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Schlechter Studienstart, unglücklich, was nun?

M

Marie-Beth

Gast
Hallo,
Ich weiß nicht, ob mir hier jemand weiterhelfen kann, aber ich muss mir das hier einfach mal von der Seele schreiben.
Also...
Ich (17) habe dieses Jahr (2014) mein Abitur gemacht, zwar nicht mit 1er Durchschnitt, aber auf jeden fall besser als ich gedacht hätte und ich wahr auch erstmal ziemlich stolz auf mich und einfach erleichtert, diesen "Meilenstein" hinter mich gebracht zu haben.
Jetzt ist es aber so, dass scheinbar alle meine Freunde schon Pläne für ihre Zukunft haben. Ein Großteil studiert, manche sind im Ausland, wieder andere haben schon mit ihrer Ausbildung angefangen etc...
Mehr oder weniger aus Angst, ohne irgendwas dar zu stehen, habe ich mich selber auch für einen Studiumsplatz beworben und bin dann auch angenommen worden.
Ich hab mir gedacht: Ist vielleicht nicht genau das, was du machen willst, aber als Einstieg ist es bestimmt ganz gut.

Kurz vor Beginn des ersten Semesters packten mich dann aber wieder der Zweifel und die Panik: Was wenn ich niemanden kennenlerne, Ich mit dem System nicht zurecht komme, zu schlecht bin blabla... ich muss dazu sagen, dass ich sowieso ziemlich unsicher und ängstlich bin was neue Situationen, fremde Leute und sowas angeht.
Ich hab mich soweit es ging versucht zu beruhigen und bin dann, nachdem ich aus Scheu und Schüchternheit die "Ersti-Woche" verpasst (genauer gesagt vermieden) habe, zu den ersten Vorlesungen gegangen.

Ich war überrascht, weil alles garnicht so schlimm war, wie ich gedacht hatte. Der Inhalt entsprach zwar garnicht dem, was ich mir erhofft und erwartet hatte, aber ich sagte mir einfach: Warte ab. Hab dann in den ersten paar Tagen auch schon Bekanntschaft geschlossen. Trotzdem war jeder Besuch in der Uni weiterhin großer Stress für mich. Und dann wurde ich krank. Lungenentzündung. Fast fünf Wochen krank geschrieben und drei davon Antibiotika-Behandlung. Mir ging es wirklich schlecht und ich habe in der ganzen Zeit auch absolut GARNICHTS für die Uni tun könnnen, da ich ständig mit Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit und Nervosität von den Medikamenten etc zu tun hatte. Ich bin zwar immernoch nicht wieder gesund, da ich mir jetzt auch noch aufgrund des stark geschwächten Immunsystems eine Erkältung eingefangen habe, aber mir geht es schon besser.
Allerdings bin ich jetzt total verzweifelt und weiss nicht wie es weiter gehen soll. Ich habe fünf Wochen Stoff verpasst, kenne noch niemanden in der Uni, schon garnicht mit meinr Fächerkombi, der mir helfen könnte, alles aufzuholen und ich weiss auch nicht, ob ich das Stressmäßig aushalten würde. Ich bin im Moment sowieso schon wieder sehr ängstlich und unruhig, habe Albträume, fühle mich wertlos und wie ein Versager und weiss einfach nicht wohin mit mir. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, dass das mit dem Studium wirklich nur ein Panikplan war, weil ich nach der Schule nicht planlos in die Welt spazieren wollte und weil mir die ganzen "Und was hast du nach der Schule vor?" -Fragen Druck gemacht haben.

Ich will eigentlich nicht mehr hingehen, ich will am liebsten bis Weihnachten garnichts machen und wieder gesund werden , mich für Praktika bewerben, die mehr meinen Berufswünschen entsprechen und dann im neuen Jahr "frisch" damit anfangen.
Ich habe schon einen Nebenjob, würde dann aber vielleicht auch noch einen zweiten nehmen und mich erstmal etwas umschauen und richtig informieren, was ich denn so für Möglichkeiten habe, um mehr in meine Interessenrichtung zu gehen.
Das einzige was mich daran hindert, diesen Plan in Angriff zu nehmen, ist mein schlechtes Gewissen/ meine Angst gegenüber meinen Eltern. Es ist ja nicht nur, dass sie mir die Studiengebühr bezahlt haben, ich habe das Gefühl sie haben auch Erwartungen an mich was das betrifft und ich will nicht als "schneller Aufgeber" in ihren Augen darstehen. Sie würden mir das zwar nie direkt vorwerfen, aber auf jeden Fall denken und das ist schon schlimm genug.

Andererseits denke ich wirklich, dass mich das Studieren im Moment nicht weiterbringen und nur unglücklich machen würde, ich meine ich hab ja noch nichtmal eine Ahnung, was man mit meinen Studiengängen überhaupt für Berufe machen könnte 🙁
Ich will schon was haben, wo ich mit dem Herzen dabei bin und nicht nur so "damit ich was zu tun habe" ...

Ich bin einfach so unglücklich und weiss nicht weiter und will eigentlich einfach nur weg aus der ganzen Situation...
wie gesagt, ich weiss nicht, ob mir hier jemand mit meiner gegenwärtigen Situation helfen kann, aber es hat schonmal gut getan, einfach alles rauszulassen, weil ich das Gefühl habe, dass ich mich niemandem so ganz anvertrauen kann.

Danke im Vorraus für Antworten,
Marie
 
Ich will schon was haben, wo ich mit dem Herzen dabei bin und nicht nur so "damit ich was zu tun habe" ...

Hallo Marie,
wenn du diesen Satz über deinen Spiegel hängst, hat sich
dein "Fehlstart" womöglich langfristig mehr gelohnt, als
wenn du einfach weiter machst und deine Reaktionen auf
das Studienfach ignorierst.

Lernen bedeutet doch (zumindest als Erwachsener), dass
man sich den Themen widmen darf, zu denen man ein
emotional anspruchsvolles Verhältnis und großes Interesse
hat - und das an einem Ort und mit Menschen, bei denen
man sich aufgehoben fühlt.

Ich finde es völlig legitim und okay, dass du dir die Zeit
nimmst, deine Interessen und den Grund deines Herzens
genauer anzuschauen und dann neu zu starten. Ob deine
Eltern das gleich verstehen oder erst später sollte dich im
Moment nicht von deinen Einsichten abbringen.

Alles Gute!
Werner
 
Hallo,
Ich weiß nicht, ob mir hier jemand weiterhelfen kann, aber ich muss mir das hier einfach mal von der Seele schreiben.
Also...

Ich hab mir gedacht: Ist vielleicht nicht genau das, was du machen willst, aber als Einstieg ist es bestimmt ganz gut.

Das einzige was mich daran hindert, diesen Plan in Angriff zu nehmen, ist mein schlechtes Gewissen/ meine Angst gegenüber meinen Eltern. Es ist ja nicht nur, dass sie mir die Studiengebühr bezahlt haben, ich habe das Gefühl sie haben auch Erwartungen an mich was das betrifft und ich will nicht als "schneller Aufgeber" in ihren Augen darstehen. Sie würden mir das zwar nie direkt vorwerfen, aber auf jeden Fall denken und das ist schon schlimm genug.

Ich will schon was haben, wo ich mit dem Herzen dabei bin und nicht nur so "damit ich was zu tun habe" ...

Ich bin einfach so unglücklich und weiss nicht weiter und will eigentlich einfach nur weg aus der ganzen Situation...
wie gesagt, ich weiss nicht, ob mir hier jemand mit meiner gegenwärtigen Situation helfen kann, aber es hat schonmal gut getan, einfach alles rauszulassen, weil ich das Gefühl habe, dass ich mich niemandem so ganz anvertrauen kann.

Danke im Vorraus für Antworten,
Marie

Hallo Marie,
schön, daß Du Dir die Studiensituation von der Seele geschrieben hast. Danke für Dein Vertrauen.

Finde Deinen Plan ganz prima und auch, ganz in Ruhe zu schauen, wo Du "mit dem Herzen dabei" bist.
Red mit Deinen Eltern und mach eine evtl. Entscheidungsänderung nicht von Deinen Gedanken abhängig, wie sie evtl. von Dir denken können. Elterliche Erwartungen müssen und dürfen studienmäßig nicht so erfüllt werden, wie ein Studium begann.
Ich finds wertvoller, bei einer Entscheidung, die unglücklich macht und aus der man einfach nur weg will sich erneut damit auseinanderzusetzen und für eine Klärung zu sorgen.

alles Liebe
gaestin
 
Hi Marie-Beth,

5 Wochen im Semester nichts für die Uni tun können, oh jeh, ja, dann ist es ganz normal, dass man dann "raus" ist und das Semester kaum retten kann. Du bist erst 17, wenn du da nun mal ein Semester oder gar ein Jahr verlierst, trags mit Fassung.

Ein andere Frage ist natürlich, ob du vielleicht ganz unabhängig von deiner Krankheit meinst, dass dein Studiengang nichts für dich ist. Dann wäre natürlich über einen Fachwechsel oder eine Stelle als Azubi nachzudenken.

Nur mach das jetzt nicht nur wegen deiner Krankheit. Wenns nur die Krankheit ist, rede vertrauensvoll mit deinen Eltern (ich hoffe, man kann denen vertrauen). Wenn sie selbst studiert haben, müssten sie verstehen, wie einen 5 Wochen Krankheit raushauen können.

Was studierst du denn überhaupt?
 
Gönn dir eine Pause und schalte ab.

Nach jahrelangem Schulbesuch musst du mit 17 nicht sofort ins Studium überwechseln.

Rede mit deinen Eltern über deine Pläne und mach den Nebenjob.

In dieser Zeit kannst du dir in Ruhe überlegen, welcher Studiengang für dich der Richtige ist.
 

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