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Schizoid, verliere meinen Halt! Hilfe!

dioneus

Mitglied
Liebes Forum,

ich bin hochsensibel. Als kleiner Junge galt ich immer als "Feingeist", wurde überhaupt nicht gefödert, hatte nie viele Freunde und Mobbing gehörte seit meinem 14. Lebensjahr zu meinem Alltag. Das hat mich natürlich depressiv gemacht. Mit 19 bin ich zusammen gebrochen, der Stress hat bei mir eine chronische Schilddrüsenerkrankung verursacht.

Nachdem sich eine Freundin das Leben genommen hatte veränderte sich mein Leben für immer. Ich habe eine Energie gespürt die ich nie kannte, zum ersten Mal im Leben wollte ich auf das hören, was ich möchte und nicht mehr versuchen, es alles recht zu machen. Ich wollte Freunde, Feiern, eine Beziehung, Freude und mich lebendig fühlen. Es folgten nächtliche Spaziergänge, durchfeierte Nächte, tiefsinnige Gespräche, sich am richtigen Ort und zur richtigen Zeit fühlen, intensive Freundschaften, die wie Sternschnuppen vergangen sind und immer einen schalen Geschmack hinterlassen haben. Einige endeten sehr dramatisch und ließen mich immer verzweifelter zurück. Ich ging mehrere Jahre in eine Gesprächstherapie als letzte Möglichkeit, die ich sah.

Ich zog öfter um, startete in neuen Städten, in anderen Ländern wieder und wieder von vorn und ließ mich nicht unterkriegen. In der Zwischenzeit schleppte ich einen immer größeren "Friedhof" an ehemaligen Bekanntschaften mit mir herum. Bis ich es schließlich aufgegeben habe.

Ich zog mich völlig zurück. Konzentrierte mich auf den Job, und legte ohn jegliches Vitamin B eine Karriere vor, an die niemand geglaubt hätte - die mich in letzter Zeit aber unglaublich anstrengt. Ich arbeite nur noch, habe keine Zeit mehr für andere Sachen. Eigentlich bin ich mit einem Vollzeitjob überfordert. Jetzt habe ich niemanden mehr. Ich habe auch keinen Wunsch und nicht mehr die Fähigkeit mich auf neue Menschen einzustellen, weil ich immer davon ausgehe, dass es bei flüchtigen Bekanntschaften bleibt. Um mich zu schützen kann ich auch gar nicht mehr anders. Auch wenn ich mit Kollegen oder Bekannten etwas unternehme fühle ich mich distanziert, wie ein Beobachter. Niemand schafft es, mich zu stimulieren. Mich lassen alle Menschen kalt, innerlich jedoch vibriere ich mit Sehnsucht. Ich bin auch absolut selbstständig und bin gerne allein. Trotzdem fühle ich mich öfters einsam - und vor allem, macht mir das Leben überhaupt keine Freude mehr.

Jetzt bin ich 28 und weiß nicht weiter. Ich will dieses Leben nicht mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
@klisa, das möchte ich hier nicht sagen. Ich war der klassische Loser in der Schule und depressiv, die wenigen Freunde haben immer versucht mir einzureden, dass ich etwas aus mir machen soll. Ich habe immer darauf gewartet, dass mich jemand "abholt" bzw. "mitnimmt", während sie die Welt bereist haben. 2013 hat es dann gereicht und ich habe den Spieß umgedreht und bin einfach abgehauen und habe damit den wenigen Freunden sehr vor den Kopf gestoßen. War aber die beste Entscheidung, in kurzer Zeit konnte ich etwas Jugend nachholen. Dann Jobs beim TV und großen Festivals.

@schroti, ich habe versucht so einen Querschnitt zu gehen, habe auch schon seit vielen Jahren immer mal wieder etwas in das Forum geschrieben. Früher war ich nicht schizoid, der Wunsch nach Beziehungen mit tiefem Verständnis hat mich total vereinnahmt, Studium und alles andere musste dahinter zurückstecken. Aber ich bin so oft enttäuscht worden, leider reagiere ich sehr emotional, weshalb ich immer versucht habe meine Gefühle zu kontrollieren, bis sie dann explosionsartig ausgebrochen sind.
Inzwischen mache ich mir so wenig aus Beziehungen, Leute die ich auf Parties treffe fanden mich zwar immer schon faszinierend, unnahbar und beim richtigen Publikum auch höchst unterhaltsam. Aber innerlich bin ich dabei sehr wehmütig, denke alle Beziehungen vom Ende her, fühle mich sehr abgetrennt von allem. Ich will mir natürlich keine Diagnose stellen, aber ich erkenne sehr viele schizoide Verhaltensweisen an mir, die haben sich allerdings schleichend entwickelt. Früher war ich im Gegenteil viel zu offenherzig und vertrauensselig, heute das krasse Gegenteil. Ich bin tief misstrauisch gegenüber jedem, habe sehr konträre Weltanschauungen und verberge mein wahres Ich. Ich glaube an nichts Gutes mehr und mir sind andere Menschen auch völlig egal, nicht weil ich herzlos bin sondern weil ich keine Verbindung herstellen kann und mich deshalb von anderen missachtet fühle (das hat sich auch in einer Gesprächstherapie gezeigt; ich bin stark empathiefähig, fühle mich aber von anderen immer unverstanden). Fröhliche und positive Menschen mit Beziehungen ziehen mich runter.
Hochbegabt bin ich leider nicht, ich bin nur sehr vielseitig interessiert und in allem so halbwegs gut bewandert. Habe ein extrem gutes Gedächtnis. Mein Kopf arbeitet eigentlich 24 Stunden am Tag, was mir viel Energie raubt.

In letzter Zeit verwehre ich mich innerlich irgendwie jeglichem Kontakt, ich weiß nicht wie ich mich öffnen kann. Ich schätze unterbewusst habe ich große Angst davor verlassen oder abgelehnt zu werden. Bzw. können mir die meisten Menschen schlichtweg auch einfach nicht geben, was ich brauche. Ich bin sehr unkonventionell und würde früher oder später bei angepassten Menschen stark anecken. Dazu bin ich sehr in den Intellekt zurückgezogen, weshalb das der ideale Ort wäre meine Emotionalität anzusprechen. Die meisten Leute aber nicht so intellektuell, sondern ganz bodenständig und körperlich. Die Leute die es sind haben meist auch psychische Probleme und das führt zu manipulativen gefährlichen Beziehungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo D.,

du erscheinst mir, wie ein streunender Hund, der durch das Leben irrt und irgendwie versucht eine Heimat, ein zu Hause, einen inneren Kern zu finden. Du gerätst immer wieder an scheinbar gute Menschen, aber keiner kann dir geben, was du möchtest. Irgendwann geht es immer so weiter, wie du es nicht willst.
Das ist das ganz normale Leben.
Du möchtest das normale Leben nicht.
Das ist ein Problem, worin sich in meinen Augen eine depressive Einstellung widerspiegelt.
Ich sehe also einen Fehler darin, dass du auf Menschen nicht mehr zugehst, weil du deine Bedürfnisse nicht befriedigt siehst. Das Leben gibt einem das, was es geben kann. Das muß man annehmen. Jeder auf seine Art. Wenn das dann nicht das gibt, was man möchte, dann muß man handeln. Das Leben, das Schicksal zu verneinen ist eine Möglichkeit. Aber das macht dem Schicksal nichts aus. Es bleibt, wie es ist. Nur du selbst leidest darunter. Das Schicksal ist aber bedingunglos. Du kannst nur nehmen, was es bietet. Zu fordern ist keine Option.
Was du tun kannst ist nur das Schicksal zu erweitern, dass du eine Art Heimat bekommst, was ein fester Freundeskreis widerspiegelt. Aber wenn man immer umzieht und hier und da mit Menschen zu tun hat, dann kann es nichts werden.
Was kannst du tun?
Du kannst in einem Verein tätig werden. Wenn genügend Menschen lange genug dabei bleiben, dann kann soetwas entstehen. Ich habe die besten Erfahrungen gemacht als Kellner zu arbeiten. Da steckt man mitten im Leben drin. Dein Zeitrahmen lässt das bestimmt nicht zu, aber das ist mein heißester Tip. Das kann man bestimmt auch ehrenamtlich tun. Genug Geld scheinst du ja wohl zu verdienen. Die Frage ist, hast du genügend Energie? Aber als Bedienung hast du ganz viel mit dem Happening zu tun und bist damit beschäftigt, was die Menschen in deiner Region wollen. Du bist mitten drin, was so geschieht und du gehst auf ganz viele Menschen zu.
Aber am Ende glaube ich, dass du etwas willst, was so gar nicht machbar ist.
lg
 
Du kannst dich immer ändern, keiner hält dich davon ab. Die Frage ist nur, was du bereit bist dafür zu opfern. In deinem Fall läuft das wohl auf deine Karriere, deinen Job hinaus. Wirklich Freude bereitet er dir aber sowieso nicht, ich nehme an du verdienst aber immerhin recht gut, mache dir einen Plan zB. mit 35 auszusteigen aus dem System und dir mit dem Ersparten Geld ein freies Leben zu gönnen.

Was dein schizoides Problem angeht: Das sind alles nur Diagnosen die versuchen gewisse Menschen in Gruppen einzuteilen, in meinen Augen gibt es diese Persönlichkeitsstörung gar nicht, im Gegenteil, die gesamte Gesellschaft ist die reinste Persönlichkeitsstörung, wenn du mich fragst und von dieser gestörten Lebensweise abzuweichen könnte am Ende gar nicht so schlecht sein 😉
 

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