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Pc-Spiel-Sucht. Sind diese Leute nicht unheimlich einsam?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 123762
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Gelöscht 123762

Gast
Hallo zusammen, ich werde dieses Jahr 38 und habe mich gerade nach 2 schlimmen Jahren von meinem Partner getrennt. Es ging einfach nicht mehr, da er nur am PC hängt und offenbar nicht davon loskommt. Hat auch schon potentielle Jobs deswegen in den Sand gesetzt, da er nicht zu den Bewerbungsgesprächen gegangen ist, weil ihm das Zocken wichtiger war.

Alles betteln, drohen, bitten und vernünftig drüber sprechen hat nicht geholfen. Er sitzt von Früh bis Spät vor der Kiste und ist dann nicht ansprechbar bzw wird aggressiv, wenn man dann was von ihm möchte.

Seine Wohnung sieht aus wie eine Müllhalde, überall stapeln sich ungeöffnete Briefe.
Trotzdem bzw gerade deswegen habe ich ein schlechtes Gewissen. Weil ich das Gefühl habe ihn im Stich zu lassen, weil er ja nix auf die Reihe kriegt.

Ich denke viel darüber nach, was wohl aus ihm wird, denn er tut mir leid.
diese Leute. die süchtig nach Onlinegames sind,spüren die nicht irgendwann eine enorme Einsamkeit?
Sie haben ja im Grunde nix außer dieses Spiel und die Leute darin.

Ich muss dazusagen dass wir uns in einem solchen Spiel vor etlichen Jahren kennen gelernt haben (World of Warcraft).
Dann haben wir uns vor 2 Jahren das erste Mal getroffen und wurden relativ schnell ein Paar.

Damals dachte ich noch, er wäre einfach schüchtern. Habe aber dann mit der Zeit bemerkt, dass das einfach fehlende Social Skills sind. Er ist nicht fähig normal zu interagieren / sich mit jemandem auszutauschen, esseidenn das passiert online über Teamspeak oder Discord.

Ich weiß noch wie happy seine Mutter war, dass er endlich eine Freundin gefunden hat und sagte mir immer wieder, sie hoffe so sehr dass ich ihn auf den richtigen Weg und mal von dieser Kiste wegbringen kann. Die ganze Familie leidet darunter. Tja diesen Wunsch konnte ich ihr leider nicht erfüllen.

Nunja lange Rede kurzer Sinn, ich weiß er ist selber für sich und sein Leben verantwortlich. Aber dennoch habe ich Mitleid mit ihm und liege oft abends im Bett und denke, er ist doch eigentlich total allein..

Er hat niemanden außer diese Onlinefreunde. Ist total unselbstständig, kriegt seinen Haushalt nicht auf die Kette, hat keinen Job.. Wie will er so jemals eine Partnerin finden, die nicht nach kurzer Zeit schreiend davonläuft?

wie leben solche Menschen in 10 jahren.. In 20 Jahren... Man kann doch nicht sein Leben lang nur zocken. Oder blendet man dann einfach alles aus. Die Partnerschaft die man vielleicht gern hätte, das reale Leben das an einem vorbeizieht.. Wie seht ihr das?
 
Das ist Vermeidung von Problemen und Realität.
Diese Leben sehr sturr in Ihrer Welt.
Menschen kann man zu 99 Prozent nicht ändern, dass müssen sie selber tun.
 
Hallo,

das ist leider eine Tendenz bei einigen Menschen, dass sie sich völlig verkriechen in ihre Wohnung, nicht mehr rausgehen, wenn sie nicht müssen und sich online verlieren und sich sozial völlig abkapseln.

In Japan gibt es davon auch sehr viele - Hikikomori genannt.

Hikikomori“ (Rückzug) ist ein japanischer Begriff, der Menschen beschreibt, die sich für viele Monate oder Jahre in ihre Häuser oder sogar nur in ihre Schlafzimmer zurückziehen und zu anderen Menschen - außer ihrer Familie – den Kontakt meiden.


Sowas finde ich auch sehr traurig, weil es eine Sucht ist und wie jede Sucht ein Teufelskreislauf. Viele schaffen es nicht, da rauszukommen, aber leider müssen sie sich erkennen, dass sie süchtig sind und Hilfe suchen, man kann ihnen nicht wirklich helfen.

Ich kann verstehen, dass er Dir leid tut, das täte er mir auch. Aber Du kannst da nichts tun, Du bist letztlich nicht so wichtig wie die Sucht und das Online-Spiel und so kann man keine Beziehung führen.
 
Er hat also eine eigene Wohnung - wie zahlt er die? Wie zahlt er den Strom, wenn er offenbar nicht arbeitet? Spätestens wenn ihm der Strom abgestellt wird, müsste er ja mal aufwachen, oder?

Aber ja, du kannst nichts tun. Du kannst nur den Menschen helfen, die sich helfen lassen WOLLEN. Das wollte er offenbar nicht. Jetzt musst du dich um dich kümmern.
 
Er hat also eine eigene Wohnung - wie zahlt er die? Wie zahlt er den Strom, wenn er offenbar nicht arbeitet? Spätestens wenn ihm der Strom abgestellt wird, müsste er ja mal aufwachen, oder?

Aber ja, du kannst nichts tun. Du kannst nur den Menschen helfen, die sich helfen lassen WOLLEN. Das wollte er offenbar nicht. Jetzt musst du dich um dich kümmern.

Im Grunde ist es die Einliegerwohnung im Haus seiner Eltern. Er wohnt dort mietfrei und zahlt nur die Nebenkosten.
Da er früher eine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht und anschließend einige Jahre gearbeitet hat, hat er gut was angespart, wovon er die NK zahlen kann..Er gibt ja nix aus, isst immer bei den Eltern, hat kein Auto mehr und ist seit 2019 ohne Beschäftigung. Da er keine Hobbys außer Zocken hat, braucht er auch kein Geld oder neue Klamotten etc
 
Ich schreib mal was über mich.

Ich war jahrelang depressiv. Bin es eigentlich immer noch, aber nicht mehr so sehr wie früher. Vielleicht 90% weniger depressiv als zuvor. Zwischen 2012-2020 war meine Depression am Höhepunkt. All meine Trauer, Frust, Wut und Enttäuschung habe ich in einem einzigen multiplayer online Spiel "ertränkt". Ich hatte es jeden Tag, an dem ich Zugang zu einem PC hatte, gespielt. Stundenlang. Ich habe von dem Spiel geträumt. Nur wenn ich das Spiel spielte konnte ich an was anderes denken anstatt was für ein Versager ich bin. Ich wusste, dass ich süchtig war, aber das Spiel war das einzige was mir meine Trauer, Frust, Wut, Enttäuschung und Depression (vorübergehend) nahm und mich was anderes fühlen lies. Wirklich das einzige. Mit der Zeit habe ich meine Depression hauptsächlich überwältigt. Leider nicht vollkommen, aber genug um "normal" leben zu können. So wie meine Depression abnahm, so nahm auch mein Drang ab durch ein Videospiel mit meiner Depression umzugehen.

Ich weiß nicht ob für die betreffende Person im ersten Post das Spielen auch ein "Bewältigungswerkzeug" für etwas ist, oder nur eine Sucht. Ich wollte nur sagen, dass es nicht immer eine pure Sucht ist. Bei manchen steckt mehr dahinter (wie bei mir).
 
Toll, dass Du das geschafft hast. Ja, oft steckt eine Depression vielleicht dahinter oder umgekehrt: durch das Spielen wird man depressiv, weil man sieht, dass einem das Leben entgleitet und man immer mehr Betäubung braucht, um sich das nicht ansehen zu müssen.
 
Erfahrungen mit Spielsüchtigen:
Nicht zum Co-Abhängigen machen lassen. Auf Abgrenzung achten, Regel + Konsequenzen. Sich organisieren und Hilfe suchen. Gruppe für Angehörige von Spielern (Anonyme Spieler / Gamblers Anonymous). Muss aber nicht sein, eine Angehörigengruppe von Süchtlingen reicht aus.

Helfen kann man nur jemanden mit einer gewissen Einsichtsfähigkeit, Leidensdruck. Eine geglückte Sozialisierung. und einmal versagt. Thema wurde als Aufgabe aufgegeben, da langfristig Engagement erforderlich. Ich brauchs nicht mehr, bin zu alt für sowas.
 
. Ich wollte nur sagen, dass es nicht immer eine pure Sucht ist. Bei manchen steckt mehr dahinter (wie bei mir).

Das Interessante ist halt auch, ich weiß ja nicht ob das bei dir auch so war, dass man sich online ganz toll mit ihm unterhalten konnte..Er war witzig, schlagfertig, Intelligent. Hat als Raidleiter im Spiel immer neue Strategien entwickelt, hat alles und jeden im Auge gehabt während der Bossfights - und im realen Leben war er ein blasser verklemmter Schatten von sich selbst, der null fähig war, sich und sein Verhalten zu reflektieren und klar zu kommunizieren.
Er war einfach mal irgendwie "sonderbar", aber dennoch liebenswert.

Wirklich sehr schade sowas. Aber toll dass du es geschafft hast!
 
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