TheMercy95
Neues Mitglied
Hallo ihr lieben,
gerade bin ich auf meiner Suche im Netz aufs Forum gestossen und dachte, ich schreibe einfach mal drauf los. Suche wonach? Erfahrungen anderer, vielleicht Ratschläge. Einfach nach etwas, das mir helfen könnte, was mir Verständnis bringt.
Ich, w, 29 bin seit knapp 3 Jahren in einer heterosexuellen und monogamen Beziehung. Auch meine Partnerschaften davor waren hetero und monogam. Seit ich ca. 17 war, war ich kaum eine Zeit nicht in einer Beziehung. Davor hatte ich mit Partnerschaften und Sexualität nichts zu tun, mich nicht damit beschäftigt, hab nie gefeiert, irgendetwas ausprobiert, mal auf die Kacke gehauen.. bin eher mit Freunden einfach draussen gewesen. Ruhige Jugend kann man sagen.
Bin aber dann von einer toxischen Beziehung in die nächste. Die längste davon hat 7 Jahre gedauert und war auch die schwerste. Meinen jetzigen Partner habe ich durch eine gemeinsame Hilfstätigkeit kennengelernt, derzeit hatte ich gerade eine mittelschwere Depression hinter mir. Nach einem Verkehrsunfall besuchte er mich damals mit Pizza im Krankenhaus, wir verstanden uns sehr gut und ich genoss es, einfach mal mit zu reden und nichts und niemandem gerecht werden zu wollen/müssen. Auch mein damaliger Partner besuchte mich, wir wohnten etwa 100km auseinander. Es war verhalten geworden zwischen uns.. er, die Beziehung und ich haben aber auch sehr unter meiner Depression gelitten und mir war zum Ende hin auch sehr klar, dass wir nicht zusammen bleiben. Ich wollte ihm mich nicht zumuten und meine Gefühle zu ihm stagnierten, bis sie schliesslich gänzlich einen Abgang machten. Ich konnte es ihm nicht erklären und auch mir nicht. Nach meinem Aufenthalt im Krankenhaus, verabredete ich mich mit erwähntem Helferkollegen, fuhr zu ihm, wir redeten die halbe Nacht, hörten Musik und tranken ein paar Gläser. Und ich fand Gefallen an unserem Miteinander und an ihm, an unserer Wellenlänge. Am Tag darauf trennte ich mich von meinem Freund, weil ich es einfach nicht fair fand ihm noch weiter Zeit zu rauben, während ich mir mit ihm nicht sicher war und scheinbar auch soweit von ihm weg war, dass ich jemand anderem eine Art meiner Aufmerksamkeit gab, die ihm hätte zuteil werden sollen.
Nach der Trennung wollte ich aber unbedingt erstmal allein bleiben, keine Beziehung eingehen und einfach mal nur für mich leben, Entscheidungen mir für mich treffen, mich nicht rechtfertigen und auch niemandem entsprechen müssen. Mich vielleicht ausprobieren und ein wenig auch meine Jugend doch noch ausleben. Ich hatte Angst einfach etwas verpasst zu haben und wollte eben jetzt einfach "mein Ding" machen.
Wir arbeiteten nach unserem Kennenlernen sehr eng zusammen, halfen in den selben Gegenden, zogen ein gemeinsames Hilfsprojekt hoch. Und trafen uns auch weiter privat. Wir zogen einfach an einem Strang und verstanden uns blind, wussten instinktiv, wie es dem anderen geht, wussten wenn der andere eine Pause brauchte. Schlussendlich kamen wir nach einigen Monaten doch zusammen, obwohl er bis dahin sein Singleleben genoss und ich das auch noch vor hatte. Heute liebe ich ihn, er liebt mich, wir sind inzwischen verlobt und gemeinsam aus Deutschland ausgewandert. Und nichts davon bereue ich, zumindest nicht im klassischen Sinn. Aber ich mache mir in letzter Zeit unglaublich viele Gedanken und Frage mich woher das kommt. Ich bin doch glücklich, wir verstehen uns toll, auch wenn man mal etwas zu diskutieren hat. Wir sind liebevoll miteinander, lieben uns eben. Auch unser Sexualleben läuft gut. Allerdings leben wir eben inzwischen in einem "Trott" - wir unternehmen zwar immer wieder etwas, geniessen die Natur, sind mal mit Freunden und mal nur zu zweit einfach unterwegs. Aber irgendetwas ist einfach anders oder verändert sich gerade. Und wir haben beide Angst vor dem, was das alles bedeuten kann. Wir kommunizieren unsere Probleme und Gedanken und er weiss auch von meinem Beitrag hier. Warum auch nicht.
Vor einiger Zeit jedenfalls, als "alles begann", die Veränderungen, waren wir mit einem befreundeten Paar feiern. Meine erste Party also. Und mir gefiel es. Mir gefiel es etwas zu trinken, die Stimmung um mich rum aufzunehmen, zu tanzen, nicht nachzudenken, einfach den Abend und die Nacht zu geniessen. Natürlich waren wir entsprechend alle etwas an- teilweise betrunken. Ein gemeinsames Taxi sollte uns nach Hause bringen. Die Freundin des anderen Paares sass mit mir und meinem Partner hinten, er links, sie rechts von mir und streichelte mir den Oberschenkel.. und es fühlte sich toll an, ich kraulte ihren Arm und Hals. Meinem Partner erzählte ich tags darauf davon und dass es mir gefiel. Seitdem habe ich immer mehr das Bedürfnis mich mit einer Frau auszuprobieren. Und mir kommt in den Kopf, dass ich schon in der Schule immer vor allem Mädchen und später Frauen furchtbar attraktiv und auch sexy fand. Dass ich mir einige Male vorstellte wie es sein könnte eine Frau zu beglücken und von einer Frau beglückt zu werden. Da ich aber überzeugt hetero war und ja auch schon immer hetero lebe, steckte ich das immer in eine Schublade, schloss ab und verwarf meine Gedanken. Aber seit diesem Abend geht das einfach nicht mehr. Und mein Partner weiss das auch, er spielt mit dem Gedanken mich das ausprobieren zu lassen. Aber wirklich wollen zum wir das beide nicht. Ich würde mich untreu fühlen und er hat Angst, dass es mir vielleicht so gefällt, dass ich das häufiger wollen könnte. Seitdem muss ich leider sagen, sind wir irgendwie genervter voneinander. Oder schneller gereizt. Als läge da etwas zwischen uns, was unsere Harmonie stört.
Ich bekomme einfach keinen klaren Kopf und ich kann ihm ja auch nicht sagen, was danach ist. Ob oder wie sehr es mir gefällt, ob ich es dann öfter wollen würde oder oder oder. Und dafür ggf. die Beziehung riskieren kann und möchte ich auch wieder nicht. Aber auch nicht in 20 Jahren denken, hätte ich mal oder was weiss ich...
Ich bin einfach maximal verwirrt und unsicher, wo ich gerade bin und was da passiert. Ist es normal so eine Veränderung in sich zu haben? Habt ihr Erfahrungen mit solchen oder ähnlichen Situationen? Was hat euch geholfen? Wie seid ihr damit umgegangen?
Sorry für den langen Text, ich habe schon versucht mich möglichst kurz zu halten.
Freue mich über eure Antworten, Ratschläge und Hilfe 🙂
Liebe Grüsse, Mercy
gerade bin ich auf meiner Suche im Netz aufs Forum gestossen und dachte, ich schreibe einfach mal drauf los. Suche wonach? Erfahrungen anderer, vielleicht Ratschläge. Einfach nach etwas, das mir helfen könnte, was mir Verständnis bringt.
Ich, w, 29 bin seit knapp 3 Jahren in einer heterosexuellen und monogamen Beziehung. Auch meine Partnerschaften davor waren hetero und monogam. Seit ich ca. 17 war, war ich kaum eine Zeit nicht in einer Beziehung. Davor hatte ich mit Partnerschaften und Sexualität nichts zu tun, mich nicht damit beschäftigt, hab nie gefeiert, irgendetwas ausprobiert, mal auf die Kacke gehauen.. bin eher mit Freunden einfach draussen gewesen. Ruhige Jugend kann man sagen.
Bin aber dann von einer toxischen Beziehung in die nächste. Die längste davon hat 7 Jahre gedauert und war auch die schwerste. Meinen jetzigen Partner habe ich durch eine gemeinsame Hilfstätigkeit kennengelernt, derzeit hatte ich gerade eine mittelschwere Depression hinter mir. Nach einem Verkehrsunfall besuchte er mich damals mit Pizza im Krankenhaus, wir verstanden uns sehr gut und ich genoss es, einfach mal mit zu reden und nichts und niemandem gerecht werden zu wollen/müssen. Auch mein damaliger Partner besuchte mich, wir wohnten etwa 100km auseinander. Es war verhalten geworden zwischen uns.. er, die Beziehung und ich haben aber auch sehr unter meiner Depression gelitten und mir war zum Ende hin auch sehr klar, dass wir nicht zusammen bleiben. Ich wollte ihm mich nicht zumuten und meine Gefühle zu ihm stagnierten, bis sie schliesslich gänzlich einen Abgang machten. Ich konnte es ihm nicht erklären und auch mir nicht. Nach meinem Aufenthalt im Krankenhaus, verabredete ich mich mit erwähntem Helferkollegen, fuhr zu ihm, wir redeten die halbe Nacht, hörten Musik und tranken ein paar Gläser. Und ich fand Gefallen an unserem Miteinander und an ihm, an unserer Wellenlänge. Am Tag darauf trennte ich mich von meinem Freund, weil ich es einfach nicht fair fand ihm noch weiter Zeit zu rauben, während ich mir mit ihm nicht sicher war und scheinbar auch soweit von ihm weg war, dass ich jemand anderem eine Art meiner Aufmerksamkeit gab, die ihm hätte zuteil werden sollen.
Nach der Trennung wollte ich aber unbedingt erstmal allein bleiben, keine Beziehung eingehen und einfach mal nur für mich leben, Entscheidungen mir für mich treffen, mich nicht rechtfertigen und auch niemandem entsprechen müssen. Mich vielleicht ausprobieren und ein wenig auch meine Jugend doch noch ausleben. Ich hatte Angst einfach etwas verpasst zu haben und wollte eben jetzt einfach "mein Ding" machen.
Wir arbeiteten nach unserem Kennenlernen sehr eng zusammen, halfen in den selben Gegenden, zogen ein gemeinsames Hilfsprojekt hoch. Und trafen uns auch weiter privat. Wir zogen einfach an einem Strang und verstanden uns blind, wussten instinktiv, wie es dem anderen geht, wussten wenn der andere eine Pause brauchte. Schlussendlich kamen wir nach einigen Monaten doch zusammen, obwohl er bis dahin sein Singleleben genoss und ich das auch noch vor hatte. Heute liebe ich ihn, er liebt mich, wir sind inzwischen verlobt und gemeinsam aus Deutschland ausgewandert. Und nichts davon bereue ich, zumindest nicht im klassischen Sinn. Aber ich mache mir in letzter Zeit unglaublich viele Gedanken und Frage mich woher das kommt. Ich bin doch glücklich, wir verstehen uns toll, auch wenn man mal etwas zu diskutieren hat. Wir sind liebevoll miteinander, lieben uns eben. Auch unser Sexualleben läuft gut. Allerdings leben wir eben inzwischen in einem "Trott" - wir unternehmen zwar immer wieder etwas, geniessen die Natur, sind mal mit Freunden und mal nur zu zweit einfach unterwegs. Aber irgendetwas ist einfach anders oder verändert sich gerade. Und wir haben beide Angst vor dem, was das alles bedeuten kann. Wir kommunizieren unsere Probleme und Gedanken und er weiss auch von meinem Beitrag hier. Warum auch nicht.
Vor einiger Zeit jedenfalls, als "alles begann", die Veränderungen, waren wir mit einem befreundeten Paar feiern. Meine erste Party also. Und mir gefiel es. Mir gefiel es etwas zu trinken, die Stimmung um mich rum aufzunehmen, zu tanzen, nicht nachzudenken, einfach den Abend und die Nacht zu geniessen. Natürlich waren wir entsprechend alle etwas an- teilweise betrunken. Ein gemeinsames Taxi sollte uns nach Hause bringen. Die Freundin des anderen Paares sass mit mir und meinem Partner hinten, er links, sie rechts von mir und streichelte mir den Oberschenkel.. und es fühlte sich toll an, ich kraulte ihren Arm und Hals. Meinem Partner erzählte ich tags darauf davon und dass es mir gefiel. Seitdem habe ich immer mehr das Bedürfnis mich mit einer Frau auszuprobieren. Und mir kommt in den Kopf, dass ich schon in der Schule immer vor allem Mädchen und später Frauen furchtbar attraktiv und auch sexy fand. Dass ich mir einige Male vorstellte wie es sein könnte eine Frau zu beglücken und von einer Frau beglückt zu werden. Da ich aber überzeugt hetero war und ja auch schon immer hetero lebe, steckte ich das immer in eine Schublade, schloss ab und verwarf meine Gedanken. Aber seit diesem Abend geht das einfach nicht mehr. Und mein Partner weiss das auch, er spielt mit dem Gedanken mich das ausprobieren zu lassen. Aber wirklich wollen zum wir das beide nicht. Ich würde mich untreu fühlen und er hat Angst, dass es mir vielleicht so gefällt, dass ich das häufiger wollen könnte. Seitdem muss ich leider sagen, sind wir irgendwie genervter voneinander. Oder schneller gereizt. Als läge da etwas zwischen uns, was unsere Harmonie stört.
Ich bekomme einfach keinen klaren Kopf und ich kann ihm ja auch nicht sagen, was danach ist. Ob oder wie sehr es mir gefällt, ob ich es dann öfter wollen würde oder oder oder. Und dafür ggf. die Beziehung riskieren kann und möchte ich auch wieder nicht. Aber auch nicht in 20 Jahren denken, hätte ich mal oder was weiss ich...
Ich bin einfach maximal verwirrt und unsicher, wo ich gerade bin und was da passiert. Ist es normal so eine Veränderung in sich zu haben? Habt ihr Erfahrungen mit solchen oder ähnlichen Situationen? Was hat euch geholfen? Wie seid ihr damit umgegangen?
Sorry für den langen Text, ich habe schon versucht mich möglichst kurz zu halten.
Freue mich über eure Antworten, Ratschläge und Hilfe 🙂
Liebe Grüsse, Mercy