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Partnerschaft, BDSM, Affäre

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StrangeThings

Neues Mitglied
Das Thema betrifft sowohl Beziehung als auch Sexualität daher seht es mir nach, wenn ich ggf die falsche Kategorie gewählt habe.

Ich versuche mich der Übersicht halber kurz zu fassen, gerne, könnt ihr Fragen stellen.


Ich bin seit 14 Jahren mit meinem Partner zusammen.

Die Beziehung steht aus diversen Gründen, inzwischen auf wackeligen Beinen.

Er lebt in seiner eigenen Welt, distanziert sich beinahe gänzlich. Nähe und Zärtlichkeiten gibt es nicht mehr.

Sex nur, wenn ich die Initiative ergreife.

Emotional kapselt er sich ebenso ab. Hierfür gab es mal Gründe (Meine psychische Störung 2013 bis 2015) die jetzt aber nicht mehr vorhanden sind.

Nun habe ich die Situation gänzlich verschärft.
Ich habe jemanden kennengelernt. Das Problem ist, dass ich BDSM Tendenzen habe (in der Beziehung nicht ausgelebt). Der Mann ist diesbezüglich sehr aktiv. Ich habe zugestimmt, es mit ihm auszuleben.
Irgendwie gibt mir die Vorstellung an dem BDSM ein gutes Gefühl, aber ich weiß, dass ich einem Fehler begehe.
Erstens ist es der größte Verrat, den ich in einer Beziehung begehen kann, suchen die Beziehung ggf bald ganz kaputt ist.
Zweitens verstört es mich, daß ich so sehr angezogen von den Gewaltfantasien bin. Ich wurde zwischen meinem achten und siebzehnten Lebensjahr missbraucht. Ich habe das alles inzwischen gut verarbeitet, aber die Tatsache, dass es mich so sehr anziehet und dafür sogar fremdgehen würde, macht mir Angst.


Ich kämpfe mit mir das Treffen abzusagen. Ich habe auch Angst, dass der Mann mich dann unter Druck setzt und das ganze erst recht raus kommt.

Wahrscheinlich kann mir keiner helfen, bzw die "Lösung" dürfte oberflächlich ja klar sein. Aber ich hofdedas das schreiben hier, mir vieleicht schon eine Anstoß gibt.

Danke, dass ihr es gelesen habt
 
Ein Interesse oder eine Neigung zu BDSM zu haben, braucht dich nicht zu verstören. Das ist keine psychische Störung oder so, ganz im Gegenteil. Ganz viele Leute mögen das in der einen oder anderen Weise. Die einen halt mehr, die anderen etwas weniger. Aber davon sexuell erregt zu werden, ist nichts ungewöhnliches.

Ich bin kein Psychologe, aber ich würde nicht behaupten, dass das etwas mit dem Missbrauch in deiner Vergangenheit zu tun haben muss. Es wäre sicherlich möglich, aber es muss kein Kausalzusammenhang bestehen.

Ich glaube eher deine sexuellen Interessen resultieren daraus, dass halt in deiner aktuellen Beziehung nichts geht. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich wünscht, nicht nur endlich wieder intensiven Sex zu haben, sondern vielleicht sogar auch mal diveserse Fantasien ausleben zu können.

Die meisten Paare machen das halt in abgemildeter Form bei sich im Schlafzimmer und probieren sich aus. Dort stellen sie dann irgendwann fest, bis zu welchem Punkt sie gehen wollen.

Da du im Moment einzig und allein auf Fantasien angewiesen bist, gehen deine sexuellen Neigungen halt vielleicht etwas weiter. In Gedanken stellt man sich gerne mal Dinge vor, die man dann aber in der Realität vielleicht doch garnicht so gut findet.
 
Ich stimme meinem Vorredner in vielem zu. Ich glaube auch nicht, dass deine BDSM-Neigung unbedingt auf dem Missbrauch beruhen muss (denn viele haben diese Neigung, ohne missbraucht worden zu sein), halte es aber für möglich (weil ich glaube, dass die Neigung schon etwas damit zu tun hat, in welchem Verhältnis man in jungen Jahren zu anderen Menschen stand bzw. sich sah). Ich stimme aber ebenfalls zu, dass diese Neigung an sich kein Problem ist. Problematisch kann es sein, wenn man sie hat, aber nicht mit seinem Partner ausleben kann, so wie du. Ein Ausweg wäre dann z.B., dass dein Partner dir erlaubt, diesen Teil von dir mit jemand anders auszuleben. Das wäre die saubere Lösung: Du sprichst mit ihm und erzählst ihm davon. Und sowieso müsst ihr über euch und eure Beziehung reden. Also alles auf den Tisch, das wäre mein Vorschlag. Wenn er nicht mit sich reden lässt und alles im Unklaren lässt, dann verlass ihn. Ich sag das so hart, weil es immer wieder dasselbe ist: "Mit unserer Beziehung stimmt was nicht, aber mein Partner spricht mit mir nicht darüber." Tausendmal gehört/gelesen. Ich bin inzwischen der Meinung: Wer nicht drüber reden will, der gehört verlassen. Alles andere ist nur ein Krampf, der sich hinzieht.

Ich habe auch Angst, dass der Mann mich dann unter Druck setzt und das ganze erst recht raus kommt.

Wenn du diesen Mann so einschätzt, dass er dich erpressen könnte, dann solltest du mit dem auch keine BDSM-Sessions machen. Denn dafür musst du ihm vertrauen können. Wie willst du dich ihm hingeben bzw. ausliefern, wenn du damit rechnen musst, dass er nur seine eigenen Interessen verfolgt und dein Wohlergehen ihm letztlich egal ist? Such dir lieber jemand anderes dafür, und red mit deinem Mann, dann ist die Erpressungsgeschichte auch vom Tisch.

Was hält dich davon ab, mit deinem Mann zu sprechen und alle Karten auf den Tisch zu legen (deine Gefühle, deine Wünsche an ihn und die Beziehung, deine Unsicherheit bezüglich der Zukunft, deine sexuellen Neigungen und Bedürfnisse)? Glaubst du, es wird besser, wenn ihr beide noch weiter Geheimnisse voreinander habt?
 
Hallo StrangeThings,
Hast du deinen Partner mal gefragt ob er sich dem BDSM zugeneigt fühlt?
Vielleicht mag er diese Art ja auch gerne.

Nun du beschreibst von Mißbrauch zwischen 8 und 17j. Das wird dein Partner sicher mitbekommen haben. Vielleicht hat er sich deswegen zurückgezogen. Männer können mit solchen Wahrheiten nicht wirklich umgehen. Sie verlieren den Maßstab, wissen nicht mehr wie sie sich sexl. ihrer Partnerin gegenüber verhalten sollen oder dürfen.
Meine Vermutung, und das sie dann lieber ins Nichtstun fallen, kann auch passieren, weil sie verunsichert sind.

Was war denn 2013-2015? Hast du in dieser Zeit Therapie gemacht?

Wenn mir meine Beziehung lieb und wert wäre, dann würde ich mit keinem anderen Mann eine sexl. Beziehung anfangen, auch keine BDSM Beziehung. Das ist auch fremdgehen.

Besser wäre es mit deinem Partner über deine sexl. Wünsche zu reden, vielleicht könnt ihr euch auf dieser Ebene neu kennenlernen?
Sag die Verabredung mit dem anderen ab., das ist mein Rat an dich. Was man getan hat, hat man getan, das ist nicht mehr rückgängig zu machen.
Das weißt du sicher am Besten anhand deiner vergangenen Erlebnisse in der Kindheit.

Liebe Grüße Pecky
 
Vieleicht habe ich mich ich korrekt ausgedrückt. Die psychische Störung ist unabhängig von BDSM.

Ich bin seit ca 8 Jahren bipolar.
2013 hatte ich einen Verkehrsunfall und landete temporär im Rollstuhl. Damals stand nicht fest, ob ich wieder laufen werde. Ich wurde zunächst depressiv. Dann holte mich meine Vergangenheit ein und das Ergebnis war sie Diagnose Borderline.

Ich bin mittlerweile recht stabil. Keine Verletzungen, keine suizidalität. Lediglich Lithium als Phasenphiphylaxe.
Ich habe angesehen, festen Job und war immer (selbst nach damals Unfall) Hauptverdiener.

Ich würde gar nicht wollen, dass mein Freund und BDSM einsteigt. Bin ihm würde ich mir Zuneigung wünschen. Ich denke, wenn er mich respektieren und auch zeigen würde, dass er mit mir leben will (nicht nur, weil es bequem ist, dass ich alles zahle), denn hätte ich nicht das Verlagen nach einem anderen.

Zu hoffen, dass er zustimmt, dass ich es mit einem anderen ausleben, wäre bei ihm unrealistischer als die Hoffnung auf Aliens zu treffen.


PS vielen Dank aber schonmal für eure Rückmeldungen
 
Zweitens verstört es mich, daß ich so sehr angezogen von den Gewaltfantasien bin. Ich wurde zwischen meinem achten und siebzehnten Lebensjahr missbraucht. Ich habe das alles inzwischen gut verarbeitet, aber die Tatsache, dass es mich so sehr anziehet und dafür sogar fremdgehen würde, macht mir Angst.

Es gibt ja sehr viele Spielarten des BDSM, so dass ich das als solches gar nicht so bedenklich finde.

Ich habe mal von einem interessanten psychologischen Ansatz gelesen.
Dabei geht es darum, dass sehr viele Gewaltopfer auch danach sehr häufig "sehr harten" Sex haben.
Der Ansatz ist der, dass Du der damaligen Situation wehrlos ausgeliefert warst.
Wenn Du nun "ähnliche" Szenarien wiederholst, bei denen Du aber dann die Kontrolle über die Situation hast (ein guter Dom bricht beim Safewort sofort ab), dann werden die damaligen Missbräuche "überschrieben".
Du redest Dir dann ein, es eigentlich immer im Griff gehabt zu haben, belügst Dich damit aber natürlich selber, denn ungeschehen kannst Du es nicht machen.

Insofern würde ich mal ein kleines Fragezeichen hinter Deine Aussage setzen, es gut verarbeitet zu haben...


Redest Du denn offen mit Deinem Freund, dass es Dir zu wenig Sex gibt?
Wenn ich das richtig sehe, hat er ja eine lange Zeit zurückstecken müssen.
Ich sehe eher da den Ansatz, als Dich in die Arme des Doms zu werfen...
 
Hallo, danke für eure Rückmeldungen.
Ich habe zudem "neuen Mann" mich erstmal etwas abgegrenzt.

Des weiter weiteren ich meinen Freund versucht recht klar darzulegen was mir fehlt (nicht das bdsm aber generell mal Berührungen & das Gefühl auf Augenhöhe gesehen zu werden) und ihm gebeten mir dich endlich mal seine Gedanken dazu mitzuteilen. Meiderich kam nichts von ihm. Also distanziere ich mich auch dort.
Ich habe das Gefühl, dass dieses BDSM vieleicht auch nur "gut" für /die war, weil ich weiß, dass ich dort auch ein begehren bei jemand anderem ausgelöst habe.

Ich weiß nicht, wie es weiter geht. Und nein, natürlich habe ich den Missbrauch nicht gänzlich verarbeitet. Das ist aber auch nicht möglich. Es wird immer ein Teil von mir bleiben, da es mich über Jahre geprägt hat.
 
aber generell mal Berührungen & das Gefühl auf Augenhöhe gesehen zu werden
...
Ich habe das Gefühl, dass dieses BDSM vieleicht auch nur "gut" für /die war, weil ich weiß, dass ich dort auch ein begehren bei jemand anderem ausgelöst habe.

Das ist eine gute und wichtige Selbsterkenntnis.

Oft sucht man sich bei Affären genau das, was in der Beziehung fehlt.

Was mich da aber irritiert, ist Deine Schilderung, Du würdest gerne mal auf Augenhöhe gesehen werden.
Wie läuft denn eure Beziehung diesbezüglich?
 
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