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Schlechtes Umfeld? Endlich Freunde finden und Selbstbewusst werden...

Stefan84

Mitglied
Folgende Probleme:


  • Vater ist depressiv
  • Mutter hat sich davon anstecken lassen
  • Beide machen aus ihrem Leben einfach nichts
  • Seit Jahren sitzen die beiden zu Hause herum. Sie haben keinerlei Kontakte, gehen nie in den Urlaub, nie raus unter Leute (Dorffeste, Vereine oder Sonstiges), einfach nichts!
  • Beide treffen keinerlei Entscheidungen, sagen nicht ihre Meinungen und ziehen sich vor allen Dingen dieser Welt zurück
  • Beispiel:
    • Ich wollte die beiden einmal mit zu einer Sportveranstaltung nehmen, dann kam immer nur Folgendes:
      • Vorne auf der Tribüne sind zu viele Leute, da wollen wir nicht hin
      • Links ist es zu lauf und rechts auch
      • Wir stellen uns lieber ganz hinten in die Ecke, da Papa die Sonne nicht verträgt
      • Nein, zu den Tischen mit den Leuten wollen wir nicht, da ist es zu lauft, zu viel Sonne, zu viel Sonstiges
    • Eigentlich wollten sie gar nichts!

Ich bin jahrelang in dieser Lethargie groß geworden und irgendwann gewöhnt man sich halt daran und denkt alle sind anders. Dadurch konnte ich keine Freundschaften schließen, da für mich andere immer anders waren und mir einfach das Selbstbewusstsein fehlte. Ich hatte nie den Mut – auch durch die Ablehnung anderer – mein Leben mit 12, 13 oder 14 in die eigenen Hände zu nehmen und etwas zu ändern: Vereine, soziale Kontakte, Freundschaften. Ich habe mich einfach zurückgezogen, da es der einfachste Weg war.

Ich bin nicht auf Geburtstage anderer, weil ich mich unsicher fühlte. Ich bin nicht mit auf Schulausflüge, wenn dort andere waren, die mich ärgerten. Ich habe mich einfach nie gewehrt und nichts gemacht. Es gab so viele Situationen in denen ich mich einfach zurückzog und nicht mitmachte.

Diese Blase und Scheinwelt habe ich immer so weitergelebt und mir ständig Sicherheiten gesucht. Als ich meine Ausbildung startete war es genauso. Ich habe mir arbeiten gesucht, bei welchen ich wenig Kontakt zu anderen hatte oder eine Abteilung in der alle nett zu mir waren – wie Mama und Papa.

Erst jetzt, durch längere Zeit im Beruf, einer selbstbewussten Partnerin und deutlich mehr Abstand zu den Eltern hat sich diese Sichtweise geändert und jetzt kommt der Schmerz und eine völlige Leere.

Jetzt kommt alles von früher hoch. Ständig werde ich durch andere – unterbewusst – daran erinnert was ich alles nicht habe oder hatte: Geburtstagsfeiern mit 16, Zeltlager mit 10, Freunde mit denen man einfach in’s Kino ging. Das alles hatte ich nicht und jetzt fehlt es mir so extrem!

Ich weiß, ich muss das halt jetzt irgendwie nachholen und tun. Auf Leute zugehen, ich selbst sein, das Leben in die Hand nehmen, aber es ist so schwer, da ich immer wieder durch meine Vergangenheit zurückgeworfen werde.

Ist es mit über 30 jetzt nicht zu spät für alles bzw. um Freundschaften aufzubauen? Ich vergleiche mich immer und will das es so ist wie es bei anderen in der Vergangenheit war oder Freunde wie sie…..

Ich fühle mich so wie mit 16. Wie ich in der Schule saß und es scheisse war, aber ich einfach nichts gemacht habe.
 
Hallo,

ich denke schon, dass es mit über 30 noch nicht zu spät ist.
Man kann sein Leben jederzeit ändern. Es ist nur dann zu spät, wenn man sich selbst dieser Chance beraubt.

Deine Vergangenheit wirst du nicht ändern können. Dein Leben war so wie es war.
Was du jedoch tun kannst, ist es so zu akzeptieren und weiter zu machen.

Sicher hat man manchmal Wünsche, dass etwas anders gewesen wäre und vergleicht sich dann mit anderen.
Doch dieses Vergleichen wird dir nichts bringen, wenn es dich nur an deinen Schmerz erinnert.

Ich bin auch eher ein introvertier Mensch und habe mich früher nicht getraut auf andere zuzugehen.
Heute jedoch sehe ich das als Stärke. Denn viele mögen meine Art und auch auf andere zuzugehen ist kein Problem.
Einfach mal fragen. Menschen mögen es, wenn man Interesse an ihnen zeigt. Das kann nur mal eine simple beiläufige Frage sein, wie was der andere am Wochenende macht oder welche Hobbies derjenige hat. Schnell kann man so eine tiefere Verbindung aufbauen.
Oder aber du suchst dir etwas, das du gerne machst und suchst Gleichgesinnte.

Kontakte in Form von Bekanntschaften sind kein Problem. Da findet sich immer jemand. Und wenn es bei dem einen nicht passt, dann kann man es mit einem anderen versuchen. Gar nicht lange aufhalten, einfach weiter machen.
Freundschaften benötigen jedoch Zeit. Insofern würde ich mir da auch selbst diese Zeit geben und von den Erwartungen nicht gleich so vorgehen, dass sich daraus gleich eine solche entwickeln sollte. Oder dann enttäuscht sein, wenn es eben nicht in einer Freundschaft resultiert, sondern eher in einer Bekanntschaft.
 
Servus Stefan,

Ich kann zum Teil dein leiden teilen. Habe einen sehr dominanten Vater und eine über fürsorgliche Mutter gehabt (hat sich zum Glück die letzten Jahre verändert).
Die mir als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener bis zu meinem Auszug in meine erste eigene Wohnung stets eine Hürde waren mein Leben zu leben.

Zum einem Respekt, du hast es realisiert und möchtest etwas ändern ungeachtet des Alters wegen. Ich kenne sehr viele die sind in diesem "Kreislauf" gefangen sind.

Ich kann dir nur empfehlen, deine Vergangenheit zu akzeptieren, es zu leugnen macht es nur noch schlimmer.

Und Freundschaften kann man zu jedem Alter aufbauen, warum sollte es da eine Begrenzung geben?
Es wird vielleicht etwas Zeit brauchen aber ich bin sicher auch du wirst noch viel Spaß im Leben haben, wenn du es denn so willst.

Hoffe ich konnte dir irgendwie weiterhelfen,

LG Damo
 
Es ist einfach so hart, so hart das irgendwie jetzt erst gerafft zu haben! Ich bin in eine völlige Unsicherheit hineingeboren worden.

Beispiel:

Ein andere Junge/Mann hatte keinen Bock auf Vorlesung, weil es nichts brachte, er blieb zu Hause. Ich stand dann auch mal vor dieser Situation, aber traute mich nicht blau zu machen, weil ich vor meiner eigenen Entscheidung Angst hatte - es fehlt an Selbstbewusstsein.

Freunde gab es keine. In meiner Klasse (Dorffschule) suchte ich immer Anschluss, aber es klappte nicht. Mein Freund war dann ein Junge aus dem Dorf, welcher etwas "zurückgeblieben" war. Dort war ich sicher, musste keine Entscheidungen treffen, mich nicht wehren usw.

So ging das immer weiter. Jetzt sitze ich hier und bin vollkommen einsam, da ich mich von anderen so abhängig gemacht habe. Ich fahre teilweise nach Hause und weiß einfach nicht was ich machen soll, pure Langeweile und Unsicherheit in meinem Leben!
 
So ging das immer weiter. Jetzt sitze ich hier und bin vollkommen einsam, da ich mich von anderen so abhängig gemacht habe. Ich fahre teilweise nach Hause und weiß einfach nicht was ich machen soll, pure Langeweile und Unsicherheit in meinem Leben!

Veränderung beginnt nur indem man auch was macht.
Allein durch Warten wird nichts passieren.

Es sind nur die typischen Ratschläge, die man dir da geben kann.
Hobbies suchen. Ein Verein vielleicht. Leute ansprechen.
Aber auch gerade lernen mit deiner eigenen Gesellschaft allein zufrieden zu sein.

Was mir sehr hilft ist Sport.
Gerade dann, wenn ich mich leer und einsam fühle.
Doch nicht nur was das innere Empfinden angeht, finde ich das sehr hilfreich. Auch in Bezug auf den Aufbau des Selbstbewusstseins.
Seit einem Jahr mache ich daher Kraftsport. Das Überschreiten der eigenen Grenzen, aber auch zu sehen wie sich der Körper verändert und stärker wird, hilft mir innerlich sehr. Und macht mich auch selbstbewusster.
Davon abgesehen ist es auch etwas, für das man das Haus verlassen muss. So gehe ich jetzt vier Mal die Woche ins Fitness und habe dadurch auch nette Leute kennen gelernt.

Neue Erfahrungen sammelst du nur, auch in Sachen Entscheidungen treffen, wenn du etwas machst.
Vielleicht liegst du dann nicht immer richtig in deinen Entscheidungen, aber daraus kannst du lernen und damit wachsen.
 
Hallo Stefan,
meine Antwort wird etwas länger.

Ich verstehe deine Gedanken, dass man sich in der Jugend gerne mehr ausgelebt hätte. Ich war auch immer zu schüchtern, weil meine Mutter selbst ein ängstlicher Mensch ist und ich mich davon (bis heute) auch sehr hab beeinflussen lassen. Mein Vater ist zwar selbstbewusst, aber er war kaum Zuhause, weil er immer viel arbeiten war.
Habe mich lange geärgert und war irgendwie auch wütend auf meine Mutter. Aber mittlerweile habe ich verstanden, dass es einfach ihr Charakter ist und sie selbst ja auch genug darunter leidet. Niemand hat gerne Angst oder ist depressiv. Man versucht nur, das Beste daraus zu machen und vor allem „irgendwie“ ein gutes Elternteil zu sein. Und ich glaube, das versuchen deine Eltern auch, allerdings haben sie durch ihre Isolation ein bisschen den Weitblick verloren. Wenn man so lange in seiner eigenen kleinen Blase lebt, dann merkt man irgendwann nicht mehr, dass es auch anders sein kann. Man sieht vielleicht, dass andere Menschen mehr Sozialkontakte pflegen und häufiger unterwegs sind, aber ab einem gewissen Punkt traut man sich das (glaube ich) selbst nicht mehr zu. Gerade wenn man mit Ängsten zu tun hat, möchte man nur Sicherheit. Und alles was bekannt ist und einem keinen Stress verursacht, wird da natürlich bevorzugt.
Ich kann deine Eltern übrigens sehr gut verstehen, dass sie nicht gerne in Menschenmengen sind. Mich stresst das auch unglaublich und am liebsten stehe ich auch nur (wenn überhaupt) ganz am Rand oder hinten, weil ich sonst nervös werde und einfach keinen Spaß habe. Und ich bin noch relativ viel draußen unterwegs, weil ich auch gegen meine Ängste ankämpfen möchte. Wenn ich mir jetzt aber deine Eltern vorstelle, die das ja ÜBERHAUPT nicht gewohnt sind, ist so eine Sportveranstaltung (die sehr laut, voll und total anders ist als das bisher Bekannte) sicherlich sehr sehr anstrengend. Ich glaube, da musst du auch ein bisschen Empathie zeigen und honorieren, dass sie überhaupt mitgekommen sind – dir zuliebe. Du kannst nicht (so schnell) verlangen, dass sie sich in das Getümmel schmeißen und Party-People werden, wenn das 1. sehr ungewohnt für sie ist und 2. vielleicht generell nicht ihrem Charakter entspricht.

Bist du dir eigentlich sicher, dass sie keinerlei Interessen haben? Oder findest DU nur, dass das keine „richtigen“ oder „normalen“ Interessen sind? Nicht jeder verreist gerne oder geht auf Partys. Ich kenne viele Menschen, die es sehr genießen, für sich alleine zu sein und beispielsweise zu meditieren oder Handarbeiten zu machen. Das klingt für dich vielleicht nach „Zeitverschwendung“, aber das sehen diese Leute möglicherweise ganz anders. Für mich sind die meisten Partys Zeitverschwendung ^^ So können die Ansichten auseinander gehen.

Übrigens finde ich auch nicht, dass es dir in deinem Beispiel (nicht zur Vorlesung gehen) an Selbstbewusstsein mangelt. Ich sehe hier ehrlich gesagt vielmehr einen verantwortungsbewussten jungen Mann, der sich nicht durch die „Launen“ von Kommilitonen zu dummen Ideen hinreißen lässt (Mal ehrlich: Vorlesungen bringen mehr, als einfach Zuhause zu bleiben). Du siehst: Der Blickwinkel ist entscheidend. ICH finde es sehr positiv, dass du dich nicht so leicht beeinflussen lässt.

Du hast zwar recht damit, dass soziale Kontakte wichtig sind. Aber nicht alle Menschen brauchen viel Sozialkontakt. Möglicherweise reicht es ihnen ja, sich gegenseitig (und dich) zu haben?
Der Knackpunkt ist ja eigentlich: Sind sie zufrieden mit ihrem Leben? Du sagst zwar, dass sie es nicht sind. Aber ist das nur dein Eindruck, weil DU eine andere Vorstellung vom Leben hast? Oder sagen sie selbst, dass es ihnen nicht gut geht?

Zu guter Letzt möchte ich dir noch ans Herz legen (wie auch meine Vorposter schon richtig meinten): Sei nicht verbittert, dass du nun selbst Ängste hast. Löse dich von deiner Vergangenheit und baue langsam aber stetig Selbstbewusstsein auf. Das klappt gut unter anderem durch die Ausübung deiner Interessen, durch Sport, Kontakte zu guten Menschen und der erfolgreichen Bewältigung von Aufgaben. Dadurch fühlst du dich „selbstwirksam“, was ein großer Schlüssel zu Glück und Zufriedenheit ist. Du musst dir realistische Ziele setzen und daran arbeiten, diese zu erreichen. Lasse dich nicht beirren von ängstlichen oder abwertenden Gedanken. Distanziere dich auch von Menschen, die dir nicht gut tun. Wenn dir momentan deine Eltern nicht gut tun, reduziere ruhig auch erstmal den Kontakt zu ihnen, ohne unfreundlich zu werden. Mir geht es auch viel besser, seitdem ich mich etwas von meinen Eltern gelöst habe und mein eigenes Leben lebe. Irgendwann kommt dann die Akzeptanz, dass jeder nur irgendwie sein eigenes Leben auf die Reihe bekommen möchte.

Zum Schluss eine absichtlich leicht provokative Aufforderung: Nicht jammern, sondern anpacken („Just do it!“) 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen vielen Dank für eure Beiträge. Ich wollte hier noch etwas ergänzen.

Meine Eltern – insbesondere mein Vater - haben wirklich keinerlei Interessen. Seitdem ich auf dieser Welt bin ist mein Vater zu Hause. Er war nie in irgendwelchen Vereinen, hat sich nie mit anderen Männern getroffen, kein Kino, kein Theater, kein Sport – nichts! Er war nur zu Hause, hat sich um mich und meine ältere Schwester gekümmert. Haus putzen, Rasen mähen, handwerkliche Tätigkeiten und jeden Tag meine Mutter von der Arbeit abgeholt. Dann nach Hause, essen und TV an, das war es!

Früher waren meine Eltern mal – aber ganz ganz selten - mit Arbeitskollegen meiner Mutter im Heimattheater, Schwimmbad oder auf Geburtstagen von Freunden oder Bekannten meiner Mutter, aber nie von Freunden oder Bekannten meines Vaters, er hat keine!

Ich habe früher mal gefragt warum meine Eltern und vor allem mein Vater nichts machen oder nicht sozial aktiv sind und das waren die Antworten:


  • Kegelverein: „Da trinken die Leute, das ist nichts für mich“
  • Kino: „Nein, das ist zu laut“
  • Schwimmbad: „Nein, wenn dann im Nachbarort. Hier kennen uns alle“
  • Schützenverein: „Da trinken die Leute auch und die Leute da sind nicht wie wir, das ist nichts für uns“
  • Theater: „Papa kann nicht sehr lange sitzen, das ist nichts für uns“
Es gab immer nur Ausreden.

Zudem hat er sich über jeden gotterdenklichen Mist aufgeregt:


  • Holzstapel vom Nachbarn vorm Fenster
  • Industriehallte vom Nachbarn
  • Vordach vom Nachbarn
  • Auto’s die vor dem Zaun parken
Er hat es nur gesehen und war schlecht drauf bzw. hat er sich darüber tagelang aufgeregt.

Erst letztens ist er vor die Tür und hat gesehen, dass der Nachbar sein Holz mit einer Holzabdeckung schützen wollte. Er hat sich aufgeregt, war mies drauf, hat alle runtergezogen und sogar den Bürgermeister verständigt. In der Familie ging es dann: „Das ist doch nicht so schlimm. Warum regst du dich da denn so auf. Das kann der Nachbar doch machen wie er will.“

In diesem falschen und aufgesetzten Umfeld bin ich großgeworden und jetzt fällt dieses Kartenhaus ein.
Unter „normalen Leuten“, wie Arbeit, Partnerin und Schwiegereltern, habe ich erst die „andere Seite“ kennengelernt. Diese Seite ist viel besser, macht mehr Spaß und ist viel lebensfroher. Aber damit ging auch das Verständnis einher, dass ich völlig alleine bin.

Mir fällt es unheimlich schwer Kontakte aufzubauen, da ich unter anderen Leuten nie so sein kann wie ich eigentlich bin bzw. mich immer – Erziehung – irgendwie anders fühle. Nur wenn ich mich anpasse, unterwerfe und anschließe habe ich das Gefühl Anschluss zu finden.
 
Deine Vergangenheit wird sich nicht ändern lassen.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen.
In meiner Familie war es ein shizophrener Vater und eine cholerische Mutter mit tagelangen Wutausbrüchen. Gewalterfahrungen, emotionale Kälte, emotionale Gewalt in Form von Drohungen mich ins Heim zu geben, wenn ich nicht brav war. Oder Aussagen wie wenn man gewusst hätte wie ich würde hätte man mich nie geboren.

Wie gesagt, was geschehen ist wird sich nicht ändern lassen. Du kannst ab hier nur neu beginnen.

Sich unterwerfen ist nicht so gut. Für dich.
Warum tust du das?
 
Mein ganzes scheiss Leben basiert auf einer Lüge, Unsicherheit, Einsamkeit, dem scheiss Gefühl nie irgendwo Freunde oder Anschluss gefunden zu haben, anders zu sein als andere und keine wirkliche Heimat zu haben.

Ich habe bis heute keine emotionale Beziehung zu meinem Vater - er ist halt da und lebt in seiner eigenen Welt. Meistens schaut er traurig, hat glasige Augen und zieht um sich herum emotional - unterbewusst - alle in seinen Bann.
Als mein Arbeitskollege in mal sah fragte er: "Wer ist denn der traurige Typ da im Auto?".

Wie schon beschrieb hatte er sich über jeden erdenklichen Mist aufgeregt und diese Wut dann mit in das Familienleben hineingenommen. Anstatt z.B. Konflikte einfach mittels Kommunikation zu klären, regte er sich auf und zerstach die Fußbälle der Kinder, welche um uns herum wohnte - im Keller war eine ganze Sammlung von Bällen!

Auch heute habe ich kaum eine Beziehung zu meinem Vater. Wenn wir uns sehen geben wir uns die Hand und sagen nichts. In Gesprächen höre ich ihm kaum noch zu, da immer derselbe Mist kommt: "Ich habe im Fernsehen gesehen das"..."Aus dem Fernsehen kenne ich das"..."Letztens im Fernsehen haben sie gezeigt das"..."Im Fernsehen zeigten sie"

Die anderen Kinder haben mich gehasst bzw. habe sie einfach meine Unsicherheit gegenüber anderen Menschen gespürt:


  • Schneebälle an das Fenster geworfen
  • Fahrrad geklaut
  • geschlagen
  • es sei peinlich mit mir nach Hause zu laufen usw.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich habe gelernt ich bin scheisse, was ich mache ist schlecht und nur wenn ich Dinge für andere tue: Süßigkeiten kaufen, Klamotten tragen wie andere, das tun was andere tun, das sagen was andere hören wollen, erst dann bin ich so wie sie und gehöre dazu - wie ein Kind und völlig verunsichert!

Beispiel:

Ich bin in einer Gruppe von Menschen z.B. Leute in einem Sportverein. Wir unterhalten uns. Ich fühle mich eigentlich ganz gut. Ich sehe wie jemand z.B. auf dem Handy ein Video ansieht und sage: „Hey, das ist ja cool“, aber er schaut nur. Dann kommt ein andere aus dem Verein und sagt auch etwas zu ihm und plötzlich ist er interessiert oder antwortet. Ich denke dann wieder ich habe etwas falsch gemacht und muss das machen was die beiden tun, damit es bei mir auch so wird und ich dazugehöre.

Solche Situationen belasten mich am meisten, da in meiner Kindheit so immer auf mich reagiert wurde. Andere (Freundin, Arbeitskollegen etc.) hatten das in dieser Form nicht. Für sie waren seit der Kindheit oder Schulzeit immer 1 bis 2 Personen da, welche positiv auf sie reagiert haben d.h. wenn sie etwas taten oder machten, dass sie durch sie Unterstützung erhielten oder Aufmerksamkeit – eben Freundschaften!

Das ist es auch was mich auf der Suche nach Freunden oder Bekanntschaften blockiert! Ich kann klar das tun was ich will, so sein wie ich will, aber es ist verdammt nochmal keiner da!

Ich bin über 30 und hatte noch nie männliche Freunde oder Bekanntschaften – nie. Ich habe durch meine Erlebnisse und meine Eltern immer so vor mich hin gelebt. Immer Angst einen Fehltritt zu machen und wieder Menschen/Kontakte zu verlieren.

Jetzt bin ich einfach nur Leer und einsam.
 
Ich habe bis heute keine emotionale Beziehung zu meinem Vater - er ist halt da und lebt in seiner eigenen Welt. Meistens schaut er traurig, hat glasige Augen und zieht um sich herum emotional - unterbewusst - alle in seinen Bann.
Als mein Arbeitskollege in mal sah fragte er: "Wer ist denn der traurige Typ da im Auto?".

Wie schon beschrieb hatte er sich über jeden erdenklichen Mist aufgeregt und diese Wut dann mit in das Familienleben hineingenommen. Anstatt z.B. Konflikte einfach mittels Kommunikation zu klären, regte er sich auf und zerstach die Fußbälle der Kinder, welche um uns herum wohnte - im Keller war eine ganze Sammlung von Bällen!

Auch heute habe ich kaum eine Beziehung zu meinem Vater. Wenn wir uns sehen geben wir uns die Hand und sagen nichts. In Gesprächen höre ich ihm kaum noch zu, da immer derselbe Mist kommt: "Ich habe im Fernsehen gesehen das"..."Aus dem Fernsehen kenne ich das"..."Letztens im Fernsehen haben sie gezeigt das"..."Im Fernsehen zeigten sie"

Das kenne ich.
Meine Mutter hatte früher tagelange Wutausbrüche. Und mein Vater war aufgrund seiner Shizophrenie öfter mal monatelang im Krankenhaus. Und auch allein wegen seiner Krankheit mehr eine Hülle als ein lebendiger Mensch, wenn er Zuhause war.
So hatte meine Mutter auch nur ein, zwei Dauerthemen, über die sie sich seit Jahrzehnten aufregte. Es war immer dasselbe und irgendwann sagte man immer nur noch: "Ja. ja ja.."

Ich habe zu meinen Eltern auch überhaupt keine emotionale Bindung.
Auch keinen Kontakt mehr.
Manchmal schmerzt es, weil man das möchte, was andere haben. Ein normales Verhältnis zu den Eltern.
Aber andererseits, wenn es dich belastet, ist es besser den Kontakt zu minimieren. Zumindest auf das Nötigste.
Denn du merkst ja selbst, dass es dich runterzieht und belastet.

Ich kann dir nur sagen, dass du die Vergangenheit nicht ändern kannst.
Was geschehen ist, ist geschehen.
Und deine Eltern werden sich wohl auch nicht mehr ändern.
Insofern kannst du nur für dich sehen wie du besser damit umgehen kannst.



Ich bin in einer Gruppe von Menschen z.B. Leute in einem Sportverein. Wir unterhalten uns. Ich fühle mich eigentlich ganz gut. Ich sehe wie jemand z.B. auf dem Handy ein Video ansieht und sage: „Hey, das ist ja cool“, aber er schaut nur. Dann kommt ein andere aus dem Verein und sagt auch etwas zu ihm und plötzlich ist er interessiert oder antwortet. Ich denke dann wieder ich habe etwas falsch gemacht und muss das machen was die beiden tun, damit es bei mir auch so wird und ich dazugehöre.

Solche Situationen belasten mich am meisten, da in meiner Kindheit so immer auf mich reagiert wurde. Andere (Freundin, Arbeitskollegen etc.) hatten das in dieser Form nicht. Für sie waren seit der Kindheit oder Schulzeit immer 1 bis 2 Personen da, welche positiv auf sie reagiert haben d.h. wenn sie etwas taten oder machten, dass sie durch sie Unterstützung erhielten oder Aufmerksamkeit – eben Freundschaften!

Das ist es auch was mich auf der Suche nach Freunden oder Bekanntschaften blockiert! Ich kann klar das tun was ich will, so sein wie ich will, aber es ist verdammt nochmal keiner da!

Aber wenn du eine Partnerin hast, dann reagiert sie doch positiv auf dich. Und es gibt doch bestimmt andere Menschen, Arbeitskollegen, die beispielsweise sicher auch positiv auf dich reagieren.
Kann es vll auch sein, dass der andere aus dem Verein eine tiefere Bindung zu dem anderen hatte als du? In Form einer Bekanntschaft?


Ich bin über 30 und hatte noch nie männliche Freunde oder Bekanntschaften – nie. Ich habe durch meine Erlebnisse und meine Eltern immer so vor mich hin gelebt. Immer Angst einen Fehltritt zu machen und wieder Menschen/Kontakte zu verlieren.

Jetzt bin ich einfach nur Leer und einsam.

Sorry, falls ich was falsch verstanden haben sollte. Aber du hattest doch in deinem Anfangspost geschrieben, dass du eine selbstbewusste Partnerin hast und durch sie und ihre Eltern erfahren hast, dass es auch anders geht.
Also bist du dann doch nicht ganz alleine, oder?


Alles in allem kann ich dir nur sagen:
Reden ist gut, wenn es deine Seele entlastet und dir eine entsprechende Hilfestellung gibt, wie du deine jetzige Situatioon verbessern kannst.

Ändern kannst es nur du. Doch das geht nur indem du entsprechende Schritte wagst.
Und dieser Weg kann lang sein. Auch verbunden mit eventuellem Scheitern. Doch von nichts tun wird sich auch nichts ändern, auch indem man in der Vergangenheit kramt nicht.

Hast du schon einmal über eine Therapie nachgedacht?
 
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