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Probleme auf Arbeit & Prokastination - Tipps ?

Happinez_girl

Neues Mitglied
Hallo ihr Lieben 🙂 ich hoffe ihr könnt mir mit einem Problem helfen, bei dem nicht weiß, wie ich es am Besten angehen soll.

Kurz zu mir: Bin Ende 20, habe letztes Jahr mein duales Studium im öffentlichen Dienst nach einer zuvor gut abgeschlossenen Ausbildung beendet

Seit 10 Jahren leide ich an Angst- und Panikattacken mit Platzangst Bisher hat sie mich nicht so sehr bei der Arbeit beeinträchtigt. Ich bin bereits in Therapie.

Ich sollte 2024 bei einer anderen Behörde anfangen, in der ich eingearbeitet war. Ich musste kurzfristig die Behörde wechseln, ohne erneute Einarbeitung und mit eigenem vollem Pensum.

Kurzum: Ich bin überfordert. Wir haben massiven Personalmangel, ich komme nicht klar und traue mich nicht, das auf der Arbeit anzusprechen. Daraus folgt, dass ich leider viel aufschiebe, was für zusätzlich berechtigten Stress mit Publikum und Sachbearbeitern sorgt.

Ich weiß einfach nicht, was los ist. Ich wollte dieses Studium unbedingt machen und fühle mich total fehl am Platz 🙁 ich wurde total gemocht in der früheren Behörde und wurde als kompetente Mitarbeiterin empfunden. Jetzt das Gegenteil, ständig mache ich Fehler, auch welche, die echt nicht sein müssten, besonders eine Sachbearbeiterin zickt mich öfter am Telefon an und schreibt (!!!) in die Akten, wenn sie sauer ist. Ich habe dann noch mehr Angst, Fehler zu machen.

Seit dem Sommer hat das mit der Platzangst zugenommen, ich kann nicht mehr entspannt im Büro sitzen oder Zeit mit meiner Familie & Freunde verbringen weil ich keine Luft bekomme und der Puls rast. Ich habe mit meiner Therapeutin bereits dran gearbeitet aber sie meinte, es kann auch durch den Stress schlimmer werden und ich muss versuchen, den Stress zu reduzieren.

Ich drehe mich jetzt doch im Kreis oder nicht ? Für mich ist Zeit mit meiner Familie & Freunde das was mich entspannt genauso wie Kochen und Lesen. Das macht mir aber keinen Spaß, ich will mich nur verkriechen.

Meine Therapeutin hat bereits empfohlen, mal ne Pause zu nehmen und ggfs. Sogar stationär an meinen Problem zu arbeiten, aber irgendwie sträube ich mich dagegen, weil ich denke, dass das langfristig meine Probleme auf der Arbeit nicht lösen wird.

Ich bin mir ziemlich sicher, wenn ich mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit in meinem Job habe, dass die Angstthematik besser wird. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie ich das Problem mit dem Aufschieben am Besten angehe.

Dadurch, dass sich so viele Probleme angehäuft haben auf der Arbeit, kommt bei mir halt die Angst auch, dass es gar nichts bringt, wenn ich das Problem angehe, weil der Karren jetzt eh im Dreck liegt.

Wie komme ich aus dieser Spirale raus ? Habt ihr ähnliche Probleme gehabt auf der Arbeit und habt da Empfehlungen/Buchtipps/Instagram oder YouTube Videos ? Bin für jeden Tipp dankbar

Lg und guten Rutsch
 
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Wie groß ist die Behörde denn? Ich würde mich in eine andere Abteilung oder ein anderes Amt versetzen lassen. Das ist den Stress sonst nicht wert.
Eine Mittelgroße Behörde, wir sind sieben Sachbearbeiter die teilweise anderen Sachbearbeiter zugeordnet sind.

Das habe ich bereits versucht, mein Versetzungsantrag ist im Sommer abgelehnt worden und ich hatte mich noch im Oktober auf eine andere Stelle bei einer Behörde beworben, wo jetzt letzte Woche eine Absage kam.
 
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Leg die Karten auf den Tisch und hol dir intern Hilfe, um das alles nach und nach aufzuräumen.

Das wird deinem Selbstbewusstsein helfen und deine Resilienz steigern. Beides sehr wichtige Skills in der weiteren Lebenslaufbahn und überträgt sich auch weitere Bereiche in deinem Leben. Es ist leider normal, dass neue Mitarbeiter einfach rein geschmissen werden und sich durchbeißen müssen. Wenn man es dann schafft sich da durchzubeißen, kann man sich auf die Schulter klopfen. Viele schaffen das nämlich gar nicht oder hauen ab.

Zudem ist es wichtig dein Stresslevel möglichst gering zu halten (trotz Problemen), d.h. Methoden zum Stressabbau suchen, z.B. Sport. Ich kenne es von mir auch, dass die Sozialphobie stärker wurde, wenn es drunter und drüber ging. Und gerade dann kannst du das nicht gebrauchen, weil du deine Ressourcen andersweitig brauchst.
 
Meine Therapeutin hat bereits empfohlen, mal ne Pause zu nehmen und ggfs. Sogar stationär an meinen Problem zu arbeiten,
Genau das würde ich auch tun. M. E. hast du viel zu viele Baustellen, um die alleinverantwortlich und systematisch anzugehen und alles wieder in Ordnung zu bringen.

Die Auszeit würde dir ermöglichen, dir zunächst Skills und Strategien z. B. zu Zeitmanagement, Stressbewältigung, aber auch dem Umgang mit deinen Ängsten oder Konfliktmansgement anzueignen und diese auch zu verfestigen, um dann im 2. Schritt sukzessive wieder inhaltlich in den Job zurückzukehren.

Solch eine stationäre Auszeit dauert gut und gerne ein paar Wochen. Sobald du min. 6 Wochen raus bist bekommst du vom Arbeitgeber dann ein Angebot zur betrieblichen Wiedereingliederung. Nennt sich BEM. Heißt, du wirst beim Wiedereinstieg nicht einfach wieder ins kalte Wasser geschmissen, sondern man überlegt gemeinsam mit dir, wie die Wiederaufnahme deiner Tätigkeit sinnvollerweise erfolgen sollte, damit sie auch langfristig gelingt. Das wäre dann eine gute Gelegenheit, dir eine ordentliche Einarbeitung zu organisieren, so dass du peu à peu in deine neuen Rolle hineinfindest.

Anders als du denke ich sogar, dass gerade dieses Vorgehen dabei helfen würde, deine Probleme auch langfristig in den Griff zu kriegen. Es hat auch nichts mit Flucht zu tun, sondern gäbe dir Sicherheit, damit du auch zukünftig bei der einen oder anderen Unwägbarkeit gelassener reagieren können würdest.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaub, das ist normal, zu fliehen wollen, wenn es happig wird. Das ist die erste Reaktion. Fliehst du nicht, dann....??? Du brauchst nichts weiter machen, als trotz Druck cool zu bleiben, dann löst sich dieser Druck, etwas anderes taucht auf.

Sag dir: "huch, ich klappe zusammen" nicht mehr vor. Wende eine andere Formel an. Angelas Formel: ich kanns, ich schaffe das.. zb. Oder geh in ein Egalgefühl, denn du bist erstens neu, dann ist zu wenig Personal, mehr als zwei Hände hast du nicht...

Hier wird dir vielleicht mehr beigebracht, als während deiner Studierei ( Hut ab übrigens, Gratuliere!!!!! Alle Achtung für die bestandenen Prüfungen 🙂!! Das alleine müsste dich schon sicher auftreten lassen, weil das ja kein Klacks ist, was du geleistet hast!)
Nun bestehe die Prüfungen, die hier fällig sind. Aufhören kannst du immer noch. Das wird automatisch so kommen, dass du wo anders hin kommst, wenn du hier versagst. Man muss sich nicht alles gefallen lassen, du kannst dich so stellen, dass man sich das noch einmal überlegt mit der Versetzung hierher. Hab den Mut nicht toll zu sein, wenn es dir dort nicht zusagt, dann funktioniere falsch, das hilft oft mehr, als alles andere. Man hat mich hierher versetzt, ich sehe, da bin ich wohl falsch- so kannst du zb vorgehen. Das wäre Selbstbewusst.
Es wäre auch Selbstbewusst, wenn du dein Flieh-Verhalten ( huch, ich fall um) umtauschst, in : mal gucken, was ist, wenn ich nicht umfalle... das ist doch auch gut, wenn du das kannst, hier kannst du üben.
Du bist hochgebildet, du bist wer. Vergiss das nie. Kann man schreiben was man will, das muss dir egal sein, diese Kollegin darf dich nicht messen, wer ist sie denn...? Niemand darf dich unter Druck setzen, keiner hat das Recht dich zu überlasten und mehr zu fordern, als machbar ist. Auch wenn das versucht wird, lass das nicht mit dir machen, bleib cool.
 
Das Aufschieben ist unkorrekt, es ist wieder eigentlich nur ein Flucht-Benehmen. Da brauchts auch ein "Domestizieren" deines inneren Schweinehundis. Es wird nichts aufgeschoben, das bringt Ärger. Setze dich auch da durch. Das lohnt sich echt, sich zu disziplinieren. So wie du angefangen hast, ist dieser Druck auch weg, probier das aus. Geh trotz Unmut mutig an, was zu tun ist. So trainierst du deinen Willen. Von "Unwillen", zu machtvollem Willen, von Mutlosigkeit zu Mut, von Ungeduld zu Geduld, das ist alles eigentlich Eins- und Dasselbe- hab Spaß daran zu wachsen, über das Kleine hinauszuwachsen.

Hab Spaß in diese Arbeit zu gehen und packe eine Hürde nach der anderen. Dir zu Ehren, dir zuliebe sieh alles an, wie Sportübungen, wie Herausforderungen, die du natürlich packst. Irgendwann- nach und nach... du wirst sehen, so hingeschaut machst du viel lockerer mit.
 
Danke für eure lieben Kommentare 🫶🏻

Ich werde versuchen, mal ein paar Dinge davon anzugehen.
Mir ist klar, dass meine psychische Gesundheit auch sehr wichtig ist, jedoch ist mittlerweile so ein Chaos bei mir ausgebrochen, dass ich denke, dass mir das längerfristig auf der Arbeit eher nen schlechten Ruf einbringt anstatt dass ich dann entspannt wiederkomme …

Ich probiere erstmal das Aufschieben loszuwerden und dann sehe ich weiter. Hoffe nur dass es nicht zu spät ist um etwas zu verändern 🙂
 
Ich weiß einfach nicht, was los ist. Ich wollte dieses Studium unbedingt machen und fühle mich total fehl am Platz 🙁 ich wurde total gemocht in der früheren Behörde und wurde als kompetente Mitarbeiterin empfunden. Jetzt das Gegenteil, ständig mache ich Fehler, auch welche, die echt nicht sein müssten, besonders eine Sachbearbeiterin zickt mich öfter am Telefon an und schreibt (!!!) in die Akten, wenn sie sauer ist. Ich habe dann noch mehr Angst, Fehler zu machen.
Oh, das ist ja voll mein Thema mit der Prokrastination! Ich antworte dir später nochmal ausführlicher. Mir ist gerade nur das fett markierte ins Auge gesprungen.

Sie schreibt in die Akten, dass sie sauer ist??? Hast du da mal Beispielformulierungen?
Das würde ich sofort melden (möglichst mit ein paar Aktenzeichen zum Beweis) und je nachdem, was sie schreibt, nicht nur dem Vorgesetzen, sondern u.U. dem Datenschutzbeauftragten eurer Behörde, Personalrat, der Personalabteilung.

Ich weiß jetzt nicht, in was für einer Behörde du arbeitest. Aber bei uns kann der Kunde Akteneinsicht nehmen. Und was macht denn das für einen Eindruck (Außenwirkung der Behörde), wenn jemand dann liest, dass Mitarbeiter A ein Problem mit B hat. Sowas hat aus Gründen der Datensparsamkeit auch nix in der Akte zu suchen. Sie kann schreiben "Formular X fehlt noch, Wiedervorlage 30.1.26", aber nicht "die olle Kollegin Frau Müller hat das Formular x immer noch nicht eingereicht, ich hab sie schon 56 mal danach gefragt, die Frau ist einfach hier falsch am Platz, ich weiß gar nicht, was sie hier überhaupt noch will, ich bin stinksauer" Sie diffamiert dich damit ja vor Kunden.

Ich antworte später nochmal. (ich prokrastiniere nämlich auch gerade und müsste selbst arbeiten, womit ich dann mal weitermache)
Lass den Kopf nicht hängen.
 
Ich mach das inzwischen ganz simpel, wenn ich versuche „alles“ zu schaffen, blockiere ich komplett. Meine Regel ist es jeden Tag eine Sache richtig machen und zwar die eine Aufgabe, die ich am liebsten wegschieben würde das schlimmste zuerst. Seit ich das so mache, geht es mir echt besser, weil ich innerlich sofort denke: „Okay, ich hab’s im Griff.“ Und danach bin ich richtig erleichtert, selbst wenn ich alles anderer auf meiner Todo Liste nicht schaffe 🙈 alles andere am Tag ist dann Bonus.
 

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