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Schlimme Kindheit

Rohdan

Neues Mitglied
Hallo,
bitte achtet nicht auf die Rechtschreibung..
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll..
Ich bin 33 Jahre alt und fange erst jetzt an mich mit meiner Kindheit auseinanderzusetzen.
Mir macht seit ca. 5 Monaten meine Kindheit extrem zu schaffen und ich weiß nicht warum das jetzt kommt. Bisher konnte ich darüber lachen was früher passiert ist, ich habe immer nach vorne geschaut (bewusst) .. Wie auch immer. Das typische: mein Vater Alkoholiker, meine Mutter desinteressiert. Fünf Geschwister ich das mittlere Kind. Wenn unser vater nach der Arbeit nach hause kam wurden wir für unser Benehmen über den Tag bestraft (Gürtel oder Schlappen). Das ging soweit das wir unsere Mutter unter Tränen gebeten haben verschiedenste Fehlverhalten unserem Vater nicht zu sagen. Sie hat es immer gesagt. Als ich 8 war haben sich meine Eltern getrennt. Wir haben mit sehr wenig Geld gelebt und unsere Mutter hat uns weitgehend ignoriert. Als ich 14 und meine Brüder 13/17 waren sind wir zu unserem vater gezogen. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt schon monatelang auf Tabletten und dann in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Bei meinem Vater fing ein Horror an den ich mir nie hätte vorstellen können.. Wir wurden regelmäßig gedemütigt und bloß gestellt vor anderen, verprügelt und niedergemacht. Immer wenn er betrunken war (gg 17uhr täglich) fing es an.. Ich kann hier gar nicht alles schreiben. Jedes mal wurden wir aus den lächerlichsten Gründen nieder gemacht und geschlagen. Mir laufen die Tränen während ich das schreibe... Wir hatten immer Angst.. Als Kinder! Mein Bruder hatte beim pizzabestellen die Flasche wein vergessen und dafür ein Messer ins bein bekommen. Mein anderer Bruder hat den herd angelassen.. Als wir wieder nach hause kamen wollte mein Vater das Gesicht von ihm auf die heiße herdplatte drücken... Ich wurde regelmässig niedergeschlagen wenn er Angst hatte das ich stärker wäre als er... Und derlei tausend Sachen mehr.. Es war einfach eine Zeit in der wir uns nie sicher sein konnten was passiert... Wir wurden mit Messern angegriffen und mir wurde eine Pistole an den Kopf gehalten. Alles von unserem Vater.. Außer sexuellem Missbrauch hat er alles mit uns gemacht. Zuviel um es eben mal zu schreiben.
Aber wie ich schon am Anfang geschrieben habe, berührt es mich erst jetzt.. Warum? Ich bin seit 6 Jahren alleinerziehend und Vollzeit am arbeiten, ich habe unersetzbare Freunde und ein geregeltes Leben. Aber immer öfter kommen diese Erinnerungen.
 
Hallo Rohdan, erstmal tut es mir sehr leid was du erleben musstest. Du fragst dich warum kommt es jetzt ? Es ist eben eine sehr schwierige Zeit, vielen macht das Angst . Angst vor finanzellen Verlust, Jobverlust usw. Kann es sein das irgendetwas bei dir getriggert hat ? Es braucht nur ein Satz oder Wort, eine Geste eine Bewegung usw. von jemanden gewesen sein und schon setzt die Phyche ein und fängt an, in alten Verletzungen zu wühlen . Ich bin jetzt 56 und fange an meine Kindheit aufzuarbeiten. Bei mir äußerte es sich, das ich mit niemanden mehr länger als eine Stunde zusammensein konnte. Ich bekam Panikzustände usw. Bei mir machte sich auch verganges Jahr, durch die Räumung meines Nachbarn ein Trauma aus der Kindheit los , sodass ich mir den Notarzt rufen musste. Mein Blutdruck stieg ins unendliche und dann kamen auch schon die Bilder aus der Kindheit.
Zudem bist du in Vollzeit am arbeiten mit Kind, da kommt man auch schon mal an seine Grenzen.
Es ist aber gut, das es kommt, denn unterdrückte Gefühle können Krankheiten auslösen. Die Phyche spielt dir quasi einen Streich und sagt, bis hierher und nicht mehr weiter. Deine Ängste wollen verarbeitet werden. Ich kann dir nur raten, hole dir professionelle Hilfe, wenn es dich beeinträchtigt .
Das was du erlebt hast ist nicht einfach mal weg geredet. Und vermutlich wirst du auch immer wieder an so einen Partner geraten , in der Form was du als Kind erlebt hast . Schau mal genau hin und reflektiere .
 
Durch solch eine extrem schlimme und gewalttätige Kindheit wirst du traumatisiert sein.
Deine Eltern wirken psychisch krank.
Vermutlich hatten sie auch eine schlimme Kindheit gehabt.
Dein Vater war kriminell und hätte bei der Polizei und Jugendamt angezeigt werden müssen.

Um deine gewalttätige Kindheit aufzuarbeiten würde ich auf jeden Fall eine Therapie machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
............Du bist Vater und mehr oder weniger unbewusst, wie bewusst baust Du über Dein Kind Brücken zu Deiner eigenen Kindheit. Bestimmte Verhaltensweisen, Gesten oder ähnliches Deines Kindes, können plötzlich einen Schalter in Dir umlegen und Dich in die Vergangenheit stürzen lassen.
 
Lieber Rohdan,

zum Schutz der eigenen Seele vor Schaden nach sehr schlimmen Ereignissen entwickeln wir verschiedene Überlebensmechanismen. Ich beschreibe es wie die Büchse der Pandora die im Unterbewusstsein verschlossen wird für sehr lange Zeit. Das nennt man Verdrängung. Dient zum Überleben des eigenen Ich, um im Alltag weiterhin zu bestehen. Es kann sehr lange gut gehen, aber irgendwann öffnet sich die Büchse. Anlass ist meist eine Situation, die uns wieder an die schlimme Dinge erinnert.

Auch ich (27) wuchs in meiner Kindheit mit Schlägen auf. Fehlverhalten wurden mit Ohrfeigen oder Tritte bestraft. Zudem wurde ich mit 5/6 Jahren sexuell missbraucht von einem Nachbarn, der zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt war. Darüber habe ich sehr lange nicht gesprochen. Erst mit einem Therapeuten vor einem Jahr. Anlass war für mich mein Kind. Bei einem Fehlverhalten bin ich einfach durchgedreht und habe mit einer Ohrfeige reagiert. Das wollte ich nicht und hatte es dennoch gemacht. Die Angst Gewalt aus meiner Kindheit selbst zu reproduzieren war sehr groß. Also habe ich mir Hilfe geholt. Rückblickend hätte ich es längst machen müssen, aber ich war wohl noch nicht soweit.

Lange Rede, kurzer Sinn: Über das Problem hier zu reden, ist der erste Schritt. Das hast du bereits erfolgreich getan. Der zweite Schritt wäre mit Hilfe eines Experten/einer Expertin diese Ereignisse aufzuarbeiten. Leider sind die Wartezeiten in Deutschland sehr lang, daher lieber zu früh als zu spät sich darum kümmern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du wirst auch über viel Stärke verfügen, dass du es mit deiner schwierigen Vergangenheit überhaupt so weit geschafft hast dein Leben bisher so gut bewältigen zu können.

Wenn man im Internet googelt unter Psychotherapeuten suchen oder finden....findet man Listen mit freien Therapieplätzen.
 
Mir macht seit ca. 5 Monaten meine Kindheit extrem zu schaffen und ich weiß nicht warum das jetzt kommt.
Ich bin seit 6 Jahren alleinerziehend
Es sollte wohl entwicklungsbedingt sein, dass, wenn man sein erstes Kind hat, die eigene erlebte Kindheit wieder in uns auftaucht. Das ist dann eine gute Gelegenheit, sie gründlich zu hinterfragen und sich dabei vorzunehmen, wie man sein eigenes Kind erziehen will und dabei nicht dieselben Fehler zu begehen, die unserer Meinung nach unsere Eltern gemacht haben.
Manche Situationen ergeben sich dann auch spontan, so dass man z.B. plötzlich in einem Impuls gefangen steckt, das Gleiche zu machen, was man damals selber als Kind erlebt hat. Das ist nun aber keine Zwangserscheinung sondern soll wohl helfen, sich und seine Schmerzen selber zu verstehen, damit man nicht in diese Falle des Wiederholungszwangs gerät. Es ist dann gut, sich an seine damaligen Schmerzen und überhaupt an seine damit verbundenen Emotionen zu erinnern, um dann zu entscheiden, nicht dasselbe seinem eigenen Kind anzutun, denn man will ja dem Wesen, das man liebt, nicht weh tun.
Und genau das ist ja das Menschliche, nämlich dass man sich überwinden kann. Selbstüberwindung bedeutet wohl zuerst, darauf verzichten zu können, um dem Anderen nicht zu schaden, und das vor allem seinem eigenen Kinde nicht.
Also keine Angst vor der Introspektion. 😎
 

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