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qualifizierte berufsberatung gesucht

  • Starter*in Starter*in carline
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C

carline

Gast
hallo,

ich weiß nicht, wie oft dieses thema hier schon aufgetaucht ist.

dennoch möchte ich es einmal für mich persönlich neu formulieren.

ich habe einen beruf, den ich aus neigung erlernt habe. ich bin soziologin und dort über lebensumwege hingekommen. als ich dort war, wußte ich, daß dies der beruf ist, den ich immer gesucht habe für mich. d.h. ich hatte meine "berufung" gefunden.
lange zeit arbeitete ich dann aus gewissen gründen in der sozialberatung als sozialarbeiterin. auch dies machte mir spaß, weil ich dort nicht nur theoretisch arbeiten, sondern auch aktiv werden konnte.
leider ist sowohl der eine wie der andere beruf in den letzten jahren, zumindest in "meiner region", u.a. im zuge der veränderung der arbeitsmarktgesetze, starkem druck ausgesetzt worden. und dies führte dazu, daß beide berufe stark prekarisiert wurden. ich finde in beiden bereichen mittlerweile fast ausschließlich nur kurzfriststellen, honorarjobs, abm, eineurojobs, praktika, stipendiate ...
nichts, was mich auf dauer ernähren könnte, nichts auch, was mir eine perspektive gibt und schließlich auch nichts, was der arbeit die notwendige dauerhafte stabilität, oder auch den klienten in der sozialarbeit zur stabilisierung ihrer lage z.b. auch eine gewisse chance gibt.

kurz und gut - ich habe mich jahrelang abgekämpft in dem bereich , ohne jedoch sattelfest zu werden. und irgendwann hatte ich die nase voll von der unter diesen bedingungen sinnlosen arbeit.

und mittlerweile bin ich auch ziemlich ermüdet von diesem unendlichen kampf um meine eigenen beruflichen perspektiven.
ich bin soweit, daß ich mir sage, wenn ich denn mal eine stabile berufliche position erreichen möchte, die mich auch länger als immer nur ein paar monate ernähren soll, dann muß ich wohl beruflich umsatteln oder etwas anderes draufsatteln.

und seit dem sitze ich seit gut einem jahr und grüble und suche, stelle konzepte auf und verwerfe sie, weil sie das kriterium stabilität, welches ich anstrebe, nicht erfüllen etc. die traditionellen bewerbungen sind völlig erfolglos, da ich in meinem enthusiasmus, mich im sozialbereich beruflich zu integrieren, leider das alter überschritten habe, bis zu dem man in der berufswelt "es geschafft" haben muß. wenn ich jetzt noch eine bewerbung schreibe, bekomme ich kaum noch überhaupt eine rückmeldung. die erfahrung, die ich auch so in den prekären jobs und evtl. sogar durch diese gewonnen habe, spielt überhaupt keine rolle, nehme ich an. denn bezug wird darauf nicht genommen.
weiterbildung kann ich mir wiederum gar nicht leisten, so sehr ich dies auch wünsche. gelegentlich habe ich mal die chance gehabt in den letzten jahren, die eine oder andere kurzweiterbildung mitzumachen, für entweder ganz wenig oder überhaupt keine teilnahmegebühr. aber dies waren natürlich keine irgendwie "weiterqualifizierenden" bildungsmaßnahmen, mit denen ich durch prüfung und entsprechender bescheinigung eine zusätzliche berufliche chance erhalten hätte.

von dem für mich zuständigen jobcenter kommt üblicherweise gar nichts. dort wird mir meist lediglich gesagt, daß ich bereits eine hohe berufliche ausbildung besitze, daß sie mir nichts adäquates bieten können und daß die berufsberatung im jobcenter nur für arbeitslose mit "mehrfachbehinderung" auf dem arbeitsmarkt qualifiziert seien, will heißen, leute ohne jede ausbildung, mit evtl. suchtproblemen etc.
auf leute wie mich ist dort also niemand vorbereitet. darum wird mir von meinem bearbeiter wörtlich oder durch die blume suggeriert: kümmern sie sich selbst! die angebote von uns, wie computereinführung, englisch-grundkurs etc. können ihnen nicht helfen. ebensowenig die bewerbungsgrundkurse. mehr haben wir aber nicht zu bieten.

tja, und da stehe ich nun, und habe mittlerweile überhaupt keine ahnung mehr, wie ich mich noch orientieren soll. eine professionelle berufsberatung kann ich mir nicht leisten. von hartz 4 kann ich nur darum einigermaßen leben, weil ich gut in der lage bin, mein geld einzuteilen.

nach über 8 jahren prekären jobs, praktika, honorartätigkeiten, billig-nebenjobs etc. beginnt auch mein immunsystem so langsam zu rebellieren, d.h. wenn ich nicht aufpasse, bekomme ich gesundheitsprobleme.

so frage ich mich, was ich jetzt noch machen kann. ich suche ganz konkret jemanden, mit dem ich mich einmal hinsetzen kann, und das ganze problem der beruflichen perspektiven für mich einmal auseinanderzunehmen und dann richtungen zu finden, in die ich jetzt noch gehen kann.
ich suche einen ausweg aus dem kreislauf arbeitslosigkeit - prekäre- oder billigjobs - keine zukunftsperspektive - wieder arbeitslosigkeit. und ich suche eine arbeit, die mich auch ernährt, in der ich meine bisherigen qualifikationen und evtl. meine erfahrung als sozialarbeiterin etc. noch mit einbringen kann. oder muß ich völlig umdenken? (als immobilienvertreter, staubsaugervertreter o.ä. wäre ich allerdings völlig ungeeignet.)

gibt es vielleicht auch jemanden mit ähnlichen erfahrungen? auch das wäre ja schon einmal etwas. vielleicht kann man dann seine erfahrungen austauschen. immerhin ist die prekarisierung der arbeit nicht nur in den früher üblichen berufen, sondern auch in viele andere berufsgruppen vorgedrungen.

hoffe auf einen regen erfahrungsaustausch.

viele grüße

von carline
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo carline,

leider kann ich dir auch nicht helfen, aber ich weiß genau wie es dir geht! Mein Ablauf war etwas anders als deiner aber am Ende doch wieder gleich.
Ich habe 10 Jahre in meinem Beruf gearbeitet und wollte einfach mehr erreichen und habe mich dann selbständig gemacht mit meinem Lebensgefährten, dies lief auch 4,5 Jahre doch ganz gut aber durch die Globalisierung die doch schneller kam als wir dachten, da wir eigentlich ein Nischenprodukt herstellten mussten wir sehr schnell alles wieder fallen lassen, denn man hat leider nicht unendlich viel Kraft irgendwann verläst sie einen und das dann richtig schnell. Mein Lebensgefährte hat dann auch schnell einen Job gefunden und ich blieb auf der Strecke. In meinen alten Beruf wollte und konnte ich nicht mehr zurück, ja was nun, dann wurde ich noch schwanger was aber nicht geklappt hat es war einfach zu viel nun sitze ich hier und überlege auch was weiter die Insolvenz besteht uns noch bevor, bzw. sind gerade mittendrin, auch dass bekommen wir irgendwie hin da auch wir unser übriges Geld zusammenhalten können, es bleibt genug um normal zu leben Hartz 4 bekomme ich nicht allein schon durch die Selbständigkeit und da mein Lebensgefährte ja mich unterhalten kann. Das Arbeitsamt könnte mich nur zurück in meinen Beruf schieben ja und dann ist es das was ICH WILL? Aber WAS WILL ICH???
Ich finde es auch schade dass es so schwierig ist etwas Neues zu finden und dann auch noch umzusetzen und dieses dann auch erfolgreich auszuführen. Aber wenn man doch nur wüsste WAS!!! Dann wäre man schon ein Stück weiter!!! Aber man wird echt alleine gelassen, man kann nur hoffen dass man doch mal wach wird und ein Geistesblitz einen trifft.
Ich kann dir nur die Daumen drücken! Denn ich denke du hast auch alle Möglichkeiten schon überlegt und durchdacht die man sich machen kann.

Viele Grüße
Melanie
 
Hallo Carline,

mir als Beinahe-Betriebswirtin würde für dich ganz spontan der Personalbereich einfallen. Nicht wenige Soziologen sind in der Personalberatung selbstständig, arbeiten in Unternehmensberatungen als Personalcoach, Coachen Führungskräfte im Umgang mit dem Personal (Managementträining), sind als freie Dozenten an Fachhochschulen und/oder Berufsakademien tätig oder arbeiten in der Personalabteilung großer Unternehmen.

Puh, ganz schön viel, ich hoffe, ich hab nix vergessen 🙂

Je nach Betätigungsfeld müsstest du aber wahrscheinlich noch ein paar Zusatzqualifikationen erwerben, etwa für die Arbeit in der Personalabteilung im kaufmännischen Bereich und/oder Arbeitsrechtlich. Als Coach und Unternehmensberater benötigt man sicher auch betriebswirtschaftliche und pädagogische Zusatzkenntnisse.

Grundsätzlich aber sind in diesen Bereichen erfahrene Dipl.Soziologen sehr gefragt.

Informiere dich doch mal ganz gezielt zu diesem Bereich bei der Arbeitsagentur, die können dir eventuell Stellen vermitteln oder dich erstmal bei der Weiterbildung (wenn du in Eigeninitiative ganz konkret sagtst: Das und das will/muss ich machen) Die Damen und Herren dort sind bei der Berufsberatung leider nicht sehr kreativ, aber wenn man selber konkrete Vorstellungen hat, sind sie doch manchmal ganz hilfreich🙂

Ist das was für dich? Oder komplett die falsche Richtung?

Grüße von der Mango
 
Hallo Carline!
Ich nehme an Du suchst nur Regional. Ich weiß ja nicht in wie weit Du flexibel bist.
Versuchs doch mal Überregional. Oder wenn nicht sogar im deutschsprachigen Ausland.


Gruß
Frank
 
liebe mango,

du hast ganz recht. die bereiche, die du angesprochen hast, habe ich mir u.a. auch schon ganz konkret überlegt. und auch schon anstrengungen dahin unternommen eine ganze zeitlang. ich bin auch ganz sciher, daß ich den übergang von mir persönlich aus schon mit etwas schwung und ein wenig einarbeitung schaffen könnte. vielleicht bräuchte ich ein wenig wohlwollen noch zusätzlich, weil ich so lange nicht regelmäßig gearbeitet habe. das kann sein. aber wenn ich die chance erhielte, würd ich sie greifen, ganz sicher.

nach weiterbildungen, zusatzqualifikationen etc. dieser und anderer hinsicht frage ich bei meinem zuständigen typen beim jobcenter schon ewig, seit es sie gibt quasi. (es ist sowieso die frage, warum ich auf der einen und er auf der anderen seite des schreibtisches sitzt, weil ich oft deutlich mehr zur sachlage beisteuern kann als er) aber genau seit dem stagniert eigentlich alles. einzig, was er tut, das ist, er zuckt die schultern, sagt wir können ihnen nicht helfen. wenn sie keinerlei ausbildung hätten oder drogenabhängig oder sonstwie benachteiligt, dann hätten wir angebote für sie. aber für qualifizierte haben wir hier nichts. also kümmern sie sich selbst (und nebenbei: für die abrechnung bei meiner vorgesetzten legen sie mir monatlich noch so und so viele bewerbungen vor)

also, liebe mango, da ich mit den jahren langsam den überblick im chaos der stellensuche verliere, kannst du mir vielleicht einen tipp geben, wie ich den weg in diesen bereich finde? auf meine bewerbungen kommt in der regel gar nichts mehr. ich bin nicht mehr im gefragten alter von anfang dreißig. zwar noch nicht alt, aber offensichtlich schon zu alt. ich würd gern einfach mal den fuß irgendwo in die tür bekommen. aber wie und wo konkret finde ich den anfang dazu?


lieber frank,

schön, dich hier wieder zu treffen.🙂

tja du, ich suche schon seit jahren nicht mehr regional. im ausland bringt mir meine qualifikation aber leider auch gar nichts. dort sucht man in der regel mehr handwerkliche leute. und ich ärgere mich zum 100tausendsten mal, daß ich meinen neigungen nachgegangen bin in der berufswahl und nicht ganz schlicht nach dem, was evtl. geld bringen könnte.
deutschlandweit war ich auch schon beschäftigt. glücklicherweise konnte ich aber hier vor ort trotzdem weiter arbeiten und mußte immer nur zu besprechungen nach münchen in mein institut. war übrigens ne schöne zeit. hätte ich mir ähnlich weiter vorstellen können. war ein traum für mich und auch das ziel für meine berufliche zukunft, welches ich mir vorgenommen hatte. leider war mit ende des stipendiums auch die tätigkeit dort zuende. wirklich sehr schade. war meine schönste arbeit bisher.

bin auch danach weiter bundesweit am schauen und bewerben und spreche mit leuten etc. leider erfolglos bisher. eine zeitlang habe ich aus frust (und geldmangel) gar keine bewerbungen mehr geschrieben. jetzt intensiviere ich das aber wieder. weil es zu jahresbeginn einfach am günstigsten ist. da werden öfter stellen ausgeschrieben.

halt mir mal die daumen, lieber frank. und falls irgendwo eine stelle frei wird. ich höre gern davon.

liebe melanie,

mit dem, was du geschrieben hast, triffst du die situation auch ziemlich genau auf den punkt. ich sitze wirklich und rechne und überlege, was könnte, was ginge, was müßte ich noch ausprobieren.
manchmal denke ich, allein schon meine daraus resultierenden erfahrungen könnten mich eigentlich ganz gut für so manche tätigkeit qualifizieren.
es ist auch schon desöfteren vorgekommen, daß ich irgendwo andere arbeitslose getroffen habe, nicht nur beim jobcenter oder arbeitsamt selbst. die wußten weder ein noch aus und hatten oft nicht einmal von den einfacheren dingen eine ahnung, die ich längst hinter mir gelassen hatte. (hoffe, das klingt jetzt nicht arrogant. das meine ich nicht so, wirklich nicht) mit denen habe ich mich dann einen moment hingesetzt und habe ihnen erklärt und ein stückchen weiter geholfen, daß sie wenigstens diese hürden nehmen konnten. die situation war mir ja als sozialarbeiterin noch irgendwie vertraut. udn ich krieg das auch ganz gut hin, glaube ich.
aber dann bin ich nach hause gegangen, und habe mich gefragt: und wie geht es jetzt mit mir weiter? was fängst du jetzt mit all deinem wissen, deinem gelernten, deinen erfahrungen und fähigkeiten etc. an? du sitzt hier und sauerst vor dich hin und könntest längst eine vernünftige und sinnvolle arbeit machen. (und dich dabei wie alle anderen über den chef oder die kantine oder was weiß ich für kleinigkeiten des alltags aufregen, wie die meisten anderen auch) aber statt dessen fehlen mir jedesmal diese und jene spezialqualifizierung, an der ich vermutlich scheitere. und eine weiterbildung bekomme ich nicht. und vermutlich falle ich schon aus dem grunde auf dem arbeitsmarkt zurück. um nicht gar nichts zu machen, mache ich immer wieder nebenjobs oder ehrenamtliche arbeit. aber schon lange ist mir klar, daß diese mich nicht etwa für den ersten arbeitsmarkt witer empfehlen. sondern leider ist es so, daß ich mit der dauer dieser art von beschäftigung mich sozusagen immer weiter hineinreite in diese art von beschäftigungen. vermutlich weil arbeitgeber denken, ja wenn die frau immer wieder in solchen beschäftigungen festsitzt, dann kann sie nicht sehr fähig sein. dann ist es wohl besser, sie nicht bei uns zu beschäftigen.
an solchen überlegungen von arbeitgebern ist wirklich was. ich kenn das selbst aus meiner sozialarbeit, wo ich kurioserweise ja auch jugendlichen geholfen habe, selbst ausbildungsstellen zu finden etc. dabei war ich zur selben zeit auch noch arbeitslos, hatte nur einen sogenannten ein-euro-job in der sozialarbeit und später dann noch ein praktikum hintendran. ist eigentlich unlogisch, so was. aber leider gängige praxis. und ich habe das damals gemacht, weil ich gehofft habe, mit dem zuwachs an arbeitspraxis auch unter diesen bedingungen würde meine chance, eine reguläre arbeitsstelle bekommen, etwas steigen.
leider falsch gedacht. ich habe mich nur in eine sogenannte "maßnahmekarriere" hinein manövriert. also exakt das, welches als sozialarbeiterin meine aufgabe war u.a., den jugendliche da wieder hinaus zu helfen. schon komische verschlingungen. manchmal finde ich es wirklich seltsam.

ich danke euch allen ganz herzlich schon einmal für eure anregungen. vielleicht habt ihr noch weitere ideen zu diesem thema. irgendwie muß es ja mal weitergehen. (und vielleicht finde ich ja doch noch den ausbruch aus diesem blöden teufelskreis.)

viele liebe grüße erst einmal

von carline
 
Hallo,

ja ich habe noch mal nachgedacht und bin am überlegen ob du dich nicht vielleicht selbständig machst, vielleicht ist es das was Deutschland brauch Menschen die anderen Menschen Mut machen wo die Menschlichkeit eben nicht auf der Strecke bleibt. Du kannst anderen Mut machen etwas bewegen. Vielleicht einfach mal im Umkreis umhören ob da Bedarf besteht anderen zu helfen und zu beraten, das muss ja nicht von jetzt auf gleich sein aber mit dem Wissen was du weiter geben kannst und dann noch den Menschen das Gefühl geben das es eben nicht sinnlos ist. Denn es muss ja weiter gehen. Du mußt ja nicht viel investieren denn das Geld ist ja nicht da aber dann fahr zu deinen Kunden und berate mach Mut vielleicht gibt dir das Mut natürlich must du dir das bezahlen lassen darum geht es ja am Ende, und das könntest du gleich jetzt anfangen und wenn du doch noch eine feste Anstellung bekommst kannst du das ja immer noch weiter machen. Denn du möchtest ja finanzielle Sicherheit haben, was bei einer Selbständigkeit ja nicht unbedingt gegeben ist aber wer weiß vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit.
Solange ich noch im Insolvenzverfahren drin bin kann ich mich nicht mehr selbständig machen aber vielleicht habe ich die Möglichkeit durch ein Außergerichtlichen Einigungsverfahren das bedeutet ich mach ne Einmalzahlung und die Sache wäre vom Tisch dann würde ich gerne den kleinen Heilpraktiker machen und möchte dann mal weiter schauen da ich in der normalen Welt auch nicht weiter komme da mir einfach zu viele Sachen zu hart sind und ich der Meinung bin das die Menschlichkeit da zu kurz kommt und somit braucht es da Nachholbedarf und das möchte ich auch gerne weiter geben.
Aus meinem Bekanntenkreis haben da auch schon welche den Start gemacht und das macht mir Mut das auch zu versuchen. Garantie gibt es nie aber ich habe wenigstens das Gefühl es geht weiter, ich hoffe nur das ich das andere mit der Insolvenz hin bekomme.
Keine Ahnung war ja nur so eine Idee

Viele Grüße

Melanie
 
liebe melanie,

ich kann dir jetzt leider nicht so ausführlich antworten, wie ich gern möchte, weil ich gleich weg muß.

darum ganz kurz und knackig:

- wirklich schöne worte, die du schreibst, mit menschlichkeit und so. davon bin ich als studentin auch einmal ausgegangen. das leben hat mich eines besseren belehrt. wer sozial ist und sozial denkt und handelt, bleibt zumindest in diesem land tüchtig auf der strecke. die leidvolle erfahrung habe ich leider gemacht. und die lektion habe ich wohl nun endgültig gelernt. das hat in den letzten jahren noch eher zu als abgenommen. und ich habe für mich entschieden: ich kann nicht immer nur geben. es muß auch einmal etwas zurück kommen. und wenn ich von meiner arbeit kaum meine miete zahlen kann, geschweige denn etwas anderes, dann kann ich da nicht mehr arbeiten, weil ich irgendwann entkräftet zusammenbreche. und die erfahrung habe ich auch schon hinter mir.

- selbständig machen. ja, das habe ich auch schon tausend mal überlegt, gerechnet etc. bloß was denn? andere beraten? na ja, meine erfahrung ist, die die die beratung brauchen, sind meistens bettelarm, können also kaum geld für beratung erübrigen. und sonst? womit macht man sich selbständig, wenn man so was studiert hat wie ich? ohne die möglichkeit (sprich: das geld für die schulung) für eine weiterqualifizierung in die eine oder andere richtung, die mich befähigt, etwas mehr zu machen?
zudem: bei all meinen berechnungen habe ich immer wieder festgestellt, bei dem, was ich machen kann, geht das so weiter wie bisher: die vereine und träger, für die ich dann arbeiten könnte etc. haben auch für selbständige kein geld mehr. es bleibt bei der selbstausbeutung. und das kann ich einfach nicht mehr. ich habe auch keinen mann im hintergrund, der mich noch mitfinanziert.
selbständigkeit kann ich mir auch nur gemeinsam mit noch jemandem vorstellen. von betriebswirtschaftlichen belangen, buchhaltung etc. habe ich so gut wie keine ahnung. aber das ist sehr wichtig, weil man sonst schiffbruch erleidet. und arbeitslosigkeit ist schon schlimm. aber arbeitslos und überschuldet, das würde ich nicht aushalten. ich habe niemanden im hintergrund, kein netz und doppelten boden. muß für alles allein einstehen. und da ist meine risikobereitschaft begrenzt. schon da, aber nur bis zu einer gewissen grenze.

- andere beraten? ich muß jetzt einfach mal etwas egoistisch sein und etwas für mich tun. anderen habe ich jetzt lange genug geholfen. und dabei bin ich leider etwas auf der strecke geblieben, wie man sieht.
jetzt, wo ich dringend hilfe benötige, suche ich auch ziemlich verzweifelt danach.

mehr jetzt nicht. weil ich jetzt los muß.

gruß von carline
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo!
Irgendwie habe ich den Eindruck das das Internet die falsche Plattform für diesen Bereich ist.
Das Arbeitsamt scheint auch nur zu Verwalten anstatt zu Vermitteln!?
Ich kann mir nicht vorstellen das es da nichts gibt.
Ich glaube schon das es da genug Stellen gibt, aber was nutzt das wenn sie nicht an die Frau, den Mann kommen ,nur weil sie "irgendwo" inseriert stehen wo nur wenige hinsehen. Stattdessen stürzen sich viele aufs Internet. Finden aber nichts.
Was käme denn an Beruf noch in Frage?
Gruß
Frank
 
hallo,

na ja, viel hilfreiches habe ich vom jobcenter tatsächlich noch nicht erlebt. im gegenteil, man muß sich eigentlich eher schützen davor, daß sie einem nicht noch was reinwürgen, daß einem am ende schwer am bein hängt und alles noch komplizierter macht. die forderungen sind dort schon ganz schön hart und auch ziemlich irrational teilweise. es ist tatsächlich so, daß es sie anscheinend nur wenig interessiert, welche folgewirkungen ihre entscheidungen haben. zugrunde liegen oft reine betriebswirtschaftliche argumente, will heißen: sparen, sparen, sparen. vor allem an den fördermitteln. daß sie damit am ende eben NICHT sparen, sondern den arbeitslosen am ende viel länger auf dem hals haben, als es notwendig wäre und womöglich irgendwann die kiste so weit verfahren ist, daß man überhaupt nicht mehr weiß, wie man da jetzt wieder raus kommen soll - daß gehört mit zu den irrationalen dingen, die da im amt passieren. ist es dann erst mal so weit, dann kommen die vorwürfe, sie haben nicht dies und sie haben nicht das usw. usf.

aber egal. du meinst, das internet ist nicht das richtige forum dafür ja? ich habe auch schon so viel rumgesucht und mich umgehört, wo ich evtl. ne qualifizierte beratung kriegen könnte, mit wem ich mich mal hinsetzen könnte und das ganze komplizierte jetzt auseinanderzudröseln und die ein oder andere lösungsstrategie zu entwickeln. so lange ich beim arbeitsamt war, hatte ich eine bearbeiterin, mit der konnte man sich hinsetzen und startegieplanung machen. die war auch hilfreich und die hatte ahnung vom fach. das ist leider bei dem mitarbeitern von jobcenter nicht so. die sind hier bei uns meist nur kurz geschult und haben daher eigentlich oft nur wenig ahnung. darum wird man auch so abgewimmelt. hilfreich ist das jedenfalls nicht. und selbst wenn man wie ich selbst etwas vom fach ist, kommt man irgendwann an einen punkt, wo man genau weiß, daß man allein vermutlich nicht aus dem schlamassel rauskommt. aber ich habe bisher auch keine richtige hilfe gefunden. die vereine bieten das an, was man erste-hilfe-maßnahmen nennen kann, so was wie hilfe beim anträge ausfüllen etc. viel mehr können die auch meist nicht.
die professionellen berufsberatungen kosten aber geld, das ich nicht habe. und selbst habe ich inzwischen etwas den überblick verloren.

na ja, mal sehen. im moment verfolge ich die "politik der kleinen schritte". ich schau einfach, was ich jeden tag machen kann. einen großen überblick habe ich nicht mehr, eine vernünftige strategie auch nicht mehr. ich tu einfach, was mir gerade einfällt, und hoffe auf den zufall.

tja, falls jemand einen tipp hat, wo ich doch noch wen finde, mit dem ich mich strategiehalber mal hinsetzen könnte, da wär ich sehr dankbar für den tipp.

gruß von carline
 

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