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Partnerschaft mit PTBS

_regentropfen_

Neues Mitglied
Hallo, liebe Community, bin neu hier 🙂
Ich hoffe, der Thread ist hier richtig platziert. Kurz zu mir, ich bin Mitte 20 und lebe seit 3 Jahren in einer Partnerschaft.
Vor 3 Jahren wurde mein Freund Opfer eines Gewaltverbrechens, das ihn fast das Leben gekostet hat. Es folgten lange Perioden der Wiedereingliederung in sein vorheriges Leben und seine Seele verdrängte das Ereignis zunehmend. Seit knapp einem Jahr leider er nun unter einer PTBS und ich merke jeden Tag, wie es ihm zunehmend schlechter geht. Das Hauptproblem unserer Beziehung ist, dass mein Freund seit Ausbruch der Krankheit emotional nicht mehr zu erreichen ist und eine emotionale Abstumpfung unseren Alltag prägt. Ich liebe meinen Freund, doch ich weiß einfach nicht mehr, wie ich ihn unterstützen soll, wenn er immer mehr jeglichen Kontakt zur Außenwelt und auch zu mir meidet und es fällt von Tag zu Tag schwerer, diese Situation nicht auf sich selbst zu beziehen. Gibt es hier Partner, die in einer ähnlichen oder der gleichen Situation stecken und vielleicht mehr Erfahrung haben als ich? Ich wäre für einen Austausch so dankbar, da es niemanden gibt, der die Situation nachvollziehen kann, ohne selbst darin involviert zu sein.
 
Hallo regentropfen,

ich bin verheiratet und litt auch einige Zeit unter einer PTBS. Es ist noch nicht allzu lange her, seit es mir besser geht. Bei mir trat die PTBS auch erst viele Jahre verzögert nach einem traumatischen Ereignis auf.
Meine Beziehung hat die Erkrankung nicht allzu sehr belastet. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen bin ich eher verschlossen und habe mehr innerlich gelitten. Ich habe es nicht so sehr nach außen gezeigt. Zum anderen ist mein Mann sehr verständnisvoll und einfühlsam und hat ganz feine Antennen, um zu erkennen wenn es mir mal nicht so gut geht. Er hat mich in meiner schweren Phase mehr oder weniger in Ruhe gelassen, wenn es mir schlecht ging. Gerade meine Launen, die ich manchmal auch an ihm ausließ, hat er kommentarlos ertragen.
Wenn jedoch irgendwelche Höflichkeitsbesuche, oder irgendwelche Feiern in der Verwandtschaft anstanden oder anderweitig geplante Unternehmungen, hat er mich schon dazu bewegt mitzugehen. Ich hatte oft keine Lust und neigte dazu mich einzuigeln. Aber er hat mir immer einfühlsam ins Gewissen geredet, dass es wichtig wäre, mal etwas anderes zu erleben und mich abzulenken. Es hat mir letztendlich auch häufig gut getan. Es hat mich immer nur Überwindung gekostet, den Schritt zu gehen, aktiver am Leben teilzunehmen. Und egal, was wir unternommen haben, es bestand immer die Möglichkeit abzubrechen, wenn es für mich zu viel wurde. Es ist eben auch sehr wichtig, dass man sich nicht psychisch übernimmt. Aber sich unterfordern und in der Ecke verkriechen ist genauso von Nachteil.

Mal ein kleiner Einblick, wie es bei mir war. Keine Ahnung, ob es dir hilft. Ich weiß allerdings auch nicht, wie ich konkret bei deinem/ euren Problem helfen kann. Ich kann nur eines sagen: Als Partner eines Betroffenen brauchst du viel Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen.
Was deinen Partner betrifft, so sollte er nicht dich und eure Beziehung aus den Augen verlieren. Es ist verständlich, dass er erst mal mehr mit sich und seinen Trauma beschäftigt ist, aber das Erlebnis sollte nicht zu viel Raum einnehmen, denn man droht sonst immer mehr in ein Loch zu fallen, aus dem man nur noch schwer heraus kommt.
Er kann letztendlich nur zusammen mit einem Therapeut daran arbeiten, aus dem Tief herauszukommen. Du kannst da leider nur wenig ausrichten.
 
Hallo Baumeise,
danke für deine schnelle Antwort. Es war hilfreich, auch die entgegengesetzte Perspektive zu hören. Ich bewundere dich für deine Kraft, dich selbst und deinen Mann nicht zu verlieren und dich immer wieder zu bestimmten Aktivitäten zu überwinden. Das größte Problem in unserer Beziehung ist, dass das Trauma immer mehr Raum in unserer Beziehung einnimmt, was sich insoweit äußert, dass es für meinen Partner nur noch sein Leiden, sein Trauma und seine Probleme gibt und für alles andere kein Platz mehr zu sein scheint. Er hat sich in der Rolle des hilflosen Kindes verloren und zieht sich gänzlich von der Außenwelt zurück. Mittlerweile ist es so, dass er auch mich nicht einmal mehr sehen will. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, um uns aus diesem Loch heraus zu ziehen, da ich das Gefühl habe, allein zu kämpfen, während er sich seiner Krankheit gänzlich hingibt. Es kann doch nicht die Lösung sein, sich immer in Krisen zu trennen.
 
Ist er denn in therapeutischer Behandlung? Wenn ja, wie lange schon?
In seiner Situation wäre auch ein stationärer Klinikaufenthalt empfehlenswert. Oder war er gar schon mal in einer Klinik?
 

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