C
carline
Gast
hallo,
ich weiß nicht, wie oft dieses thema hier schon aufgetaucht ist.
dennoch möchte ich es einmal für mich persönlich neu formulieren.
ich habe einen beruf, den ich aus neigung erlernt habe. ich bin soziologin und dort über lebensumwege hingekommen. als ich dort war, wußte ich, daß dies der beruf ist, den ich immer gesucht habe für mich. d.h. ich hatte meine "berufung" gefunden.
lange zeit arbeitete ich dann aus gewissen gründen in der sozialberatung als sozialarbeiterin. auch dies machte mir spaß, weil ich dort nicht nur theoretisch arbeiten, sondern auch aktiv werden konnte.
leider ist sowohl der eine wie der andere beruf in den letzten jahren, zumindest in "meiner region", u.a. im zuge der veränderung der arbeitsmarktgesetze, starkem druck ausgesetzt worden. und dies führte dazu, daß beide berufe stark prekarisiert wurden. ich finde in beiden bereichen mittlerweile fast ausschließlich nur kurzfriststellen, honorarjobs, abm, eineurojobs, praktika, stipendiate ...
nichts, was mich auf dauer ernähren könnte, nichts auch, was mir eine perspektive gibt und schließlich auch nichts, was der arbeit die notwendige dauerhafte stabilität, oder auch den klienten in der sozialarbeit zur stabilisierung ihrer lage z.b. auch eine gewisse chance gibt.
kurz und gut - ich habe mich jahrelang abgekämpft in dem bereich , ohne jedoch sattelfest zu werden. und irgendwann hatte ich die nase voll von der unter diesen bedingungen sinnlosen arbeit.
und mittlerweile bin ich auch ziemlich ermüdet von diesem unendlichen kampf um meine eigenen beruflichen perspektiven.
ich bin soweit, daß ich mir sage, wenn ich denn mal eine stabile berufliche position erreichen möchte, die mich auch länger als immer nur ein paar monate ernähren soll, dann muß ich wohl beruflich umsatteln oder etwas anderes draufsatteln.
und seit dem sitze ich seit gut einem jahr und grüble und suche, stelle konzepte auf und verwerfe sie, weil sie das kriterium stabilität, welches ich anstrebe, nicht erfüllen etc. die traditionellen bewerbungen sind völlig erfolglos, da ich in meinem enthusiasmus, mich im sozialbereich beruflich zu integrieren, leider das alter überschritten habe, bis zu dem man in der berufswelt "es geschafft" haben muß. wenn ich jetzt noch eine bewerbung schreibe, bekomme ich kaum noch überhaupt eine rückmeldung. die erfahrung, die ich auch so in den prekären jobs und evtl. sogar durch diese gewonnen habe, spielt überhaupt keine rolle, nehme ich an. denn bezug wird darauf nicht genommen.
weiterbildung kann ich mir wiederum gar nicht leisten, so sehr ich dies auch wünsche. gelegentlich habe ich mal die chance gehabt in den letzten jahren, die eine oder andere kurzweiterbildung mitzumachen, für entweder ganz wenig oder überhaupt keine teilnahmegebühr. aber dies waren natürlich keine irgendwie "weiterqualifizierenden" bildungsmaßnahmen, mit denen ich durch prüfung und entsprechender bescheinigung eine zusätzliche berufliche chance erhalten hätte.
von dem für mich zuständigen jobcenter kommt üblicherweise gar nichts. dort wird mir meist lediglich gesagt, daß ich bereits eine hohe berufliche ausbildung besitze, daß sie mir nichts adäquates bieten können und daß die berufsberatung im jobcenter nur für arbeitslose mit "mehrfachbehinderung" auf dem arbeitsmarkt qualifiziert seien, will heißen, leute ohne jede ausbildung, mit evtl. suchtproblemen etc.
auf leute wie mich ist dort also niemand vorbereitet. darum wird mir von meinem bearbeiter wörtlich oder durch die blume suggeriert: kümmern sie sich selbst! die angebote von uns, wie computereinführung, englisch-grundkurs etc. können ihnen nicht helfen. ebensowenig die bewerbungsgrundkurse. mehr haben wir aber nicht zu bieten.
tja, und da stehe ich nun, und habe mittlerweile überhaupt keine ahnung mehr, wie ich mich noch orientieren soll. eine professionelle berufsberatung kann ich mir nicht leisten. von hartz 4 kann ich nur darum einigermaßen leben, weil ich gut in der lage bin, mein geld einzuteilen.
nach über 8 jahren prekären jobs, praktika, honorartätigkeiten, billig-nebenjobs etc. beginnt auch mein immunsystem so langsam zu rebellieren, d.h. wenn ich nicht aufpasse, bekomme ich gesundheitsprobleme.
so frage ich mich, was ich jetzt noch machen kann. ich suche ganz konkret jemanden, mit dem ich mich einmal hinsetzen kann, und das ganze problem der beruflichen perspektiven für mich einmal auseinanderzunehmen und dann richtungen zu finden, in die ich jetzt noch gehen kann.
ich suche einen ausweg aus dem kreislauf arbeitslosigkeit - prekäre- oder billigjobs - keine zukunftsperspektive - wieder arbeitslosigkeit. und ich suche eine arbeit, die mich auch ernährt, in der ich meine bisherigen qualifikationen und evtl. meine erfahrung als sozialarbeiterin etc. noch mit einbringen kann. oder muß ich völlig umdenken? (als immobilienvertreter, staubsaugervertreter o.ä. wäre ich allerdings völlig ungeeignet.)
gibt es vielleicht auch jemanden mit ähnlichen erfahrungen? auch das wäre ja schon einmal etwas. vielleicht kann man dann seine erfahrungen austauschen. immerhin ist die prekarisierung der arbeit nicht nur in den früher üblichen berufen, sondern auch in viele andere berufsgruppen vorgedrungen.
hoffe auf einen regen erfahrungsaustausch.
viele grüße
von carline
ich weiß nicht, wie oft dieses thema hier schon aufgetaucht ist.
dennoch möchte ich es einmal für mich persönlich neu formulieren.
ich habe einen beruf, den ich aus neigung erlernt habe. ich bin soziologin und dort über lebensumwege hingekommen. als ich dort war, wußte ich, daß dies der beruf ist, den ich immer gesucht habe für mich. d.h. ich hatte meine "berufung" gefunden.
lange zeit arbeitete ich dann aus gewissen gründen in der sozialberatung als sozialarbeiterin. auch dies machte mir spaß, weil ich dort nicht nur theoretisch arbeiten, sondern auch aktiv werden konnte.
leider ist sowohl der eine wie der andere beruf in den letzten jahren, zumindest in "meiner region", u.a. im zuge der veränderung der arbeitsmarktgesetze, starkem druck ausgesetzt worden. und dies führte dazu, daß beide berufe stark prekarisiert wurden. ich finde in beiden bereichen mittlerweile fast ausschließlich nur kurzfriststellen, honorarjobs, abm, eineurojobs, praktika, stipendiate ...
nichts, was mich auf dauer ernähren könnte, nichts auch, was mir eine perspektive gibt und schließlich auch nichts, was der arbeit die notwendige dauerhafte stabilität, oder auch den klienten in der sozialarbeit zur stabilisierung ihrer lage z.b. auch eine gewisse chance gibt.
kurz und gut - ich habe mich jahrelang abgekämpft in dem bereich , ohne jedoch sattelfest zu werden. und irgendwann hatte ich die nase voll von der unter diesen bedingungen sinnlosen arbeit.
und mittlerweile bin ich auch ziemlich ermüdet von diesem unendlichen kampf um meine eigenen beruflichen perspektiven.
ich bin soweit, daß ich mir sage, wenn ich denn mal eine stabile berufliche position erreichen möchte, die mich auch länger als immer nur ein paar monate ernähren soll, dann muß ich wohl beruflich umsatteln oder etwas anderes draufsatteln.
und seit dem sitze ich seit gut einem jahr und grüble und suche, stelle konzepte auf und verwerfe sie, weil sie das kriterium stabilität, welches ich anstrebe, nicht erfüllen etc. die traditionellen bewerbungen sind völlig erfolglos, da ich in meinem enthusiasmus, mich im sozialbereich beruflich zu integrieren, leider das alter überschritten habe, bis zu dem man in der berufswelt "es geschafft" haben muß. wenn ich jetzt noch eine bewerbung schreibe, bekomme ich kaum noch überhaupt eine rückmeldung. die erfahrung, die ich auch so in den prekären jobs und evtl. sogar durch diese gewonnen habe, spielt überhaupt keine rolle, nehme ich an. denn bezug wird darauf nicht genommen.
weiterbildung kann ich mir wiederum gar nicht leisten, so sehr ich dies auch wünsche. gelegentlich habe ich mal die chance gehabt in den letzten jahren, die eine oder andere kurzweiterbildung mitzumachen, für entweder ganz wenig oder überhaupt keine teilnahmegebühr. aber dies waren natürlich keine irgendwie "weiterqualifizierenden" bildungsmaßnahmen, mit denen ich durch prüfung und entsprechender bescheinigung eine zusätzliche berufliche chance erhalten hätte.
von dem für mich zuständigen jobcenter kommt üblicherweise gar nichts. dort wird mir meist lediglich gesagt, daß ich bereits eine hohe berufliche ausbildung besitze, daß sie mir nichts adäquates bieten können und daß die berufsberatung im jobcenter nur für arbeitslose mit "mehrfachbehinderung" auf dem arbeitsmarkt qualifiziert seien, will heißen, leute ohne jede ausbildung, mit evtl. suchtproblemen etc.
auf leute wie mich ist dort also niemand vorbereitet. darum wird mir von meinem bearbeiter wörtlich oder durch die blume suggeriert: kümmern sie sich selbst! die angebote von uns, wie computereinführung, englisch-grundkurs etc. können ihnen nicht helfen. ebensowenig die bewerbungsgrundkurse. mehr haben wir aber nicht zu bieten.
tja, und da stehe ich nun, und habe mittlerweile überhaupt keine ahnung mehr, wie ich mich noch orientieren soll. eine professionelle berufsberatung kann ich mir nicht leisten. von hartz 4 kann ich nur darum einigermaßen leben, weil ich gut in der lage bin, mein geld einzuteilen.
nach über 8 jahren prekären jobs, praktika, honorartätigkeiten, billig-nebenjobs etc. beginnt auch mein immunsystem so langsam zu rebellieren, d.h. wenn ich nicht aufpasse, bekomme ich gesundheitsprobleme.
so frage ich mich, was ich jetzt noch machen kann. ich suche ganz konkret jemanden, mit dem ich mich einmal hinsetzen kann, und das ganze problem der beruflichen perspektiven für mich einmal auseinanderzunehmen und dann richtungen zu finden, in die ich jetzt noch gehen kann.
ich suche einen ausweg aus dem kreislauf arbeitslosigkeit - prekäre- oder billigjobs - keine zukunftsperspektive - wieder arbeitslosigkeit. und ich suche eine arbeit, die mich auch ernährt, in der ich meine bisherigen qualifikationen und evtl. meine erfahrung als sozialarbeiterin etc. noch mit einbringen kann. oder muß ich völlig umdenken? (als immobilienvertreter, staubsaugervertreter o.ä. wäre ich allerdings völlig ungeeignet.)
gibt es vielleicht auch jemanden mit ähnlichen erfahrungen? auch das wäre ja schon einmal etwas. vielleicht kann man dann seine erfahrungen austauschen. immerhin ist die prekarisierung der arbeit nicht nur in den früher üblichen berufen, sondern auch in viele andere berufsgruppen vorgedrungen.
hoffe auf einen regen erfahrungsaustausch.
viele grüße
von carline
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