Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

People Pleaser, mangelnde Selbstwert

Fishb0ne

Neues Mitglied
Hallo liebes Forum,

ich hoffe, ich kann hier ein wenig Mut bekommen, da ich nicht mehr weiter weiß.

Kurz ein paar Fakten:
M, 43, verheiratet, ein Kinde, erwachsen, Abteilungsleiter

Nun zum Problem:
Ich war in meinem Leben immer ein People Pleaser, also ein Mensch, der versucht es allen anderen recht zu machen und seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellt.

Das hat auch mehr oder weniger gut funktioniert, allerdings bin ich dadurch nicht authentisch und im Grunde ein nicht ehrlicher Mensch, da ich meine Meinung nicht vertrete, sondern im Grunde nur die des Gegenüber.

Ich habe oft Probleme der anderen zu meinen gemacht, ich wurde auch immer ausgenutzt.

Vor paar Jahren wurde ich befördert, und da fingen die Probleme richtig an. Ich muss in meiner Position ja auch meine Mitarbeiter auch mal kritisieren. Das gelingt mir nur sehr schwer, und wenn, dann sind meine ehemaligen Kollegen dann angepisst und bösartig. So bösartig, dass der Geschäftsleitung anonym gesteckt wurde, ich hätte eine Kollegin vor paar Jahren (sexuell) belästigt hätte, Ich war kurz vor der fristlosen Kündigung, allerdings hat die Kollegin klar gesagt, dass ich nichts getan hätte. Ich war dann zwar soweit entlastet, allerdings führte dies dazu, dass ich kaum noch Entscheidungen treffen konnte, weil ich das immer im Hinterkopf habe, was passiert als nächstes.

Ich muss leider auch sagen, dass ich vor meiner Beförderung ein lockeres Verhältnis zu den anderen hatte, ja eher freundschaftlich.

nun, Zeit ist vergangen, haben eine neue Mitarbeiterin eingestellt. Die Probezeit war ok, aber danach ging es los. Sie meinte gegenüber dem Betriebsrat, ich sei ungeeignet als Chef und sie könnte es besser. Dann war sie krank für mehrere Monate, nach ihrer Rückkehr hat sie mir das Leben zur Hölle gemacht, wirft mir sogar Mobbing vor und will gegen mich klagen. Mein AG steht zwar hinter mir und wir arbeiten dran uns von ihr zu trennen, aber das hat mich in den letzten Monaten psychisch fertig gemacht.

Ich habe mittlerweile so eine Angst, irgendwas zu entscheiden, zu sagen oder zu tun.

Ich bin einfach ein Versager, weil ich auch diese Stelle zwar bekommen habe, aber die bekam ich, weil ich lange dabei bin (20 Jahre), obwohl ich eine völlig andere Ausbildung gemacht habe und kein Studium habe.
Ansich bin ich ungeeignet, habe von Führung keine Ahnung, bin konfliktscheu, und habe auch alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.
Ich habe das Gefühl, dass ich nichts kann, dass ich einfach schlecht bin und auch ein schlechter Mensch bin. Ich habe immer Angst vor der Reaktion des Gegenüber, so dass ich mich nicht traue, irgendetwas zu sagen.

Das führt dazu, dass ich nachts kaum schlafe, extrem antriebslos bin, mich zur Arbeit quäle, keine Lust habe irgendwas zu machen. Mein Leben besteht aus, aufstehen, Arbeit, heim, Couch, Bett.

Ich war bei der Betriebspsychologin, sie meinte ich sei ein Fall für die Psychotherapie. Ich bekomme aber keinerlei Termine oder gar Rückmeldung.

Mein Selbstwertgefühl war schon vorher schlecht, jetzt ist es ganz schlecht. Ich finde mich hässlich, fett (obwohl 79kg bei 1,86m), unattraktiv und auch meine Art ist mies. Habe keine Freunde, und auch die Ehe ist eher eine Zweckgemeinschaft denn Ehe.

Über Weihnachten war es extrem schlimm, da ich mir sehr viele Gedanken über das Leben gemacht habe und passive Sterbegedanken hatte (kein Suizid, sondern eher sowas wie „hoffentlich bekomme ich eine tödliche Krankheit die ich unbehandelt lasse)

ich bin am Ende, verzweifelt. Das og ist nur ein kleiner Teil meines Lebens, es gibt noch so viele andere Dinge (zb narzisstische Frau)
 
Hey, ich kenne vieles von dem du schreibst. Ich bin auch aktiv an mir am arbeiten, denn das Problem liegt ja an einem selbst.

Nun wird es Zeit den A**** hochzubekommen und das Leben neu zu ordnen. Mache das was dich glücklich macht. Räume auf! Anstatt dich auf die Couch zu werfen, versuchst du aktiv einen Therapieplatz zu bekommen (wg. Depression o.ä.). Bildest dich aktiv weiter, Führungsrolle übernehmen - bis Du aktiv merkst das liegt Dir nicht, dann suchst du etwas anderes. Und am Ende arbeitest an deiner Zweckgemeinschaft.
Mach Sport oder trete einen Verein ein, alles was dein Selbstwertbewusstsein steigern kann.

Wegen der Arbeit musst halt bissel abgebrühter werden, dir bei deinen Vorgesetzten sozusagen nen Rückhalt aneignen, dann kann jede(r) kommen und iwie Behauptungen aufstellen - ist doch Latte, letztendlich wirst du gewinnen.

Setz einfach die UNO-Reverse Karte und zeig se allen. Ist vielleicht leicht gesagt als Aussenstehender, aber du kannst das Blatt doch wenden, dass passiert aber nicht von Arbeiten, auf die Couch und später nochmal schlafen…. Du musst halt aktiv werden.
 
Ich finde, du hast schon gut erkannt wo das eigentliche Problem sitzt.
Dein Außen kreiert dir immer wieder neue Situationen, die sich allerdings in sich selbst ähneln.
Aber nicht nur das Außen ist aktiv, sondern du selbst auch. Du trägst deinen Teil dazu bei, dass sich die Dinge so entwickeln wie sie sind - wie sie sich dir zeigen.

Du würdest jetzt lieber auf eine tödliche Krankheit warten , die du nicht behandeln lassen würdest - ehe du selbst ins Handeln kommst. Aber genau hier liegt die Lösung. Im: in die Handlung kommen.
 
Hi Du, hab Dich gelesen. Weiß gerade zwar nicht wirklich was zu sagen. Allerdings hoffe ich sehr, dass Du Therapie & Austausch findest, der dir irgendwie hilft.
 
Hallo liebes Forum,

ich hoffe, ich kann hier ein wenig Mut bekommen, da ich nicht mehr weiter weiß.

Kurz ein paar Fakten:
M, 43, verheiratet, ein Kinde, erwachsen, Abteilungsleiter

Nun zum Problem:
Ich war in meinem Leben immer ein People Pleaser, also ein Mensch, der versucht es allen anderen recht zu machen und seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellt.

Das hat auch mehr oder weniger gut funktioniert, allerdings bin ich dadurch nicht authentisch und im Grunde ein nicht ehrlicher Mensch, da ich meine Meinung nicht vertrete, sondern im Grunde nur die des Gegenüber.

Ich habe oft Probleme der anderen zu meinen gemacht, ich wurde auch immer ausgenutzt.

Vor paar Jahren wurde ich befördert, und da fingen die Probleme richtig an. Ich muss in meiner Position ja auch meine Mitarbeiter auch mal kritisieren. Das gelingt mir nur sehr schwer, und wenn, dann sind meine ehemaligen Kollegen dann angepisst und bösartig. So bösartig, dass der Geschäftsleitung anonym gesteckt wurde, ich hätte eine Kollegin vor paar Jahren (sexuell) belästigt hätte, Ich war kurz vor der fristlosen Kündigung, allerdings hat die Kollegin klar gesagt, dass ich nichts getan hätte. Ich war dann zwar soweit entlastet, allerdings führte dies dazu, dass ich kaum noch Entscheidungen treffen konnte, weil ich das immer im Hinterkopf habe, was passiert als nächstes.

Ich muss leider auch sagen, dass ich vor meiner Beförderung ein lockeres Verhältnis zu den anderen hatte, ja eher freundschaftlich.

nun, Zeit ist vergangen, haben eine neue Mitarbeiterin eingestellt. Die Probezeit war ok, aber danach ging es los. Sie meinte gegenüber dem Betriebsrat, ich sei ungeeignet als Chef und sie könnte es besser. Dann war sie krank für mehrere Monate, nach ihrer Rückkehr hat sie mir das Leben zur Hölle gemacht, wirft mir sogar Mobbing vor und will gegen mich klagen. Mein AG steht zwar hinter mir und wir arbeiten dran uns von ihr zu trennen, aber das hat mich in den letzten Monaten psychisch fertig gemacht.

Ich habe mittlerweile so eine Angst, irgendwas zu entscheiden, zu sagen oder zu tun.

Ich bin einfach ein Versager, weil ich auch diese Stelle zwar bekommen habe, aber die bekam ich, weil ich lange dabei bin (20 Jahre), obwohl ich eine völlig andere Ausbildung gemacht habe und kein Studium habe.
Ansich bin ich ungeeignet, habe von Führung keine Ahnung, bin konfliktscheu, und habe auch alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.
Ich habe das Gefühl, dass ich nichts kann, dass ich einfach schlecht bin und auch ein schlechter Mensch bin. Ich habe immer Angst vor der Reaktion des Gegenüber, so dass ich mich nicht traue, irgendetwas zu sagen.

Das führt dazu, dass ich nachts kaum schlafe, extrem antriebslos bin, mich zur Arbeit quäle, keine Lust habe irgendwas zu machen. Mein Leben besteht aus, aufstehen, Arbeit, heim, Couch, Bett.

Ich war bei der Betriebspsychologin, sie meinte ich sei ein Fall für die Psychotherapie. Ich bekomme aber keinerlei Termine oder gar Rückmeldung.

Mein Selbstwertgefühl war schon vorher schlecht, jetzt ist es ganz schlecht. Ich finde mich hässlich, fett (obwohl 79kg bei 1,86m), unattraktiv und auch meine Art ist mies. Habe keine Freunde, und auch die Ehe ist eher eine Zweckgemeinschaft denn Ehe.

Über Weihnachten war es extrem schlimm, da ich mir sehr viele Gedanken über das Leben gemacht habe und passive Sterbegedanken hatte (kein Suizid, sondern eher sowas wie „hoffentlich bekomme ich eine tödliche Krankheit die ich unbehandelt lasse)

ich bin am Ende, verzweifelt. Das og ist nur ein kleiner Teil meines Lebens, es gibt noch so viele andere Dinge (zb narzisstische Frau)
Also ich sehe das so:
  • Du hast eine Frau
  • ein Kind
  • bist Führungskraft
  • bist finanziell vermutlich halbwegs gut aufgestellt
  • bist vermutlich gesund
  • hast kein Übergewicht
Das sind erstmal ne Menge Punkte, die viele Menschen nicht erfüllen.

Du fühlst dich nicht authentisch und glaubst du bist ein "People Pleaser"? Vielleicht, ja. Aber es liegt ja an dir mal "nein" zu sagen und dich nicht darein zu fügen.

Aus eigener Erfahrung: People Pleaser fühlt sich oft wie der Weg des geringsten Widerstandes an, macht dich aber langfristig unglücklich. Du versuchst es allen Recht zu machen aber vergisst dich selber dabei. Du willst, dass niemand ärgerlich auf dich ist und versuchst deswegen immer neutral und freundlich zu sein. Wer aber nie Stellung bezieht, kann auch nie 100% für etwas brennen.

Stell dir vor du wärst Lehrer und würdest jedem Schüler eine 1 geben weil du willst, dass dich jeder mag. Die wirklich Guten unter den Schülern werden am Ende sauer auf dich sein, weil sie nicht nicht mit dem Rest in einen Topf geworfen werden wollen. Zu Allen immer nett sein, funktioniert nicht.

Keine Ahnung, ob das ein guter Rat ist, aber scheu dich nicht davor nein zu sagen und mal nicht nett zu sein.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
G People Pleasing auflösen Ich 46

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben