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Patenonkel nur seine Pflicht - danach keinen Kontakt mehr.

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Gast

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Nach fast 20 Jahren hatte ich mal aus Neugierde einen Patenonkel von mir angeschrieben - in einem Sozialen Netzwerk.

Dies an sich war wohl eher unpassend. Er fragte natürlich, wie ich auf ihn komme, dort nach seinem Namen zu suchen.

Und nannte mich in den Texten Patenkind ... (Namen). Zu letzt gab er mir zu verstehen, dass er aufgrund seiner Arbeit und auch sonst im Leben nicht viel Zeit hätte und auch keinen Wert drauf legt mit mir Kontakt zu haben.

Er hat mir auch geschrieben, dass er damals. wo er gefragt wurde 14 Jahre war und das ihm seine Eltern gesagt haben, dass mein ein Patenamt nicht so einfach ablehnt.

Also ich bin trotzdem verletzt. Hab aber diese Ablehnung schon irgendwo gemerkt.

Wie würdet ihr mit so einem Verhalten umgehen?

Ich meine, es tut mir eben halt weh, weil ich mich von meiner Familie los gesagt habe und niemanden mehr hab in meinem Leben.

Hab zwar auch noch 2 andere Paten, aber die sind genauso und legen kein Wert auf mich.

Es tut mir weh, dass man nur seine Pflicht Fehlerlos nachgekommen ist und nach der Konfirmation keinen Kontakt mehr haben will - weil man es eben nicht muss.
 
Nach fast 20 Jahren nach zu fragen ist reichlich spät. Im Grunde habt Ihr doch garkeine Bindung zueinander.
Was erwartest Du von dem Kontakt?


Liebe Grüsse!
Landkaffee
 
Patenonkel und Patentante: das sind Begriffe, die falsch verstanden werden.

Google mal nach, was die wirkiche Bedeutung ist und wie lange so eine Patenschaft besteht und die Funktion ist.

Vorweg:

Sie ist im Grunde genommen rein religiös geprägt. Der Patenonkel oder -tante begleitet Dich im eigentlichen Sinne religiös bis zur Konfirmation.

Ich denke, daß Du die falsche Vorstellung im Kopf hattest: Patenonkel - tante kümmern sich, wenn Mutter und Vater zu früh das zeitl. segnen. DAS STIMMT SO NICHT. Das ist eine Erfindung der Kirche und keine Absicherung der Eltern falls denen mal was zustößt.

Diese Begriffe haben eine höhere und falsche Bedeutung im Allgemeinen.

Trotzdem kann ich Dich gut verstehen, daß Du Dich ein wenig zurückgewiesen fühlst. Es gibt andere und bessere Menschen in Deinem Leben.

Rechne ihm zugute, daß er ehrlich war.

Ich habe mal auf Stayfriend meinen Cousin angeschrieben. Er hat die Mail gelesen, aber mir so gar nicht geantwortet. Soviel zur Familie (die man sich manchmal außerhalb der Familie suchen sollte) 🙂

w.
 
Üblicherweise hat man 1 oder 2 Paten. Du hast ja auch noch zwei weitere Paten. Es ist daher davon auszugehen, daß der 14jährige Junge eher symbolisch gefragt wurde.

Ein Pate von 14 Jahren ist meinem Kenntnisstand nach zu jung, um das Patenamt ausüben zu können. Normalerweise muß man mindestens 16 Jahre sein soweit ich weiß. Voraussetzung ist bei den Katholiken mindestens die erfolgte Firmung, bei den Protestanten mind. die Konfirmation. Ob das bei ihm mit 14 Jahren bereits der Fall war, kann ich nciht beurteilen.

Unabhängig davon halt ich einen 14jährigen Jungen für viel zu jung, das Patenamt auszuüben. Wie soll er der Verantwortung gewachsen sein, das Kind in seiner Glaubensfindung zu begleiten und die Eltern in der religiösen Erziehugn des Kindes zu beraten? Denn das ist die Aufgabe eines Taufpaten.

Die Patenschaft endet bei den Protestanten mit der Konfirmation. Bei den Katholiken mit der Firmung, soweit sie nicht bei der Firmung erneuert wurde.

Gesellschaftlich wird die Rolle des Paten aber inzwischen so verstanden und erweitert, daß die Paten eine besondere Beziehung zu ihrem Patenkind pflegen und ihm lebenslang in besonderer Weise zur Seite stehen. So üben auch viele Paten ihr Amt aus. Für die Kontinuität ist meist insbesondere von Bedeutung, wie eng die Beziehung zu den Eltern des Patenkindes ist. Sonst wird der Kontakt meist nicht gehalten.

Daß speziell dieser Pate, der viel zu jung und offenbar gegen seinen Willen nur aufgrund der Vorgaben seiner Eltern die Patenschaft übernommen hat, überfordert ist, kann ich gut verstehen. Und daß er diesen Kontakt, zu dem er offenbar als Kind überredet wurde, nach 20 jahren nicht erneuern möchte, finde ich nachvollziehbar.

Daß Du traurig bist, weil Du keine Familie hast, die Dich liebevoll begleitet und wo Du Geborgenheit spürst, kann ich auch verstehen. Aber Deine Paten sind da der falsche Adressat Deiner Sehnsucht. Du hast Dich von Deiner Familie losgesagt. Aber die Sehnsucht in Dir ist lebendig. Mach dir diese Sehnsucht bewußt. Laß sie zu und versuche sie zu lenken. Versuch Dir eine eigene Familie oder eine Wahlfamilie zu schaffen. Nähe und Geborgenheit kann man auch in anderen Verbindungen spüren. Nicht nur in familiären Banden.

Ich wünsche Dir,daß Du Dich für viele enge und vertrauensvolle Bindungen in Deinem Leben öffnest und diese erlebst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie Winnie schon schrieb, ist die Funktion eines Patenonkels religiös geprägt und wie Paten mit dieser Funktion umgehen, ist halt sehr unterschiedlich.

Vorwerfen würde ich diesem Patenonkel nichts: wenn er mit 14 Jahre dazu genötigt wurde, dann konnte er sich letztlich nicht frei dafür entscheiden. Mal abgesehen davon, dass ich 14 Jahre für einen Patenonkel viel zu jung finde - der steckt doch da noch von in der Pubertät. Was will der mit einem Baby und Kleinkind anfangen? Da wäre ich eher sauer auf meine Eltern, dass die es nicht geschafft haben, hier langjährige, gute Freunde auszusuchen, die auch später mal bei Problemen und Fragen zur Verfügung stehen. Natürlich ist der Patenonkel heute älter, aber wenn man 20 Jahre keinen Kontakt gepflegt hat und jetzt, weil man allein und einsam ist, sich erinnert, ach, da war doch jemand - irgendwann ist es eben zu spät, hier eine Beziehung herzustellen. Außerdem zu erwarten, dass er (oder irgendjemand anders) die Funktion eines Familienersatzes zu erfüllen, ist einfach viel zu hoch gegriffen.
Das kann man nicht verlangen und es funktioniert auch nicht. Wie soll so etwas gehen, wenn man sich nicht/kaum kennt?

Prinzipiell kann ich nur sagen: sei froh, dass er so ehrlich war. Natürlich ist das verletztend, aber immer noch besser als belogen zu werden und nicht zu wissen, woran man ist. Vielleicht hat er auch Deine Erwartungshaltung gespürt und ist automatisch in Distanz gegangen.

Vielleicht schaffst Du es ja gute Beziehungen zu Freunden aufzubauen - die kann man sich wenigstens aussuchen. Auch wenn sie kein Familienersatz sind, aber gute Freunde helfen einen, hören zu - genauso wie man selbst dies auch machen würde.
 
Ganz ehrlich, ich selbst habe keine Patent, aber von meiner jüngeren Halbschwester (2 Paten) sowie von meinem Freund (1 Pate) bekomme ich es so mit, dass auch sie keinen Kontakt mehr zueinander haben. Hier hat sich aber auch der Kontakt zu den Eltern verloren. Früher waren die Paten von meiner jüngeren Halbschwester (selber Vater, andere Mutter) gute Freunde von der Mutter und meinem Vater. Mittlerweile hat sich das einfach alles so auseinandergelebt.

Von meinem Freund weiß ich, dass die Patentante auch keinen Kontakt mehr pflegt, er allerdings auch nicht. Zur Familie hat sie mWn aber auch keinen Kontakt.

Es scheint irgendwie "Gang und Gäbe" zu sein, dass der Kontakt irgendwann schwindet. Wobei ich auch immer dachte (wie einige Vorredner beschrieben haben), dass Paten dafür da sind, wenn den Eltern mal was passiert. So wurde es mir erklärt. Vielleicht haben wir alle einfach eine falsche Erwartungshaltung gegenüber den Paten oder die Paten sind sich über die Erwartung an sie nicht bewusst.

Mir geht es jedenfalls auch ohne Paten gut. Ich würde da garnicht so viel Wert drauf legen. Nach 20 Jahren, da ist viel Wasser den Rhein runter gelaufen und außerdem wer weiß, was vielleicht zwischenzeitlich zwischen deiner Familie und dem Paten vorgefallen ist, warum er sich (auch, so wie Du) abgelöst hat.
 
Also, gerade, wenn man 14 ist, hat man eigentlich so viel mit seinem eigenen Leben zu tun, das man kaum weiß, was es bedeutet, Patenonkel zu sein. Der Rest in der Hinsicht wurde auch schon gesagt.

Aber jetzt zu dir. Wieso hast du dich nicht all die Jahre dich bei ihm gemeldet? Warum erst jetzt? Wieso wurde das die ganzen Jahre nicht durchgezogen, das man einen Patenonkel hat und auch dadurch, wenigstens Brieflichen Kontakt hat?
Du bist jetzt alleine, weil du dich von deiner Familie abgekapselt hast und erwartest jetzt aber von deinem Patenonkel, den du die ganze Zeit nicht gesehen, gesprochen oder was auch immer, das er sich um dich kümmert. Ich denke, du erwartest zu viel.
Ich weiß, das klingt jetzt hart, aber du selber hast die Entscheidung getroffen, dich von der Familie zu trennen und jetzt musst du eben damit zurecht kommen. Aber, es gibt nicht nur eben die normalen Familienmitglieder, du hast genug Freunde und Bekannte, ich denke, du wirst nicht alleine sein. Versuch doch erst mal dein Leben aufzubauen, das gibt dir auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl.
 

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