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Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung - Ausweg?

Klarlicht

Neues Mitglied
Hallo,
ich fasse mich kurz: in ersten Gesprächen mit einem Psychiater wurde bei mir eine passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung (PAPS) diagnostiziert. Einige Symptome gem. DSM-IV weisen darauf hin:
  1. widersetzt sich passiv der Erfüllung sozialer und beruflicher Routineaufgaben,
  2. beklagt sich von anderen missverstanden und missachtet zu werden,
  3. übt unangemessene Kritik an Autoritäten und verachtet sie,
  4. bringt denen gegenüber Neid und Groll zum Ausdruck, die offensichtlich mehr Glück haben.
Im Ergebnis verliere ich regelmäßig meinen Job, meine Ehe kriselt und ich beginne, an mir selbst zu zweifeln. Ich denke, eine Therapie ist unumgänglich.

Habt Ihr Erfahrungen mit PAPS bzw. Wegen aus dieser Situation?
 
Hallo Klarlicht,

ein Ausweg wäre, die sogenannte Störung
als etwas zu begreifen, das die "andere
Seite" deiner Stärken darstellt und kein
Anlass für eine Therapie. Das Muster, das
hier als Störung beschrieben wird, ist ein
Teil des normalen Verhaltens von Menschen,
die ich als "Temporiker" bezeichne - und da-
von gibt es ziemlich viele, jeder Dritte ge-
hört zu dieser Gruppe. Nachzulesen unter
http://www.123modell.de/2000.htm

Aber natürlich könnte eine Therapie nützlich
sein - das wollte ich damit nicht anzweifeln.
Sinnvoll wäre aber, dass du vorher klar das
Ziel der Therapie formulierst und den Thera-
peuten fragst, ob das mit seinem Ansatz
auch zu erreichen ist. Nicht dass du da Zeit
und Aufwand vergeudest, die du besser in
dein Privatleben oder in deine Hobbys inves-
tieren könntest.

Viele Grüße,
Werner
 
Hallo,
ich bin zufällig, 5 Jahre nach deinem Eintrag, auf deinen Hilferuf gestoßen.

Ich lebe selbst mit zwei Menschen zusammen, mit denen höchstwahrscheinlich wegen PAP
ein Zusammenleben sehr schwer ist.

Ich würde gerne erfahren, wie es Dir seit Deiner Diagnostik ergangen ist?
Liebe Grüße
 
ich brauche auch hilfe. meine freund ist wohl ein ausgeprägter pap'ler. unsere beziehung leidet sehr darunter und ist kurz vor dem ende deshalb.
 
Hallo,

ich war über 25 Jahre mit einem passiv-aggresiven Mann verheiratet. Er ist mittlerweile an Krebs gestorben.
In unserer größten Ehekrise und mit einem Burnout habe ich eine Therapie gemacht. Nach ein paar Tagen gab die Therapeutin mir einen Fragebogen. Ich sollte mich in meinen Mann hineinversetzen und für ihn den Fragebogen ausfüllen. Dann teilte sie mir mit, dass mein Mann vermutlich passiv-aggresiv ist. Sie gab mir einen Text über die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung mit. Es traf alles auf meinen Mann zu. Das half mir erst einmal nicht weiter, sondern machte mich nur wütend, weil ich jahrelang die Schuld bei mir gesucht hatte.
Jetzt will ich dir aber sagen, was hilft: Versuche die Situation deines Partners zu erfassen. Wenn er überfordert mit den Anforderungen an ihn ist, versucht er dem auszuweichen, in dem er verspricht, es zu machen. Es passiert aber nichts. Wird er unter Druck gesetzt oder kritisiert, versucht er die Schuld an andere oder an dich abzugeben. Damit kommt er erst einmal weiter. Durch dieses Verhalten reitet er sich aber immer tiefer in die Probleme rein, kann bestimmte Arbeiten und Anforderungen auch nicht erfüllen, da er jahrelang dem ausgewichen ist.
Dein Part ist:
1. Ruhe bewahren
2. Ihm bei Kleinigkeiten helfen, sich zu entscheiden. Entscheidungen abwälzen, ist auch ein abgeben der Schuld bei zukünftigen Fehlern. Der Partner muss lernen, sich zu entscheiden. Dann kümmert er sich auch drum.
3. Mach das was dir gut tut. Besuche Freunde etc.
4. Mach das, was euch gut tut. Versuche aber von ihm den Vorschlag dafür zu erhalten. Bei meinen Aktivitäten gab es häufiger Krach, da er alles mitmachen wollte, auch wenn er eigentlich nicht einverstanden war.
5. Meine Therapeutin sagte, ich sollte immer mit umgekehrten Vorzeichen denken, wenn ich mit ihm zu tun hatte. Wenn ich dann aus dem Haus gehe, könnte ich wieder in den normalen Modus schalten. Das ist mir nicht gelungen. Vielleicht gelingt es dir.
6. Denk darüber nach, ob eine Trennung hilfreich wäre.

Ich hoffe, das wird gelesen.
Viel Erfolg und liebe Grüße
 
Hallo Gast,
das ist sehr interessant, ich stehe auf der anderen Seite und würde mich über Austausch freuen, denn das Leben ist furchtbar!
Magst du etwas mehr erzählen?
Wie ist das mit den umgekehrten Vorzeichen gemeint?
Wie sehr seid ihr durch die Therapie weitergekommen?
Ich nenne mich mal der Übersicht halber

Der PAPS-Gast
 

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