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psychisch krank und sozialer Außenseiter

F03

Neues Mitglied
Hallo liebes Forum, ich bin gerade an einem Punkt in meinem Leben, wo ich nicht weiß was ich tun soll und hoffe dass mir jemand helfen kann.

1. geistiger Zustand:
Ich wohne alleine in einem Apartment und habe derzeit keine Arbeit. Meine Sorge ist es, noch verrückter zu werden als ich es schon bin. Seit Jahren führe ich nun regelmäßig Selbstgespräche, ich bin alleine und diskutiere mit einer Person, die gar nicht da ist. In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass das immer schlimmer wird, weil ich lauter werde und mich ständig wiederhole. So wirklich kontrollieren kann ich das nicht, irgendwann schweife ich mit meinen Gedanken ab und finde mich in so einer Diskussion wieder. In der Öffentlichkeit kann ich mich weites gehend zusammen reißen, merke aber auch dass das mal leichter war.

2. soziale Kontakte:
Ich habe kaum soziale Kontakte, meine Familie wohnt weit weg und die Kontakte die ich habe, erfüllen mich nicht. Einkaufen gehen ist für mich eine Qual, überall sind Menschen und an der Kasse ist es besonders schlimm für mich. Ich versuche nämlich authentisch und freundlich zu sein, trotzdem schaut man mich oft komisch an. Mir ist auch an mir aufgefallen, dass ich manchmal Leute anstarre und warte bis sie mich erwidern, viele scheinen davon eingeschüchtert zu werden oder fühlen sich irgendwie unwohl. Das mache ich aber nicht mit Absicht und versuche das zu vermeiden. Manchmal stresst mich das einkaufen so sehr, dass ich nur ein bis zwei Sachen kaufe, die eigentlich überhaupt nicht ausreichen. Dann habe ich auch noch eine ältere Frau als Nachbarin, die gefühlt zu 90% im Treppenhaus wohnt und immer reden will und sehr neugierig ist. Total schrecklich für mich. Trotzdem bemühe ich mich derzeit um eine Arbeit und habe Dienstag ein Vorstellungsgespräch, wünscht mir Glück.

3. Psychiatrie:
Im April letzten Jahres, war ich in einer Psychiatrie wegen einer schlimmen Tat die ich getan habe. Wenn ich reflektiere was ich getan habe und was ich noch tun könnte und wie die Ärzte mich angesehen haben, dann halte ich mich für ein Stück weit gefährlich. Die Polizei hatte auch gegen mich ermittelt, weil ich aber meine Aussage verweigert habe, ist die Anklage auf Grund von mangelnder Beweise fallen gelassen worden. In dem ärztlichen Brief den ich bekommen habe steht, ich sei schizoid, habe eine Impulskontrollstörung und Symptome für Depression. Wirklich depressiv fühle ich mich allerdings nicht. Derzeit bin ich nicht in einer psychologischen Behandlung. Ich habe versucht mir Hilfe zu suchen, werde aber leider immer abgewiesen, weil die nie Plätze frei haben.

Vermutlich habe ich das verdient, jetzt so allein zu sein und vollkommen verrückt zu werden. Ich kann Menschen gut verstehen, aber ich kann nicht mit ihnen einen Umgang pflegen, ohne "seltsam" zu wirken, meistens jedenfalls. Ich habe keine Ahnung wie man Freundschaften schließt, ich kann das einfach nicht mehr. Als Kind war das nicht immer so schwer.

Ich freue mich auf eure Antworten, viele liebe Grüße F03
 
Hallo F03,

Das klingt alles im ersten Moment erstmal sehr schwierig. Darf ich fragen was du denn mit dir selbst diskutierst? Es handelt sich dabei nämlich sicher um ein Problem was du hast, wahrscheinlich etwas der anderen Dinge die du aufgezählt hast. Wenn du dieses Problem lösen könntest, vielleicht werden dann auch die Selbstgespräche wieder weniger.

Wegen der sozialen Kontakte, erstmal wünsche ich dir viel Glück für dein Vorstellungsgespräch. Ich bin mir sicher, dass mit einem neuen Job auch wieder mehr soziale Kontakte entstehen. Natürlich weiß ich nicht in welche Richtung du dich beworben hast, aber vielleicht gäbe es dort dann Menschen mit denen du dich anfreunden könntest. Das könnte man eventuell etwas langsamer angehen und je nachdem wie du dich dabei fühlst könntest du denen auch erzählen das du ein paar Probleme hast. Man muss dabei ja nicht so genau drauf eingehen und das kommt natürlich auch darauf an wie offen du als Mensch bist. Ich habe dabei immer sehr gute Erfahrungen gemacht, indem ich allen 'möglichen' Freunden von vornherein gesagt habe das ich psychisch erkrankt bin und dadurch manchmal ein bisschen schwierig. Natürlich liegt das an dir wie du das handhaben möchtest und ob du das überhaupt erzählen möchtest.
Wie viel Kontakt hast du denn aktuell zu deiner Familie? Tun sie dir gut? Vielleicht könntest du versuchen mit Ihnen etwas mehr Kontakt zu haben oder sie vielleicht mal besuchen gehen, so als Abwechslung und vielleicht hilft dir das auch ein wenig. Je nachdem wie eure Beziehung zueinander ist.

Ich frage jetzt nicht weiter nach, was genau du getan hast und verurteile dich auch nicht. Ich kenne das, dass es lange Wartezeiten gibt für Psychiater und Psychiatrien. Es ist schlimm das du keine Hilfe bekommst, aber das einzige was ich raten kann ist mit deinem Hausarzt zu reden. Vielleicht kann der dich an jemanden weitervermitteln der dich nicht einfach wegschickt. Oder du versuchst noch einmal eine Behandlung in der Psychiatrie, dort wirst du natürlich nur wieder lange drauf warten müssen.

Das wäre das was ich dir jetzt raten würde. Ich hoffe, Ich konnte dir wenigstens ein wenig helfen. Ich wünsche dir viel Glück und hoffe das du schnell eine Lösung für dich findest.

LG Vanessa
 
Hallo Vanessa, vielen Dank für deine Antwort.

Du darfst mich ruhig alles fragen. 🙂
Zu deiner Frage wie meine Selbstgespräche aussehen: ich interessiere mich für viele Sachen: Politik, Wirtschaft, Religion, Ökonomie, Geschichte und ähnliches. In meinen Selbstgesprächen diskutiere ich dann über diese Themen. Das hat also gar nichts mit mir persönlich zu tun, meistens jedenfalls. Ich denke eher dass ich das tue um mich nicht so einsam zu fühlen. Manchmal diskutiere ich aber auch mit Familienmitglieder über unsere Familie, gibt viele "Geschichten".

Ich bin Produktionshelfer, meiner Erfahrung nach sind die Leute in diesem Bereich etwas primitiv, wenn ich das so sagen darf. Mit diesen Leuten habe ich wenig gemeinsam, also denke eher nicht dass ich dort Freunde finde, aber man weiß ja nie.

Für mich wäre das nichts, Freunden großartig von meiner Krankheit zu erzählen. Ich habe einen guten Freund, mit dem man eigentlich auch gut reden kann. Aber über meine Erkrankung kann ich mit ihm dann irgendwie nicht reden, ich denke er nimmt mich da nicht ganz ernst. Aber ehrlich gesagt, habe ich da auch kein Bedürfnis nach mit ihm darüber zu reden.

Meine Familie besteht hauptsächlich aus meiner Mutter und meinen beiden Schwestern, die allerdings am anderen Ende von Deutschland leben. Ich besuche sie möglichst einmal im Monat, nur finanziell ist es momentan etwas schwierig.

Vielen Dank für den Tipp, ich werde morgen mal einen Termin bei meinem Hausarzt machen.

Hättest du vielleicht Lust über Skype, Discord oder ähnliches sich zu unterhalten? Fände es ganz cool sich austauschen zu können. Muss ja nicht nur um mich gehen, einfach um die Gesellschaft.

Liebe Grüße
 

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