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Gast
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Ich habe Probleme mit meiner 12-jährigen Tochter. Und das leider nicht erst seit kurzem, sondern eigentlich schon einige Jahre, sodaß ich ihr Verhalten auch nicht auf eine Art der Pubertät schieben kann.
Aber ich hole mal aus, damit man einen besseren Einblick bekommt.
Meine Tochter stammt von meinem Exfreund, mit dem ich seit 10 Jahren nicht mehr liiert bin. Kontakt besteht seitdem keiner.
Seit 8 Jahren bin ich mit meinem jetzigen Ehemann zusammen. Mein Mann hat meine Tochter sofort akzeptiert und auch sie hat ihn schnell akzeptiert, ihn als den neuen Mann an meiner Seite angesehen und ihn nach einiger Zeit sogar als Papa angenommen. Das Verhältnis zwischen den Beiden war immer gut.
Während wir arbeiten waren, wurde sie in der KiTa betreut. Und später gab es nach der Schule eine Nachmittagsbetreuung.
In dieser Zeit ist mir schon mehrmals aufgefallen, daß meine Tochter etwas schwierig ist. Die schulische Leistung war nicht überragend, sie hatte auch keinerlei Interesse. Hat oft Hausaufgaben nicht aufgeschrieben. Leider habe ich auch erst später erfahren, daß die Nachmittagsbetreuung zum Teil ihre Hausaufgaben gemacht hatte. Ich wurde auch zum Gespräch mit der Lehrerin gebeten, die auch angemerkt hat, daß meine Tochter schulisch hinterher hinkt, zudem Hausaufgaben teilweise vergisst, und auch viele andere wichtige Sachen gerne vergisst. Die Lehrerin meinte auch, daß sie findet, daß meine Tochter zu früh eingeschult wurde.
Meine Tochter wurde dann vor 4 Jahren zum ersten Mal große Schwester, hat die Schwangerschaft schon positiv miterlebt und danach ihren Bruder vergöttert.
Ab diesem Zeitpunkt war ich zuhause und habe mich selbst um meine Tochter gekümmert. Es kam dann öfter mal vor, daß meine Tochter erst 1 Stunde später heim kam, bei einem Weg von höchstens 10 Minuten. Ich habe ihr oftmals gesagt, daß ich mir dann Sorgen mache, aber das hat sie nicht verstanden.
Dann kam es auch häufig vor, daß sie plötzlich mit einer Klassenkameradin vor der Tür stand, die sie kurzerhand nach der Schule eingeladen hat. Sie hat meine Meinung dazu ignoriert, und es half auch nichts, wenn ich oft die Klassenkameradin wieder heimgeschickt habe.
Ich war leider immer so naiv und habe das auf ihr Alter geschoben. Mit 8-9 Jahren, dachte ich, versteht sie das halt nicht so richtig.
Erschwerend kam aber hinzu, daß sie weiterhin gerne die Hausaufgaben nicht aufgeschrieben und sehr oft vergessen hat. Wenn Schulmaterial gefehlt hat, hat sie zu mir auch nichts gesagt. Eigentlich hat sie zuhause das Thema Schule gerne ausgeblendet!
Sie hat mich auch oft belogen. Wenn ich gefragt hatte, ob sie Hausaufgaben auf hat, wurde das verneint. Irgendwann kam dann wieder eine Mitteilung der Lehrerin, wo ich darüber informiert wurde.
Habe ich gefragt, ob sie Proben, Kurzproben geschrieben hat, wurde meist auch verneint - hatte da aber meistens schon die schlechten Noten versteckt. Aber auch über die guten Noten hat sie uns nur selten informiert.
Probe-Termine hat sie grundsätzlich nicht aufgeschrieben!
Ein Gespräch mit der Lehrerin hat dann auch noch ans Licht gebracht, daß sie in der Schule wohl ziemlich gerne auftreibend ist. Das heißt, daß sie in jeden Streit verwickelt war, genauso ständig im Unterricht geschwätzt und gestört hat. Sie wurde so bezeichnet, daß sie sich in wirklich ALLES einmischen muss. Aber im Unterricht selbst macht sie nicht mit.
Ihr haben auch viele Hefteinträge gefehlt oder waren nur zur Hälfte geschrieben, weil sie gerne trödelt und einfach nicht nachkommt.
Von den Noten her hat sich meine Tochter immer durchgewurstelt. Sie hatte im Grunde einfach immer nur Glück, daß sie die Klassen geschafft hat.
Wir hätten uns natürlich gewünscht, daß sie wenigstens auf die Realschule kommt, aber mit den Noten war das natürlich undenkbar.
Ihr Verhalten zuhause war leider auch nicht berauschend.
Zu mir wurde sie immer frecher. Egal, wie ich reagiert habe.
Und auch gegenüber meinem Mann wurde sie immer aufmüpfiger.
Gespräche mit ihr konnte und kann man auch heute noch nicht führen, denn sie reagiert da total abwesend, und gibt auch keine Antworten.
Ihr Zimmer wurde immer mehr vermüllt. Hatte teilweise schon so ein Messi-Verhalten. Ich habe oftmals aufgeräumt, mußte viel ausmisten. Aber eine Woche später sah es wieder so schlimm aus.
Beim Ausmisten hab ich auch immer wieder Proben gefunden, die sie vor uns versteckt hat. Aber warum sie das gemacht hat, hat sie bis heute nicht erklärt.
Hilfe im Haushalt konnte ich sowieso nicht erwarten. Musste sie mal den Müll erledigen, wurde mit den Augen gerollt. Auch heute ist das noch so.
Es kam dann der Wechsel von Grund- auf Hauptschule. Und leider lief es da nicht besser.
Ich wurde sogar schon von ihrem Lehrer angerufen, weil sie sehr im Unterricht stört. Noch dazu fehlten viele Unterschriften auf Proben und Kurzproben, von denen ich überhaupt nicht wusste.
Hausaufgaben fehlten auch wieder desöfteren. Der Lehrer kam uns dann so entgegen, daß er ein paar Wochen lang ihr Hausaufgabenheft kontrolliert und unterschrieben hat. Mitteilungen von ihm, bezüglich Noten, Probe-Terminen, oder auch fehlender Hausaufgaben, hat er ins Hausaufgabenheft geschrieben. Da hat das auch gut geklappt. Aber seitdem er damit aufgehört hat, klappts meistens wieder nicht mehr. Hausaufgaben werden zwar anscheinend nicht mehr so oft vergessen, aber Probe-Termine schreibt sie weiterhin nicht auf, genauso erfahren wir Noten oft viel später, oder auch mal nur vom Lehrer.
Mittlerweile kommen auch so Ausreden, wie: Ich hab meine Probe in der Schule vergessen, oder auch: Ich hab mein Zeugnis in der Schule vergessen. Hatten wir alles schon.
Kontrolliere auch sehr oft ihren Schulranzen, wo ich dann hin und wieder von einer Probe erfahre und dann sämtliche Infos aus der Nase ziehen muss.
Mit mir redet sie nun gerne so, als wäre ich eine ihrer Freundinnen. Oft muss ich ihr in den Sinn bringen, daß ich ihre Mutter bin!
Von meinem Mann lässt sie sich auch nicht mehr viel sagen.
Wenn wir was sagen, wird meist nur mit den Augen gerollt.
Sie ist sehr vergesslich. Wenn wir 2 Sachen sagen, vergisst sie die 2. Sache innerhalb kurzer Zeit wieder, sodaß wir mittlerweile schon so weit sind, daß wir Zettelchen schreiben.
Maßnahmen gegen ihr Verhalten, haben wir bereits mehrere ergriffen.
Wir haben es erstmal mit verschiedenen Verboten versucht. TV-Verbot, Nintendo-Verbot, Freunde-Besuch-Verbot - sämtliche Verbote hat sie einfach so hingenommen. Juckt sie auch nicht, wenn die Verbote wochenlang durchgezogen werden.
Dann haben wir es auf die nette Art versucht: ich hab sie öfter etwas mit ihren Freundinnen unternehmen lassen, bin mit ihr ins Kino oder zum Shoppen, hab ihr öfter was mitgenommen vom Einkaufen. Ihr Verhalten hat sich so verändert, daß sie noch frecher wurde.
Haben dann auch versucht, sie irgendwie zu motivieren: wenn sie dieses und jenes macht, bekommt sie was Bestimmtes; wenn sie hier und da gute Noten schreibt, bekommt sie was. War ihr egal!
Gespräche mit ihr bringen überhaupt nichts! Das geht zum einen Ohr rein, beim anderen Ohr wieder raus! Sie sitzt oft da, als würd sie das einfach nur über sich ergehen lassen, damit wir dann Ruhe geben, und entschwindet dann in ihr Zimmer und tut 5 Minuten später so, als wäre nichts gewesen. Durch Zufall habe ich auch mal einen Tagebucheintrag von ihr entdeckt, indem sie meinte, daß sie nun wieder 1 Stunde in der Küche sitzen und sich unseren Wind entgegen blasen lassen musste.
Manchmal kommt es mir so vor, als würde sie uns gar nicht ernst nehmen.
Nur wenn sie etwas möchte, würde sie gerne das liebste Kind der Welt sein! Zum Beispiel möchte sie heute und am Wochenende mit ihren Freundinnen zum Fasching. Am Wochenende habe ich allerdings wieder rausgefunden, daß sie eine Note vor uns verschweigen wollte, und deshalb habe ich gesagt, daß die Konsequenz davon ist, daß sie nicht auf den Fasching darf! Nun bin ich allerdings die Böse, denn sie will/kann nicht verstehen, daß sie etwas falsch gemacht hat und das die Konsequenz ist. Ich hab ihr das mehrmals erklärt, aber sie kapiert es nicht.
Genauso wünscht sie sich unbedingt ein Touchhandy, weil viele aus ihrer Klasse so eines haben. Papa hat ihr schon gesagt, daß er bereit wäre, ihr eines zu kaufen, aber sie müsse dafür auch etwas tun/leisten. Schulisch und auch mal zuhause. Genauso sollte sie nicht immer so frech zu uns sein. Ihre Antwort: Wieviel Geld hab ich auf meinem Konto? Dann könnt ich mir das ja selber kaufen... Da überlegt sie lieber, wie sie an Geld kommt für so ein Handy, anstatt daß sie einfach mal selbst etwas ändert.
Vom Schulischen her kommt sie wohl dieses Jahr wieder gerade so durch. Aber ihre eigenen Pläne (sie wollte doch noch den Übertritt auf Realschule schaffen - momentan würde sie nun gerne den M-Zweig machen, weil der Übertritt hinfällig ist) kann sie so nicht verwirklichen. Mir hat sie sogar vorgeworfen, daß ich ihr nicht gesagt habe, daß sie im ersten Halbjahr gute Noten braucht, um den Notendurchschnitt für die Realschule zu erreichen. Derweil hatten wir sooo oft darüber geredet.
Ihr Zimmer sieht zwar mittlerweile etwas besser aus wie damals. Aber auch nur, weil ICH ständig dahinter bin und oftmals mit Müllsäcken drohe. Anders klappt es nicht.
Hinzu kommt, daß sie nun auch grob gegenüber ihrem Bruder wird. Wenn sie sich ärgert, lässt sie die Wut gerne an ihm aus. Sie tut dann zwar so, als hätte sie nichts gemacht, aber da ich sie kenne, weiß ich mittlerweile genau, wenn sie lügt. Und er erfindet das auch nicht einfach so, daß sie ihn an den Haaren zieht, zwickt oder haut. Hin und wieder meint sie dann sogar, sie ist aus Versehen an ihn gestoßen, oder er habe sich selbst die Haare irgendwie eingezwickt.
Generell interessiert sich meine Tochter überhaupt nur noch für Lästereien, ihre Freundinnen, Jungs, Handys.
Wenn man sie fragt, was in der Schule passiert ist, kommen nur so antworten "Die hat mit dem geredet, und die haben Schluss gemacht" oder "Der Lehrer hat so komisch geschaut".
Über ihre Zukunft macht sie sich aber anscheinend nicht wirklich Gedanken 🙁 Und das macht mir langsam richtig Angst.
Allgemein erschüttert mich ihr Verhalten immer mehr.
Ich hab ihr immer mütterliche Gefühle entgegen gebracht, sie in den Arm genommen, ihr gezeigt, daß ich sie lieb habe. Aber gerade kann ich das nicht mehr. Es kam in letzter Zeit zu so vielen Konflikten mit ihr, sie hat mich so extrem oft belogen, mich teilweise behandelt, als wäre ich eine Rotzgöre, vorallem auch gegenüber ihren Freundinnen. Teilweise stellt sie sich schon fast über mich, ermahnt meinen Sohn in meinem Beisein wegen nichts, als wäre sie die Mutter.
Auch wenn mein Mann was sagt, wird das ignoriert oder innerhalb von 5 Minuten vergessen.
Wie soll das weitergehen? Wie soll das erst werden, wenn sie in der Pubertät ankommt?
Was soll ich noch machen, damit meine Tochter wieder normal wird?
Wozu würdet ihr raten?
Gerade belastet das auch unsere ganze Familie. Mein Mann und ich streiten uns mittlerweile auch schon so oft wegen meiner Tochter. Das bekommt sie auch mit. Sie weiß, daß es wegen ihr ist. Aber ihr ist das egal.
Aber ich hole mal aus, damit man einen besseren Einblick bekommt.
Meine Tochter stammt von meinem Exfreund, mit dem ich seit 10 Jahren nicht mehr liiert bin. Kontakt besteht seitdem keiner.
Seit 8 Jahren bin ich mit meinem jetzigen Ehemann zusammen. Mein Mann hat meine Tochter sofort akzeptiert und auch sie hat ihn schnell akzeptiert, ihn als den neuen Mann an meiner Seite angesehen und ihn nach einiger Zeit sogar als Papa angenommen. Das Verhältnis zwischen den Beiden war immer gut.
Während wir arbeiten waren, wurde sie in der KiTa betreut. Und später gab es nach der Schule eine Nachmittagsbetreuung.
In dieser Zeit ist mir schon mehrmals aufgefallen, daß meine Tochter etwas schwierig ist. Die schulische Leistung war nicht überragend, sie hatte auch keinerlei Interesse. Hat oft Hausaufgaben nicht aufgeschrieben. Leider habe ich auch erst später erfahren, daß die Nachmittagsbetreuung zum Teil ihre Hausaufgaben gemacht hatte. Ich wurde auch zum Gespräch mit der Lehrerin gebeten, die auch angemerkt hat, daß meine Tochter schulisch hinterher hinkt, zudem Hausaufgaben teilweise vergisst, und auch viele andere wichtige Sachen gerne vergisst. Die Lehrerin meinte auch, daß sie findet, daß meine Tochter zu früh eingeschult wurde.
Meine Tochter wurde dann vor 4 Jahren zum ersten Mal große Schwester, hat die Schwangerschaft schon positiv miterlebt und danach ihren Bruder vergöttert.
Ab diesem Zeitpunkt war ich zuhause und habe mich selbst um meine Tochter gekümmert. Es kam dann öfter mal vor, daß meine Tochter erst 1 Stunde später heim kam, bei einem Weg von höchstens 10 Minuten. Ich habe ihr oftmals gesagt, daß ich mir dann Sorgen mache, aber das hat sie nicht verstanden.
Dann kam es auch häufig vor, daß sie plötzlich mit einer Klassenkameradin vor der Tür stand, die sie kurzerhand nach der Schule eingeladen hat. Sie hat meine Meinung dazu ignoriert, und es half auch nichts, wenn ich oft die Klassenkameradin wieder heimgeschickt habe.
Ich war leider immer so naiv und habe das auf ihr Alter geschoben. Mit 8-9 Jahren, dachte ich, versteht sie das halt nicht so richtig.
Erschwerend kam aber hinzu, daß sie weiterhin gerne die Hausaufgaben nicht aufgeschrieben und sehr oft vergessen hat. Wenn Schulmaterial gefehlt hat, hat sie zu mir auch nichts gesagt. Eigentlich hat sie zuhause das Thema Schule gerne ausgeblendet!
Sie hat mich auch oft belogen. Wenn ich gefragt hatte, ob sie Hausaufgaben auf hat, wurde das verneint. Irgendwann kam dann wieder eine Mitteilung der Lehrerin, wo ich darüber informiert wurde.
Habe ich gefragt, ob sie Proben, Kurzproben geschrieben hat, wurde meist auch verneint - hatte da aber meistens schon die schlechten Noten versteckt. Aber auch über die guten Noten hat sie uns nur selten informiert.
Probe-Termine hat sie grundsätzlich nicht aufgeschrieben!
Ein Gespräch mit der Lehrerin hat dann auch noch ans Licht gebracht, daß sie in der Schule wohl ziemlich gerne auftreibend ist. Das heißt, daß sie in jeden Streit verwickelt war, genauso ständig im Unterricht geschwätzt und gestört hat. Sie wurde so bezeichnet, daß sie sich in wirklich ALLES einmischen muss. Aber im Unterricht selbst macht sie nicht mit.
Ihr haben auch viele Hefteinträge gefehlt oder waren nur zur Hälfte geschrieben, weil sie gerne trödelt und einfach nicht nachkommt.
Von den Noten her hat sich meine Tochter immer durchgewurstelt. Sie hatte im Grunde einfach immer nur Glück, daß sie die Klassen geschafft hat.
Wir hätten uns natürlich gewünscht, daß sie wenigstens auf die Realschule kommt, aber mit den Noten war das natürlich undenkbar.
Ihr Verhalten zuhause war leider auch nicht berauschend.
Zu mir wurde sie immer frecher. Egal, wie ich reagiert habe.
Und auch gegenüber meinem Mann wurde sie immer aufmüpfiger.
Gespräche mit ihr konnte und kann man auch heute noch nicht führen, denn sie reagiert da total abwesend, und gibt auch keine Antworten.
Ihr Zimmer wurde immer mehr vermüllt. Hatte teilweise schon so ein Messi-Verhalten. Ich habe oftmals aufgeräumt, mußte viel ausmisten. Aber eine Woche später sah es wieder so schlimm aus.
Beim Ausmisten hab ich auch immer wieder Proben gefunden, die sie vor uns versteckt hat. Aber warum sie das gemacht hat, hat sie bis heute nicht erklärt.
Hilfe im Haushalt konnte ich sowieso nicht erwarten. Musste sie mal den Müll erledigen, wurde mit den Augen gerollt. Auch heute ist das noch so.
Es kam dann der Wechsel von Grund- auf Hauptschule. Und leider lief es da nicht besser.
Ich wurde sogar schon von ihrem Lehrer angerufen, weil sie sehr im Unterricht stört. Noch dazu fehlten viele Unterschriften auf Proben und Kurzproben, von denen ich überhaupt nicht wusste.
Hausaufgaben fehlten auch wieder desöfteren. Der Lehrer kam uns dann so entgegen, daß er ein paar Wochen lang ihr Hausaufgabenheft kontrolliert und unterschrieben hat. Mitteilungen von ihm, bezüglich Noten, Probe-Terminen, oder auch fehlender Hausaufgaben, hat er ins Hausaufgabenheft geschrieben. Da hat das auch gut geklappt. Aber seitdem er damit aufgehört hat, klappts meistens wieder nicht mehr. Hausaufgaben werden zwar anscheinend nicht mehr so oft vergessen, aber Probe-Termine schreibt sie weiterhin nicht auf, genauso erfahren wir Noten oft viel später, oder auch mal nur vom Lehrer.
Mittlerweile kommen auch so Ausreden, wie: Ich hab meine Probe in der Schule vergessen, oder auch: Ich hab mein Zeugnis in der Schule vergessen. Hatten wir alles schon.
Kontrolliere auch sehr oft ihren Schulranzen, wo ich dann hin und wieder von einer Probe erfahre und dann sämtliche Infos aus der Nase ziehen muss.
Mit mir redet sie nun gerne so, als wäre ich eine ihrer Freundinnen. Oft muss ich ihr in den Sinn bringen, daß ich ihre Mutter bin!
Von meinem Mann lässt sie sich auch nicht mehr viel sagen.
Wenn wir was sagen, wird meist nur mit den Augen gerollt.
Sie ist sehr vergesslich. Wenn wir 2 Sachen sagen, vergisst sie die 2. Sache innerhalb kurzer Zeit wieder, sodaß wir mittlerweile schon so weit sind, daß wir Zettelchen schreiben.
Maßnahmen gegen ihr Verhalten, haben wir bereits mehrere ergriffen.
Wir haben es erstmal mit verschiedenen Verboten versucht. TV-Verbot, Nintendo-Verbot, Freunde-Besuch-Verbot - sämtliche Verbote hat sie einfach so hingenommen. Juckt sie auch nicht, wenn die Verbote wochenlang durchgezogen werden.
Dann haben wir es auf die nette Art versucht: ich hab sie öfter etwas mit ihren Freundinnen unternehmen lassen, bin mit ihr ins Kino oder zum Shoppen, hab ihr öfter was mitgenommen vom Einkaufen. Ihr Verhalten hat sich so verändert, daß sie noch frecher wurde.
Haben dann auch versucht, sie irgendwie zu motivieren: wenn sie dieses und jenes macht, bekommt sie was Bestimmtes; wenn sie hier und da gute Noten schreibt, bekommt sie was. War ihr egal!
Gespräche mit ihr bringen überhaupt nichts! Das geht zum einen Ohr rein, beim anderen Ohr wieder raus! Sie sitzt oft da, als würd sie das einfach nur über sich ergehen lassen, damit wir dann Ruhe geben, und entschwindet dann in ihr Zimmer und tut 5 Minuten später so, als wäre nichts gewesen. Durch Zufall habe ich auch mal einen Tagebucheintrag von ihr entdeckt, indem sie meinte, daß sie nun wieder 1 Stunde in der Küche sitzen und sich unseren Wind entgegen blasen lassen musste.
Manchmal kommt es mir so vor, als würde sie uns gar nicht ernst nehmen.
Nur wenn sie etwas möchte, würde sie gerne das liebste Kind der Welt sein! Zum Beispiel möchte sie heute und am Wochenende mit ihren Freundinnen zum Fasching. Am Wochenende habe ich allerdings wieder rausgefunden, daß sie eine Note vor uns verschweigen wollte, und deshalb habe ich gesagt, daß die Konsequenz davon ist, daß sie nicht auf den Fasching darf! Nun bin ich allerdings die Böse, denn sie will/kann nicht verstehen, daß sie etwas falsch gemacht hat und das die Konsequenz ist. Ich hab ihr das mehrmals erklärt, aber sie kapiert es nicht.
Genauso wünscht sie sich unbedingt ein Touchhandy, weil viele aus ihrer Klasse so eines haben. Papa hat ihr schon gesagt, daß er bereit wäre, ihr eines zu kaufen, aber sie müsse dafür auch etwas tun/leisten. Schulisch und auch mal zuhause. Genauso sollte sie nicht immer so frech zu uns sein. Ihre Antwort: Wieviel Geld hab ich auf meinem Konto? Dann könnt ich mir das ja selber kaufen... Da überlegt sie lieber, wie sie an Geld kommt für so ein Handy, anstatt daß sie einfach mal selbst etwas ändert.
Vom Schulischen her kommt sie wohl dieses Jahr wieder gerade so durch. Aber ihre eigenen Pläne (sie wollte doch noch den Übertritt auf Realschule schaffen - momentan würde sie nun gerne den M-Zweig machen, weil der Übertritt hinfällig ist) kann sie so nicht verwirklichen. Mir hat sie sogar vorgeworfen, daß ich ihr nicht gesagt habe, daß sie im ersten Halbjahr gute Noten braucht, um den Notendurchschnitt für die Realschule zu erreichen. Derweil hatten wir sooo oft darüber geredet.
Ihr Zimmer sieht zwar mittlerweile etwas besser aus wie damals. Aber auch nur, weil ICH ständig dahinter bin und oftmals mit Müllsäcken drohe. Anders klappt es nicht.
Hinzu kommt, daß sie nun auch grob gegenüber ihrem Bruder wird. Wenn sie sich ärgert, lässt sie die Wut gerne an ihm aus. Sie tut dann zwar so, als hätte sie nichts gemacht, aber da ich sie kenne, weiß ich mittlerweile genau, wenn sie lügt. Und er erfindet das auch nicht einfach so, daß sie ihn an den Haaren zieht, zwickt oder haut. Hin und wieder meint sie dann sogar, sie ist aus Versehen an ihn gestoßen, oder er habe sich selbst die Haare irgendwie eingezwickt.
Generell interessiert sich meine Tochter überhaupt nur noch für Lästereien, ihre Freundinnen, Jungs, Handys.
Wenn man sie fragt, was in der Schule passiert ist, kommen nur so antworten "Die hat mit dem geredet, und die haben Schluss gemacht" oder "Der Lehrer hat so komisch geschaut".
Über ihre Zukunft macht sie sich aber anscheinend nicht wirklich Gedanken 🙁 Und das macht mir langsam richtig Angst.
Allgemein erschüttert mich ihr Verhalten immer mehr.
Ich hab ihr immer mütterliche Gefühle entgegen gebracht, sie in den Arm genommen, ihr gezeigt, daß ich sie lieb habe. Aber gerade kann ich das nicht mehr. Es kam in letzter Zeit zu so vielen Konflikten mit ihr, sie hat mich so extrem oft belogen, mich teilweise behandelt, als wäre ich eine Rotzgöre, vorallem auch gegenüber ihren Freundinnen. Teilweise stellt sie sich schon fast über mich, ermahnt meinen Sohn in meinem Beisein wegen nichts, als wäre sie die Mutter.
Auch wenn mein Mann was sagt, wird das ignoriert oder innerhalb von 5 Minuten vergessen.
Wie soll das weitergehen? Wie soll das erst werden, wenn sie in der Pubertät ankommt?
Was soll ich noch machen, damit meine Tochter wieder normal wird?
Wozu würdet ihr raten?
Gerade belastet das auch unsere ganze Familie. Mein Mann und ich streiten uns mittlerweile auch schon so oft wegen meiner Tochter. Das bekommt sie auch mit. Sie weiß, daß es wegen ihr ist. Aber ihr ist das egal.