunden gefragt, ob ich ihm meinen Lebenslauf und Zeugnisse schicken kann, weil er sich für meinen Werdegang interessiert.

Bei Marketing und Medien geht es oft um viel. Um extrem hohe Geldbeträge. Das Image und der Kundenfang für meine Kunden hängen von der Arbeit meines Berufsstandes ab. Da ist klar und absolut nachvollziehbar, dass man auch wissen möchte, wem man jetzt mitunter mehrere tausend Euro bezahlt für ein wichtiges Standbein. Oder ob man diesem jemand vertrauen kann.

In meinem Arbeitsbereich gibt es so viele Schwätzer. Die heiße Luft machen, aber kaum was können oder nur halb. Ich habe schon einige Kunden gehabt, deren Homepages ich "retten" musste, weil da jemand rumgemurckst hat, der keine Ahnung hatte. Oder eine Kundin hat viel Geld bei jemand anderen hingeblättert für eine Homepage, die zwar schick aussieht, aber nicht suchmaschinenoptimiert ist. Und was bringt einem Kunden eine schicke Homepage, wenn die nicht bei Google gefunden wird?

Ich muss auch ehrlich zugeben: wäre ich ohne Erfahrung in die Selbständigkeit gegangen, das Thema Verhandlungen, Beratungen und Umgang mit Kunden wäre mir sehr viel schwerer gefallen und sehr hart geworden. Je nach Kundentyp hat man jemand echt schwierigen und kritischen vor sich sitzen. Wenn ein netter Kunde auf einmal sich als jemand entpuppt, der doch nicht so nett ist, wenn es um Business geht, dann kann es wirklich beruhigend sein, einen Chef oder ein Kollegenteam in der Hinterhand zu haben, die einen unterstützen oder den Rücken decken und notfalls einspringen.

Und man sollte nicht unterschätzen, was man von Leuten so lernen kann, die das schon mehrere Jahre machen. Alleine, was Kundenaquise angeht. Wie man Kunden kompetent berät. Wie man damit umgeht, wenn ein Kunde rumzickt, nicht zahlen möchte oder alles hinterfragt und anstrengend wird. Und das sind alles Dinge, die zum Berufsalltag gehören.
 
Genau: Man muss immer etwas haben, das einen sozusagen über die anderen Mitstreiter qualifiziert. Warum sollte der Kunde genau mich buchen und nicht wen anderes? Kann meine Arbeit in der Fachwelt bestand haben? (Wenn zB ein Kunde Deine Arbeit jemandem vorlegt, der sich auskennt und der sagt gleich: "Ach, das ist nur so von einem Hobbybastler zusammengefrickelt- XY hat ja nicht mal einen Abschluß", dann ist das unglaublich geschäftsschädigend).
Wenn ich mich irgendwo vorstelle, bzw eine Leistung anbiete, dann war es bisher immer so, dass entweder Wert auf viel Erfahrung, Reputation, Ausbildung, oder alles zusammen gelegt wurde. NIE wird man einfach nur an der Leistung gemessen: Und wenn muss auch diese einfach überzeugen.
Man kann es sich zB nicht leisten, dass "Jugendsünden" im Netz kursieren. Am besten, man geht erst an den Kunden, wenn man es handwerklich beherrscht!
 
Ok, um das kurz etwas genauer zu erläutern:

Meine Projekt, welches ich mir aufbauen will, zielt nicht darauf ab, dass ich "Kunden" habe, das Geld wird anders verdient.
Es geht wirklich nur darum, die Seite auf Suchmaschinen möglichst perfekt zu optimieren und mit Affliate Marketing Geld zu verdienen.
Und an Findefuchs, ich weiß dass ich durch eine Ausbildung/Studium das ganze natürlich "perfekt" erlernen würde, allerdings beschäftige ich mich damit schon sehr lange und weiß wie SEO funktioniert, habe schon mal eine Seite vor Ewigkeiten für einen Freund erstellt und diese hat auf Seite 1 gerankt. Ich habe nicht vor für andere Seite zu erstellen, die Seiten sind nur "für mich", es geht darum auch meine Seiten möglichst weit oben zu ranken und Produkte zu bewerben. Ich denke du weißt was ich meine 😉

Und noch für die anderen verallgemeinert: Es geht nicht darum Kunden anzulocken, die weder bei mir etwas erwerben noch irgendeinen Dienst von mir wollen. Es geht darum, dass ich Internetseiten für !mich! erstelle, welche durch Traffic Geld erbringen. Habe mich mit dem Thema wie im ersten Post schon gesagt lange befasst, und man damit genug Geld verdienen.
Natürlich möchte ich nicht nur das auf Dauer machen, aber dadurch kann ich an Erfahrung sammeln.

Wieso ich keine Ausbildung/Studium anfangen möchte? Ganz einfach, für eine Ausbildung habe ich schlicht weg zu schlechte Noten, es wird mich somit keine "gute" Firma haben wollen, und ein Studium spricht mich einfach garnicht an. Das einzige, was sich wohl anbieten würde, wäre auf eigene Faust Erfahrung zu machen, wie ich es vor habe, und dann in ein paar Jahren mit einem "schlechten" Zeugnis, dafür aber hoffentlich einem guten Portfolio an gut aufgebauten Internetseiten sich irgendwo zu bewerben. Das würde ich eher anstreben, als jetzt eine wahrscheinlich schlechte Ausbildung anzufangen.
 
Hm ganz kapier ich das dennoch nicht: Du willst also eine Seite aufbauen und dort sollen Leute diese Seite irgendwie nützen, was Dir Geld einbringt (also wie zB ein kostenpflichtiges Forum?) Oder geht es um eine Seite mit Werbeeinnahmen? Dein Produkt ist also nicht das Programmieren von Seiten, sondern die Seite an sich, die Kunden wiederum nützen können?
Klingt kompliziert.
Dennoch: Was auch immer Du machst: Du brauchst die nötigen Unternehmerischen Grundlagen. Eine Ausbildung solltest Du trotzdem versuchen: Kannst ja neben der Ausbildungssuche Dich mit Deinem Prokeit befassen. Aber glaub mir: Egal wie gut Du Deine Sache auch machst: Ohne abgeschlossene Berufsausbildung wird es schwer irgendeinen Job zu bekommen.
wenn Du begeisterungsfähig und aktiv bist, dann kannst Du auch mit einer nicht so guten Note überzeugen.
Noch ein Grund mehr eigentlich, das Abi zu machen: Häng dich in diesem Jahr richtig rein, und dann schaffst Du auch eine passable Note! Mit einem duchschnittlichen Abi bekommst Du viel eher eine Ausbildung, als mit einem schlechten Realschulabschluß.
Du könntest zB auch ne Kaufmännische Ausbildung machen: Dann lernst Du all das Zeugs, was Du für die Selbständigkeit brauchst gleich mit.

Jedenfalls halte ich es für mehr als riskant, Deine Zukunft auf solche wacklige Beine zu stellen: Was wenn Dein Projekt keinen Erfolg hat (und davon muss man leider IMMER ausgehen!) Dann hast Du nämlich garnichts.
 
Jaja, bei Affiliate Marketing lockt immer das große Geld. Vieles wird total easy hingestellt. Es ist mitunter harte Arbeit, wo man manchmal über Jahre hinweg daran arbeiten muss.

Das ist wie mit den wirklich populären Bloggern, die wirklich Geld scheffeln mit ihren Blogs: die gibt es. Und mit harter Arbeit ist es machbar. Aber dem entgegen steht halt eine gigantische Menge an Bloggern, die nie davon ansatzweise leben können werden.

Die größte Gefahr, die ich aber sehe: zündet das ganze und es wird genügend Geld ausgeschüttet, denkst du dir vielleicht: "Warum jetzt eine Ausbildung machen? Ich habe ja im Moment gutes Einkommen" und so geht das weiter und weiter, bis du vielleicht den Absprung nur noch ganz schwer schaffen kannst. Und dann ist das ohne Ausbildung oder Studium extrem risky, so zu leben.

Und ich würde mich nicht damit zufrieden geben: ich würde meine Kompetenzen dann unternehmerisch/wirtschaftlich/programmiertechnisch aufpimpen wollen. Ein Gesamtpaket sein wollen und nicht nur ein Schüler, ohne Ausbildung oder Studium, der sich was selbst beigebracht hat.
 
Ich glaube wenn das ganze erstmal "genug" Geld bringen sollte, dann ist man denke ich auch an einem Punkt angelangt an dem immer wieder zurück kommen kann, sollte es Rückschläge geben. Prinzipiell ist es natürlich sinnvoll und sicherer, eine Ausbildung in der Tasche zu haben, aber bei mir wird das mit den Noten nix mehr, da werde ich mich nicht mehr genug motivieren können.
Heißt, falls ich eine gute Ausbildung anfangen möchte, die mir was bringt und auf die ich auch Lust habe, muss ich ja erstmal was selber erarbeiten. Ich persönlich finde, dass meine Noten wenig über mich aussagen, außer dass wenn ich kein Interesse habe ich mich auch kein Stück anstrenge. Sehen die Firmen aber meine Seiten, in die ich viel Zeit rein gesteckt habe, die zeigen was ich kann, dann sollte das auch eher klappen mit einem guten Platz. Und mir persönlich ist das auch lieber, aber derzeit sehe ich keine andere Chance, mit einem guten Zeugnis wird das nix. Deshalb der Abbruch.
 

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