LonelyRider
Neues Mitglied
Hallo liebes Hilferuf-Forum,
da ich neben Freunden und meiner Mutter noch nach weiterer Hilfe/Meinungen suche, melde ich mich heute hier. Ich stehe vor einer für mich sehr plötzlichen Scheidung, bin männlich, mit 35 Jahren in der eigentlichen Blüte des Lebens. Um die Situation zu beschreiben hole ich ein bisschen weiter aus:
Meine Frau kenne ich seit fast 11 Jahren, wir sind seit 2019 verheiratet und haben in 2021 eine wunderbare Tochter bekommen (jetzt 4 Jahre jung). Im Zeitraum bis meine Tochter ein Jahr wurde, kam ein erster „Knick“ in unsere Ehe. Denn bei meiner Frau wurde Bulimie diagnostiziert. Der Umgang damit als Angehöriger empfinde ich als schwierig, zumal meine Frau zwar relativ zeitnah eine Therapie begonnen hat, uns als Familie aber kaum hat an Gesprächen oder Ergebnissen teilhaben lassen. Sie führte daher eher eine Art Doppelleben, enge Freunde wussten mehr über Ihrer Krankheit (für mich ein Symptom für tiefergehende Probleme) als ich selbst. Ich habe das nun über 3 Jahre mitgemacht, mit allen Höhen und Tiefen, die ich gesehen und erlebt habe. Sie hatte gerade anfangs einige Nervenzusammenbrüche, hatte Alkoholkonsum teilweise nicht unter Kontrolle, ist mehrfach fremd gegangen (ging nie weit), nahm viele Durchfallmedikamente, hatte teilweise autoaggressives Verhalten und hatte viele Tiefen und Höhen. Da ich als Partner wenig tun konnte und meist zusehen musste, wie sie sich selbst kaputt macht, suchte ich mir in dieser Zeit eine Beratung für Angehörige und meldete mich länger krank, um für unsere Familie und meine Frau da sein zu können.
Mit der Therapie wurde es besser - aber auch sehr ruhig. In der nächsten Phase gab es weniger Abstürze, sie wirkte stabiler - ich hatte allerdings häufiger mit Vorwürfen zu tun, toxisch zu sein, ich würde sie erdrücken, sie wäre leer und würde nichts mehr fühlen. Ich nahm das ernst und suchte regelmäßig Gespräche, meist wurde dies dann aber (wie ich scheinbar jetzt klar sehen muss) überspielt. Ich habe dutzende Angebote gemacht, Paartherapie, Mediation, gemeinsame Gespräche mit Außenstehenden. Alles wurde abgelehnt. Ich dachte: Ok, gib Ihr die Zeit, vielleicht muss Sie selbst den Stein ins Rollen bringen - ich habe blind vertraut und alle Energie und Herzblut in meine Familie gebracht - so viel wie es eben brauchte. In der weiteren Folge haben wir uns für einen Tapetenwechsel entschieden. Ich habe gut verdient, wir konnten uns bei Freunden (mit Wohnortwechsel) eine Doppelhaushälfte leisten. Den Stein hatte Sie ins Rollen gebracht und wir haben lange über diesen Schritt gesprochen - gerade weil die Situation nicht einfach war und ist. Für Sie war der Umzug und das Haus wie eine Art Neuanfang gedacht - für mich gut, da ich Freunde im Ort habe und meinen Job behalten konnte.
Dann nahm die Krise ihren Lauf. Lange Finanzierung, alles hat gepasst, die Euphorie von ihr war groß. Anfang Dezember 2025 zogen wir um. Vor zwei Wochen teilt Sie mir unter Tränen mit, dass sie sich nun trennt. Jetzt sitze ich mitten in einer Kernsanierung in meiner Doppelhaushälfte und mein gesamter Lebenstraum und alle Ersparnisse sind zerbrochen. Erstaunlicherweise sagte sie mir, dass sie nicht weitermachen kann, weil wir uns auseinander gelebt hätten. Man muss kein Zauberer sein, um das durch die ganzen Krisen obenstehend festzustellen. Es ist ein Teufelskreis - sie ist psychisch nicht stabil und ich habe lange Jahre versucht alle Dinge zu übernehmen und zu managen, damit es unserer Familie gut geht. Jetzt wird mir das als erdrückend angekreidet. Keiner in unseren beiden Kreisen versteht es so richtig warum sie geht habe ich den Eindruck. Ich bin so verletzt, dass ich das vermutlich nie verzeihen kann. Einen Tag später nahm Sie unsere Tochter und zog wieder in den alten Ort zurück, erstmal zu ihren Eltern, den wir bewusst hinter uns gelassen hatten.
Ich weiß jetzt nicht weiter. Ich saniere ein Haus, welches ich vermutlich gerade so alleine halten könnte. Aufgrund der Sanierung und auch der Entfernung (1 Stunde Fahrtzeit) kann ich keinen guten Draht zu meiner Tochter halten und Vollzeit arbeiten muss ich demnächst auch wieder, damit das Hausthema nicht auch noch finanziell in einem Desaster endet. In der nächsten Woche habe ich einen Termin bei einem Anwalt und mache bald ein Erstgespräch bei einem Therapeuten.
Mich macht das fast ohnmächtig obwohl ich ein selbstbewusster und recht belastbarer Mensch bin. Ich fühle mich einfach mit in den Abgrund gezogen und meine Tochter tut mir unendlich Leid. Ich möchte Sie natürlich nicht alleine lassen - aber natürlich auch bald das Haus fertig haben, damit wir es wenigstens hier schön haben. Angst habe ich auch, dass meine Frau sich ihr neues Leben nicht vernünftig aufbaut und meine Tochter ebenfalls Dinge mitbekommt aufgrund der Esstörung, die sie nicht mitbekommen soll.
Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen?
Ich bin für jeden Rat und jedes Feedback dankbar.
da ich neben Freunden und meiner Mutter noch nach weiterer Hilfe/Meinungen suche, melde ich mich heute hier. Ich stehe vor einer für mich sehr plötzlichen Scheidung, bin männlich, mit 35 Jahren in der eigentlichen Blüte des Lebens. Um die Situation zu beschreiben hole ich ein bisschen weiter aus:
Meine Frau kenne ich seit fast 11 Jahren, wir sind seit 2019 verheiratet und haben in 2021 eine wunderbare Tochter bekommen (jetzt 4 Jahre jung). Im Zeitraum bis meine Tochter ein Jahr wurde, kam ein erster „Knick“ in unsere Ehe. Denn bei meiner Frau wurde Bulimie diagnostiziert. Der Umgang damit als Angehöriger empfinde ich als schwierig, zumal meine Frau zwar relativ zeitnah eine Therapie begonnen hat, uns als Familie aber kaum hat an Gesprächen oder Ergebnissen teilhaben lassen. Sie führte daher eher eine Art Doppelleben, enge Freunde wussten mehr über Ihrer Krankheit (für mich ein Symptom für tiefergehende Probleme) als ich selbst. Ich habe das nun über 3 Jahre mitgemacht, mit allen Höhen und Tiefen, die ich gesehen und erlebt habe. Sie hatte gerade anfangs einige Nervenzusammenbrüche, hatte Alkoholkonsum teilweise nicht unter Kontrolle, ist mehrfach fremd gegangen (ging nie weit), nahm viele Durchfallmedikamente, hatte teilweise autoaggressives Verhalten und hatte viele Tiefen und Höhen. Da ich als Partner wenig tun konnte und meist zusehen musste, wie sie sich selbst kaputt macht, suchte ich mir in dieser Zeit eine Beratung für Angehörige und meldete mich länger krank, um für unsere Familie und meine Frau da sein zu können.
Mit der Therapie wurde es besser - aber auch sehr ruhig. In der nächsten Phase gab es weniger Abstürze, sie wirkte stabiler - ich hatte allerdings häufiger mit Vorwürfen zu tun, toxisch zu sein, ich würde sie erdrücken, sie wäre leer und würde nichts mehr fühlen. Ich nahm das ernst und suchte regelmäßig Gespräche, meist wurde dies dann aber (wie ich scheinbar jetzt klar sehen muss) überspielt. Ich habe dutzende Angebote gemacht, Paartherapie, Mediation, gemeinsame Gespräche mit Außenstehenden. Alles wurde abgelehnt. Ich dachte: Ok, gib Ihr die Zeit, vielleicht muss Sie selbst den Stein ins Rollen bringen - ich habe blind vertraut und alle Energie und Herzblut in meine Familie gebracht - so viel wie es eben brauchte. In der weiteren Folge haben wir uns für einen Tapetenwechsel entschieden. Ich habe gut verdient, wir konnten uns bei Freunden (mit Wohnortwechsel) eine Doppelhaushälfte leisten. Den Stein hatte Sie ins Rollen gebracht und wir haben lange über diesen Schritt gesprochen - gerade weil die Situation nicht einfach war und ist. Für Sie war der Umzug und das Haus wie eine Art Neuanfang gedacht - für mich gut, da ich Freunde im Ort habe und meinen Job behalten konnte.
Dann nahm die Krise ihren Lauf. Lange Finanzierung, alles hat gepasst, die Euphorie von ihr war groß. Anfang Dezember 2025 zogen wir um. Vor zwei Wochen teilt Sie mir unter Tränen mit, dass sie sich nun trennt. Jetzt sitze ich mitten in einer Kernsanierung in meiner Doppelhaushälfte und mein gesamter Lebenstraum und alle Ersparnisse sind zerbrochen. Erstaunlicherweise sagte sie mir, dass sie nicht weitermachen kann, weil wir uns auseinander gelebt hätten. Man muss kein Zauberer sein, um das durch die ganzen Krisen obenstehend festzustellen. Es ist ein Teufelskreis - sie ist psychisch nicht stabil und ich habe lange Jahre versucht alle Dinge zu übernehmen und zu managen, damit es unserer Familie gut geht. Jetzt wird mir das als erdrückend angekreidet. Keiner in unseren beiden Kreisen versteht es so richtig warum sie geht habe ich den Eindruck. Ich bin so verletzt, dass ich das vermutlich nie verzeihen kann. Einen Tag später nahm Sie unsere Tochter und zog wieder in den alten Ort zurück, erstmal zu ihren Eltern, den wir bewusst hinter uns gelassen hatten.
Ich weiß jetzt nicht weiter. Ich saniere ein Haus, welches ich vermutlich gerade so alleine halten könnte. Aufgrund der Sanierung und auch der Entfernung (1 Stunde Fahrtzeit) kann ich keinen guten Draht zu meiner Tochter halten und Vollzeit arbeiten muss ich demnächst auch wieder, damit das Hausthema nicht auch noch finanziell in einem Desaster endet. In der nächsten Woche habe ich einen Termin bei einem Anwalt und mache bald ein Erstgespräch bei einem Therapeuten.
Mich macht das fast ohnmächtig obwohl ich ein selbstbewusster und recht belastbarer Mensch bin. Ich fühle mich einfach mit in den Abgrund gezogen und meine Tochter tut mir unendlich Leid. Ich möchte Sie natürlich nicht alleine lassen - aber natürlich auch bald das Haus fertig haben, damit wir es wenigstens hier schön haben. Angst habe ich auch, dass meine Frau sich ihr neues Leben nicht vernünftig aufbaut und meine Tochter ebenfalls Dinge mitbekommt aufgrund der Esstörung, die sie nicht mitbekommen soll.
Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen?
Ich bin für jeden Rat und jedes Feedback dankbar.
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