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Psychologie nach Adler

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Hallo liebe Community,

ich bin durch das Buch "Du musst nicht von jedem gemocht werden" auf die Psychologie von Alfred Adler gestoßen. Während die gängige Psychologie auf Freud beruht (Ursache-Wirkung-Prinzip) stellt Adler auf die Ziele der Menschen und die Beziehungen der Menschen untereinander in den Vordergrund. Er ist Begründer der Individualpsychologie

https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Adler

Ein Beispiel: Ein Kind wird von seinen Eltern schlecht behandelt und schließt sich in sein Zimmer ein
Erklärung Freud: Das Kind schließt sich in sein Zimmer ein, weil es schlecht behandelt wird
Erklärung Adler: Das Kind schließt sich in sein Zimmer ein, weil es das Ziel hat seine Eltern zu betrafen (schließlich ärgern sich die Eltern darüber)

Adlers Herangehensweise macht sehr deutlich, dass man nicht das Ergebnis seiner Erfahrungen ist, sondern die daraus abgeleiteten Ziele viel entscheidener sind.

In der von Adler begründeten Individualpsychologie geht es um die Beziehung des Individuums mit der Umwelt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Individualpsychologie#Konzept

Er betont ein positives Minderwertigkeitsgefühl, welches Antrieb zur eigenen Verbesserung sein kann. Grenzt dies aber vom negativen Minderwertigkeitsgefühlt ab. Man soll sich nicht in ständiger Konkurrenz sehen und seine Mitmenschen als Gegner.
Überhaupt würden alle Probleme nur aus dem zwischenmenschlichen entspringen. Kein kleiner Mensch würde sich über seine Größe Sorgen machen wenn er der einzige Mensch auf der Welt wäre.

Adler erklärt so ziemlich alles, von Geiz, Misstrauen, Neid, Grausamkeit bis Gewalt mit seinem Ansatz. Und meist kommt man mit der Frage weiter WARUM (mit welchen Zielen) der andere Mensch handelt.
Beispiel: Wer in einer Diskussion schreit, tut es mit dem Ziel sein Gegenüber zu dominieren. Zurückschreien ist insofern sinnlos als dass man die sachliche Ebene verlässt und es nur noch um das gegenseitige dominieren geht.

Adlers Ansatz ist für mich insofern interessant als dass er Wege zur Selbsterkenntnis bietet.
Wenn ich hinterfrage warum ich zB keine Partnerin oder enge Freunde habe, dann kann ich mir die Frage stellen, welches Ziel ein so isoliertes Leben haben kann. Meide ich menschliche Beziehungen weil ich das Ziel habe nicht verletzt zu werden?
Wenn ich einen neuen Job nicht bekomme, habe ich vielleicht das Ziel Veränderung in meinem Leben zu meiden und arbeite unbewusst in einem Vorstellungsgespräch gegen mich selber.

Und: Nur wer sich seiner Ziele bewusst ist, kann sie ändern!

Tatsächlich müssen wir uns aber kaum ändern. Denn auch das deutet Adler an. Wer immer mehr will, weil er sich ständig mit anderen Menschen vergleicht, die mehr haben, kompensiert nur eigene Probleme. Wir sehen uns viel zu oft nur aus den Augen anderer und sind dann sehr kritisch mit uns selbst.

Also: Ziele erkennen, Selbstbild erkennen und verbessern! Dafür braucht es vor allem Mut. Adler Ansatz zielt deswegen zuerst darauf ab Menschen eine mutigere Lebenseinstellung zu geben. Das Leben ändert sich kontinuierlich. Man muss sich dessen stellen, raus aus der Komfortzone, mitsamt der Bereitschaft auch Fehler zu machen.

Sehr schön zusammengefasst:
https://www.youtube.com/watch?v=ipqSFCgATZA

Schwerer Stoff! Vor allem weil Adler damit auch andeutet man sei selber Schuld. Nicht ein Trauma aus der Kindheit oder andere Menschen sondern die eigene falsche Zielsetzung und der mangelnde Mut sind für erfolglose Menschen verantwortlich.
Aber nein, es geht nicht um Schuld! Es geht um den positiven Ansatz sein Leben zu verbessern, glücklicher zu werden!

VG
Andreas
 
Ich werde es mir mal in Ruhe ansehen. Voher enthalte ich mich mal eines konkreten Kommentars. 😉
Danke Dir für den Impuls. 🙂
 
Ach Herrje - mit dem Typen hab ich mich im Studium schon herumschlagen müssen - und schon damals nicht verstanden, was er eigentlich bewirken wollte.... 🙄
 
Adlers Herangehensweise macht sehr deutlich, dass man nicht das Ergebnis seiner Erfahrungen ist, sondern die daraus abgeleiteten Ziele viel entscheidener sind.
Ohne Erfahrung kann man aber auch kaum Ziele bilden.

Im Ganzen ist mir Deine Fragestellung und das Konzept von Adler, soweit ich es verstehe, zu unscharf. Auch sehe ich nicht unbedingt eine klare Alternative zwischen Erfahrung oder Ursachen und Zielen. Da ist meines Erachtens eher einiges miteinander verwoben und bedingt sich gegenseitig.

Und daher sehe ich auch nicht einen so klaren Unterschied zwischen Freud und Adler.
 

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