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Probezeit nicht geschafft. Bin ich nun eine Versagerin?

Justme:)

Mitglied
Hallo!

Ich bin 21 Jahre alt und derzeit Studentin. Mir ist am Montag etwas passiert was mich immer noch wahnsinnig belastet.

Fangen wir an: ich studiere im Bereich Wirtschaft und habe mich im November auf eine Stelle in einer sehr angesehenen Kanzlei beworben. Nach ein paar Tagen wurde ich bereits telefonisch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Ich freute mich sehr und ging natürlich hin. Das Gespräch verlief mega. Es dauerte ungefähr eine Stunde und alle waren sehr nett und umgänglich. Es waren zwei Vorgesetzte und eine Dame der Personalabteilung anwesend. Am Tag danach bekam ich einen Anruf, dass sie mich gerne im Team hätten. Ich hatte dann noch einen Schnuppertag und bekam direkt meinen Dienstvertrag ausgehändigt.

Im Jänner dieses Jahres ging es dann los. Ich fing meine Arbeit an (Teilzeit, neben dem Studium) und anfangs war auch alles in Ordnung. Allerdings muss ich erwähnen, dass ich starke Versagensängste und Selbstzweifel habe. Deshalb zuckte ich häufig zusammen wenn Vorgesetzte mit mir sprachen. Einmal begann ich als ich alleine im Büro war zu weinen, weil ich mich wo nicht ausgekannt habe. Ich hatte dauernd Angst die Probezeit nicht zu schaffen, was dazu führte, dass ich ständig Angst hatte Fehler zu machen. Letzte Woche am Freitag hatte ich dann ein Gespräch mit den beiden Vorgesetzten welches relativ lange ging. Es ging um Fehler die ich gemacht habe, mein Selbstbewusstsein, ungenaue Zeiterfassung etc. Sie empfahlen mir bestimmte Bücher und Podcasts. Anschließend sagten sie: Schönes Wochenende, bis Montag.

Ich hatte das ganze letzte Wochenende ein sehr ungutes Gefühl und panische Angst vor Montag. Ich weinte sehr viel und zog mich stark zurück. Am Montag kam ich dann ins Büro und eine der Vorgesetzten sprach nochmal 30 min mit mir darüber, dass sie den Verdacht hat, dass ich Asperger-Syndrom habe. Sie sagte dann noch, dass ich in mein Büro gehen soll und mir bestimmte Einschulungsvideos nochmal anschauen soll. Ich tat das mit einem unguten Gefühl. Am Montag um ca. 12 Uhr fragte mich die andere Vorgesetzte wie lange ich heute da bin. Ich sagte: Bis 13:30 Uhr, warum?. Darauf hin meinte sie: Alles gut, ich frag meine Leute öfter mal wie lange sie da sind. Nur damit ich planen kann.

Um 13 Uhr kamen die beiden zu mir ins Büro mit den Worten: Wir haben leider keine guten Nachrichten für dich. Sie lösten mein Dienstverhältnis auf. Ich war wahnsinnig traurig, versuchte sie umzustimmen, aber es brachte natürlich nichts. Sie sagten mir, dass sie das am Freitag entschieden hatten.

Ich habe noch mit niemandem darüber gesprochen, schäme mich sehr , aber war nicht untätig und habe Bewerbungen geschrieben. Ich habe nächste Woche zwei Vorstellungsgespräche.

Wie soll ich mit Familie und Freunden darüber reden? Wie soll ich generell mit der Situation umgehen? Wie findet ihr das Verhalten der beiden Vorgesetzten? Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

Liebe Grüße
Danke!
 
Das ist natürlich sehr schade dass es dort für dich nicht geklappt hat.
Kann natürlich an vielem liegen, vermutlich wirklich an deiner Unsicherheit.
Bist du denn in Behandlung wegen deiner Ängste, damit es bei der nächsten Stelle dann besser läuft?
 
Ich finde, du machst dir selbst sehr viel Druck, dass daraus dann Fehler entstehen, kann durchaus passieren. Besser wäre, wenn du dich auf die Arbeit konzentrierst und gar nicht an sowas das du die Probezeit nicht schaffst, du siehst ja selber, dass das dann auch zutrifft. Versuch an deiner Einstellung und deinen Ängsten zu arbeiten. Du bist noch jung und aus Erfahrung lernt man, versuch daraus zu lernen und mach es beim nächsten Job besser. Das Leben ist keine Einbahnstraße, es gibt mehrere Abzweigungen und Umwege die man manchmal nehmen muss, dafür muss man sich nicht schämen...
 
Du solltest an deiner Unsicherheit arbeiten und dir mehr Selbstbewusstsein antrainieren.
Setz ansonsten einen Haken darunter. Das Arbeitsumfeld hat nicht gepasst. Die Asperger zu unterstellen zeugt davon, dass da lauter Hobbypsychologen arbeiten. Darauf kannst du verzichten.

Du bist jung dir steht doch noch alles offen.
Und rede mit deinen Freunden und deiner Familie. Du brauchst dich nicht zu schämen.

Eine Sache würde mich aber interessieren. Wurdest du da richtig eingearbeitet oder wurdest du nur vor "den Bildschirm" gesetzt um dir die Einschulungsvideos anzusehen?
 
Du solltest an deiner Unsicherheit arbeiten und dir mehr Selbstbewusstsein antrainieren.
Setz ansonsten einen Haken darunter. Das Arbeitsumfeld hat nicht gepasst. Die Asperger zu unterstellen zeugt davon, dass da lauter Hobbypsychologen arbeiten. Darauf kannst du verzichten.

Du bist jung dir steht doch noch alles offen.
Und rede mit deinen Freunden und deiner Familie. Du brauchst dich nicht zu schämen.

Eine Sache würde mich aber interessieren. Wurdest du da richtig eingearbeitet oder wurdest du nur vor "den Bildschirm" gesetzt um dir die Einschulungsvideos anzusehen?
Danke! Das mit Asperger fand ich ehrlich gesagt auch grenzüberschreitend.

Zu deiner Frage: Also grundsätzlich würden mir schon Dinge gezeigt, aber irgendwie waren sie weniger tolerant im Umgang mit Fehlern als sie es beim Bewerbungsgespräch gesagt haben. Außerdem hatten die die mich einschulten oft wenig Zeit.
 
Wie soll ich mit Familie und Freunden darüber reden? Wie soll ich generell mit der Situation umgehen? Wie findet ihr das Verhalten der beiden Vorgesetzten? Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

Zuerst einmal, es tut mir wirklich leid für dich, dass du so leidest. Eine dicke Umarmung an dich verletztes Seelchen...

Wenn ich eine Firma hätte, Personal einstellen müsste, dann würde ich natürlich auch darauf achten, dass dieser Posten optimal besetzt wird und bei Zweifeln absagen. Man zweifelt doch hier zurecht, du hast noch nicht das Vermögen, so einen Job auszuüben. Dafür bist du noch zu unsicher, zu ängstlich, zu leicht aus der Fassung zu bringen. Du musst das schon verstehen, sie haben leider recht, wenn sie dich nicht mehr weiter nehmen.
Deiner Familie gegenüber sei halt einfach offen und ehrlich- wie hier zu uns. Lass sie nachvollziehen, welche Qualen das waren, wie sehr du nun zitterst vor den nächsten Versuchen. Dann werden sie dir erzählen, wie es bei ihnen so war- auch nicht viel anders...
Ich kann mich erinnern, dass ich ähnlich hatte, mehrmals hieß es, leider... ach war das schrecklich. Dabei.... rein wegen dem, weil ich so zitterte und weil ich so Angst hatte, war ich da im richtigen Team? Am richtigen Platz? Diese Jobs waren damals viel zu anspruchsvoll für meine damalige "Reife", es war gut so, dass ich aufgehört wurde...
Schäme dich nicht, weil du noch jung bist und relativ unerfahren und so bist, wie du bist. Das ändert sich sowieso. Checke vorerst wo ein, wo du nicht von Beginn an Höchststand haben musst. Solche Arbeitgeber gibt es.
Dann musst du zusätzlich bedenken, auch das ist Fortbildung, immer wieder neu anfangen macht wurschtiger, man wird auch weniger Illusionierter. Manches passt halt nicht- das wirst du sicher noch einige Male so erleben.
Mach durch, was durchgemacht werden muss- wirklich, was du erlebt hast, das habe ich auch durchgemacht und vom Hörensagen weiß ich, nicht nur ich. Verzeihe dir, dass du ein Azubi bist und noch kein Meister. Macht ja nichts- wie gesagt, das ändert sich eh.
 
Tut mir leid zu lesen. Vielleicht hat es einfach nicht gepasst und hat gar nichts mit dir und deiner Person zu tun. Mir fällt das auch oft schwer, wenn ein Vorgesetzter mit mir spricht. Letztens habe ich ein ziemlich teures Produkt fallen lassen, weil ich auch ziemlich schreckhaft bin, und habe meinen Job noch. Also mach dir nicht zu viele Sorgen, weil du so bist, wie du bist. Es gibt sicher eine Arbeitsstelle, ein Team, in das du reinpasst. Du bist ja schon wieder dabei, Bewerbungen zu schreiben, das finde ich gut.

Was das anbelangt, dass sie dich montags noch haben arbeiten lassen, obwohl sie freitags schon entschieden haben, dich zu kündigen, finde ich nicht in Ordnung.

Vielleicht kannst du diese Zeit, die du jetzt dort gearbeitet hast, als Erfahrung sehen? Hast du von ihnen sonst noch ein Feedback bekommen?
 
Allerdings muss ich erwähnen, dass ich starke Versagensängste und Selbstzweifel habe. Deshalb zuckte ich häufig zusammen wenn Vorgesetzte mit mir sprachen. Einmal begann ich als ich alleine im Büro war zu weinen, weil ich mich wo nicht ausgekannt habe.
Du bist keine Versagerin, aber du bist viel zu unsicher für einen Job in einer angesehenen Kanzlei.
Warst du schon immer so ängstlich? Was meinst du. könnte man dagegen tun? Ich rate zur gesprächstherapie, denn ein stabilrs Selbstwertgefühl hilft dir in allen Lebeenslagen.
Ich habe noch mit niemandem darüber gesprochen, schäme mich sehr
Dafür musst du dich nicht schämen. Man lernt stets Neues, auch solche Erfahrungen gehören auch dazu.
Wie soll ich mit Familie und Freunden darüber reden?
So, wie es dir gut tut und dich entlastet. Sie sind kein Gericht, sondern deine Unterstützer.
Wie soll ich generell mit der Situation umgehen?
Nimm sie zum Anlass, über deine Angst professionell unterstützt nachzudenken.
Wie findet ihr das Verhalten der beiden Vorgesetzten?
In Ordnung. Wenn es nicht passt, sollte man das frühzeitig sagen.
Allerdings erkenne ich keine Aspergerindikatoren in deiner Beschreibung. Ist aber auch egal, sie hat halt irgendeine Vermutung rausgehauen.
Wenn du im Bereich BWL Fuß fassen willst, ist jetzt die perfekte Zeit, um deine Ängste und Unsicherheiten anzugehen. Du bist noch jung.
Alles Gute!
 
Zuerst einmal, es tut mir wirklich leid für dich, dass du so leidest. Eine dicke Umarmung an dich verletztes Seelchen...

Wenn ich eine Firma hätte, Personal einstellen müsste, dann würde ich natürlich auch darauf achten, dass dieser Posten optimal besetzt wird und bei Zweifeln absagen. Man zweifelt doch hier zurecht, du hast noch nicht das Vermögen, so einen Job auszuüben. Dafür bist du noch zu unsicher, zu ängstlich, zu leicht aus der Fassung zu bringen. Du musst das schon verstehen, sie haben leider recht, wenn sie dich nicht mehr weiter nehmen.
Deiner Familie gegenüber sei halt einfach offen und ehrlich- wie hier zu uns. Lass sie nachvollziehen, welche Qualen das waren, wie sehr du nun zitterst vor den nächsten Versuchen. Dann werden sie dir erzählen, wie es bei ihnen so war- auch nicht viel anders...
Ich kann mich erinnern, dass ich ähnlich hatte, mehrmals hieß es, leider... ach war das schrecklich. Dabei.... rein wegen dem, weil ich so zitterte und weil ich so Angst hatte, war ich da im richtigen Team? Am richtigen Platz? Diese Jobs waren damals viel zu anspruchsvoll für meine damalige "Reife", es war gut so, dass ich aufgehört wurde...
Schäme dich nicht, weil du noch jung bist und relativ unerfahren und so bist, wie du bist. Das ändert sich sowieso. Checke vorerst wo ein, wo du nicht von Beginn an Höchststand haben musst. Solche Arbeitgeber gibt es.
Dann musst du zusätzlich bedenken, auch das ist Fortbildung, immer wieder neu anfangen macht wurschtiger, man wird auch weniger Illusionierter. Manches passt halt nicht- das wirst du sicher noch einige Male so erleben.
Mach durch, was durchgemacht werden muss- wirklich, was du erlebt hast, das habe ich auch durchgemacht und vom Hörensagen weiß ich, nicht nur ich. Verzeihe dir, dass du ein Azubi bist und noch kein Meister. Macht ja nichts- wie gesagt, das ändert sich eh.
Danke für diese wunderschöne Antwort😊
 

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