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Ref abgebrochen - Identitätskrise

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Gast

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Hallo,

ich lese nun schon seit mehreren Monaten Forenbeiträge und hoffe nun, dass auch mir geholfen bzw. Mut gemacht werden kann.

Ich habe auf Lehramt studiert, weil meine Familie sagte, der Lehrerberuf sei gut für mich. Ich selbst habe auch viele Vorteile darin für mich gesehen und dachte, ich könnte es auch. Einen Traumberuf oder Alternativen hatte ich nie.

Nach dem Studium, welches mir sehr viel Spaß machte, kam dann das Referendariat. Ich trat es an und seitdem wurde es immer schlimmer. Immerhin hielt ich neun Monate durch, entschloss mich aber dann abzubrechen, weil ich festgestellt habe, dass ich unter keinen Umständen Lehrerin sein möchte. Ich habe lange überlegt, das Ref des Abschlusses wegen durchzuziehen, aber die damit einhergehenden Belastungen waren es mir nicht wert. Ich möchte nicht schon vor dem richtigen Einstieg ins Berufsleben völlig kaputt sein.

Tja, ich bin froh nicht mehr in die Schule zu müssen, aber nach dem Ausstieg bin ich dann in ein tiefes Loch gefallen. Wer bin ich überhaupt? Was will ich? Was kann ich eigentlich? Wie soll es bloß weitergehen? Mein Selbstbewusstsein ist völlig dahin und kann mich nur schwer aufraffen an meiner Zukunft zu arbeiten. Wenn ich wenigstens wüsste, was ich beruflich mit meinem Leben anfangen will... Es ist so schwierig auf sein Herz zu hören. Momentan sagt es mir gar nichts. Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, das "Vernünftige" zu tun und rationale Entscheidungen zu treffen nicht auf mich und meine Bedürfnisse zu hören. Nun bekomme ich die Quittung.

Mittlerweile habe ich eine Richtung gefunden, in die ich mir vorstellen könnte zu gehen, aber ich stehe trotzdem vor diesem riesigen Berg und schaffe es nicht ihn zu erklimmen. Die Selbstzweifel sind zu groß und die Qualifikationen fehlen sowieso. Ich komme einfach aus diesem Loch nicht heraus und weiß nicht, wie ich es jemals schaffen kann. Was kann ich tun? Wie kann ich mich motivieren und wieder selbstbewusst werden? Wie habt ihr es geschafft, euch aus Krisen zu befreien?

Ich freue mich über jede noch so kurze Antwort!

Danke,
Joni
 
Hi!
Erstmal finde ich es gut, dass du dein Ref abgebrochen hast! Du hast gemerkt, dass es nicht das richtige ist und nicht einfach wg. deiner Familie etc. weitergemacht. Das finde ich gut! Es ist auch gut, dass du schon eine neue Richtung gefunden hast. Kannst du die fehlenden Qualifikationen nachmachen? Es gibt einige Leute die ein Zweitstudium machen oder eine Ausbldung nach dem Studium. Eine Bekannte von mir ist durch ihr Staatsexamen gefallen und hat dann (eine verkürzte) Ausbildung zur Erzieherin gemacht. Manchmal kann man durch ein vorheriges Studium eine Ausbildung verkürzen oder etwas annerkannt bekommen für ein neues Studium.
Du kannst dich mit deinen Sorgen...auch an eine Psychologische Beratungstelle wenden. Meist ist eine Erstberatung kostenlos und unverbindlich. Es wird geschauht was dein bedarf ist und es gibt die Möglichkeit noch weitere Beratungsgespräche(meist kostengünstig) in Anspruch zu nehmen, wenn sie dich nicht an einen anderen Psychoterapeut verweisen.

Wünsche dir viel Kraft für deinen Weg!
 
Was könntest du dir vorstellen zu machen und welche Qualifikationen fehlen dir dazu? ist es nicht möglich dass du die Qualifikationen erlangst und dann deinen Traumberuf machst?
 
Tja, ich weiß, die Referendarszeit ist die Hölle. Aber später wäre es besser geworden und man sollte nie was abbrechen, bevor man nicht weiß, wie es weitergeht.

Aber das ist nun nicht mehr zu ändern.

Also stellt sich nun die Frage, ob du mit den Fächern, die du studiert hast, vielleicht auf dem Arbeitsmarkt was anfangen kannst.

Welche Fächer sind das denn?

Du könntest auch überlegen, ob du Nachhilfe geben kannst.
 
Hallo, ich kann dein Problem sehr gut verstehen. Auch ich finde meinen absoluten Traumberuf nicht so recht...
Mein Vorteil ist dass ich gerade mal das Abitur hinter mir habe und nicht schon ein jahrelanges Studium.

Ich habe bereits eine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin und obwohl ich mich oft im Praktikum nicht raussah oder morgens gar nicht mehr hinwollte werde ich jetzt trotzdem mal ins Berufsleben reinschnuppern, wenns nichts ist muss ich weitersehen.

Jedenfalls wollte ich auch studieren, weil mir der Beruf zwar sehr sympathisch war aber ich mich im Praktikum, wie gesagt, nicht wohl fühlte..
Habe mich dann für Verschiedenstes beworben aber konnte mich für nichts begeistern weil ich mich in keinem der später möglichen Berufe vorstellen konnte.

Ich würde dir daher raten, dass du versuchst dein Ref. fertig zu machen. Es ist immer was anderes ob jemand dich beobachtet oder ob du dann wirklich aus deinem eigenen Ermessen handeln kannst (Du wirst doch beobachtet oder?). Bei mir war es nämlich so, dass ich ständig unter Beobachtung stand und nie frei handeln konnte sondern immer das tun musste was die anderen sagten.

Vielleicht kannst du deinen eigenen Unterrichtsstil finden, auch wenn er noch so unkonventionell ist... Finde das was du am Beruf nicht magst und überlege ob du daran was ändern kannst wenn du selbständig arbeiten darfst..
Immerhin hast du ja geschrieben, dass das Studium Spaß gemacht hat, also wird in der bestimmt die Lehrkraft stecken nur musst du sie eben noch fertig entfalten...wäre doch schade jahrelanges Studium einfach so hinzuschmeißen

LG
 
Hallo Gast,

es ist jetzt schon 2 Jahre alt dein Beitrag. Doch ich würde gerne erfahren wie es bei dir weiterging. Ich bin derzeit in einer ähnlichen Situation, ebenfalls Abbrecherin und total verzweifelt wie es jetzt weitergeht. Auch ich falle derzeit in ein tiefes Loch. Ich habe das Gefühl versagt zu haben. Aber ich weiß aus tiefstem Herzen, dass ich keine Lehrerin sein möchte.
Wenn du das liest dann würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen wie es bei dir weitergegangen ist.
Herzlichr Grüße Ela
 
Hallo Ela,

ich denke momentan auch darüber nach, mein Ref. abzubrechen. Ich glaube, das geht vielen so. Viele haben Angst, dass sie dann nur noch für den Beruf leben und dass daran dann alles andere (Beziehung etc.) zerbricht. Auch hat mir mein Mentor erzählt, wieviele Referendare er schon hat kollabieren sehen. Das hat mir auch Angst gemacht. Nach jahrelangem Studium und nebenbei arbeiten, ist mir momentan auch nur danach endlich mal wieder leben zu können. Ich habe auch oft das Gefühl versagt zu haben, aber das ist ja Quatsch. Mit dem 1.Staatsexamen kann man in Kindergärten, Kinderheimen, bei Verlagen etc. arbeiten. Es gibt so viele Möglichkeiten. Auch noch eine weitere Ausbildung ist möglich und da wird man gerne genommen. Ich habe nebenbei Bewerbungen geschrieben und ganz viele Zusagen bzw. Termine für Vorstellungsgespräche bekommen. Auch kann man Weiterbildungen machen (therapeutische etc.; DaF/DaZ....). Es ist jedenfalls nicht alles verloren. Ich werde versuchen auf mein Herz zu hören, man hat nur ein Leben...und ich möchte neben dem Beruf auch noch ein Privatleben haben.
Versuch darauf zu vertrauen, dass alles gut wird! Ich glaube an Dich!
 
Hallo Gast,

es ist jetzt schon 2 Jahre alt dein Beitrag. Doch ich würde gerne erfahren wie es bei dir weiterging. Ich bin derzeit in einer ähnlichen Situation, ebenfalls Abbrecherin und total verzweifelt wie es jetzt weitergeht. Auch ich falle derzeit in ein tiefes Loch. Ich habe das Gefühl versagt zu haben. Aber ich weiß aus tiefstem Herzen, dass ich keine Lehrerin sein möchte.
Wenn du das liest dann würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen wie es bei dir weitergegangen ist.
Herzlichr Grüße Ela

hallo ela,
leider ist es in deutschland so, dass das recht auf bildung verkehrt wurde in die schulpflicht. schüler sind weder frei noch selbstbestimmt und honorieren dies zurecht mit terror.
kennst du den film 'alfabet'? er gibt einen guten überblick über unser krankes schulsystem.
wichtig wären engagierte, junge leute, die dieses system auf den kopf stellen, also zb. in die bildungspolitik mit kreativen ideen gehen würden.
vllt denkst du mal in diese richtung
marut
 

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